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Die Welt · 1905-04-07 · 14 (7.4.1905) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
14 (7.4.1905)
Date
1905-04-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 „bie # weit11 Nr. 14 Man kann sich also den Seelen zustand der Juden in Zmigrod bei Jaslo ausmalen, als das Gerücht von einem Ritualmord ausgestreut wurde und zur Verhaftung einiger Unschuldiger fährte. Es war gerade am Purimfeste, das auf diese Art ein Schreckenstag wurde. Der Tatbestand ist folgender: Sonntag, den 19. v. M. begab sich die im Dienste des Bauern Jakob Bai in Mijtasz bei Zmigrad stehende vierzehnjährige Magd Katarzyna Tabak zur Kirchein die Stadt. Sie kehrte erst in vorgerückter Abendstunde ohne Kleider zurück und gab folgende Erzählung zum Besten: Im Innern der Stadt wäre sie von einer Rotte Juden gepackt und in ein Haus geschleppt worden, wo noch andere Juden warteten. Hier hätte man ihr Kleider und Schuhe ausgezogen und sie wahrscheinlich zu einem rituellen Zwecke festgehalten, bis es ihr endlich gelang, sich loszureissen und zu entfliehen. Auf die Anzeige des Dienstgebers an die Gendarmerie und den Bezirksvorsteher Hess letzterer (Fi 1 i po wi cz heisst dieser österreichische Beamte!) das von der Magd bezeichnete Haus sperren und dessen Insassen, Josef Z im el, einen 70jährigen Greis, seinen Sohn Sandor, die Frauen der beiden sowie eine Tochter verhaften. Die Verhaftung erfolgte am 20. v. M. während des Wochenmarktes und erschien der angesammelten Menge wie die amtliche Bestätigung eines Mordes durch Juden. Die Gefährlichkeit der Situation war noch dadurch vermehrt, dass achttägige geistliche Exerzitien in der Stadt angesagt waren, bei denen sich stets viele gläubig fanatisierte Zuhörer einzufinden pflegen. Die Juden von Zmigrad übergaben die Vertretung ihrer Interessen dem Advokaten Steinhaus in Jaslo und aus Wien fand sich auf telegrafische Berufung der Sekretär der öst.-ung. „Union" Herr S. Fleischer ein. Das Präsidium der „Union" unternahm in Wien alle Schritte zur Aufrechthaltung der Ordnung in Zmigrod. Schliesslich wurden die Verhafteten dem Kreisgerichte in Jaslo eingeliefert. Hier meldeten sich christliche Entlastungszeugen, der Müller S z u b a und seine Dienstleute aus dem Dorfe Toki, welche die verleumderische Magd in der kritischen Zeit in ihrem Dorfe gesehen haben. Die fehlenden Kleidungsstücke wurden am christlichen Friedhofe gefunden und der Totengräber Peter inhaftiert. Auch Herr Dr. A. Kornhäuser war mit aller Energie bemüht, die Aufdeckung des Falles herbeizuführen. Den vereinigten Bemühungen gelang es schliesslich, den Verhafteten am 24. die Freiheit zu verschaffen. Vom Justizministerium war Bericht über die Affäre verlangt worden. Die erforderlichen gerichtlichen Schritte wegen Ermittlung der Urheber^werden eingeleitet und die Verleumdungsklage wird überreicht werden. Jaslo. Simon Grün. $>>ibut)e. (flr diese Rubrik ist die Redaktioi niebt verantwortlich.) Marken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenossen haben für den N.-F. Briefmarken gespendet: Wien: Dr. Egon Michael Zweig, „Welt", stud. O. Schneider, L. Winterstern, Kern, Pineles, L. Scherlag, Frl. Klara van Young, Fr. Dr. Silvia Benedikt, Frl. A. Brill, Frl. H. Schulmann, Frl. A. Taglicht. Kolomea: Hebräische Mädchenschule namens Dr. Herzl. Berlin: N.-F.- Verwaltung (Deutschland) durch M. WolMeiner. Breslau: M. Heilbronn, Fr]. Hei. Reiter. Givozo rica: Jüdischer Leseverein „Zion" durch Rosenfeld. Wars chau: A. Rosenstein- Brody: Brillant, Katz u. Komp.. Frl. K. Schenker. Böhm.