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Die Welt · 1905-06-23 · 25 (23.6.1905) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
25 (23.6.1905)
Date
1905-06-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Steite? »blt * Wfll* Nr. 25 beschriebenen schattenlosen Ebenen und erst am Ende der Tagereise erreichten wir das Sa.vannenland. Am folgenden Tage richteten wir uns allmählich nach Süden und hielten diese Eichtling ein, bis wir am 21. am .Puese einer Hügel- Gruppe unser Lager aufschlugen, von denen Ildalat der bedeutendste ist. Während der letzten Tage fanden wir nur in dem Sinne eine AendeTung im Charakter des Landes, dass die Höhe desselben wechselte. Wir überschritten den \zoio-Fluss bei einigen felsigen Wasserfällen, ohne deren Vorhandensein das Ueberschreiten mit einigen Schwierigkeiten verbunden gewesen wäre, da die Breite des Flusses von1 bis GO Fuss wechselte und seine Tiefe an den Stellen, wo er in normaler Weise floss, eine bedeutende war. Nachdem ich den Trägern ihren ersten Ruhetag gegeben hatte, um selbst einen der benachbarten Hügel zu ersteigen und eine Keihe von Beobachtungen, zu machen, marschierten wir am 23. Februar direkt auf Sirgoi los und lagerten etwa fünf Meilen vom Berge. Die nächste Tagereise führte uns durch eine trockene Ebene, wo das Gras infolge einer regenlosen Periode von etwa zehn Wochen verdorrt war. l>er Boden hat eine sehr geringe Tiefe, obgleich -das Gras von guter Gattung ist und während der Regenzeit zweifellos vortreffliche Weide sein würde. In der Ebene um Sirgoi findet man zahlreiches Wild. Am 24. schlugen wir unser Lager unmittelbar westlich vom Berge auf, in der Nähe einer kleinen Quelle mit gutem Wasser. Am folgenden Tage sandte ich Leute in verschiedene Bichtungen, um zu versuchen, das Haiiptlager zu finden, welches nach meinen Vorschriften so nahe am Berge aufgesehlagen werden sollte, als die Wasserverhältnisse erlaubten. Sie kamen unverrichteter Sache zurück, und. ein P]rsteigen des Gipfels, obgleich es Gelegenheit zu einem weitgehenden Ueberblick über das umliegende Land bot, überzeugte mich, dass weit und breit kein Zelt zu sehen war. Am folgenden Tage machte ich mich selbst in nordnordöstlicher Eichtling auf und, nachdem ich fünf Meilen zurückgelegthatte, stiess ich auf einen kleinen Fluss, an welchem, nachdem ich ihm eine kurze Strecke gefolgt war, ich das in einer Schlucht verborgene Lager entdeckte. Am 27. wurden beide Lager abgebrochen und ich schloss mich meinen Reisegefährten an. Wir waren gezwungen, auf demselben Wege zurückzukehren, auf dem wir gekommen waren, da der Verwaltungsbeamte es nicht für ratsam hielt, dass wir das Xandi-Land durchschritten, da kurze Zeit vor unserer Ankunft in einem Teile dieses Stammes Unruhen vorgekommen waren und man befürchtete, dass dieselben noch nicht ihr Ende erreicht hätten. Ich hatte gehofft, den Weg einzuschlagen, der vom Südwesten, des Gebietes nach Lake Victoria führt, als ich mich aufmachte. Leider hatten etwa zwanzig Fälle von Best diesen Weg versperrt. Wir brauchen in diesem Berichte nichtwieder auf den schon beschriebenen Weg zurückzukommen, jetzt, wo es sich um die Bückkehr handelt. Nur einen Zwischenfall habe ich zu berichten, Die Nachhut der Karawane hatte soeben einen schmalen Waldstreifen durchsehritten, der sieh dem grossen Walde an der Elgeyo-Abdachung anschliesst, etwa 0° 26' 30", als neun Eingeborene mit Speeren auf die letzten . Träger loskamen, die) ihre Lasten zu Boden warfen und entflohen. Feraja, der Führer, fasste festen Fuss und wurde mit einem der Räuber handgemein, den er zu Boden, warf. Ein Träger, der meinem Teile der Karawane als Führer gedient hatte und einen der Snidcrs trug, die uns Mr. Foakes, der oberste Verwaltungsbeanite des Kavinedistriktes, geliehen