Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 27 (7.7.1905)
- Date
- 1905-07-07
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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rtr. 27 wtit1 Seite '6 unterscheiden wissen, konnten sie feststellen, dass die Räuber zu den Wianandi gehörten. Ich befragte van Brida über die agrikulturellen Aussichten der Mossigioigegend, erhielt aber nur sehr ungünstig lautende Auskünfte. Er hatte bei meiner Ankunft gerade einige hundert Sehritt abwärts, im 13aehbelte des Missigioi, einen Kübel voll Wasser geholt, um die Eukalyptus bäumchen zu tränken, die er um seine Farm herum angepflanzt hatte, eine sehr mühsame Art von Pflanzung, die ich noch aus der Wüste her kenne! Van Brida befürchtete, dass der Mossigioi bei grosser Trockenheit gar kein Wasser mehr führen werde und dass jede Pflanzung in der Umgebung dann nutzlos wäre. Er zeigte mir auch, wie Akazien und Eukalyptus vom Winde litten, und sagte, dass Kulturgewächse hier sehr viel von Prost zu leiden hätten. Die Buren glauben nicht, dass in der Umgebung ihrer Farm ein lohnender Ackerbau zu betreiben sei, wenn sie auch zugeben, dass der Boden bei künstlicher Bewässerung alle in Kikuyu angebauten Feldfrüchte hervorbringen kann. Es ist selbstverständlich, dass die Buren über eine grössere landwirtschaftliche Erfahrimg verfügen, als alle die Farmer, welche ich in Nairobi und im llift-Valley angetroffen und gesprochen habe und die noch niemals Landwirtschaft betrieben, sondern Händler und Spekulanten sind. Ich möchte den hoffnungsreichen Beden dieser letzteren daher nicht denselben Wert beilegen wie den Aussagen dieser praktisch erfahrenen Buren und wenn ich noch meine eigenen Ansichten hier erwähnen darf, so sei beigefügt, dass auch ich in agrikultureller Hinsicht von dem Mossigioigebiete wenig erwarten, möchte. Ich halte es jedenfalls für ungünstiger als die südlich davon gelegenen Elgeyodistrikte. Angenommen selbst, dass Fröste nur gelegentlich einmal grossen {Schaden verursachen, leiden Pflanzungen hier jedenfalls unter einer viel zu grossen Lichtfülle. Hie Transspiration ist eine bedeutendere als in den tiefer gelegenen iN ach bargebieten, denn die Intensität des direkten und diffusen Tageslichtes verbindet sich hier mit grosser Trockenheit und einer starken Luft Verdünnung. Nach Westen hin, wo das Miossigioigebiet allerdings in eine etwas tiefere Lage übergeht, sollte man etwas bessere Verhältnisse erwarten; die Gegend macht aber auch in dieser Eichtling einen für Agrikultur sehr trostlosen Eindruck. Der Galeriewald des Mossigioibaches hört schon in wenigen Meilen Entfernung vollkommen auf und auf diese Zone hinaus dehnt sieh nach den Eldalat- und Surungaihöhen, dem Elgon und dein Koquallalgebirge hin eine unabsehbare, baumarme Grasebene aus, in welcher nur längs der wenigen und nicht sehr wasserreichen Tal laufe unter Voraussetzung künstlicher Bewässerung ein Kuiturversuch unternommen werden könnte. Ein Kuiturversuch, schreibe ich, denn an einen agrikulturellen Erfolg eines europäischen Siedlers denke ich hinsichtlich dieser Gegend niemals. Wenn unfern dieser Burenfarm eine auf Ackerbau basierende Siedlung in Angriff genommen werden sollte, so kann nur die zwischen der Farm und dem Elgeyo-Escarpinent sich hinziehende Waldzone in Betracht kommen. Diese bietet grösseren Windschutz und hat daher auch weniger unter Trockenheit zu leiden als die offenere Yorwalclzone. Dieser Waldgürtel ist aber kaum 10 Meilen breit und er wird in seinem östlichen Teile ohne Zweifel durch die Elgeyo beansprucht, die auf der Ostgrenze des Territoriums von der Grassteppe bis zum Steilabfalle das Escarpment bewohnen. Für diesen ackerbautreibenden Negerstamm müssten auch erst neue Reservate geschaffen werden, bevor das Gouvernement diese Territorien an europäische Siedler abgeben könnte. Die Burenfarm am Mossigioi eröffnet einem Siedlungsunternehmen also keine günstigen