Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 17 (28.4.1905)
- Date
- 1905-04-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3315709-3316128-3316150--46820-3341684- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 17 „bi* # weit11 Seite 11 anderem auch Mitarbeiter der gegenwärtig erscheinenden, bifs zum neunten.Bande gediehenen E n zy kl op ä die des Judentums (Jew<is.h. erB.cy cl op aedi a) und entfaltete überhaupt eine staunenswerte literarische Tätigkeit. — Dr. Mayer Kayserling wurde am 17. Juni 1829 in Hannover geboren. Nach Absolvierung der Rabbinatsstudien studierte er in Würzburg Philosophie, wo er mit dem Professor der Geschichte Leopold v. Ranke vertraut verkehrte, der ihn auch, auf die Geschichte der spanischen Juden aufmerksam machte. Seine Hauptwerke sind: „Die Geschichte der Juden' in Spanien", „Moses Mendelsohn", schliesslich die .Geschichte der Juden in Portugal", durch welche er sich allgemeine Anerkennung erwarb. Doch nicht nur in literarischer, sondern auch in politischer Beziehung trat er hervor. Als er nämlich im Jahre 1861 eine Berufung als Rabbiner der Schweizer Juden erhielt, setzte er die Gleichberechtigung der Schweizer Juden durch. Er trat mit dem Präsidenten von Aargau August Keller und dem Justizminister von Holland G o d e f r o i in Verbindung und veröffentlichte eine Flugschrift gegen den Klerikalismus, die grosses Aufsehen erweckte. Seit 1870 wirkte Kays erlin g in Pest als Oberrabbiner. Daselbst sind auch seine Werke „Jüdische Geschichte*, „Moses Mendelsohn, Un gedruckt es und Unbekanntes von ihm und über ihn", ferner „Die jüdischen Frauen in der Geschichte, Literatur und Kunst" erschienen. In spanischer Sprache schrieb er „Proverbia espannoles de los judios espannoles", eine Sammlung der Sprichwörter der spanischen Juden. Grosses Aufsehen erregte ein im Jahre 1862 erschienenes „Moralgesetz des Judentums in Beziehung auf Familie, Staat un d Gesellschaft«, aus welchem Werke der deutsch-israelitische Gemeindebund die bekannten fünfzehn Grundprinzipien schöpfte. Dr. Kay s er Ii n g war korrespondierendes Mitglied der spanischen Akademie der Wissenschaften und ausserdem Mitglied zahlreicher anderer wissenschaftlicher Gesellschaften. Sein Tod hat nicht nur in der Pester Kultusgemeinde, sondern auch in den weitesten Kreisen aufrichtige Teilnahme erweckt, welche auch bei dem am Montag stattgefundenen Leichenbegängnisse aufs herzlichste zum Ausdrucke kam. Dasselbe zeigte nur so recht, ein wie grosses Ansehen K a y s e rling allgemein genoss. ^ribäije. (Plr diese Rahrik Ist dis Rtdaktioi nicht virmtwortlicM.) Marken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenossen haben Marken für den N.-F, gesendet: Wien: jur. G. Eeiss, Aug. Pfeiffer, F. Beck, H, Königsberg, D. Rosenzweig, Fr. Dr. Sidonie Kahn, „Unsere Hoffnung«, Monatsschrift f. d. reifere jüdische Jugend, III., Untere Viaduktgasse 25. Ung.-Brod: st. E. Schön» B r o d y : L. Gruber. J. Auerbach. B i e 1 i t z : Zionistische Mittelschüler. Lausanne: Illiches. Hobersdorf: S. J. Lafer. Skala: „Hachacher". Lemberg: M. Arnold, M. Horowitz, Frl. S. Arnold, „Poalei Zion". Firenze: Augusto Sorani. S n i a t y n : Fr. R. Diamant. K r u m a u : E. Epstein. Andrichani: Frl. M. Felix. Bayern (Ort unleserlich): Frl. G. und Fritz Bloch. Stanislau: Verein „Rachela". Niskovitz:(?) unleserlich. Rozniatöw: Frl. R. Dawid. D o n j a T u z 1 a : Frl. S. Than. T e s c h e n: H. Steinberger, K. Gerscha. Stryj: Ahr. J. Stern. Besytersezebanya: Frl. A. Fried, stud. J.Fried, stud. E. Haas. Horodenka: Frl. S. Spiezer. Kalusz: Ch. Barnick. Tes 1 ic : M. Lederer. Suczawa: B, Frenkel. Czernowitz: „Jung Juda« durch E. Rosenberg. P r j edo r : G. Seidemann. Leipzig: E. Sigall. Wi