Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 8 (24.2.1905)
- Date
- 1905-02-24
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 8 „h\z * W^IP Seite 9' Wien. (Einz e 1 ve r e i n „F ün fha us" d es „Z i o ntt.) Samstag den 25. d. M. um 8 Uhr abends findet in Ph. Neumanns Lokalitäten Wien, XIV., Schwendergasse Nr. 1, eine Versammlung des Einzelvereines „Fünfhaus" des?Zionu statt mit folgender Tagesordnung: 1. Bezitation jüdischer Dichtungen, Herr S. Strauss. 2. Ostafriki (Uganda) und Palästina, Diskussion,[eingeieitet von Herrn S. Rubinstein. Im Interesse der zionistischen Sache ist zahlreicher Besuch der Versammlung erwünscht. Wien. (Zionistischer Mädchen- und Frauenverein Fünfhaus.) Der Verein versendet folgende Einladung: „P. T. Das ergebenst gefertigte Komitee erlaubt, sich Euer Hochwohlgeboren zu der am Dienstag den 14. März 1905, abends!|a9 Uhr, in den Verbandssälen VI, Königsegggasse 10 (Ecke Kasernengasse), stattfindenden Akademie und Tanzkränzchen unter der artistischen Leitung des Herrn Direktor Theodor Plowitz und Mitwirkung der Wiener Elitekapelle E. Samet, des Frl. Selma Liebermann (Heitere Gesangsvorträge), FrJ. Marianne Rub vom k. k. Hofburgtheater, Herr Heinrich Pekel (Tenor), Herr Berthold Silbiger (Violinvirtuose), Herr Gustav Breyer (Orig. Typenhumorist) und anderer höflichst einzuladen. Das Komitee. SoireV Toilette. Enti e'e im Vorverkauf K 2.—. Familienkarten für vier Personen K 6.— . Karten sind zu haben bei den Vorstandsmitgliedern : Frau Baad, XIII, Lainzerstrasse 67, Frau Kahane, XV., Mariahilferstrasse 167; Frau Dr. Krenberger, XIII|8, Auhofstrasse 222; Frau Pick, XV, Mariahilferstrasse 140; Frau Dr. Rieger, VII., Mariahilferstrasse 124; Frau Direktor Seidener, VI., Laimgruben gasse 17; Frau Fanny Weiss, XX , Innstrasse 9; beim Jugendkomitee: Cafe Westend, VII., Mariahilferstrasse 128; Cafe Schwenderhof, XV, Mariahilferstrasse 183 und an der Abendkassa. Berichte« 2agreb. Am 12. d. hielt im „Horatsko isr. literarno dru§tvorf der Vicoviticaer Rabbiner, Gesinnungsgenosse Dr. Kaufmann, einen Vortrag über ,Licht und Schattenseiten des Chassidimus". In äusserst interessanter Weise gelang es dem hervorragenden Gelehrten, das zahlreich erschienene Publikum in das den meisten wohl bisher ganz fremde Milieu einzuführen. Reicher Beifall erfüllte den Saal, als der Redner schloss. Unter dem Eindrucke der Rede veranstalteten die hiesigen jüdischen Universitätshörer im „Hotel Royal" einen Kommers. Nachdem stud.jur.Lavoslav Schi ck namens der Einberufer die zahlreich Erschienenen und insbesondere Dr. Kaufmann begrüsste, wurde Oberrabbiner Dr. H, Jacobi zum Vorsitzender, Zahnarzt Dr. S. B o g a d als dessen Stellvertreter gewählt. Vom Vorstande des literarischen Vereines waren die Herren Doktor Gabor Schwarz, Lav. Fischer, J. Grünfeld, B. Neumann, M. Nyitr a iund S. P er 1 b e r g, ferner zahlreiche Frauen und Mädchen, fast alle jüdischen Studenten und auch sonst zahlreiche Anhänger und Freunde der jüdischen Sache erschienen. Zahlreiche Reden, alle von warmen j üdischen Geiste gehoben, versetzten die Gesellschaft in warme Begeisterung und grossen Beifall fanden die Ausführungen der Herren Dr. Jacobi, S. Bogad, Neumann, Grünfei d, Alexander Li c h t u. a. Auf allgemeines Verlangen erhob sich Dr. Kaufmann nach seiner ersten kurzen Dankesrede zum zweitenmal, um über den Zionismus zu sprechen. Mit flammender Begeisterung rief er aus, dass der Zionismus vom Judentum untrennbar sei und wer gegen denselben gehe, nicht den Namen Jude verdiene. Die Worte verfehlten nicht ihre Wirkung. Nachdem L. Schick noch namens der Einberufer betonte, wie sich der zionistische Gedanke bewusst und unbewusst in immer weiteren Kreisen verbreite, feierte er Dr. Kaufmann als Mann der zionistischen Tat. Im Sommer, als einige „Kroaten mosaischer Konfession", die aber bei gewissen Gelegenheiten, wenn es gerade was nützt, auch ihr Judentum betonen, mit beispiellosen Verläumdungen die kroatische Oeffentlichkeit gegen den Zionismus und den Osijeker Kongress aufzuhetzen versuchten, war es gerade in den ersten Reihen Doktor Kaufmann, der offen vor Juden und Nichtjuien für Zion und das jüdische Volk eintrat und in der Oeffentlichkeit vollstes Verständnis fand. Darum können ihm die Anwesenden keinen anderen und besseren Dienst abstatten, als unter seinem Namen für die Eintragung des Osijeker Kongresses zu sammeln. Journalist Erwin Kr aus s und Frl. Olga Bonghädi veranstaltete nun ein Sammlung, die K 22 eintrug. Hiermit hatte der offizielle Teil sein Ende erreicht, während der durch die Beiträge der Fräuleins Olga B o n g h ä d y, Slava Rosenberg, sowie der Herren Marco Leitner, Rikard Herzev, R. Büchler u. a. bestrittene inoffizielle Teil noch lange dauerte. N.