Aussichten und wenn derartige Versuche als Basis einer richtig eingeleiteten Massensiedhing dienen sollen, so wird man zur Errichtung solcher Einzelsiedlungen andere Oertlichkeiten auszuwählen haben. Eür Ackerbausiedlungen kämen hierbei die unbewohnten Waldareale am überlaute des Leosos, für Viehzuchtstationen die Langatala-Niuki und die Sirgoi-Ebene in Betracht. GEOLOGISCHE VEBHÄLTAISSE. Das Guasso-Ngischu-Hoehland ist in bezog auf seinen geologischen Aufbau bis jetzt völlig unbekannt geblieben. Air. Thomson berichtet in seinein aus dem Jahre 1887 datieren den itcisewerke „Through Afassai-Laiid** von ein igeu wenigen Gesteinen, die er hier gesammelt hat, dann folgt m weiteren iorseIllingen aber ein langerfntervall bis zumJahre 18UT, wo Verfasser dieser Zeilen als Vhitgiied der SdioUersehen Expedition eine kleine petrograpnische Sammlung aus diesem Gebiete mit nach Europa brachte. Diese Gcstempruben sind m der Vierteljahrssehrift der naturiorsehenden Gesellschaft in Zürich (HJUl) von Dr. Enal Künzii beschrieben und umfassen in der Gruppe der kristallinen Grundgesteine einen Biotitgneis, einen mechanisch metamorpliLsierten J3iQtitgran.it, einen porphyrartigen ilornblendegranit und einen bietiti'uhrennen JJLornblendcdiont.. Von loyaitischeii Ergussgesteinen wurde damals nur ein grauer Ehonolith gefunden und als einziges Vorkommnis aus der Gruppe der jüngeren Eruptivgesteine hatte ich bei Schimoni einen beinsteinartig ausgebildeten Obskliau eingesammelt. Diese Gestemsammlung wurde durch unsere letzte Expedtion fast nur m bezug auf neue h uudsteilcn, nicht aber auf neue Gesteintypen bereichert. Während im westlichen Teile des Hochlandes, aut den Anhöhen von Surangai und an den Etdalatbergen hoinbiende- und biotitführende Granite, Syenite und Gneise zutage treten, bilden im mittleren, südlichen und östlichen Teile des Hochlandes traehytoide. Dhunolithe das unter dem Verwitterungsboden liegende Grundgestein. Schon Künzii hat die Vermutung ausgesprochen, dass das Guasso-Xgisehu- Hochland ein kristallines Eelsengebirge darstellt, das zum Stadium eines hügeligen Plateaus zurückgebildet wurde. ALeine letzten geologLschenEuiiele bestätigen diese Vermutung, denn ich fand dieselben früher nur aus dem Westen bekannten G'rundgesteine nebst Dioriten und mächtigen Quurzeinscbaltungen auch im mittleren und östlichen Teile de.-: Hochlandes. Sie ragen dort als hügelige Eortsetzung der Eldaiatberge, als Felsenriffe des Sanibu, Karuna and Sifgoi sowie als Koquallalgebirge aus ihrer phonolithischen Umgebung heraus. Die Dhonolithe, die ich auch längs des Looses, des Elgorini, Kubkong; etc. gefunden habe, traf ich auch weiter östlich und nördlich, am Elgeyo- und Koeaiallalgebirge sowie im mittleren Tlussgebiete der Nzoia. Sie sind überall in derselben muschelig brechenden, graulichschwarzen und mit Sauidinplatten gespickten Varietät v ertreten, die jedem Laien das Unterscheiden von den farbigeren und makroskopisch komplizierteren Grundgesteinen ermöglicht. Gabbroide Ergussgeste ine sind mir diesesnud keine zu Gesichte gekommen und wir dürfen sie daher, als zur liift-Valley-Eormation gehörend, von den Guasso- Ngisehu-Gesteinen füglich ausscheiden. Als Verwitterungsböden habe ich entweder eine brockeligeTerra rossa und braunroten Latent oder dann eine gebliehgraue kaolinartige Erde angetroffen. Im allgemeinen darf man wohl behaupten, dass diese Erden gegenüber urseren europäischen Ackerboden einen sehr geringen Nährwert aufweisen. Die eisenreiche Koterde, welche namentlich im Südosten des Guasso-Ngisehu-Hochlandes verbreitet ist und dort den Hochwald- und Kulturboden darstellt, hat zwar eine sehr grosse AVasserkapazität, doch gewährt diese Eigenschaft dein Ackerbau keine grossen Vorteile, da von Jänner bis März und von Juli bis September hier nur sehr spuliche Niederschläge fallen und das llegenwasser auf den für Kulturzwecke gelichteten Berghalden einen sehr raschen