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Die Welt · 1905-06-16 · 24 (16.6.1905) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
24 (16.6.1905)
Date
1905-06-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 24 „bie # weit" Seite 3 stät für das ostafrikanische Protektorat. Sir Donaldi hatte die Liebenswürdigkeit, mir einen Empfehlungsbrief an. alle seine Beamten zu geben, durch deren Distrikte wir kommen sollten, mit der Bitte, uns alle Hilfe zu gewähren, die in ihrer Macht lag. Ich brauche nicht erst zu sagen, dass wir keine Gelegenheit hatten, uns dieses Briefes zu bedienen, da wir überall Beistand fanden, wo wir seiner bedurften. Wir erreichten Nakuru, welches mir als der geeignetste Punkt bezeichnet worden war, von dem ich mich dem Guas Ngishu-Plateau nähern konnte, am Abend des 17. Jänner. Eine zeitweilige Unbequemlichkeit wurde dadurch verursacht, dass durch einen Irrtum der Bahnbeamten, in Nairobi ein Waggon mit dem grössten Teil der Ausrüstung der Expedition zurückgeblieben war. Jedoch, um Zeitverlust zu vermeiden, sandte ich am folgenden Morgen 45 Träger mit ihren Lasten nach der Ravinestation, unter Aufsicht des Karawanenführers. Als sie vier Tage später zurückkehrten, hatten wir die fehlende. Ausrüstung wiedererlangt und von neuem in Trägerlasten eingeteilt, so dass wir Nakuru am folgenden Morgen verlassen konnten. (Am 22. Jänmer.) Durch Mr. F'oakes, den obersten Verwaltungsbeamten des Bezirkes, nahm ich drei Mas&i-Führer und noch fünf Träger an. Zwei Ochsen und einige eingeborene Schafe wurden durch Mr. Foakes erworben. Dadurch, dass wir sie in einem Hauptlager Hessen, das in der Nähe von Mount Sirgoi eingerichtet werden sollte, hofften wir, den Wert des Weidelandes in dieser Gegend einer praktischen Probe zu unterwerfen. Mr. Foakes lieh uns auch zwei oder drei alte Snider- Gewehre, die vom Karawanenführer und von einigen auserwählten Eingeborenen getragen wurden. Der Kuf von räuberischen Angriffen auf kleinere Karawanen, den sich die Wanandi nnd die Waktbewohner erworben haben, machte ein gewisses Zurschautragen von Waffen notwendig. Die Ochsen brachen leider durch ihren Kraal und waren am Morgen so weit gewandert, dass die Eingeborenen, die auf ihre Fährte gesandt wurden, sie nicht wieder einfangen konnten. Sie wurden jedoch später Mr. Foakes durch örtliche Eingeberene wieder ausgeliefert. Die Ravine-Station, die auf dem Gipfel eines kleinen, steilen Hügels steht, vier Meilen nördlich vom Aequator, hat eine Höhe von etwa 7000 Fuss über dem Meeresspiegel und gewährt einen herrlichen Blick über die Kamassi-Gebirgskette, welche wir auf dem Wege nach dem jenseits liegenden Plateau überschreiten sollten. Diese Berge sind fast gänzlich mit dichtem Urwald bedeckt und erstrecken sich vom südöstlichen Winkel des zu erforschenden Gebietes zuerst in östlicher umd dann in nördlicher Richtung. Ein gut angelegter Pfad, der nur zu Fuss gangbar ist, führt eine Tagereise lang durch einen Streifen von welligem und rasch steigendem bewaldeten Land, dessen Charakter an den des die Elgeyo-Abdachung überragenden Landes erinnert, das die östliche Grenzlinie der in Aussicht genommenen Niederlassung bildet. Mitten in. dem gressartigen Gewirr von tauähnlichen Reben, Lianen, Riesendisteln und sonstigem Dickicht ragen mächtige Bäume, manche von ihnen mehrere Fuss im Durchmesser, in einer Höhe von 80 Fuss und mehr, hervor. An den Strömen, die sich durch diese sonnenlosen Bodenwellen hindurchwinden, wachsen zahllose Farnkräuter, manche von ihnen gehören den Riesengattungen an, das genaue Abbild derer, die wir in den Gewächshäusern in Europa sehen; am häufigsten findet man verschiedene Arten von. Frauenhaar-Farnkraut. In den höhereni Regionen, namentlich am südöstlichen Ende der Flgeyo'-Abdaehung, findet man häufig Bambuswäldchen. Es wurde uns gesagt, d'as-s viele dieser Waldbäume gutes