Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 8 (24.2.1905)
- Date
- 1905-02-24
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 „bi* # weit" Nr. 8 Dringende Bitte! Wir bitten um gütige Beachtung der im folgenden geschilferten Situation: Grosses Elend herrscht unter den noch täglich hier neuankommenden Juden, die aus allen Teilen des russischen Reiches sich ansammeln. Scharenweise flüchten diese Unglücklichen aus ihrem Unglück hierher. Auch ältere Männer samt Familien sieht man häufig, die aus Furcht vor der russischen Regierung flüchteten. Selbstverständlich erreichen sie die heilige Stadt meist in völlig unbemitteltem Zustande und der Hunger treibt sie alsbald zur Volksküche, die den Zweck hat, die darbenden Armen, Witwen und Waisen vor dem Hungertode zu retten. So sehr diese Anstalt schon bei normalen Zuständen um die Bestreitung der nötigen täglichen Ausgaben verlegen ist, können wir dennoch nicht solchem Elend gegenüber unser Herz verschliessen und sehen uns vielmehr gezwungen, diese Bejammernswerten wenigstens in den ersten Monaten, bis sie Unterkunft und Beschäftigung gefunden haben, bevor sie sich im Lande zerstreuen, täglich mit Brot und kräftigen Speisen und am Sabbat mit drei Mahlzeiten zu versorgen, wie sie der Bemittelte im Heim nicht besser hat, selbstredend unentgeltlich. Die Speisesäle füllen sich mehrmals täglich mit diesen Gästen und der Anblick des Saales bietet ein herzzerreissendes Bild in den schrecklichsten Farben, wie die lebhafteste Phantasie sich kaum ein solches vorstellen kann! Wenn dieser Zustand sich nicht rasch durch ein Wunder ändert, wenn nicht schnell Hilfe geschafft wird, so droht der „Volksküche" unvermeidlich die Gefahr einer Schliessung und mit dieser das grösste Unglück für die Armen der heiligen Stadt, was der Allgütige verhüten wolle! In dieser traurigen Lage sehen wir uns gezwungen an unsere Stammesgenossen um eine Unterstützung für diese unglücklichen Flüchtlinge zu appellieren, um sie vom Hungertode zu retten. ^DT) nD^B "OS OTIK mtMD3 nvnnb 1TI Sjm ipup blb Wir vertrauen aul aas Herz unserer Brüder, dass sie ihr möglichstes tun werden, um dieser Anstalt in der abnormalen Zeit zu Hilfe zu kommen, auf dass diese auf dem Gebiete der Wohltätigkeit fortfahren könne! Auch bitten wir gütigst zu erwägen, dass das Pessachfest mjjön :n *aht und der Anstalt bedeutende Kosten auferlegt, um das Nötige zu besorgen; zumal jetzt, wo der Zuwachs der russischen Ankömmlinge täglich im Wachsen ist, müssen wir vorbereitet sein, damit diese Unglücklichen während der Feiertage nicht darben müssen! Möge der allgütige Vater, der jede Wohltat belohnt, allen Helfern die Schleussen seines unendlichen Segens öffnen und sie des wahren Glückes teilhaftig machen, wie dies inbrünstig wünscht Der Vorstand der allgemeinen israelitischen „Volksküche" Leib Herschel Dayan, A. E. Levy, Nechemje Josef Denenburg, Sekretär. Adresse: Rabbiner Leib Herschel Dayan und Rabbi Ascher Eiieser Levy, für die allgemeine israelitische „Volksküche«, gegründet durch Oberrabbiner Samuel Salant in Jerusalem (Palästina). Mitteilungen (es Zsntralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Nach Vereinbarung mit der Verlagsbuchhandlung muss die Subskription für das Buch von Moses Hess am 1. März geschlossen werden. Bestellungen, die nach dieser Zeit eingehen, können nur noch zum Ladenpres erledigt werden. Wir bitten daher, etwaige Subskriptionen gefälligst bald an unseren Schatzmeister Herrn Max Wollsteiner, Berlin NW. 23, Holsteiner Ufer 10, gelangen zu lassen. * * * Sehr geehrte Redaktion! In der letzten JNIummer Ihrer geschätzten Zeitschrift brachte der Autor des Artikels „Politikaster11 den Verlag „Zion* in Beziehung zu dem in Krakau erscheinenden Wochenblatt „Das jüdische Wort8. Um Missverständnissen vorzubeugen, erklären wir hiermit, dass wir wohl Abonnements wie auf jede andere Zeitung auch auf „Das jüdische Wort" aufnehmen, ohne jedoch auf irgend welche Weise zur Redaktion in anderen als geschäftlichen Beziehungen zu stehen. Für die Aufnahme dieser Zeilen bestens dankend, zeichnet Für den Verlag „Zion", Wien: Samuel Inslicht. Kaiser Franz Josephs-Ferienheim- Die Anmeldungen von Petenten für diet Aufnahmein die Kolonien des „Ferienheim" beginnen mit 1. März d. J. — Das Ansuchen ist persönlich von den Eltern oder Pflegeeltern des betreffenden Kindes möglichst unter Vorlage eines Armutszeugnisses im Vereinsbureau, IX. Türkenstrasse 17, an den Tagen: Mittwoch, Donnerstag und Freitag zwischen 4 und 7 Uhr nachmittags vorzubringen. * * * Jüdische Toynbee-Halle. Wien, XX., Karajangasse 20. Vortragsordnung: Sonntag, 26. Februar. Professor Dr. Adolf Weiss: Die alexandrinischen Juden und die Gegenwart. Montag, 27. Februar. Med. Dr. J. Lederer: Erkältung und Abhärtung. Dienstag, 28. Februar, jur. Simonowicz: Moralphilosophische Fragen. Mittwoch, 1. März. Diskussion. Donnerstag, % März, Dr. Siegmund Werner: 300 Jahre Don Quijote. Freitag, 3. März. Bibelerklärung. Samstag, 4. März. Konzert. Sonntag, 5. März. Professor Dr. W. Jerusalem: Der Ursprung der Sprache. * * * Die Kurse der Toynbee-Halle. Die Kurse der Toynbee-Halle haben Montag, 6. Februar begonnen. Vorläufig finden folgende Kurse statt: Jeden Montag 748 Uhr abends Englisch (Frau Ida Berliner). Jeden Mittwoch 748 Uhr abends Stenographie (Hr. Frank). Am Beginn jeder Vortragsstunde finden bis 9. März noch Einschreibungen statt. Jeden Donnerstag */48 Uhr abends Französisch (Frl. Rosa Spielmann). Ort der Kurse: Religionsschule der israelitischen Kultusgemeinde I., Seitenstettengasse Nr. 2. Jüdischer Nationalfonds, Das goldene Buch. Die Zionisten der Stadt Sloboden beiKowno Pf. Sterl. 10.— Dr. Alfred Elias, Mülhausen, Elsass .... Mark 250.— „Dr. Herzl Testimonial Raffle Committee", Cleveland, Ohio, trägt Dr. Th. Herzl ein.................Dollar 177.91 „Ohawei Zion" in Philadelphia trägt Doktor Herzl ein..............Kronen 245.10 Verein „Zion* in Buczacz......... , 242.24 * * '*' ACHTUNG. Wir erlauben uns hiermit bekanntzugeben, dass mit der Eintragung der Spenden in das Goldene Buch in den nächsten Tagen begonnen wird. Da diese Eintragung eine definitive ist, und Korrekturen im Goldenen Buche nicht gestattet sind, ersuchen wir alle Gesinnungsgenossen, welche in den ihnen übermittelten Diplomen Unrichtigkeiten gefunden haben, uns die Richtigstellung umgehend zukommen zu lassen. Ebenso ersuchen wir dringend um Uebermittlung der noch ausstehenden hebräischen Namen. Das Sekretariat. Has der fte\fre§ai)g. Gedenket des Schekels! Voranzeigen. Wien. „Theodor Herzl" (IL, Förstergasse 8). Seminarabende (Beginn 77, Uhr): Fre itag: Bb. phil. JSchmul, Liter aturreferat (1. Das neue Jerusalem, Roman. 2. Eisik Scheftel, Arbeiterdrama im Jargon vom David fPinski). Samstag: Herr cand. phil. E. Müller, Volk und Individuum, Sonntag: 10 bis 12 Uhr, Hebr. Elementarkurs. Dienstag; Bb. phil. Carniol, Jüd. Geschichte. Mittwoch: Hebr Konversation. D onnerstag: Bb. agr. Gold, Jüd. Statistik. Wien.,PoaleZion' Samstag d. 2o.Februar findet imRestaurant Hirschbein, IL, Schiffamtsgasse 20 (Eingang Schiffgasse) eine Versammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Unser Programm. Ref. Gg. Gross. Diskussion. 2. Agitation und Vereinsangelegenheiten. Beginn 1|a8 Uhr, Schluss l\2l0 Uhr. Gesinnungsgenossen, erscheinet zahlreich und pünktlich.