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Die Welt · 1905-05-26 · 21 (26.5.1905) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
21 (26.5.1905)
Date
1905-05-26
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 lfbie # weit" Nr. 21 Ebenso wie der Arbeitsmarkt ist die Gesetzgebung in den vor allem in Betracht kommenden Ländern derartig, dass eine weitere Einwanderung auf Schwierigkeiten stösst. England ist dabei, durch gesetzliche Beschränkungen die Einwanderung einzudämmen. Ein aar auf hinzielender Entwurf ist bereits in erster Lesung angenommen. Amerika handhabt die Gesetze, welche die Immigrationbeschränken, mit äusserster Strenge. Die Schiffahrtsgesellschaften prüfen, ehe sie einen Auswanderer an Bord nehmen, sehr rigoros, ob der Auswanderer, den amerikaninischen Bestimmungen entsprechend, wird landen können. Jährlich werden etwa 15.000 von den Schiffahitsgesellac haften zurückgewiesen, weil sie den Anforderungen, welche die Landungsbehörden an die körperliche Beschaffenheit und die Vermögensverhältnisse der Ankömmlinge stellen, nicht genügen, abgesehen von den vielen Tausenden, die in den Häfen Amerikas selbst noch zurückgewiesen werden. Auch Kanada schliesst sich mehr und mehr dem Vorgehen Amerikas an. Angesichts dieser Situation erwächst den jüdischen Organisationen die Pflicht, streng an den Beschlüssen der Frankfurter Konferenz festzuhalten, dass die Auswanderung unter keinen Umständen durch Geldmittel unterstützt oder sonstwie gefördert werden darf. Ganz abgesehen davon, dass in dem wichtigsten Einwanderuogslande die unterstützte Einwanderung gesetzlich verboten ist und schon infolgedessen nicht angängig erscheint, kann durch derartige Unterstützungen aus den oben angegebenen Gründen die Lage unserer leidenden Brüder im Osten nicht gebessert werden, dagegen die Verhältnisse in den Einwanderungsländern so verschlechtert, dass dies zu schweren Schädigungen der Gesamtjudenheit führen kann. Die einzige Hilfe, die jetzt seitens der Organisation geleistet werden kann und muss, ist, dass man an Ort und Stellt», wo ein Notstand im Osten auftritt, nach Massgabe der finanziellen Kräfte helfend eingreift, um dem allerschwersten Elend abzuhelfen. Kulturhistorisches aus dem New Yorker Ghetto. Von Dr, AI fred Levy. Das Kulturniveau eines Volkes zeigt sich sowohl an den für die Dauer bestimmten Literaturprodukten als auch an den ephemeren Documenta humains, die in Annoncen und Reklamen niedergelegt sind. Wunderliche Gegensätze: tiefe Lebensweisheit und burlesker Humor, ruhen in friedlicher Eintracht nebeneinander. „*ri nriH "pro bpf "~ 80 lesen wir im Annoncenteil eines in Jüdisch-Deutsch verfassten Programmes des Windsor-Theater in New York. — „Man lebt mt, weil man will, nur weil man muss. Man geht nit in Theater, weil man will, nur weil man is gezwungen, zu sehen die Kunst. Der Aktor spielt nit, weil er will, nur weiL er is gezwungen vun seine Gefühle zu zeigen die Kunst. Schapiro u. Lewy fun Essex Stret 71 haben ereffnet a grausse-jKfcD *ntP£*J*nß un haben areingenommen die feinste Ware, was des Menschen Hand und hat nur gekennt machen, un verkaufen mit die bill. Preise nit weil sie willen, nor weil der Gefühl vun business treibt sie zu tun alles beste für dem Geschäft. Sie haben die schönste und beste terkische Parlor etc. etc. mit einem Wort vun a *\$vr+ IP#Ep-(Küchenstuhl) bis dem besten terkischen Parlor to?D-* Weniger philosophisch, aber überzeugender durch seine Bezugnahme auf die Bühnen gar der obe, weist der Lieferant derselben darauf hin, dass er „borgt Maskarad DttTD ,nfcin-Kleider, Ball Dresses and Opera DB^p " Mit welchen hohen Ansprüchen auf Komfort man rechnet, beweist eine vielversprechende Anpreisung der „Windsor Hall", dass die Hall fis aufgefixt geworen wie a Paradies, sie schwimmt jetzt in a t?