-Kamnitz: Ohne Namen. Bielitz: Merory , Reisfeld, Geller. Darmstadt: „Makkabäa". Jablunkau: Frl. V. Löblowitz. M i s s 1 i t z : Artur Neumann. Debica: M. Leibel. Trautenau: Frl. B. Gorn. Virballen: S, Kohan-Rappaport. Tes cani :"H. Grünberg. Komamo: J. Goldenberg. Vuchow via C a n t o n : M. Neubrunn. Budzanow: Ch. Hirschko. S k o m r o d a : M. J. Provisor. Johannesburg: Marjiric. Bob, Friedrich S. Goldreich. Rzeszöw: S. Friedrich. P i 1 s e n : V. Steiner, A. Weiner, E. Kohorn. Allen Spendern besten Dank und Zionsgruss! Die Philatelieabteilung der N. - F. - Kommission. Briefkasten der Philatelieabteilung. „Bnei Zion", Rohatyn. Eine sehr hübsche Sendung. Hoffentlich kommt bald eine ähnliche. Besten Dank und Zionsgruss. B. Schnal, Kairo. Besten Dank! Doch warum senden Sie uns nicht ägyptische Marken oder solche aus der Türkei oder Marokko? Das würde Ihnen doch sehr leicht fallen? Also hoffentlich nächstes Mal? Zionsgruss. M. Neubrunn, Wuchow (China). Besten Dank für die schöne Sendung. Wir begrüssen Sie als den ersten Markenspender aus China. Hoffentlich ist es nicht die letzte Sendung. Zionsgruss. T. H. Wisehau. Alle Gattungen sehr erwünscht. Gideon, Pilsen. Besten Dank für die prachtvolle Markensendung. Nur so weiter! Für Erlagscheine und Zigarrenspitzen haben wir keine Verwendung. Efraim Katz, Gl. Nein, danke! * * * Aufruf an die Handelsangestellten in Sachen des N.-F.! Herr Nadel schlägt vor, jeder Handelsangestellte möge l°/§ seines Gehaltes allmonatlich an den Nationalfonds abführen. Die Befolgung dieses Vorschlages kommt einer Notwendigkeit gleich, soll sich aber durchaus nicht auf eine Berufskategorie beschränken. Wir haben wiederholt die dringende Dotierung des N.-F. mit einem fixen Einkommen in Form der .Selbstbesteuerung" betont und können diese Form zionistiseher Betätigung nicht oft und nicht eindringlich genug verlangen. Eine zweite Anregung verbunden mit einer Tat (letztere sollte mit der ersteren wohl stets verbunden sein; gute Beispiele sind der schönste Aufruf!) kam uns vom Personale der Aktiengesellschaft Stiller und Bielschowski in Lodz zu. Diese Herren Gesinnungsgenossen sammelteneine beträchtliche Summe, um sich ins goldeneBuch eintragen zu lassen und sprachen die Bitte aus, dass das Personal auch anderer Firmen derartig verfahre. Wir wollen nur die eine Behauptung daranfügen, die wohl keines Beweises bedarf. Den Respekt der anderen Völker den wir anstreben, werden Leistungen grösser und schneller bringen als Worte. * * * LöblicheRedaktion! Woronesch, 2. Adarschein 5665. Die Nachrichten, die wir Zionißten aus Palästina erhalten, sind sehr knapp und oft nicht recht kontrollierbar. Es wäre daher die Gründung einer Zeitung oder eines Postbureaus in Palästina selbst sehr erwünscht, damit wir über alle Vorgänge in der Türkei, Arabien und besonders in Palästina genau unterrichtet werden. Was wir jetzt darüber und über die Lage unserer Brüder daselbst erfahren, ist lückenhaft und zu wenig. Wir glauben, dass sich die nötigen Mittel für ein solches Organ leicht aufbringen lassen werden. Durch Resolutionen aller zionistischer Gruppen könnte der nächste Kongress veranlasst werden, diese Angelegenheit in die Hand zu nehmen. Mit Zionsgruss im Namen der zionistischen Ortsgruppe „Palästina": M. E i se nstadt." * * * Jerusalem 6. März 1905. Sehr geehrte Redaktion! Seit Jahren führen Sie im Unterschiede zu den die Korruption geradezu patronisierenden jüdischen orthodoxen Blättern einen löblichen Kampf gegen das willkürliche und vollständig unkontrollierte System der palästinensischen Chaluka und der hiesigen Schul- und sogenannten Wöhlahrtseinrichtungen. Um so mehr bin ich erstaunt und frage

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