Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1905-03-17 · 11 (17.3.1905) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
11 (17.3.1905)
Date
1905-03-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3315709-3316128-3316144--46686-3341544
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 11 „Di* # w^lt Seile 11 Jüdischer Nationalfonds, Das goldene buch. Dr. L. Katzenelson zu seinem 25jährigen Schriftstellerjubiläum (Allg. Sammlung, veranstaltet von Herrn A. Rapaport in St. Petersburg)............Kronen 243.— „Sociale Zion deRcustschouk" trägt den verewigten Führer Dr. Th. Herzl ein . . Frcs. 260.— „Sociöte Zion de Roustschouk" . ...... „ 264.— Verein „Agudas Achim" in Dubossary trägt den verewigten Dr. Herzl ein.....Kronen 240.— Verein „Zionim0 inPawlograd trägt den verewigten Dr. Herzl ein......... 240.— Die Kownoer Zionisten tragen Isser Behr ben Raphael Wolf zu seinem 60. Geburtstage ein............. „ 253.05 Die 16 Vereine in Odessa : „Neifes Zion Gebrüder Marmorek", „Bnei Dr. F. Awinowizki", „Prof. Herrn. Schapira\ „Talmide Zion", „Medinas Hajhudim aa, „Waad Geulas Hoorez% „Mirjam*, „Medinas Hajhudim 2", „Talmidei Akiba Erez Isroel", „Agudas Achim", „ßnoth Dir. Greenberg", „Cheruth aa, „Bnei Hoawodoh", „Cheruth b", „Jeschuath Jisroer, „Bnei Hoorn41 tragen Doktor Jassinowski in Anerkennung seiner Verdienste ein............Kronen 246.— Society „Ohawei Ziona New York trägt den verewigten Dr. Herzl ein ....... jg 10. 2.— S/Qdt*^bvot)\i{' $\as der ftröreguog. Gedenket des Schekels! Voranzeigen. Wien. („Bar Kochba* VIIL, Langegasse 14.) Montag am 20. d. um 8 Uhr abends findet ein Vortrag des Herrn Schriftstellers Ach er über „DieLage, Ziele und Wege des jüdischen Volkes" statt. Ort: Restaurant Guth, Stephaniestrasse 14. Zeit: 8 Uhr abends. Gäste willkommen. Wien. („Poale Zion4.) Samstag den 18. Marz, Restaurant Hirschbein, II., Schiffamtsgasse 20, Diskussion, eingeleitet von M. Schmidt. Beginn Va8 Uhr, Schluss 7210 Uhr abends. Der Vorstand. Wien. Der „Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter Leopoldstadt" veranstaltet Sonntag den 19. d. M. einen Vereinsabend im Kongressbureau, bei welchem Agronom S. Abraham über „Die Erziehung unserer Jugend II" referieren wird. Beginn 6 Uhr. Gäste willkommen. — Am 8. April 1. J. veranstaltet der Verein eine Purimfeier. Wien. Der literarische Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria" veranstaltet Sonntag den 19. d. M. eine intime Purimfeier. Referent ist Herr Dr. Hugo T r a g e r und spricht über das Thema: „Das Esther-Fragment von Grillparzer." Anschliessend musikalische und deklamatorische Vorträge. Beginn 3l/2 Uhr nachmittagsim Sade des Kongressbureaus, IX,, Türkenstrasse 9. Gäste herzlich willkommen! Wien. Die „Jüdische Vereinigun g", welche sich am 20, Februar konstituiert hat, wählte folgende Herren in den Ausschuss: Adolf Bojko, Präses; Dr. phil. Hermann Kadisch, Vizepräses; med. Jehuda Irrgang, Schriftführer; Herrn. Plaschkes, Kassier; Isidor Heller, Herrn. Kohn,Adv. Dr. Karl Lifczic und Siegm. Friedmann. Der Verein hält am Dienstag den 21. März, um 8 Uhr abends, in Hirschbeins Gasthaus, IL, Schiffamtsgasse, Ecke Schiffgasse, den ersten Diskussionsabend mit folgender Tagesordnung ab: „Unser Vereinsprogramm.u Referent Herr Dr. Hermann Kadisch. Gäste herzlich willkommen! Wien. Der Mädchen- und Frauenverein „Krankenbesuch" („Bikur Chaulim") ladet zu dem am 19. März, nachmittags 4 Uhr, im Sitzungssaale des israelitischen Kultusgemeinde (L, Seitenstettengasse ') stattfindenden Vortrage Sr. Ehrwürden des Herrn Rabb. Dr. Feuchtwang seine verehrten Mitglieder höflichst ein. Anschliessend daran Plenarversammlung zwecks Berichterstattung und Diskussion über „die Notwendigkeit einer teilweisen Vereinigung der Kranken- und Armenunterstützungsvereine". Gäste herzlich willkommen! Eine Jahrzeittafel für Dr. Theodor Herzl. Unser Boris S chatz, der Bildhauer in Sofia, arbeitet an einer Jahrzeittafel für unseren toten Führer. Die Tafel stellt eine Trauerversammlung in einer Synagoge vor, die ergriffen den Totengesängen des Kantors lauscht. Die zahlreichen Besucher von Schatz' Atelier bewundern die Ausführung