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Die Welt · 1905-06-02 · 22 (2.6.1905) · page 10

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
22 (2.6.1905)
Date
1905-06-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 fl&i* * W^It11 Nr. 22 Unsere für derlei Zwecke aufgebrachten Mittelsind beinahe vollständig erschöpft und nun treten neue Anforderungen in grösstem Stil an uns heran. Wir wären aber ausserstande, helfend einzugreifen, wenn uns nicht r a s c h e und ausgiebige Hilfe zuteil würde. Um nicht in unserer philanthropischen Aktion, welche im Laufe der letzten Monate namhafte Summen in Anspruch genommen, innehalten zu müssen, wenden wir uns an alle edlen Menschenfreunde mit der innigen Bitte um Spenden zugunsten der v e r f o 1 g t e n u n d dem Elende preisgegebenen russischen Juden, die ohnedies unter den schwierigsten Verhältnissen um ihre kümmerliche Existenz zu kämpfen haben. Die Zusendung der Spenden erbitten wir uns in das Bureau der „Israelitischen Allianz zu Wien*, I., Weihburggasse 10. Der Vorstand der »Israelitischen Allianz zu Wien8. Wien, 20. Mai 1905. Berlin. (Hilfsverein der Deutschen Juden.) Der Hilfsverein der Deutschen Juden hat für die Opfer der blutigen Exzesse in Shitomir zunächst 3000 Mark und für die durch gleiche Exzesse geplünderten Glaubensgenossen in Dussiat 2000 Mark überwiesen. * * * Krakau, 28. Mai 1905. Löbliche Redaktion der „We 11"! Die hiesigen Gehilfen des Handelsstandes bestreben sich seit mehreren Jahren um die Kürzung der Arbeitsstunden wenigstens während des Sommers und scheiterten die bisherigen Versuche im-ner daran, dass sich einzelne Chefs fanden, welche sich einer früheren Sperrstunde widersetzten und dadurch auch die übrigen Chefs sich der Einwilligung wiedersetzten. Während bisher die Aktionen immer von sozialistischer Seite ausgingen, nahmen heuer unsere Gesinnungsgenossen und Mitglieder des Verbandes „Poalei Zion" die Sache in die Hand und schufen in kurzer Zeit eine stramme Fachorganisation der Handelsangestellten in der Modebranche von 150 Personen, und als es sich auch diesmal ereignete, dass die Firma L. R. die Geschäfts^perre um 8 Uhr abends nicht bewilligen wollte, traten 18 Genossen — Angestellte dieser Firma — in den Streik. Nach zweitägiger Dauer und nachdem der obgenannte Chef vergebens versucht hatte, die Solidarität der Streikenden zu durchbrechen, sah sich der Prinzipal gezwungen, dem einzigen Postulate „8 Uhr-Sperre bis 15. August" nachzugeben. Dem Personale der erwähnten Firma gebührt das Verdienst, für 150 Kollegen die 8 Uhr-Sperre erkämpft zu haben, und an die 18 Genossen, insbesondere an Fräulein Grajower, sei der Dank der Kollegen und Kolleginnen gerichtet, die nun täglich frische Luft einatmen können. Für das Vertrauensmänner-Komitee: Pitzele Leinkram. ftus de* J$eifregui)g* Gedenket des Schekelsl Mitteilungen der österreichischen Schekelkommission. Mit 15. Juni d. J. erfolgt endgültig der Abschluss der Schekelbücher, worauf sofort die Wählerlisten angelegt werden. Es wird daher dringend aufgefordert, bis zum genannten Termin Schekel, Juxten und die dazugehörigen Namensverzeichnisse ehestens abzuführen. Spätere Einläufe können nicht mehr berücksichtigt werden. Gleichzeitig wird zur Kenntnis gebracht, dass diesmal die Wählerlisten nur bei den Vereinen und Vertrauensmännern zur Einsicht aufliegen werden. Zionistisches Distrikts-Komitee für Böhmen (Prag, Elisabethstrasse Nr. 6). Wir berufen für Sonntag den 11. Juni, 4 Uhr nachmittags, eine Sitzung der böhmischenLandsm annschaft ein. Die Sitzung findet im grossen Saale des Vereinsheims statt. Wir machen aufmerksam, dass in einer grösseren Stadt in Böhmen ein jüdischer Lehrer und in einer anderen ein jüdischer Advokat gesucht werden. Bedingung ist Kenntnis der tschechischen Sprache in Wort und Schrift. Bewerber wollen sich an das D.