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Die Welt · 1905-05-12 · 19 (12.5.1905) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
19 (12.5.1905)
Date
1905-05-12
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 „bi<> & Welt Nr. 19 gen ist es in der letzten Zeit gelungen, uns eine Anzahl neuer Anhänger zu gewinnen. Da Herr Levy jede Vergütung für seine Mühe ablehnt, sieht sich die Administration der „Welt" veranlasst, ihren Dank in der Weise abzustatten, dass sie auf den Namen des Herrn M. Levy einen Oelbaum für den Herzlhain stiftet. Zeitsch ritten- Rundschau. Altneuland. Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschliessung Palästinas. Berlin W. 15, Pfalzbu-rgerstrasse 83. — Das Aprilheft der ganz vorzüglichen Zeitschrift schliesst sich den früheren Heften vollwertig an. Dr. S a n d 1 e r berichtet in übersichtlicher Weise über die Köthener Kurse für koloniale Technik. Die Aufzählung der Vorträge und Vortragenden und die Inhaltsangabe des in den einzelnen Kursen Gebotenen lässt uns die Ankündigung, dass einzelne Vorlesungen in kurzer Darstellung in den nächsten Nummern von „Altneuland" erscheinen werden, mit besonderem Danke begrüssen. Dem Köthener technischen Institute, der Palästinakoirariission und nicht zuletzt dem akademischen Vereine „Tchio" in Kothen, von dem die erste Anregung ausgegangen war, schulden wir Zionisten für diesen ersten Versuch, der ja hoffentlich immer mehr vervollkommnet werden dürfte, ganz besonderen Dank. — Eine grössere Arbeit liefert ferner N. W i 1 b u s c h e w i t s c h über die Verwertung des Getreides in Palästina. Der Artikel dürfte manche Anregung geben. Auch die übrigen Rubriken dieses Heftes verdienen sorgfältig gelesen zu werden. Wir hoffen, dass es keine zionistische Vereinigung geben wird, in deren Zeitungs- oder Bibliotheksbudget die geringfügige Ausgabe für das Abonnement von „Altneuland" (6 Mark resp. 3 Rubel pro Jahr) nicht aufgenommen ist. —r. Die „Archives Israelites" vom 1. Mai bringen unter anderem einen Artikel von Herrn Prague unter dem Titel: „Wie wollen wir unsere grossen Männer ehren?'4 Es ist ein löbliches Unternehmen, das Herr Prague empfiehlt. Es handelt sich um Pasch i, der anlässlich der 800. Wiederkehr seines Todestages am 1. August (29. Tamus) besonders geehrt werden soll. Schon früher hatte der Grand Rabbin Zadoc Kahn einen Aufruf an die französischen Rabbiner erlassen, in dem er sie bat, in Predigten und „Hirtenbriefen'4 das Werk Raschis ihren Gläubigen ins rechte Licht zu setzen, damit sie an der von Herrn S. Bub er vorgeschlagenen Gründung einer Raschistiftung Anteil nehmen. Herr Prague geht weiter und sucht den französischen Juden auseinanderzusetzen, dass es sich nicht nur um eine jüdische Sache handle — das könnte sie vielleicht kalt lassen — sondern, dass es ein französischer Jude sei, dem sie Ehre erweisen sollen. Deshalb erwähnt er auch „en passant", dass die grosse Anerkennung Raschis vor allem den dem französischen Genie inhärenten Eigenschaften, seiner Klarheit und Genauigkeit, zu danken sei, nicht zu vergessen, dass er von den „Glaubensgenossen französischer Nationalität" auch deshalb gefeiert werden müsse,, weil er in der Champagne geboren sei und weil sich dort sein kritisches Genie und sein durchdringender Geist entwickelt haben, geschmückt mit den früher erwähnten vornehmlich französischen Eigenschaften. Von einer Universität, die den Namen Raschi trägt, verspricht sich Prague nicht nur eine Erneuerung des jüdischen Geistes und der jüdischen Studien (natürlich ist nur das konfessionell-jüdische Moment gemeint), sondern auch eine Hebung des Prestiges der Juden und des Judentums, die hauptsächlich darunter leiden, dass e i n e a 11 g e me i n e Unkenntnis seiner Denkmäler, Lehren und Traditionen herrscht . . . etc. Wir fürchten, dass die französischen Juden durch die Belehrungen des Herrn Prague den Geist des Judentums, wie ihn Raschi verstand, kaum besser erfassen werden als bisher. Ein Glück für Herrn Prague, dass „das kritische Genie" Raschis sich nicht mit ihm beschäftigen kann. Herr Prague würde grausame Hiebe erhalten. —r. II Corriere Israelitico (Triest) hat eine Umfrage über die Nützlichkeit eines italienischen Rabbinerkongresses veranstaltet. Die Mehrzahl der Antworten, die durchgehends von angesehenen Männern stammen, spricht sich entschieden gegen einen solchen Kongress aus. In der Nummer vom 30. April wendet sich auch das Mitglid des A. C. Feiice Raven na von