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Die Welt · 1905-05-05 · 18 (5.5.1905) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
18 (5.5.1905)
Date
1905-05-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 ii bie # weit4 Nr. IS wir mitte^sm Kampfe siehen, ko&nen wohl die Bichtung der Bf^lutfö^. unserer Id^fmchtrhafc. ins.I^ni£te mit voller. Klai^y b%Mmjn^iv; Da^^bej>.'ist^liof^tlich unser aller Meinüi%, da|s~^^ wenigstens diese;:Sdclittbag %jx. unci für- Siek: festzustellen, damit wir nicht vergebens ÄTBeitleisten.. 'V ^er bevorstehende Kongcess nun,wird in dieser Hinsieht eine sc&were Aufgabe zu. losen lieben. Die so viel besprochene Personeilfrage kann' als nebensächlich hier vollständig unerörtert bleiben; denn um den Kampf von Prinzipien wird es sich hoffentlieh handeln und nicht um die grössere oder geringere Beliebtheit irgend einer Person. In welcher Eichtung soll unsere Bewegung vorschreiten? So lautet die Fage; die der Kongress zu beantworten haben wird. Oder anders gestellt : „Welche Erweiterungen oder Entwicklungen lässt das bisnun gültige Baseler Programm zu, wenn es überhaupt einer Aenderung bedarf?" Von einer Einschränkung wird wohl nicht ernstlich gesprochen werden; denn so viel ist doch schon ersichtlich, class wir durch die Rückkehr zum alten Plan oder gar zur alten Methode der Chowewe Zion in keiner Weise das Mittel finden werden, eine grosse, reale, politische -Bewegung auf ihrer. Höhe-zu erhalten oder fortzuentwickeln. *' "".'Freilich ist eingewendet worden, dass gerade in dem Streun, eine politische Bewegung zu sein, ■ dass gerade in der-^ Arbeit die grosse Gefahr liege. Sollen da nur die bisherigen Ausführungsmethoden dieser Arbeit gemeint sein, so mag man darüber diskutieren. Vielleicht, dass wir wirklich, was uns bisher nicht bekannt war, bedeutende Politiker unter uns haben, die alle die Angelegenheiten, die bisher in Angriff genommen wurden, viel besser gemacht hätten. Xach der oft masslosen Kritik, die man an Herzls Werke bereits unmittelbar nach seinem Tode zu üben begonnen bat, wäre das Vorhandensein solcher Personen für manchen Beobachter vielleicht zu vermuten. Vielleicht also, dass diese Männer des Selbstvertrauens und der Kritik anderer bessere Methoden haben. Wir werden uns gewiss gerne belehren lassen. Als politische Bewegung aber zu abdizieren, wird man uns hoffentlich nicht zumuten, die sieben Jahre politischer Tätigkeit einfach auszustreichen, nicht von uns verlangen, ohne den erbittertsten Widerstand hervorzurufen. Die klare Entscheidung darüber wird unbedingt vonnöten sein. Man denkt in manchen Kreisen auch daran, diese politische Arbeit neben der sogenannten unmittelbar praktischen sozusagen ebenfalls zu gestatten. Man beruft sieh darauf, dass ja in nächster Zeit kaum grössere politische Aktionen von uns in Angriff genommen werden dürften. Das sind Anschauungen, die tatsächlich bereits mit dem politischen Zionismus als solchem gebrochen haben. Wenn der Kongress diesen Ansichten zustimmt, dann müssen wir uns wenigstens darüber klar sein, dass wir einen grossen, und wie man bisher meinte, einen wichtigen, wenn nicht den wichtigsten Teil unserer Arbeit als verfehlt, als unausführbar bezeichnen. Dann allerdings hat der bisherige Zionismus sich gründlich geändert und dann wird es von ihm mit Recht heissen, class er mit Herzl in die Grube gefahren ist. Wird es dazu kommen? Die Folgen einer solchen Entwicklung brauchen nicht näher geschildert zu werden. Wir sind dann „praktisch" geworden, aber praktisch im Sinne unserer Gegner, nicht in unserem. Wir haben diese Art von Praktisehsein immer bekämpft und als Kirchturmpolitik angesehen. Für