-Säros. „ Ahawath Zion". Festversammlung am 8. d. M- Einen Nachrut auf Dr. Theodor Herzl hielt Herr D. Goldberger und machte damit grossen Eindruck. Kantor Herr S. Glück trug ergreifend „El mole raehamim" vor. Hierauf Bericht des Herrn Hermann Willner, Kassier. Neuwahl: Präses Herr M. Goldmann, Kassier Herr lgn. Klein, Sekretär Herr J. Zsupnik. Nach dem Souper las Herr Lehrer J. Engel unter grosser Aufmerksamkeit der Gäste die Selbstbiographie Dr. Herzls vor. Deklamiert hat der junge H. Wohl. Nation allieder. N.-F. K 50. Führung des Vereines musterhaft. Hamburg. Am Donnerstag den 9. Februar sprach Doktor Kalmus in der hiesigen Ortsgruppe über die Ugandafrage. Der Referent wandte sich einerseits entschieden gegen den territorialistischen Standpunkt, bezeichnete Palästina als das einzige Endziel unserer Bewegung, hielt aber andrerseits angesichts der gegenwärtigen Notlage die Annahme des Ugandaprojektes für dringend geboten, insofern der Zionismus als Sachwalter für die jüdische Gesamtheit einzutreten habe. Empfehlenswert sei in dieser Frage ein Zusammengehen mit den grossen jüdischen Gesellschaften, doch müsse der Zionismus durch seinen Einfluss eine Ausführung in nationalem Sinne siehern. Der Redner warnte davor, einen Ausschluss der Territorialisten aus der zionistischen Partei zu verlangen, solanga diese selbst sich noch als Zionisten betrachten. Ein völlig ugandafeindlicher Standpunkt wurde in der Diskussion durch die Herren Siegfried L e vy und S chn eil in g (Hannover) vertreten, während in Uebereinstimmüng mit dem grössten Teile der Versammlung die Herren E s t e r m a n n, Behren d, Bloch und Dr. Besser sich durchaus mit den Ausführungen des Referenten einverstanden erklärten. Die Versammlung war gut besucht und das Referat und die Diskussion, wie die Hamburger Zeitungen berichten, von besonderem Interesse. Aus Johannesburg. Sonntag den 15. Jänner fand hier im „Grand National Hotel" die erste Generalversammlung des Vereines „Agudas Zion THerzP unter Vorsitz des Präsidenten Mr. Abrahams statt. Der Vorsitzende setzte in einer beifällig aufgenommenen Rede die Ziele des Vereines auseinander und erstattete gleichzeitig Bericht über dessen bisherige Tätigkeit. Die Zahl der Mitglieder beträgt mehr als hundert. Für Nationalfonds und Nationalgeschenk wurden bereits beträchtliche Summen gesammelt. Der Ehrenpräsident Mr. Langermann besprach dann in einer längeren Rede die Errungenschaften der zionistischen Bewegung seit dem Auftreten Dr. Herzls und wies die Ansicht eines Berichterstatters des „Jewish Chronicle" zurück, nach welcher die Gründung dieses Vereines eine Separierung von der Gesamtorganisation bedeute. Es wurde beschlossen, eine zionistische Halle zu erbauen; mit der Ausarbeitung des Planes bis zur nächsten Versammlung wurde ein Komitee betraut. Die jüdische Gemeinde in Pretoria hat eine ansehnliche Bereicherung erfahren durch eine Stiftung von Mr. Samuel Marx. Es ist dies eine schön eingerichtete Talmud-Thora-Schule, die vorige Woche zur Freude der jüdischen Bevölkerung eröffnet wurde und den Zweck hat, die Kinder zu guten Juden zu erziehen. Madame Marx hat versprochen, mit Hilfe eines eigenen Komitees von dieser Institution aus auch auf die jüdische Erziehung der Mädchen Einfluss zu üben, und so hofft man mit Recht, dass die grossmütige Spende für die unbemittelten jüdischen Einwohner segensreich sein wird. K. Personalnachrichten. Zu unserem tiefen Leidwesen konstatieren wir den Heimgang von Frau Rosa Lazarus, Gattin des Bankdirektors Herrn Moriz Lazarus in Lemberg. Dieses Vorbild einer Frau und Mutter füllte ihren Platz im Hause und im Leben in solcher Weise aus, dass ihr dafür die aufrichtige Verehrung aller, die sie kannten, zuteil wurde. Sie pflegte sorgsam die Schätze des jüdischen Familienlebens und der Grundzug ihres Wesens war die tiefe Liebe zur Menschheit. Sie ruhe in Frieden! — Unser geschätzter Gesinnungsgenosse Dr. S. L a n es, Dukla- Iwonicz, wurde einstimmig zum Stadtarzt in Dukla gewählt. — Unser geschätzter Gesinnungsgenosse Kaiman Kurzmann und Frl. Salomea Laufbahn schliessen Sonntag den 26. Februar 1. J. um 7 Uhr abends in Rzeszow die Ehe. Gratulationsspesen für den N.-F. Zur Nachahmung empfohlen. We1t*®bi»0!)il<. Liberale Führer und Geführte. Es gibt noch immer gegen den Zionismus und für den Liberalismus streitbare Juden. Es ist nun über alle Massen bezeichnend, wie dieser Liberalismus eigentlich aussieht, den man so wütend gegen den