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Die Welt · 1905-06-16 · 24 (16.6.1905) · page 8

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
24 (16.6.1905)
Date
1905-06-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 fJbie K schlössen, mit dem Schekel noch eine weitere Krone als Beitrag zur Parteikasse einzuheben. Weissmann spricht im Jargon über die Agitation. Damit war man bei den . wichtigsten Punkten der Tagesordnung — Stellungnahme zum VII Kongresse — angelangt. ..... Dr. Oesterreicher beantragt, die Qstafrikafrage nicht zu berühren, sondern zum nächsten Punkte der Tagesordnung überzugehen. jur. Steiner- Pressburg spricht sich bloss gegen eine Stellungnahme in der einen oder anderen Richtung aus, der Gegenstand möge aber, um die Meinungen zu klären, in Diskussion gezogen werden. Nachdem beide Anträge abgelehnt worden waren, ergreife Prof. Bo k or das Wort und entwickelt den Standpunkt der Zione-Zionisten. Man sei bisher darüber sinig gewesen, dass nur Palästina, an das uns teure Erinnerungen knüpfen, das jüdische Volk zu den gewaltigen Anstrengungen, welcher unser Zweck bedarf, begeistern könne. Der Territorialismus würde eine Zersplitterung der materiellen Kräfte herbeiführen. Das sei ein philanthropisches Projekt, das an die philanthropischen Organisationen zu leiten sei und allerdings die moralische Unterstützung der Zionisten finden werde. Dr. H e i m 1 e r - Szombathely schildert in längerer Rede die Beweggründe, welche den modernen Juden zum Zionismus geführt haben. Der Territorialismus kann schon in absehbarer Zeit die Lösung einiger Aufgaben des Zionismus bringen. Vor allem durch Schaffang eines jüdischen Milieus, wo sich jüdische Kultur frei entfalten könne. Die vollständige Befriedigung wird das jüdische Nationalgefühl nur in dem Besitze Palästinas finden, aber schon der Territorialismus ist ein durchaus zionistisches Streben, für welches Redner alle Mittel der Organisation, sogar den Nationalfonds, in Anspruch nehmen will. Bettelheim bekennt sich als entschiedener Anhänger des Territorialismus. Er skizziert die Entwicklung der zionistischen Bewegung. Es sei ein gewolltes oder ungewolltes Missverständnis, wenn die territorialistische Frage „Zion oder Territorium?" formuliert werde. Das jüdische Volk verliert alljährlich durch . Auswanderung nach Amerika und Afrika seine sowohl in nationalkultureller als volkswirtschaftlicher Hinsicht besten Kräfte. Es sei doch zumindest parodox, zu behaupten, dass es eine nationaljüdische Tugend sei, wenn wir diese Kräfte in Kanada und Brasilien verflüchtigen lassen und dass es unzionistisch wäre, sie in ein Reservoir zu leiten. Die Frage sei richtiger formuliert: Ässimilierung oder Nationalisierung. Zione-Zionismus bedeute — ob man sich es wie die russischen Anhänger eingesteht oder wie die Deutschen darüber hinwegzutäuschen sucht — Rückkehr zum Chowewe-Zionismus, Die glänzenden politischen Erfolge Herzls wurzelten in seiner Person und nicht — wie er immer aus Bescheidenheits- und Agitationsgründen hervorhob — in seinem Amte. Durch Englands Angebot wird die Stellung des A.-K.-Präsidenten an sich eine politische und der Gouverneur des Territoriums kann mehr für Zion tun als das löbliche Präsidium der Chowewe Zionvereinigung. Nachdem Redner noch die Einwendungen der Zione- Zionisten zu entkräften gesucht hatte, empfiehlt er eine Eesolution zugunsten des Territorialismus. Lebowitsch wendet sich mit einer schwungvollen Rede gegen die Ausführungen ßettelheims und beschuldigt die Territorialisten der Gewissenlosigkeit. Auch der Territorialismus könne die den russischen Juden drohende Gefahr nicht abwenden. Die Zionisten hätten übrigens keine philanthropischen Absichten. Hierauf wurde die Debatte geschlossen und der