Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 13 (31.3.1905)
- Date
- 1905-03-31
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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/ „bie # %e»Äi ^Kfe W . vors Herrn! uns a| Massel Basis uns nichfcsfcwa < theÄschdf denn dieser Prinzipe der Autonomie" dass all&^gemäss,, den ^ünschen des ss^pil^pllch %<0ßt^^.. Beschränken wir d|l tüf ^|Jäs|it^, so iiit . nicht einmal eine lqp$atfe ^r ^ch:i&ine ^tie auf breiterer dig ^StiSjgescfc^^^ aber helfen ühle tfü|f DeM&ittätiöÖ^it: dann droht uns plhe T^MioriaJisinus, sondern der der lei zersetzender äls der erste wirkt, schläfert die Massen mit einem leeren in den Wolken schwebenden „territorialen ein, während er in Wirklichkeit eine Gegeujvartearfeeit entwickelt, die logischerweise zur Assimilation -fuhren mt*s; »Kämpft.....für eure Rechte an Ort und Stelle üffd in einer weiten Zukunft werden wir auch die* territoriale Autonomie fordern 1/ ruft man den notleidenden Massen zu. Diese Leüte wissen trotz der apodiktischen Versicherungen westeuropäischer Zionisten wonach „die ökonomische Not unserer Brüder (im Osten) gewiss gelindert werden wird", dass die Emigration aus dem Osten auch später nicht aufhören wird und dass die Not kaum sich mildern wird. — Dieser Territorialismus wird uns das Proletariat entfremden. Damit das nicht geschehe, müssen wir wenigstens einen Teil des Emigrationsstromes nach Palästina und den Nebenländern ablenken. Deshalb sagten wir, dass die Lösung nur die sein kann und muss: Konzentrierung der zionistischen Arbeit in Palästina und in den Nebenländern im Sinne der V o rschläge des Herrn Warburg. Worin bestehen diese Vorschläge? Wir müssen den ganzen hierhergehörenden PaSsus zitieren, da er von der allergrössten Wichtigkeit is^ Nur in der Durchführungdes WarburgschenVorschlages sehen wirdas souveräne Mittel, um die jetzige Krisis in unserer Bewegung zu überwinden, noch mehr, um den Zionismus zu einer wahren Volksbewegung zu entwickeln. Im Anschluss an die Auseinandersetzungen über die Entwicklungsmöglichkeiten Palästinas sagt nämlich Herr Warburg folgendes: »An eine solche Entwicklung ist aber freilich in absehbarer Zeit in Palästina nicht zu denken, und daher ist es — in Anbetracht des Nötstandes der jüdischen Bevölkerung Osteuropas — absolut ndtwendig, neben unserem zionistischen Ideal auch andere Möglichkeiten der zweckmässigen Leitung der jüdischen Ä u s w a n d e r u n g sb ew e gu n g in den Kreis unsererErörterung zu ziehen." (Von uns unterstrichen). Nachdem der Verfasser auf die bevorstehende Erschwerung der Judeneinwanderung nach den Vereinigten Staaten, sowie auf die Unmöglichkeit, vom Ostafrikaprojekt vieles zu erwarten hingewiesen hat, sagt er weiter: „Hingegen gibt es eine Möglichkeit der Massenkolonisation in relativ kurzer Zeit, die einerseits vom zionistischen Standpunkte aus keinen Widerstand erregen kann (Herr Warburg hat wohl an Herrn Ussischkin nicht gedacht) andrerseits auch relativ leicht durchführbar ist, nämlich die jüdische Kolonisation in Nordsyrien auf Grundlage der Baumwollkultur im Gebiete der Bagdadbahn". Wir begegnen da weniger den verschiedenen sentimentalen Ausrufen, aber wir hören die kräftige Sprache des Staatsmannes, der alle Interessen des Volkes im Auge behält. Jawohl: „in Anbetracht des Notstands der jüdischen Bevölkerung Osteuropas" müssen wir an „eine Möglichkeit der Massenkolonisation in relativ kurzer Zeit* denken*-Nun habea .wir at^r unsere Weisen f ergessen; einerseits behaupten s% der Notstand Mrd bald verschwinden, re*pekt|to$ wenn ejfi solcher Notstand vorhanden sein Wirä^ jso ist es nuy die Schuld *— der Juden selbst (siehe den prief a$s Galtei&p!!), andrerseits aber, wenn man von #erscliiedenen;3|föglichk^iten einer Massenkolonisatioji wfepricKfj da fcöüajaqten Sie sofort mit der altklugeii Ff age, ob man alle Emigration sbedürftigen aufnehmen können wird. Diesen Weisen können wir nur folgende Antwort geben: es handelt sich um eine Massenkolonisation qualitativer und nicht quantitativer Art, nämlich um eine Kolonisation, die die ersten Etappen der - jüdischen Widergeburt sofort ermöglichen soll. Das in erster Linie. Aber wir müssen uns bestreben, so viel als möglich zu kolonisieren. Tout ou rien ist keine Realpolitik. Werden wir 50,000 jährlich kolonisieren können, ja, das wäre ein Glück! Werden wir aber nur 5—10 Tausend während der ersten Zeit kolonisieren können, auch gut, weil da eben der Anfang der Tat und das Ende der Phrase ist. Denn es handelt sich da um eine Kolonisation, die das Judentum in seinen lebendigen Formen sofort hervorrufen würde und zwar nicht das Judentum der Broschüren und der Bücher (mit und ohne Bilder) sondern das des materiellen, gefstigen und moralischen Lebens. Und die Kunde van diesem Judentum würde das mächtigste Mittel sein, den Zionismus zu einer wahren Volksbewegung zu entwickeln: dann werden unsere Institutionen (Bank, Nationalfond) ganz andere Mittel bekommen, dann werden wir aber auch ganz anders in Palästina arbeiten können, denn vergessen wir ja nicht: Was die Türkei besonders betrifft, so kann und muss unsere Politik ihr und nur ihr gegenüber sich überdies auf den stärksten Pfeiler aller Politik stützen: Auf das „Do ut des*. Das heisst also, erstens der Türkei eine Demonstration ad oculos unserer Nützlichkeit zu geben, zweitens aber unsere Organisation wirklich imposant zu gestalten und ganz speziell unserer Bank und dem Nationalfonds ganz andere Mittel, als die Groschensammlungen unter den Aermsten der Aermstenzuzuführen. Mit der „grossen Liebe" allein schafft man keine „grossen Hoffnungen" und ohne diese entstehen keine grossen sozialen Energien. Wir müssen also unbedingt die Möglichkeit der Massenkolonisation in relativ kurzer Zeit „ schaffen \ Nun ist der Vorschlag Warburgs um so annehmbarer, als er tatsächlich „vom zionistischen Standpunkt aus keinen Widerstand erregen kann". Tatsächlich sehen wir, dass sehr ernste Zionisten für diesen Vorschlag eintreten. So schreibt Herr H. Löwe in einem Artikel über die Landsucher folgendes: „Wir würden unrecht tun, wenn wir uns der Tatsache verschlTessen wollten, dass gleichwohl eine Augenblickshife in hohem Grade möglich sei, auch ausser der Auswanderung nach Amerika, Südafrika und Australien. Denn die beiden Momente, die von unseren sachkundigen Leitern der Palästinaangelegenheiten uns nahegelegt sind, bergen eine grosse Hilfe für die Unglücklichen in sieh. Das sind erstlich das noch lange nicht genug gekannte Baumwollenprojekt unserer Palästinakommission und dann die von ihr empfohlene Sehnellkolonisation. (Selbstverständlich handelt es sich da nicht um zwei, sondern um ein Moment, denn die Schnellkolonisation ist eben die Realisierung des Baumwollenprojektes.) Doch dafür sind gerade unsere Mitläufer nicht zu haben die sich jetzt als Landsucher organisieren.**) Ja, wo-' her weiss Herr Löwe, dass man dafür nicht die Land- *) Eben diese Voraussetzung trifft nicht zu, da die Genannten sich nicht nach dem Gesetze Freund U«cischkms richten. Anmerkung des Herausgebers. '**) H.LÖWr" S. 24-25. „Die Lanrlsucher". Jü^. Kur,dschau Nr. 3.