Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 25 (23.6.1905)
- Date
- 1905-06-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Redaktion und Administration: WIEN IX., TUrktnstrasst Nr. 9. Telephon 14.199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaktion oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und unverlangte Manuskripte weder zurückgesendet noch aufbewahrt. Preise der Aizeigen : laut aufli*<r«nd«mi Tmrtf. Oer iroeraten teil wird Dienstag abendi geachloisev Einzelne Mum«eri 30 Heller. Ra7imcnt*mca' Oesterreich-Ungarn: ganzjährig Kr. 12.-, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Ffir das Ausland: DOi-Uyopi BloD. Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R, 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17.— , halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig Frcs. 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Poll. 1.70, vierteljährig Poll. —.85* Nr. 25. Wien, 23. Juni 1905. — 20. Siwan 5665. 9, Jahrgang. An unsere Gesinnungsgenossen! Wir machen unsere Gesinnungsgenossen auf unseren Aufruf auf Seite 14 besonders aufmerksam und bitten um die weiteste Verbreitung desselben. bie OstafriKa- Expedition. Der folgend© Bericht .rührt von der Kommission her, welche vom zionistischen Aktionskomitee zur Prüfung des Gebieteis ausgeschickt wurde, das die englische Regierung dm Zionisten anbot. Bericht über die Arbeit der Zionistenkommission im Britischen Ostafrika. Von Major A. St. H. Gibbons. (Ans dem Englischen übersetzt.) IL Als wir den Weg nach Norden einschlugen, blieb das wüste Land hinter uns zurück und wir fanden eine Reihe von Bodenwellen, die etwa 400 Fuss höher lagen als unser letztes Lager. Eine Zeitlang stiegen wir allmählich abwärts, bis wir zu einer malerischen Schlucht kamen, die im Westen von Hügeln eingeschlossen war, welche sich bis zu 300—500 Fuss erhoben, und im Osten von bewaldeten Abhängen. Diese Schlucht war in der Mitte von einem steinigen, etwa 30 Fuss breiten Bach durchflössen, dessen Quelle augenscheinlich etwa 15 Meilen nordöstlich lag. Dieser Strom umschlängelt den schon beschriebenen westlichen Gebirgsvor sprang und schlägt dann eine westliche Richtung ein. Er ist zweifellos der Vaterstrom des NzoiorFlusssystems. Am Morgen des 11. erstieg ich den westlichen Hügel, auf dessen niedrigerem Abhänge mein Zelt stand. Vom Gipfel aus hatte ich einen weiten Blick über das umliegende Land. Im Norden bot sich ein wildes, rauhes Land meinen Blicken. Eine grossartige Gebirgsmasse erstreckte sich meilenweit im Hintergrunde und schien an vielenOrten eine Höhe von 10 000 bis 12 000 Fuss zu erreichen. Mlanche dieser Berge sind steil und rauh, andere haben sanftere Abhänge. Einige sind teilweise oder ganz mit dichtem Walde bedeckt, obgleich auf den meisten Gras wächst, ausser wo der nackte Fels hervortritt. Im Nordosten und Osten scheint sieh ein endloser Urwald auszudehnen, der nur hin und wieder von kleinen Wiesen unterbrochen ist. Ich sah sofort ein, dass von keinem Versuche die Rede sein konnte, in dieser Richtung vorzudringen. Dazu hätte ich viel mehr Zeit gebraucht, als mir zugebote stand. Ich beschloss also, die Gebirgskette an ihrer westlichen Grenze zu umgehen. Ein anfangs sehr rauher Weg führte unte etwa 700 Fuss tiefer und wir stiegen den steilen Abhang des Hügels hiniab in ein wildes Tal. Einem klaren Bergstrom folgend, kamen wir schliesslich in ein enges Tal, das von allen Seiten von Bergen umschlossen war und sich über fünfzehn Meilen nach Norden erstreckte. Dieses Tal könnte mit gutem Rechte „das Tal der Löwen" genannt werden. Niemals habe ich an einem Ort so viele Löwen gehört, als während der zwei Nächte, die ich dort lagerte. Als ich das Tal verliess, führte ich die Karawane die äusseren xAhhänge der Chipchangwane-Kette entlang. In diesem pfadlosen Lande mit seinen schroffen Abhängen und seinem langen Grase war das Vorwärtskommen schwierig und langsam, besonders da die Flüsse, von denen wir täglich mehrere zu überschreiten hatten, stets von Streifen dichten Waldes begleitet sind, durch den wir einen Pfad zu hauen gezwungen waren, bevor wir unseren Weg fortsetzen konnten. Auf diese Weise drangen, wir weiter vor bis zum 17. Februar. Von einem Hügel, . 1° 9' 30" nördlicher Breite, den ich am Abend desselben Tages erstieg, hatte ich einen schönen Ueberblick über das Land, das zwischen Mbunt Elgon und der Chipehangwane-Kette lag. Alles Land unmittelbar in meiner Nähe, von ungefähr 1° 5' N. bis 1° 15' nördlicher Breite, war offen. Der Rest war halb offen, Grasland mit einer spärlichen Beimischung von Bäumen, was man am besten als spärlichen Savannenwald bezeichnen könnte. Mount Elgon schien mir der Chipehangwane-Kette viel näher zu liegen, als bisher angenommen worden ist. Die späteren Resultate zahlreicher Peilungen, von verschiedenen Punkten zu einem sehr ausgesprochenen Gipfel des Elgon gemacht, weisen darauf hin, dass die Karten einer Abänderung bedürfen. Wir waren nun durch Zeitmangel gezwungen, die westliche Richtung aufzugeben, ich schlug also am 18. Februar eine südsüdöstliche Richtung ein. Während des grössten Teiles des Tages wanderten wir über die oben