«^ von Blumen und elektrisch Licht. Alles ganz neu überflxt und dekoriert. Die beste und luftigste Hall, in feinster Gegend von der fcD,K- (east)-Seite für -j^a-a jik ,rP5Wi Ebenso weiss der Spielplanredakteur, wie er seine Leute zu packen hat, und bestimmt die Tage Montag bis Donnerstag, an denen K3Kp"teDn tf^HVlKp und •mwbw (Bajazzo) gegeben wird, präziser durch die Beifügung rrOD «wan "bin und kündigt „Die Jüdin* als pprfcx&rav an Dem weiteren Kunstbedürfnis Rechnung tragend werden angeboten «Pianos, Phooographs zu den leichterten Abzahlungen und jüdische Musik für Piano und Violin: A. Mutters nbwi- Gott und sein is gerecht Das «Sei gesund" vun die Juden in Kischenew. Das Kind von Sk*TO*« Seder-Nacht vy-ß Klag vun Zions Tochter. (Mit die Wörter) ... Klassische und jüdische Musik ... Violiner, Gittarre und njH^JWi DPJYIBD für Edison Phonograph. Auf dem papiernen Markt empfehlen sich neben Hühnaraugenoperateur, Schönheits - Wiederhersteller, Zigarettenfabrikanten, die ihre Fabrikate dem jüdischen Herzen menschlich näherbringen durch den Hinweis, dass «das richtige Dreyfuss- und Zola-Cigarett-Papier auf jedem Paket und Blättel gepreantet habe das Portrait von Dreyfuss und Zola und die Worte Truth Glorifies Always", während andere Papiere ihre Marke „auf jüdisch und englisch* aufgedruckt haben. Alle Wünsche zu befriedigen scheint schliesslich «Prof. A. Hochmann, der berühmte Gedankenleser, ^nu« Werfer und Ratgeber, der seine Offize Riwingtonstr. 79 hat, a ganzen Tag Offize Stunden von 9 morgens bis 10 abends sogar rntP und Sonntag"* Diese kurzen Aeusserungen des New Yorker Ghettolebens zeigen uns überraschend, wie sich unsere Brüder, zwar unter Beibehaltung mancher Gewohnheiten aus dem europäischen Osten, die Errungenschaften der modernen Kultur zu eigen zu machen verstanden haben. Wir ersuchen unsere geehrten Abonnenten, welche mit der Einzahlung des Pränumerationsbetrages im Rückstände sind, um —-rechtzeitige ^— Erneuerung, damit in der Zustellung des Blattes keine Unterbrechung eintrete. Die Administration. fHbäne, (Plr «lest Rflbrik Ist dit Rtdaktk)« nicht varaatxtrtlielü Marken für den Natienalfonds. Folgende Gesinnungsgenossen haben für den N.- F. Briefmarken gespendet Wien: „Unsere Hoffnung" Monatsschrift für die reifere jüdische Jugend, III., Untere Viaduktstr. 25, jur. R.Beer(Jvriä), Maler Thau, Fr. Dr. Kreisler, Frl. Frizzi Fischer, Frl. Frieda Eitelberg, Dr. H. Roth, Dr. Fass, Ambros Bei, Langer, med. J. Fauster, „Herzlonia*, N. Pineles, J. Löwj, J. Komjathi, Goldschneider, Frl. S.Pressburger, stud. Kohn.* E gar: S. Pergamanter, Bruno Zuckermann. Winbowce: Rosenblatt, Ch. L. Holl*nb*rg, Frl. R. Witzling, J. Epstein, Frl. Cyla Bandler, Frl T. Oberweger, N. Oberweger. Moskau: L. Berliwrant. Krakau: Frl.! S. Horn. Stekowa: Frl. Kl. Kohn. Sniatyn: Frl.R. Diamant. Darmstadt: „Maccabäa*. Prag-Weinberge: Frl. Lola Schanzer. Rzeszöw: H. Kanarek. Plavnicza: Ohne Namen. Breslau: H. Schachtel. Mähr.-O str au: Richard Kohn und Freund. Zabreh: Frl. Elsa und Paul Beer, O. Presser. Beszterczebänyia: Heller Mörs Witwe. Linz: Frl. Dr. Weissberg. Alt-Fr ata utz: Die jüngsten zwei Zionistinen: Auguste und Frieda Tauber. Neufratautz: L. Schieber, Frl. A. Engler. Beirut: Ph. Türkl & Cie. New York: Frl. F. Sterling. Prjedor: G. Seidemann. H a 1 i c z : R. Fahn. K a 1 u s z: Juda Lehrner. Trebitsch: Frl. ß. Pollak. Bottuschani: S. Oischiowüz. Kairo: Bernhard, Jakob, John Schual. Prag: M. Kohn. Ortsstempel unleserlich: Josef Weintraub. Ru s 1 a n d: Ortsstempel (Bempia)? und Name (L. J. Leb..)? unleserlich. Allen Spendern besten Dank und Zionsg r u ■ 8. Die Philatelieabteilung der * N.-F.-Ko mmls s i0 n. * Die diesjährige Tagung der zionistischen Studentenkorporationen Oesterreichs findet am 31. d. M. sowie am 1. und 2. Juni im Kongressbureau statt. Das Programm ist folgendermassen festgesetzt: 31. Mai 8 Uhr abends: Erste Zusammenkunft im Kongressbureau und Vortrag des Bb. Braun („Bar Kochba*, Pra?) über: „Das Entartungsproblem und die Juden". I. und 2. Juni: Tagung, a. Allgemeiner Teil. 1. Programmfragen; Referent: Bb. Kaplansky (Wien).

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