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Die Welt · 1905-05-05 · 18 (5.5.1905) · page 9

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
18 (5.5.1905)
Date
1905-05-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nivl8 „bi* # Weit" Seite 9 hältnisse gerecht wurde. Nach dieser Richtung hin ist ein voller Erfolg zu verzeichnen» Vor allem ist ein glücklicher Griff mit der Organisierung der sogenannten Obmannschaft, das heisst der Vorsitzenden der sämtlichen Verbandsvereine, getan worden. Dieses neue Organ gewährleistet eine engere Fühlungnahme der einzelnen Vereine mit der Zentrale. In propagandistischer Beziehung waren die Anregungen des Dr. Ludwig Werner-Wien und Julius Berge r-Köln, besonders wertvoll. Die in den Referaten beider Herren niedergelegten Anschauungen und Vorschläge dürften lange Zeit hindurch die Richtschnur für die Tätigkeit der Verbandszentrale bilden. Auch die Ausführungen des Turnlehrers Rudolf Po Hak-Wien über den Turnbetrieb in den jüdischen Turnvereinen werden in vielen Punkten für die Zukunft massgebend sein. Zur Ermöglichung und Förderung einer systematischen und wirksamen Propaganda erscheint der Beschluss, einen Fonds für die „Jüdische Turnerschaft" zu schaffen, von ausserordentlicher Bedeutung. Endlich sei noch auf die Referate hingewiesen, die die Stellungnahme der „Jüdischen Turnerschaft44 zum Zionismus und zu den nichtjüdischen Turnverbänden behandeln. Ueber das erste Thema sprach Dr. J a 1 o w i c z. Er wies darauf hin, zu welch grossem Danke die „ Jüdische Turnerschaft" der zionistischen Bewegung verpflichtet sei» von der die jüdischen Turnvereine die erste Anregung zu ihrer Gründung und die stete Förderung ihrer Bestrebungen erhalten haben. An das Referat schloss sich eine lebhafte Debatte, in der sich völlige Einigkeit aller Redner darüber ergab, dass die „Jüdische Turnerschaft41 mit dem Zionismus die national-jüdische Basis gemein habe, dass sie aber nach ihren Satzungen keinerlei politische Zwecke verfolge. Das Referat von Theobald S c h o 1 e m-Berlin, über die Stellung der jüdischen Turnerschaft zu den andern Turn verbänden führte zur einstimmigen Annahme nachfolgender Resolutionen : 1. Der zweite jüdische Turntag erklärt, dass die Stellung der „Jüdischen Turnerschaft0 gegenüber den anderen Turnverbänden gegeben ist durch den § 2 der Satzungen, welcher lautet: „Die „Jüdische Turnerschaft" bezweckt die Pflege des Turnens als Mittel zur Hebung des jüdischen Stammes im Sinne der national-jüdischen Jdee. Unter National-Judentum verstehen wir das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit aller Juden auf Grund gemeinsamer Abstammung und Geschichte, sowie den Willen, die jüdische Stammesgemeinschaftauf dieser Grundlage zu erhalten. Der Verband verfolgt keine politischen Zwecke." Der „Jüdische Turntag" stellt fest, dass sich diese Zwecke und Ziele nur in der „Jüdischen Turnerschaft** erreichen lassen. Agressive Tendenzen liegen der „Jüdischen Turnerschaft" fern. 2. Der zweite jüdische Turntag gibt seinem lebhaften Bedauern darüber Ausdruck, dass jüdische Mitglieder des Kreises 15 b der „Deutschen Turnerschaft" trotz der judenfeindJichen Stellungnahme des Kreises 15 sich nicht ihres jüdischen Volkstums bewusst geworden, sondern in der „Deutschen Turnerschaft" verblieben sind. Nach Erledigung der Neuwahlen und nach der Bestimmung des nächsten Turntagsortes, wozu einstimmig Wien gewählt wurde, schloss der Vorsitzende Dr. Ernst Tuch den zweiten jüdischen Turntag. Erwiderung. In Nr. 15 der „ Welt" erweist mir Herr Dr. KSimonson die Ehre, mich wegen meines in der „Volksstimme" publizierten Artikels „Chamberlain-Ugania-London" anzugreifen. Ich hätte mich mit Herrn Dr. Simonson gern in eine Polemik eingelassen, wenn seine so äusserst merkwürdige Art des Zitierens dies nicht unmöglich machen würde. Herr Dr. Simonson schreibt, in meinem Aufsatz hätte die %tiefgründige Weisheit" gestanden : „Chamberlain hat uns deswegen Ostafrika angeboten, um uns von einer Koalition mit der Türkei abzudrängen/ Dieser Satz ist von Herrn Dr. S. ausdrücklich in Anführungszeichen gesetzt, um hierdurch meine Autorschaft zu kennzeichnen. Im Original heisst der Passus jedoch: „Oder hatte Chamberlain vielleicht noch einen geheimen Wunsch, den er nicht laut werden liess? Das jüdische Volk abzudrängen von einer Koalition mit der Türkei etc.....B. Was ich hypothetisch dahinstelle, lässt Herr Dr. S. mich bestimmt aussprechen und hat den Mut, diese Umredigierung meines Textes in Anführungszeichen zu setzen, um dadurch den Anschein zu erwecken, dass der Satz wörtlich dem Original entnommen sei. Das ist nicht fair, Herr Gesinnungsgenosse! Dr. Felix Pinkus, Berlin. Von der Kischenewer Waisenschule in Palästina. Das A.-C. erhielt vom Aufsichtsrate der Kischenewer Waisenschule in Palästina nachstehende Zuschrift: An das verehrliche Aktionskomitee des Zionistenkongresses Wien. In der letzten Zeit sind in den jüdischen Zeitungen Beschwerden gegen die Kischenewer Schule laut geworden. Es ist daher meine Pflicht, Ihnen zusagen, dass der grösste Teil dieser Klagen auf Unwahrheit beruht. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, dass die körperliche und intellektuelle Erziehung der Kinder keine schlechte ist und bei dem steten Wechsel des Aufenthaltes der Kinder vielmehr als eine befriedigende betrachtet werden kann. Jaffa, 13. April 1905. Hochachtungsvoll D. Levontin. Jüdischer Nationalfonds, Das goldene Buch. Familie Dow Ber Katz in Johannesburg . . Pfd. St. 10.— M. Reichenfeld, Wien............ „ 10.— Jacob ben Efraim Frank, Johannesburg ... „ 10.— Die zionistische Sektion „Kaiman Schulmann44 in Bacau trägt Dr. Max Nordau ein zum Andenken an seirie wunderbare Errettung aus Mörderhand am 6./19. Dezember 1903.........Lei 253.— Verein „B'noth Zion" io Stolbzi......Kronen 242.50 Zionistischer Frauen- und Mädchenverein „Fünfhaus«, Wien.......... „ 250.— ftäbSoe. (Flr dieat Rubrik ist die Rtdaktioa nicht verantwortlich.) Marken für den Nationalfonds. Folgende G e s i n n u n er s g e n o s s e n haben Marken für den N.-F gesendet: Wien: S. Kuhner durch G. Planer, Fr. Clara van Joung, Frl. A. Taglicht, Frl. H. Schulmann, S. Berten, Ph. Scherlag, stud. Blum, stud. Pollak, M. Pollitzer, durch „Unsere Hoffnung" : Hahn Schläumele, Frl. Camilla Bondy. Suczawa: stud. g. M. Gelber, J. Körner für „Fraternitas*. Wittingau: Frl. J. Metzl, J.Schwarz, O. Kohn, R. Zlam.

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