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Die Welt · 1905-06-23 · 25 (23.6.1905) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
25 (23.6.1905)
Date
1905-06-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 25 „Di* # w$u Seile 11 sieh auf: Holz, Petroleum, Zucker, Kaffee, Tee. Mehl, Webwaren, Leder, Uhren, Medikamente, Reis u. a. Sind auch die Aus- und Einfuhr nicht allein im Hafen von Jaffa, sondern auch in den anderen palästinensischen Häfen beträchtlich gestiegen, so ist der innere Handel noch immer sehr zurückgeblieben. Viele Kräfte und Kapitalien könnten sich in Palästina in ganz hervorragender Weise bewähren, wenn der Handel nur einige Firnissen organisiert und eine Industrie geschaffen, wäre. Es genüge, wenn wir folgende Beispiele anführen : Während über Jaffa Kartoffeln, zu sehr hohen Preisen eingeführt werden, müssen die Leute in der Gegend von C h ormo n ihre Kartoffeln zu sehr niedrigen Preisen verschleudern; getrocknete Fische werden über Jaffa und Ohaifa viel importiert, während es im Genesareth-See und an den nördlichen Jordanufern von Fischen wimmelt, um die sieh kein Mienseh kümmert. Noch mehr: Ueber Jaffa werden Weizen, rohe Felle, Wolle ausgeführt und Mehl, fertiges Leder, Webwaren aus der Fremde hereingebracht. Die Stadt 0 h a i f a sieht einer grossen Zukunft entgegen. Die neuerbaute Eisenbahn, die Ohaifa mit Damaskus verbindet und die fruchtbarsten Täler und Triften Galiläas und Zisjordaniens durchzieht, sowie der natürliche und vortreffliche Hafen, der den grössten Handelsschiffen Aufnahme gewahrem kann, das sind wirtschaftliche Faktoren, welche dieser Hafenstadt eine glänzende Zukunft eröffnen. Die bekannte französische Aktien - Schiffgesellschaft M. Mi. beschloss nun, ihre Zentrale von Jaffa nach Chaifa zu verlegen, und auch die Deutschen wenden sieh immer mehr und zahlreicher dieser Stadt zu und reissen daselbst den ganzen Handel an sich. Ob auch das jüdische Kapital dieser günstigen Perspektive sieh rechtzeitig bedienen wird — bleibt eine offene Frage. De Administration der Kellereien in Eischon rZion hat beschlossen, die Trauben derjenigen Weingärten, die seit 1898 und den späteren Jahren bestehen, nicht mehr in ihre Keller aufzunehmen. Auf diese Weise sind ungefähr 2000 Kantar Trauben aus Rechowoth und ebensoviel aus Rischon FZion und Petach-Tikwa als „trete" erklärt und die Weinhauer sind um ihre Trauben in nicht geringe Sorge versetzt. Die „Vereinigung von Weinbauern" in Rechowoth, die im Vorjahre gegründet wurde und sich bereits als sehr zweckdienlich erwies, macht Vorbereitungen., im laufenden Jahre doppelt so viel Wein zu produzieren als im vorigen Jahre. Solche Vereinigungen wären allein imstande, die Weinfrage in den Kolonien befriedigend zu lösen. Diese Vereinigung hat in Rechowoth auch Tabak gepflanzt und erzielte damit einen sehr guten Erfolg. Die Getreideernte ist in diesem Jahre eine überaus gute gewesen. Aus allen Kolonien langen erfreuliche Berichte über das Resultat der Ernte ein. Selbst die Kolonie K a s t i n i e, die sich in sehr schlechtem Zustande befand, verdankt der guten Ernte eine Verbesserung ihrer Lage und die Kolonisten schöpfen aus derselben frischen Mut und Hoffnung. In diesem Jahre ist auch die Abgabe des „Zehents" nicht so drückend, da die Kolonisten die gesetzliche Abgabe, ein Achtel des Ertrages, wohl leisten können. Dagegen täuschten die Weingärten zum Teile die Hoffnungen ihrer Besitzer. Einige Weingärten litten nämlich anfangs Sommer manchen Schaden und es wird eine massige Lese erwartet. Der Verein „Schomre Thora", der voriges Jahr in Jerusalem, gegründet wurde und