t tin ga u : F. Stern, Wierzbowic: Ch. Hirschhorn. Allen Spendern besten Dank und Zionsgruss! Die Philatelieabteilung der N. - F. - Kommission. Briefkasten der Philatelieabteilung. Anvers, Frl. L. Chamitzer. Eine sehr hübsche Sendung. Besten Dank! Lübek, M. J. Danke. Haben für all dies keine Verwendung. Besiczka, A. Friedmann. Besten Dank. Selbstverständlich, auch ausgeschnitten; ist uns sogar lieher. Nur Ganzsachen dürfen nicht ausgeschnitten werden. Gruss. Singapore, J. F. Besten Dank. Die Sendung hatte einen Wert von 20 Kronen. Hoffentlich erhalten wir recht bald eine weitere, ebenso schöne. Unsere w. Gesinnungsgenossen im Auslande könnten sich wirklich an Ihnen ein Beispiel nehmen. Zionsgruss. Jehuda. An unsere Gesinnungsgenossen Wir bitten alle Briefe^ Geld- und Markensendungen nur an Herrn Dr. Hugo B e n e^d i k t, N.-F.-Kommissär, Wien, L, Kohlmessergasse 6, zu richten. Brief an unsere Gesinnungsgenossen! Als wir im vorigen Monate 100 Kronen als Erlös für verkaufte Briefmarken ausweisen konnten, da waren wir hoch erfreut. Denn wir dachten, was auch ganz natürlich war, jetzt würden alle unsere Gesinnungsgenossen und Gesinnungsgenossinnen angespornt werden, mit erneutem oder besser gesagt, mit beginnendem Eifer an das Sammeln von Briefmarken zugunsten des N.-F. gehen. Wir freuten uns schon auf die grossen und schönen Sammlungen, die wir jetzt erhalten würden, ja einige Optimisten unter uns rechneten schon ganz genau aus, dass wir auf dem siebenten Kongressüber einen Erlös von 800—1000 Kronen würden berichten können. Wie sehr hatten wir uns verrechnet. Wir hatten allzuviel Vertrauen auf den guten Willen unserer Gesinnungsgenossen und Gesinnungsgenossinnen. Denn wer den guten Willen hat, der wird sich diese kleine Mühe nicht verdriessen lassen. Ist das aber wirklich eine Arbeit zu nennen, wenn man die Brietmarken von den Kuverts herausschneidet, sie in einer Schachtel zusammenlegt und sie uns dann schickt, sobald man genug beisammen hat? Täglich arbeiten 6—8 junge Leute in der Philatelieabteilung, welche die Marken sortieren. Wie froh wären diese, wenn sie immer so recht alle Hände voll zu tun hätten, aber wie selten tritt dieser Fall ein! Also, werte Gesinnungsgenossen und Gesinnungsgenossinnen, auf endlich aus dieser Lethargie. Sammelt selbst Marken für den N.-F. und fordert eure Freunde auf, dies zu tun. Die Marken müssen ja von den Spendern nicht sortiert werden; das tun wir schon selbst. Wir bitten euch um nichts anderes, als dass ihr uns Arbeit schickt, recht viel Arbeit. Jehuda. * * * Die Landeskonferenz der ungarischen Zionisten. Die Landeskonferenz der ungarischen Zionisten wird am Sonntag den 21. Mai ]. J. in Budapest im grossen Saale des „Adlerklubs", IV., Iränyigasse 17, stattfinden. Tagesordnung: Beginn der Sitzung vormittags um 10 Uhr. 1. Eröffnungsrede (Bettel he im S. Pressburg), 2. Rechenschaftsbericht, 3. Wahl des Vorsitzenden der Konferenz, 4. Begrüssungsrede im Namen der Budapester zionistischen Vereinigungen, 5. Bericht des L%ndeskomitees. Nachmittags um 3 Uhr. 6. Referat über die Presse (Prof. Armin Bokor, Budapest), 7. Referat über Agitation (Ing. M. Bisselechis Budapest), 8. Stellungnahme zu den Fragen des V1L Kongresses, 9. Wahl des Landeskomitees. Die Wahlen der Ortsgruppen müssen bis zum 10. Mai stattgefunden haben und das Ergebnis dem ungarischen Landeskomitee Bettelheim Sama, Pressburg) bekanntgegeben sein, wohin man sich auch in allen Fragen betreffend die Teilnahme an der Konferenz wenden kann. Im Namen des Landeskomitees Samuel Bettelheim. * * Zionistisches Distriktskomitee für Böhmen Prag, IL, Mariengasae Nr. 20. Der geschäftsführende Ausschuss ersucht alle Gesinnungsgenossen, welche am Parteitag in Prag teilnehmen