hatte, war glücklicherweise in Hörweite und folgte ohne Verzug Ferajas Ruf nach Hilfe. Als er sich näherte, flohen die Räuber in den Wald, nahmen jedoch eine Ladung von Proviantbüchsen und eine Tasche mit meiner persönlichen Ausrüstung mit sieh. Beim Zusamnienstoss hatte Feraja einen Sehlag auf den Kopf mit einer spitzen Watffe erhalten, deren Tiefe darauf hindeutete, dass der- Schädel verletzt war. Ein solcher Schlag hätte meiner Ansicht nach den Tod eines Weissen, zur Folge gehabt; während der ersten zwei Tage schien er Feraja etwas Schmerzen zu verursachen, nachher aber ihm Vergnügen zu machen, denn seine Wunde diente als Illustration des Abenteuers von der Ravine bis Miombaäsa. Ohne sein tapferes Benehmen und ohne die Hilfe Tanganikos, des Eingeborenen, der ihm beistand, hätten wir meiner Ansicht nach neun statt zwei Lasten verloren. Leider waren wir alle ausser Hörweite, als der Zwischenfall stattfand. Begleitet von Herrn Wilbuseh, ging ich rasch zurück, sobald mir der Angriff gemeldet wurde, aber eine Verfolgung der Räuber im Walde stellte sich als so aussichtslos heraus, wie ich erwartet hatte, denn durch Menschenalter der Zivilisation haben die Swahiliträger allen Instinkt für das Verfolgen von Spuren verloren, der sich bei dem natürlichen Eingeborenen bis zu einem so wunderbaren Grad entwickelt hat. Die Träger, wie der Esel im Sprichwort auf seinem Rückwege, legten den Weg so schnell zurück, dass wir den Zug, der am 6. März nach Nairobi ging, erreichten. Herr Kaiser und ich erreichten Mombassa am 11., nachdem wir in Nairobi Halt gemacht hatten, wo der grössere Teil der Eingeborenen mit ihrem Lohn entlassen werden mnsste. Herr Wlilbusch begab sich direkt nach, Mombassa, mit demselben Zuge, mit dem wir Nakuru verliessen, nachdem er von der Ravine nach Londiani gereist war, in der Absicht, den Weg zwischen den zwei Orten zu erforschen. Keiner von uns war während der ganzen Zeit von irgend einer Krankheit befallen worden. Was die wissenschaftlichen. Erforschungen anbetrifft, so kann ich sagen, dass ich besonderes Glück hatte, was die Nächte anbetraf, denn dieselben waren meisten« wolkenlos. Infolgedessen konnte ich den Breitegrad, unter dem ich mach, befand, fast nächtlich mit Hilfe'von zwei oder mehreren Sternen feststellen. Die Resultate dieser Beobachtungen, mit den Höhen über dem Meeresspiegel, werden in ihren richtigen Stellungen auf der Karte gefunden werden. Die letzteren wurden hauptsächlich ver? mittelst des Aneroids festgestellt und gelegentlich durch Höhenmessungen kontrolliert. Ich will mich nun bemühen, das zu behandeln, was mir mit Bezug auf den allgemeinen Charakter, die Möglichkeiten und Aussichten dieses Gebietes für eine europäische Niederlassung am wichtigsten erscheint. Unter afrikanischen Verhältnissen ist es am besten, eine solche Diskussion in verschiedene Punkte einzuteilen, von denen jeder wichtiges Material in sich schliesst. 1. Klima. 2. Bodenbeschaffenheit. 3. Wasserreichtum. 4. Zugänglichkeit. 5. Eingeborene Bevölkerung. 1. Eine klare trockene Atmosphäre in einer Höhe von 6000 bis 8500 Fuss, ohne die Berge in Betracht zu ziehen, und erwärmt durch eine tropische Sonne, kann nicht ungesund sein. Während der ersten Hälfte unseres Aufenthaltes auf dem Plateau stieg die Minimaltemperatur von 37 Grad bis 47 Grad Fahrenlieit und erhob sich gegen Ende Februar allmählich zu 50 Grad. Dies ist wahrschein lieh der heisseste Monat des Jahres, die Periode, die am Ende der trockenen Jahreszeit unmittelbar der Regenzeit vorausgeht. Ich habe erfahren, dass während der kältesten Monate — wie sich bei einer solchen Höhe ja erwarten lässt — Fröste fast nächtlich vorkommen, und dass das Thermometer dann 6 und 7 Grad Frost aufweist.

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