Antrag Bettelheims zur Abstimmung gebracht. Die be- Welt" Nr. 24 anfragte Resolution, welche unverändert mit überwiegender Majorität angenommen wurde, lautete: Die III; Landeskonferenz der ungarischen Zionisten spricht sich für den Territorialismus aus, verlangt aber, dass der Natiphaifpnds nur für Kolonisation in Palästina-verwendet werden möge. Bei d«r hierauf 1 stattfindendete Neuwahl wird S. B e tt eine i m. zum Präses' des"Lafideskomitees gewählt; In das Landeskomitee wurden 15 Mitglieder gewänlt. Die Konferenz wird um 4/j9 Uhr von Dr. Rö n a i unter den Klängen der zionistischen Hymne geschlossen. Nach den Beratungen fand ein Bankett statt, bei welchem Dr. Ronai, Dr. A br.=a hamsohn, Lebow i t s c h, B e 11 e 1 h e i m, ßokor, P f e i f f e r, W e b e r* Weissmann, Väj d a sprachen. Der agitatorische Erfolg der Landeskonferenz überstieg die gehegten Erwartungen. Bei dem Zuhörerpublikum war der günstigste Eindruck wahrzunehmen., Die Tagesblätter berichteten in spaltenlangen Artikeln über den Verlauf des Zionistehtages und die chauvinistischen Organe fanden .kein Wort des Tadels^für die kräftig zum Ausdrucke gebrachte nationaljüdische Tendenz. Doch die von Stammesgeuossen geleiteten Blätter — schwiegen eifrig. VribfiiK* (Plr ditia Rabrik ist dia Ridaktloi nicht varanlxertlick.) Briefmarken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenossen haben für den Nationalfonds Briefmarken gespendet: Wien : Arch. O. Marmorek, stud. Holzer. Also-Kubin : Frl. Ang. Duschriitz. Brünn: -I. Schallinger („Veritas"). Komarno : „Dorschel Zion", A. Horowitz. Krakau : Fr. S.Horn. Pressburg : M. Hirschler. Prag-Weinberge : Frl. Lola Schanzer. Rymanow: Frl. S. und B. Moses.' Rzeszow: M. Dawidsohn. Stanislaus DurchJ.Menczel: „Bethar*, .Hatchijäh*, „Kadimah". Sniatyn : Fr. R. Diamant. Tarnopol: M. und Frl. E. Nüssenbaum. Teplitz-Sehönau: E. Bechert Tlumacz: Schaje Streit. Ungarn (Ortsstempel unleserlich): Ohne Namen. Allen Spendern besten Dank und Zionsgruss! Di ePhilatelie -Abteilung der Nation aTf o n d skommission. Briefkasten der Philatelieabteilung. M. J. Klein, Kassel. Besten Dank! Gänzliches Säubern nicht nötig. Frl. L. Schanzer. Ihre Spende wurde ausgewiesen in Nr. 21 der „Welt" vom 26. Mai 1:?05,., ..... M. Berger, Sambor. Ad. 1. Ganzsachen, das heisst Korrespondenzkarten und Briefe mit aufgedruckten Marken, haben nur dann Wert, wenn die Marken nicht herausgeschnitten werden. Ad. 2. Die Marken müssen nicht so peiplich abgelöst werden. Ad. 3/ Sie können die Marken als Muster ohne Wert, als Drucksache oder als Paket schicken. Wir bitten aber, die Märken immer so zu schicken, dass wir möglichst wenig Porto bezahlen müssen. Ad. 4. Wenn wir schreiben, die Marken sind nicht zu sortieren, so gilt das bloss für diejenigen, welche die Marken nach d e r Farbe o d er der Grö sse sortieren, womit uns ganz und gar nicht gedient ist. Wenn aber die Märken wirklich richtig nach den Ländern sortiert werden, dann wird uns die Arbeit wesentlich erleichtert. R. Neümann, Kassel. Sie haben sehr recht. Es ist geradezu eine Schande, wenn nach so schönen Erfolgen in einer Woche nicht mehr als 14 Sendungen einlaufen. Man hatte doch meinen können, dass unsere sehr werten Gesinnungsgenossen sich jetzt ein ' bisschen zusammennehmen würden. Aber dia sind alle Aufrufe und alle Bitten umsonst. Besten GrüSjsT Jehüda. ■ ■ \ * * *V . "Nagyrärad, Juni 1905. Löbliche Redaktion der .Welt" in Wien! , Ich bin so frei. Vorschläge zur Stärkung des Zionismus, vorzulegen. Es v möge tieim Kongresse beschlossen werden,, dass von allen Zionisten nur solche, zu allen Religionszwecken nötigen Dinge verwendet werden, die in Erez Israel erzeugt werden: Gebetbücher, Machsorim, Chumio-

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