des Kunstwerkes. In sinniger Weise wird das Andenken des grossen Toten zum Segen für sein geliebtes Volk. Die photographische Reproduktion der Tafel soll nämlich für die Neugründung einer Teppischschule „Bezalel" in Palästina dienen. Es ist zweifellos, dass der Verkauf der Reproduktion (Ansichtskarten) demgemäss sehr stark sein wird. Dr. phil. Z. Von der Aliens Bill. Im englischen House of Commons erklärte in der Montagssitzung der vorigen Woche Mr. B a 1 f o u r auf eine Anfrage des Sir Howard Vincent: „Ich bin nicht in der Lage, im gegenwärtigen Augenblicke das Datum der Einbringung der Aliens Bill anzugeben, doch hoffe ich, dass sie keinen langen Aufschub erleiden wird." Auf die Anfrage eines Parlamentsmitgliedes, ob es noch vor Ostern sein werde, antwortete Baifour: „Ich hoffe es." Eine Brandkatastrophe in New York. Bei dem Brande eines Miethauses in der Alienstrasse im östlichen 'feile der Stadt ist eine grosse Anzahl Personen ums Leben gekommen. Neunzehn Leichen wurden bereits aufgefunden; viele Personen werden noch vermisst. Zwölf Personen wurden verletzt, davon drei lebensgefährlich. Die Opfer sind grösstenteils polnische Juden. Die Allenstrasse liegt unweit des verkehrsreichen Handelsviertels von New York und führt von der Divisionstrasse zur Houstonstrasse und zur First Avenue. Sie führt damit auch in das fast ausschliesslich von Deutschen bewohnte Viertel, das „Klein-Deutschland" genannt wird. Das niedergebrannte Gebäude gehört allem Anschein nach zu jenen MLethäusern des dunkelsten New York, in denen zusammengepfercht, in Not und Elend, oft hunderte von Menschen leben. In diesen Häusern herrschen in der Regel die schmählichsten gesundheitlichen Zustände, und die Sicherheitsvorkehrungen sind natürlich vernachlässigt. Nur daraus erklärt sich die grosse Anzahl der Opfer des gemeldeten Brandes. Die Juden in Sevilla. Laut den Berichten von Reisenden ist die Judengemeinde in Sevilla sehr klein u d besteht aus Einwanderern aus Marokko. Gering an der Zahl, ist die Gemeinde dadurch interessant, dass es die erste jüdische Gemeinde in Spanien ist. Die fünfzig Familien, die sie ausmachen, haben einen eigenen Rabbiner wie auch einen Schochet, aber keine eigene Schule, so dass sie die Kinder in der protestantischen Schule erziehen müssen, Man sollte den spanischen Juden mehr Interesse entgegenbringen, als es der Fall ist. Purim im Alltag. Folgende hübsche Geschichte aus einer Hauptstadt wird uns berichtet. Der Rabbiner der jüdischen Gemeinde dieser Hauptstadt hatte den Wunsch, wohl in Anerkennung seiner hübschen Predigten über die „Mission des Judentums", sich einen Titel zuzulegen, der dem eines Professors in den Kulturstaaten entsprechen dürfte. Ein bekannter Schriftsteller, der über hohe Beziehungen verfügt, war bereit, dem Seelenschmerze dieses edlen Gemeindehirten abzuhelfen, doch hatte er dazu die Hilfe eines anderen Herren nötig, dem man Beziehungen zu der höchsten Stelle des betreffenden Reiches nachsagte. Genug. Der Herr Rabbiner bekam seinen Titel und wollte sich in der ihm eigenen noblen Weise dem Schriftsteller gegenüber erkenntlich zeigen, er übersandte demselben also 50 exquisite Zigarren! Dieser, in seinem Gerechtigkeitsgefühl, nahm davon 25 Stück und schickte dieselben an jenen anderen hochmögenden Herrn weiter, der ihm behilflich war, mit einem Brief ungefähr folgenden Inhalts : „Der Herr Rabbiner übersandte mir aus Anerkennung für den ihm verschafften Titel 50 Zigarren. Da Ihnen die Hälfte der Mühe zufiel, so kommt Ihnen auch die Hälfte der Anerkennung zu. ich übersende Ihnen daher anbei 25 Zigarren zu meiner Entlastung." So ungefähr lautete der Brief. So geschehen im Jahre des Heiles 1904 in der Hauptstadt X. [i Statistisches von der Budapester Universität. Von den im Jahre 1904 inskribierten 6586 Hörern waren 2313(35,12%) Juden. 61% der jüdischen Hörer widmete sich den j uri dis ch e n Studien, 17,72% den medizinischen, 9,5% den philosophischen. Demnach waren die Juden unter den Juristen mit 36,52%, unter den Medi zin ern mit 51,96%, unter den Philosophen mit 25,50%, unter den Pharmazeuten mit 30% vertreten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.