uns sprach das Baseler Programm von] einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. Weder das eine noch das andere ist entbehrlich oder ersetzbar, solange wir politische Zionisten sind. Aber sind wir es noch? — Das eben wird der Kongress zeigen, der am Jahrestage des 24. Tamus beginnen soll, an dem wir Theodor Herzl zu Grabe trugen. Dr. Werner. Der siebente Kongress. ~ Die Vorbereitungen zum siebenten Kongresse sind bereits im Gange. Die Verhandlungen werden wie bisher im Baseler Kasinogebäude stattfinden. Den Teilnehmern, resp. den einzelne!! Landsmannschaften werden eigene Beratungssäle zur Verfügung st eben, Auch für die anderen Anforderungen wird gesorgt werden. Im Kasino soll,, wie bei den früheren Kongressen,eine eigene Post- und Telegraphenstation errichtet werden. Es werden wie bisher Delegierten-, Journalisten- und Galleriekarten ausgegeben werden. Um Unordnungen Beim Zutritte zur Gallerie des Kongresssaales vorzubeugen, hat das A.-C. beschlossen, zum siebenten Kongresse numerierte Galleriekarten auszugeben, und zwar: für einzelne Sitzungen gültige ä Fres. 3, für die ganze Kongressdauer gültige ä Frcs. 20. Das gesamte Erträgnis fliesst dem Nationalfonds zu. Schon jetzt werden Vormerkungen für Galleriekarten vom Kongressbureau, Wien, IX., Türkenstrasse 9, entgegengenommen. The Jewish Colonial Trust Jüdische Kolonialbank (Limited). Auf dem letzten in London stattgehabten Boardmeeting des Jewish Colonial Trust wurden die auf Grund eines früheren Beschlusses gemachten Vorarbeiten für die Eröffnung einer Filiale in Eastend bestätigt. Ein passendes Lokal ist in 41, Whitechapel Road gemietet, die notwendigen Umbauten sind im Gange und das nötige Personal ist bereits engagiert. Die Eröffnung der Filiale wird gegen den 1. Juni a. c. erfolgen. Der Zionismus und das Angebot Englands. Von Israel Zangwill. III. Aber würde nicht die Existenz eines Judenstaates oder die Arbeit für die Gründung desselben den Patriotismus der Juden in den übrigen Ländern verdächtig machen, ja würde sie nicht sogar die Ursache einer Ausweisung der Juden nach dem neuen Staate werden? Nein, ebensowenig, wie ein Deutscher oder ein Schwede oder ein Italiener der Abtrüonigkeit geziehen wird, wenn ersieh entschliesst, nach den Vereinigten Staaten auszuwandern, ebensowenig wie ein Deutscher, Schwede oder Italiener, der in den Vereinigten Staaten bereits wohnt, des Mangels an Vaterlandsliebe geziehenund zur Rückkehr nach Deutschland, Schweden oder Italien aufgefordert wird. In der modernen Welt ist die Bürgerschaft Sache der eigenen Wahl. Alle diese Befürchtungen und Schauer sind Symptome der Marranenkrankheit. In der Tat würden die in irgend einem Lande in guten Verhältnissen bereits lebenden Juden dann weniger zu fürchten haben als heutzutage, da sie durch die Tatsache, dass sie nach dem neuen Staate nicht gehen würden, ihren Mitbürgern klar machen würden, dass ihr Patriotismus nicht dem Judentum galt und dass ihre Bande an das Judentum bloss religiöser Natur seien. Ausserdem würde ein erfolgreicher Judenstaat ihre Ueberbevölkerung absorbieren und den drohenden Einwanderungsstrom ablenken. Leider ist der palästinensische Charter jetzt ausser Frage. Manche glauben, dass wir zu den Methoden der „ Chowewe Zion" zurückkehren und bloss Ackerbaukolonien in Palästina gründen sollen. Aber Palästina ohne einen Charter bietet keine Sicherheit des Landbesitzes, lässt die offene und freie Nutzniessung des Besitzes nicht zu. Zion ohne Zionismus ist ein hohler Spott. Betrachten wir die Lage der 80.000 Juden, die in Palästina wohnen. Das Land * 4JOW1 Dil C*f>0U MXß

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