seinem Standpunkt als Zionist und auch als italien. Jude gegen diesen Kongress. Von den übrigen Artikeln seien noch erwähnt der des Rabbiners Dante A. L a 11 e s, der seinen Aufsatz „Die Pflichten der jüdischen Jugend" getgen die mannigfachen dagegen erhobenen Angriffe verteidigt, Leonardo B o n d i s „Unser Leben" und der Auszug aus einer gross angelegten Relde, die Prof. Feiice Momigliano im Politeama Rosetti in Triest über das jüdische Proletariat und den Zionismus gehalten hat. Nachrichten über die zionistische Bewegung und über allgemein jüdische Vorkommnisse und die Fortsetzung von Schäfern Asch' Drama „Umsonst" vervollständigen die gut redigierte Monatsrevue. . —r. Tribuna Sionista. Organul Cercului de Propaganda Sionista. ßucuresti. Nr. 1. Anul I. Das erste Heft der „Tribuna Sionista8 liegt uns vor. Das kleine Ländchen Rumänien hat keinen Mangel an allgemein jüdischen Blättern, die jedoch den zionistischen Angelegenheiten nur ein kleines Plätzchen unter den Informationen einräumen. Diesem Uebelstande will der „Cercul de Propaganda Sionista* abhelfen, indem es die obgenannte Monatsschrift herauszugeben beschloss. Und daß* es ihm ernst um die Sache zu tun ist, zeigt auch der Inhalt des Heftes. Nach den einleitenden Worten der Redaktion, in welchen sie die Notwendigkeit einer Tribüne nachweis', wo alle Ansichten über den Zionismus zu Worte kommen können, folgt ein grösserer Artikel aus der Feder des Dr. Codreanu über den „Territorialismusu. Der Verfasser sucht darin nachzuweisen, dass die rumänischen Juden bei ihrer jetzigen Lage entschieden für das Ostafrikaprojekt eintreten müssen. In seinem Artikel „Feststellungen und Lehren" zeigt Leon Grill, dass die ganze Arbeit der rumänischen Vereine, wenn sie überhaupt arbeiten, nur im Sammeln von Sehkolim und im Zeichnen von Bankaktien besteht. Sie verkennen ganz, dass die moralische Kraft des Zionismus die materielle übersteigt. Er verlangt schliesslich eine Organisation, die auch geistige Arbeit leisten soll. Eine sehr schön geschriebene Skizze „von unseren Schmerzen" lieferte S. Boruch. „Das dritte Golus" betitelt sich eine Skizze Isac Leons, in welcher der Verfasser die jetzigen Verhältnisse der Juden schildert und nachweist, dass der Zionismus die endgültige Erlösung aus diesem dritten Golus bedeute. Schliesslich folgt noch eine Uebersetzung dps Artikels aus der „Welt", „Der Zionismus vor der Universität in Genf". Im ganzen verspricht das Blatt Segensreiches für unsere Bewegung in Rumänien zu leisten. Dazu wünschen wir unserem Schwesterorgan viel Glück! L, S. M. Der in B altimore erscheinende Jewish Comment" beschäftigt sich mit der Besiedelung Westaustra 1 i<*^s durch jüdische Kolonisten. Die australische Regierung stelle angeblich jedem Ansiedler 160 Acres zur fr-ien Verfügung. In der Stadt Perth selbst gebe es etwa 1000 Juden, die recht wohlgestellt seien. Das Blatt empfi hlt die Beachtung des Angebotes. Im „American Israelite" bespricht der Präsi l^nt des jüdischen theologischen Seminars in New York, Prof. S. Sehe chter, die Frage der Einberufung einer rabbinischen Synode zur Lösung bestimmter religiöser Probleme. Der gelehrte Autor spricht sich gegen die Einberufung einer derartigen Synode aus und erklärt diese negative Haltung mit seiner Abneigung gegen hierarchische Prätensionen. Eine derartige Synode könnte nur dann die gewücschte Wirkung ausüben, wenn hinter ihren Beschlüssen eine unantastbare Autorität stände. Es könne aber diesbezüglich keine anderen Autoritäten geben als die Bibel, den Talmud und die jüdische Geschichte. Die Autorität sei nicht den Rabbinern, sondern der Thora gegeben, die bei allem unsere Handlungen leiten soll. Der Rabbi ist nur Interpret und Exekutivorgan. Feuilleton- Bei Eichhorn. Eichhorn hat die Einleitung in sein Leben längst vollendet. Er steht unter uns als ein reifer Künstler, wenn man als Erklärung der Kunst gelten lassen will, sie sei die Summe persönlicher Handlungen, welche unsere wachen Träume anregen und beflügeln. Es gibt, geübte Techniker unter den Malern, welche uns wahllos den Spiegel eines bunten Stückchens Welt vorhalten und mit gefälligen Farben und schmucken Formen tändeln. Man geht aus Langweile sie ansehen und verlässt sie mit höflicher Gleichgültgikeit Anders Eichhorn, der Maler des Bedeutsamen. Mäcenas, der Kunstverständige, hätte von ihm ein Bild verlangt, dass vielleicht hiesse: Im Angesicht der Ewigkeit und einen

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