-K. wenden. * Der geschäftsführende Ausschuss teilt mit: In dem vorliegendem Programme tritt insofern eine Veränderung ein, als die Einweihung des Vereinsheimes am 11. Juni von 11 auf 12 Uhr mittags verlegt wird. Die Herren Teilnehmer am Parteitage werden nochmals ersucht, ihre Adressen und Wünsche an Herrn J.U.Doktor Leopold Meisel, Prag, IL, Komenskyplafz Nr. 3, mitzuteilen. Für das D.-K.: Der Sekretär: Julius Löwy. Voranzeigen. Wien. („Poale Zion".) Samstag den 3. Juni im Vereinsiokal II., Förstergasse 8, Diskussion über den nächsten Verbandstag der oesterreichischen „Poale Zion\ Gäste willkommen! Beginn!/28 Uhr, Schluss ll2t0 Uhr abends. Berichte. Wien. Am 25. Mai wurde behufs Begründung einer zionistischen Vereinigung des XVIII. Bezirkes von unserem Gg. Michael Stern, Verlagsbuchhändler, eine gut besuchte Versammlung im Sitzungssaale des Tempelgebäudee abgehalten. Stern sprach über die Judennot, über die Wichtigkeit der Organisation im allgemeinen und dass es gerade im XVIII. Bezirke, wo unser Führer Dr. Herzl lebte und wirkte, eine Ehrenpflicht ist, eine fleissig arbeitende Organisation zu schaffen. Gg. Dr. Zweig hielt ein beifällig aufgenommenes Referat, an welches sich eine Diskussion anschloss. Prag. (Jüdischer Turnverein in Prag.) Am 20. Mai vormittags wurde eine Deputation des konstituierenden Ausschusses des Jüdischen Turvereines von Sr. Exzellenz dem Statthalter von Böhmen Grafen C o u d e nho ve in Audienz empfangen. Die Abordnung bestand aus den Herren J. U. Dr. Teller als Sprecher, cand. ing. Leo Kornfeld und J. U. C> Artur Bergmann. Dr. Teller hielt an den Statthalter folgende Ansprache: „Zu Beginn des laufenden Jahres hat sich in Prag ein jüdischer Turnverein konstituiert. Den Gründern desselben schwebte die feststehende und allgemein bekannte Tatsache vor, dass den Juden die Mitgliedschaft in den tschechischen Vereinen zur faktischen, in dem deutschen Turnyerbande zur moralischen Unmöglichheit geworden ist, und sie beabsichtigen demnach, durch Gründung dieses neuen Turnvereines den jüdischen Bürgern und Studenten ohne Unterschied ihrer Mutter- und Umgangssprache die Möglichkeit? zu bieten, um abseits eines jeglichen politischen Getriebes sich frei und unbehindert dem Turnsport widmen zu können." Weiter überbrachte der Sprecher dem Landeschet die Einladung zu der am 11. Juni um 11 Uhr vormittags im Hause Elisabethstrasse 6 stattfindenden feierlichen Einweihung der Turnhalle und Enthüllung eines Bildnisses Sr. Majestät des Kaisers. Se. Exzellenz erwiderte der Deputation folgendes : „Ich danke Ihnen, meine Herren, für Ihre liebenswürdige Einladung und für die Bekanntgabe der Konstituierung des Vereines. Es freut mich, dass Sie den Mannesstolz besitzen, sich von Vereinen, in welchen man Sie nicht mag, loszulösen, und selbständig und ohne politische Fragen aufzuwerfen, sich sportlich bilden wollen. Ich danke nochmals und wünsche, dass Ihr Verein, wie es vorauszusetzen ist, prosperieren möge." Bezüglich der Einladung sagte Se. Exzellenz zu, dass er, wenn es seine Zeit gestatten werde, zur Einweihung kommen werde. Mannheim. (Zionistische Vereinigung für Deutschland, Gruppenverband Mannheim.) In ihrer Mitgliederversammlung vom 13. d. Mts. beschloss die Zionistische Ortsgruppe in Mannheim nach sehr eingehender Debatte einstimmig folgende Resolution : „Die Zionistische Ortsgruppe in Mannheim stimmt den in Nr. 18 der „Jüdischen Rundschau" veröffentlichten Erklärung des Zentralkomitees der Zionistischen Vereinigung für Deutschland vollinhaltlich zu und gibt gleichzeitig ihrer Genugtuung darüber Ausdruck, dass diese Erklärung der deutschen Leitung einmütig erfolgt ist,"

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