brauchbares Bauholz liefern. ■ > Beim Verlassen des Waldes erschliesst sich ein schönes, welliges Land, das zum grössten Teile mit recht gutem Weidegras bedeckt ist; unterbrochen hie und da durch kleine Flecken von Wald. Diese Region ist unmittelbar innerhalb der in Aussicht genommenen Grenze des in Frage kommenden Gebietes. Diese Ebenen liegen durchschnittlich 8000 bis 8500 Fuss über dem Meeresspiegel. Am Abend des 22. Jänner lagerten wir in der Nähe der Quellen des Samabula-Flusses, gegenüber einer Waldstrecke, die mehrere tausend Morgen (Acres) einnahm. Dies schien ein sehr geeigneter Ort, von dem aus ein Teil der Karawane zurückgesandt werden konnte, um den grössten Teil der Lebensmittel für die Träger („Posho"), die in der Ravine aufgespeichert waren, zu holen. Am folgenden Tage wurde dieser Plan ausgeführt und darauf verliess Herr Wilbusch das Lager mit einem kleinen Gefolge von neun Trägern, um eine Reise von fünf oder sechs Tagen über die Ebenen nach Westen zu unternehmen, mit der Absicht, einen Umweg nach Norden zu machen und eine Woche später ein Zusammentreffen mit Herrn Kaiser in Sirgoi herbeizuführen. Am 4. Februar kam der Karawanenführer mit einem Vorrat von „Posho" und der englischen Post zurück. In der Zwischenzeit hatte Herr Kaiser gelegentliche tägliche Exkursionen in den Wald und das umliegende Gebiet unternommen, zum Zwecke der Untersuchung der Bäume und Pflanzen. Ich konnte mehrere wichtige Vermessungen von den verschiedenen Hügeln aus vornehmen und das südliche Ende der Elge^'o-Abdachung besuchen. Am 5. Februar brachen wir unsere Zelte: ab und setzten unsere Reise nach Norden fort. Ich machte Herrn Kaiser den Vorschlag, er möchte sich nach den Sirgod- Bergen begeben — die eine ausgezeichnete Landmarke bilden, welche meilenweit nach allen Richtungen sichtbar ist — dass er dort einen passenden Ort für ein Hauptlager auswählen möchte, und nachdem Herr Wilbusch sich ihm zugesellt haben würde, die unteren Abhänge des Mount Elgon besuchen sollte, entweder mit Herrn Wilbusch oder allein, um dann auf einem anderen Wege nach dem Hauptlager zurückzukehren. Meine eigene Absicht war, die genaue Lage der Elgeyo-Abdachung festzustellen, da diese die östliche Grenze des Gebietes sein soll, dann östlich von der Chipehangwane-Kette weiter vorzudringen, um von dort, wenn möglich, in westlicher Richtung die nördlichen Regionen des Gebietes zu erreichen. Die Widerspenstigkeit meines Masaiführers trug jedoch von vornherein dazu bei, meine Pläne zu vereiteln, denn am Ende der ersten Tagereise, befand ich mich mit Herrn Kaiser am Naibiri- Fluss. Mein Führer zog das weniger beschwerliche Wandern über Ebenen dem mühseligen und langwierigen Durchdringen der Waldestiefen vor. Am folgenden Tage bestand ich darauf, dass er mich zu der Abdachung führte, und wir schlugen demgemäss eine nordöstliche Richtung ein. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang waren wir gezwungen, uns durch eine fast undurchdringliche Wildnis Bahn zu brechen., ausser wenn wir Elephantenspuren fanden, was gegen Abend häufig der Fall war. Einige Minuten nach Sonnenuntergang stiessen wir glücklicherweise auf eine kleine Lichtung, und es wurde uns dadurch die Notwendigkeit erspart, im Walde zu kampieren. Unser Zelt stand auf einer Höhe von 8500 Fuss, einen Bergstrom und parkähnliehe Bodenwellen überragend, die sich nach allen Richtungen ausdehnten. Am nächsten Tage, kurz nach 6 Uhr morgens, musste ich fast einen Viertelzoll Eis zerbrechen, bevor ich meine Waschungen vornehmen konnte. Unglücklicherweise hatte sich der Spiritus im Minimai-Thermometer abgelöst, so dass ich die niedrigste Temperatur nicht feststellen konnte; zwanzig Minuten nach Sonnenaufgang zeigte jedoch der gewöhnliche Thermometer 30° Fahrenheit. An jenem Tage begab ich mich auf die Suche nach der Ab-

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