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Die Welt · 1905-06-23 · 25 (23.6.1905) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
25 (23.6.1905)
Date
1905-06-23
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 f,£>ie & W^it W'S5 kunftsreich ist vor allem die systematische Einführung der Teppichknüpferei in Paliistina sowie verschiedener kleiner Hausindustrien. Um die Arbeit beginnen und drei Jahre durchführen zu können, sind nach sorgfältiger Berechnung etwa 40 000 Mark -erforderlich, und es ist begründete Aussicht vorhanden, dass ein; beträchtlicher Teil dieser Summe durch Vereine beigesteuert werden wird, fallswir erst einen grösseren Fonds beisammen haben werden. Im Falle des Gelingens wird sich das Werk nach drei Jahren entweder selbst erhalten körnen, eventuell mit regelmässigen Zuschüssen der Vereine, oder es wird mit Hilfe der bis dahin ausgebildeten Kräfte in kaufmännischer Weise weitergeführt werden, wozu die Palästina-Handelsgesellschaft in Hamburg und die Angloi-Palestine-Co. in Jaffa und Jerusalem schon ihre Mitwirkung zugesagt haben. Für jeden, der jüdisches Interesse mit sozialem Verständnis verbindet, ist hier eine schöne Gelegenheit zu nutzbringender Arbeit gegeben. Es soll nicht ein Almosen sein, das man mit abgewendetem Blicke hingibt, um einer augenblicklichen Not zu steuern, sondern es soll eine lebenskräftige Organisation entstehen, die aus sich selbst heraus die Kräfte des gesunden Wachstums entfalte, eine Organisation, in deren Schutze binnen kurzer Zeit Tausende, hoffentlich Zehntausende, aus nutzlosen Bettlern zu freien in Arbeit versittlichten Bürgern emporsteigen können. Hier die erste Hilfe zu gewähren, ist Pflicht und sollte Freude sein, Jacob Alexander, Hamburg; Prof. Badt, Breslau; Geheimrat M. Barschall, Berlin; Siegm. Bergel, Berlin; Jonas Bing, Hamburg; Rechtsanwalt Dr. Blau, Frankfurt a. M.; Justizrat Oscar Cassel, Berlin; Gustav G. Cohen, Hamburg; Justizrat Dr. H. Meyer Cohn, Berlin; Geheimrat Prof. H. Cohen, Marburg; Direktor M. Dom, Berlin; Oberrabbiner Dr. Ehrenpreis Sofia; Dr. D. Feitelberg, Berlin; Senator Leopold Fischer, Hannover; Sally Flomersheim, Dortmund; J. Freymark, Berlin; Prof. F. Gernsheim, Berlin; Landrabbiner Dr. S. Gronemann, Hannover^ Rabbiner Dr. Guttmann, Breslau; Fabriksbesitzer S. riepner, Charlottenburg; Sanitätsrat Dr. Hessberg, Essen; Dr. Hirsch Hildesheimer, Berlin; J. S. Hirschland, Essen; Rabbiner Dr. Horowitz, Frankfurt a. M.; Berthold Israel, Berlin; Jozef Israels, Haag; Dr. A. Klee, Berlin; J. Kremenetzky, Wien; Kirchen rat Dr. Kroner, Stuttgart; Prof. L. Landau, Berlin; Rabbiner Dr. Leimdörfer, Hamburg; Prof. L. Lewin, Berlin; Direktor P. Lewy, i. F. Gladenbeck, Berlin; Prof. Max Liebermann, Berlin; E. M. Lilien, Berlin; Kons-ul Litten, Königsberg i. Pr.; Willibald Loewenthal, Berlin; Ludwig Mathiason, Hamburg; Dr. E. Mittwoch, Berlin; Dr. Franz Oppenheimer, Berlin; Direktor Dr. Pakscher, Dresden; Simon Pfeffer, Breslau; Prof. M. Philippson, Charlottenburg; Rabbiner Dr. Porges, Leipzig; Sartorius Rein hold, Hannover; Fritz M. Rosenthal, i. F. Rosenthal & Tobias, Berlin; Rabbiner Dr. Rosenthai, Breslau; Rabbiner Dr. L. Rosenthal, Köln; Stadtrat Salomen söhn, Hohen - salza; Rabbiner Dr. Ad. Salvendi, Dürkheim; Prof. Boris Schatz, Sofia; Dr. P. Schottlaender, Rittergutsbesitzer, Breslau; Fabriksbesitzer Dr. Emst Schwerin, Breslau; Dr. S. Soskin, Charlottenburg; Isidore Spielmann, London; Hermann Struck. Berlin; Gustav Tuch, Hamburg; Rabbiner Dr. Vogelstein, Stettin; Moritz Warburg, i. F. M. M. Warburg, Hamburg; Prof. O. Warburg, Charlottenburg; Emil Wassermann, Bamberg; Rabbiner Dr. Werner, München; Joseph Wisloch, Frankfurt a. M.; Direktor Dr. Wolffsohn, Köln; Dr. Th. Zlocisti, Berlin. Beiträge sind mit der Bezeichnung „Bezaler an das Bankhaus Meyer Cohn, Berlin W., Unter den Linden 11, zu senden. Dr. Soskin über Palästina. [ s r a o 1 Z a n g \v i 11 schreibt uns: In seinem zweiten Versuche, meine Ziffern richtigzustellen, bringt Herr Dt. Soskin einiges Licht in die zwischen ihm nnrl mir entstandenen Differenzen., indem es sich