sieh zur Aufgabe gestellt hat, die Kolonien mit „Chedarim" und „Talmud Thorax- Häusern zu versorgen, ist emsig an seiner Arbeit und scheut vor keinem Mittel in der Bekämpfung der Schulen zurück. So bemühten sich die frommen Gabaim der Thalmud- Thora, einen Arbeiter in Rechoboth zu bewegen, seine Kinder der Schule zu entziehen und der Talmud-Thora zuzuführen. Als aber der Arbeiter dieses fromme Ansinnen zurückwies, wurde ihm, dem armen kränklichen Arbeiter eine Subvention, die er aus Jerusalem bekam, in der Höhe von 20 Fres. monatlich entzogen und seine zahlreiche Familie dadurch in grösste Not versetzt. Ein solches Mittel ist den Gabaim der „Wohltätigkeit" und der „Erziehung" in Jerusalem gut genug. Dieselben Gabaim machten den Kolonisten in Rechowoth folgenden vermittelnden Vorschlag: Ihr schicket eure Söhne in unsere Talmud-Thora und wir schicken unsere Töchter in eure Schulen, Wie lautete doch der Befehl Pharaos: „Jeden neugeborenen Sohn sollt ihr ins Wasser werfen und jede Tochter am Leben lassen!" Der berüchtigte M. Scheinberg in Jaffa, der sich an Dr. Joffe tat Ii eh vergriffen und, wie erinnerlich, die Papiere der Organisation gestohlen hat, denunzierte vor kurzem mehrere der besten Bürger aus Jaffa, Jerusalem nnd den Kolonien und bediente sich der Hilfe notorischer Antisemiten in Jaffa. Hoffentlich wird dem Mfonne sein schmutziges Handwerk bald gelegt werden. In Jaffa wurde ein neuer zionistischer Verein gegründet, dessen Mitgliederzahl seit kurzer Zeit über hundert beträgt. Dieser Verein schlos? sieh in seiner Generalversammlung den Beschlüssen der Zionisten in Wilna und Berlin an. Solche Vereine werden auch in den Kolonien und in Jerusalem gegründet, die am Kongresse durch ihre Vertreter das zionistische Prinzip des Festhaltens an Palästina vertreten sollen. Der neue Verein in Jerusalem zählt bereits f>0 Mitglieder, auch in Rischon TZion und in Gedera schliessen sich die meisten Kolonisten diesen Vereinen, an. Die zionistischen Vereine in Galiläa gehören zum überwiegenden Teile der palästinensischen Richtung des Zionismus an. Herr Nissen b a u m, einer der eifrigsten und tätigsten Zionisten Russlands, weilt jetzt in Palästina. Seine glänzenden Reden, die er in den Kolonien hielt, riefen eine liefe Wirkung und grosse Begeisterung hervor. A m i t h a i. The Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Limited. Es wird hierdurch bekannt gemacht, dass eine ausserordentliche Generalversammlung des Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Limited im Stadtkasino, Basel, Schweiz, am Dienstag den 1. August 1905, um 12 Uhr mittags stattfindet, bei welcher die nachstehenden Resolutionen vorgeschlagen werden. Sollten die Resolutionen von der notwendigen Majorität angenommen werden, so werden dieselben als Spezialresolutionen behufs Bestätigung einer zweiten ausserordentlichen Generalversammlung, welche späterhin einberufen werden wird, vorgelegt werden. Resolutionen dass die Bestimmungen des Memorandums der Gesellschaft bezüglich der Zwecke der Gesellschaft in folgender Weise abgeändert werden, nämlich: a) In § 1 der Klausel III des Memorandums sollen die Worte „im vorgeschriebenen Gebiete" (welcher Ausdruck in diesem Memorandum Palästina, Syrien, irgend jeden anderen Teil der asiatischen Türkei, die Halbinsel Sinai und die Insel Gyprus bedeuten soll) oder in irgend einem Teile desselben anstatt den Worten „in Palästina, Syrien und in irgend einem anderen Teile der Welt* gesetzt werden. b) Anstatt § 2 der besagten Klausel III soll der folgende Paragraph gesetzt werden, nämlich: „2* zu

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