herausstellt, dass der üebersetzer meines Artikels statt Quadratineilcn irrtümlich Quadratkilometer schrieb. Also, während ich das Arenl des ostafrikanischen Territoriums mit -~0O0 QnadratmeiJen angab, hiess es in-der „Welt" oOOO Quadratkilometer — anstatt etwa 13 000 Quadratkilometer. Aber Herr Dr. Soskin fühlte sich nicht verpflichtet, das richtigzustellen. Ebenso wurde in der Uebersetzung einer Stelle meine Antwort nicht ganz präzis wiedergegeben, denn ich sngte natürlich nicht, dass Palästina, selbst " wenn es zehnmal so gross wäre, als es ist, nur drei Millionen Einwohner fassenkönnte; ich sagte vielmehr, ich wünschte, Palästina wäre zehnmal so gross selbst als Dr." Soskin es schützt, und es könnte trotzdem nicht mehr als drei Millionen Einwohner fassen (und demnach nicht die Judenfrage lösen). Abgesehen von diesen Missverständnissen vermochte Herr Dr. Soskin nur einen einfachen Fehler festzustellen. Gestützt auf die Autorität Ussischkins (und Dr. Herzls, der sich oft nach dieser Richtung hin mir gegenüber äusserte), bemerkte ich, die Ivrongebiete von Palästina könnten angekauft werden. Dr. Soskin meint nun, der Sultan würde sie nicht verkaufen. Wenn Dr. Soskin recht hat, dann sind eben die Schwierigkeiten, Palästina zu erlangen, noch grösser als ich befürchtete. Alle übrigen Schwierigkeiten, die wir Zionisten zu überwinden haben, blieben unberichtigt, so wie sie von mir dargestellt wurden. Nach Dr. Soskin ist Palästina schütter bewohnt. Er selbst aber nimmt IS Seelen pro Quadratkilometer an, was über 46 pro Quadratmeile (englische) macht. Das ist natürlich nicht sehr dicht. Aber auch die Bevölkerungsdichtigkeit des europäischen Pussland beträgt nur 4:2 Seelen pro Quadratmeile. Und ich sagte auch nie, Palästina sei dicht besiedelt, sondern nur, dass unser dort eine „ Prem denf rage'/ (Alien Problem) warte; Einwohner, die vrir entweder verdrängen oder beherrschen müssten. Nach Dr. Soskins eigener Berechnung sind nur 12,5 Prozent der Bevölkerung Juden, so dass sieben Achtel von den 650 000 Einwohnern, also nicht weniger als 508 760 Nichtjuden durch das jüdische Gremeinwesen absorbiert werden' müssen. Dass ich aber diese Schwierigkeiten als „unüberwindlich" hingestellt hätte, entspringt lediglich der Phantasie des Herrn Dr. Soskin. Er wird im Gegenteil in Nr. 1? der „Welt" finden, dass ich nach Feststellung der Schwierigkeiten auch deren Lösung zu finden mich bemühte. Als Beispiel einen Satz, der die Schwierigkeit und die Lösung selbst ohne trennenden Komma gibt: „Die Schwierigkeit liegt in der nichtjüdisehen Einwohnerschaft und die Lösung der Frage liegt vielleicht in der Ausbreitung unserer Idee von Palästina auf seine noch wüsten Nebenläncler." Nun sagt Herr Dr. Soskin, der Ton mache die Musik. Aber Dr. Soskins Ton ist eigentümlich ungerechtfertigt, wenn beachtet wird, dass meiner knappen Darlegung der Schwierigkeiten ungleich längere, für Palästina eintretende Stellen vorhergingen, die folgen dermassen endeten: An der Küste des Mittelmeeres gelegen, im Mittelpunkte der alten Welt, hat dieses Euinenland noch eine Zukunft vor sich und es wartet seiner Auferstehung und es wäre unendlich schade, wenn die Zukunft dieses Landes nicht mit der Zukunft und mit der Auferstehung des Volkes verbunden wäre, das so viele Jahrhunderte nach ihm sich gesehnt hat." Israel Z a n g w i 11. Briefe aus Palästina.* J a f f a, 4. Siwan 5665. Im Hafen von Jaffa wurden im Jahre 1904 verschiedene Waren im Betrage von Frcs. 13 723 800 exportiert, während der Import Pres. 11 360 520 betrug, so dass der Export einen Mehrbetrag von Frcs. 2 363 290 aufweist, eine Ziffer, die für die Entwicklung des Handels in Palästina als günstig zu betrachten ist. Leider haben die Juden an dieser günstigen Entwicklung des Seehandels nur geringen Anteil, da sie sich ausschliesslich mit dem Kleinhandel im Innern des Landes befassen. Ausgeführt wurden zumeist: Weizen, Gerste, Mohn, Bohnen, Orangen, Wein, Kognak, Seife, Felle, Wolle, getrocknetes Obst, Honig, Mandeln, Olivenholz, Oel etc.; der Import erstreckte

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