Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 8 (24.2.1905)
- Date
- 1905-02-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 „bie # weit" Seite 7 Die ungarische Landeskonferenz. Die für Ende dieses Monats vorbereitete "Landeskonferenz der ungarischen Zionisten in Budapest dürfte eine -kleine Verzögerung .erfahren, da eine der Hauptaufgaben der Konferenz, nämlich ein neues Präsidium der Organisation zu wählen, illusorisch wurde, indem der bisherige Präses, Gg. Samuel B e 11 :e l h e i m, einer Einladung des A.-C. nach Wien folgend, sich dazu bewegen Hess, seine Demission zurückzuziehen. So bleibt denn dieser tüchtige Vorkämpfer für unsere Idee, der schon so manches in Agitation und Abwehr geleistet hat, an der Spitze der Organisation. Hoffentlich unterbleibt auch die geplante Konferenz trotzdem nicht, denn es gibt noch so manche Gebiete, in denen eine Verständigung und gründliche Beratung not täte. So müsste mau daran schreiten, de facto eine Organisation zu schaffen und nicht nur den Schein einer solchen. Dies könnte aber nur durch einen engen Anschluss der1 Vereine aneinander gesehenen. Im Innern gekräftigt, könnte die Organisation im Vereine mit dem „Zsido Neplap", das sich mehr mit der Politik beschäftigen müsste, die Angriffe der Assimilation energisch und mit Erfolg abwehren und eine e;rspriessliclie Agitation und Propagierung unserer Idee entfalten. Nur so konnte diese Konferenz einen Wendepunkt für den Zionismus in Ungarn bedeuten. Wir wünschen das Beste. Gedenkfeier der italienischen Federation für Theodor Herzl. Mailand, den 16. Jänner 1905. Die „Federazione Sionistica Italiana" hatte beschlossen, eine besondere würdige Gedenkfeier für den toten Führer in Mailand zu veranstalten. Demgemass sprach gestern im Saale der hiesigen Volksuniversität (Unisersita Popolare, Via Ugo Foscolo 5) der Herr Rechtsanwalt Roberto Ascoli der „Gruppo Siooiätico" aus Ancona, vorgestellt von Herrn Rechtsanwalt Feiice Ravenna, Präsident der „Italienischen Zionistenfederation", über Theodor Herzl, den Schöpfer des modernen Zionismus. Mit Weihe und Schwung beleuchtete der Redner die Persönlichkeit Herzls als Staatsmann, als Mann der Tat, als Dichter und Schriftsteller. Er brachte die Berühmtheit Herzls als Künstler und Dramatiker zum Ausdruck und ging dann zu jener Stufe der Entwicklung des grossen Toten über, als dieser seine ganze Macht dem armen verachteten jüdischen Volke zuwandte. Herzl kam zu uns mit seiner ganzen grossen Seele und all seinem Vermögen und sprach zu dem verwirrten und niedergeschlagenen Volke ein befreiendes: Es werde! Treue hat er uns gegeben und Treue empfangen. Redner gab hierauf dem zahlreich versammelten Auditorium einen eingehenden Abriss der Taten Herzls, die er als Anker des Erlösungswerkes des jüdischen Volkes mitten in den heftigsten Stürmen ausgeworfen hatte; er schilderte, wie liebevoll der Führer unter den Juden wirkte und wie energisch für sie nach aussen — daheim ein Lamm, draussen ein Löwe. Weiters ging der Redner auf die Bedeutung und Wirkung des Judenstaates über und hielt im Anschlüsse daran eine glänzende Verteidigungsrede des Zionismus gegen dessen Angreifer. Unter reichem Beifalle schloss der Redner mit einer Würdigung der hohen Moral und sozialen Gerechtigkeit, der Herzl mit Feuereifer diente; dafür leben seine Ideen leuchtend im jüdischen Volke weiter und wir bewahren sein Andenken mit Erinnerung und Tat. Die Trauerrede machte tiefen Eindruck. Anwesend waren bei der Gedenkrede eine grosse Anzahl hervorragender Personen: Damen, Professoren, Studenten, Juden und Christen, mehr als 300 Personen. Unter den Zuhörern befanden sich die Herren Vertreter aller Zionistengesellschaften und Zeitungen von Italien und mehrere vom Auslande: Herr F. Ravenna für die „Federazione Sionistico", Herr F. Jarach für die „Gruppo Sionistico** aus Neapel und „Gruppo Sionistico" aus Mailand, Herr A. Donati für „Associazione Sionistico" aus Modena, Herr Sinigaglia für „Sezione Sionistico* aus Padua, Herr A. Sorani für „Gruppo Sionistico* aus Florenz, Herr Da Zano für „Gruppo Sionistico" aus Ancona, Herr E. Morpurgo für „Gruppo Sionistico" aus Triest, Herr Prof. C. Levi für „Idea Sioriista* aus Modena, Herr G. Racah für „Corriere Israelitico" aus Triest und andere. Depeschen und Briefe sandten ferner: »Gruppo Sionistico Veneto" sedente in Venezia, „Gruppo Sionistico Romano", „Circolo Sionistico di Bologno*, „Fratellanza israelitica diFerrara", Aovocato Foa di Modena, Aldo Sorani di Firenze, Prof. Gugenhehn aus Mailand, Prof. Rabbino Dante A, Lattes aus Triest usw, Die politischen Zeitungen aus Mailand sprachen respektvoll und schrieben lange Artikel über den Vortrag. Das besondere Doppelheft der .Bollettino del Gruppo Sionistico Milanese", das heute erscheint, enthält folgendes: Rabb. Dante A.Lattes: „Die Idee des Th. Herzl". Rabbiner S. H. Margulies: „Th. Herzl und der Zionismus". C. R.: „Sursum eorda". Emme : „Der Judenstaat". Rabb. A. da Fano : „Messias' Zeitpunkt". E. Morpurgo: „Die Person Th. Herzls". Lydia: „Edlach". „Stimmen der italienischen Presse über Th. Herzl". „Die italienischen Zionisten für Th. Herzl1. Das Blatt wird in ganz Italien verbreitet. Dr. Edgardo Morpurgo. An die P. T. Gesinnungsgenossen in Oesterreich! Die Monatsschrift „Zion", Mitteilungen des zionistischen österreichischen Landeskomitees, wird fortan jede vierte Woche als Beilage der „Welt" erscheinen und mit der betreffenden Nummer zufolge eines Uebereinkommens mit dem österreichischen Landeskomitee den parteisteuerzahlenden Gesinnungsgenossen unentgeltlich zugesendet werden. Im „Zion" werden auch alle die österreichische Organisationen betreffenden Verlautbarungen und Berichte zur Veröffentlichung gelangen. Es werden infolgedessen schon jetzt alle an die „Welt" einlangenden Berichte dem Presskomitee des Landeskomitees übergeben. Es ergeht demnach die Bitte an alle österreichischen Distriktskomitees, Vereine und Vertrauensmänner,) derlei zur Publikation bestimmte Berichte nicht mehr an die „Welt", sondern an das Landeskomitee, IX., Türkenstrasse 9, einzusenden. Zur Vereinfachung der Manipulation und rascheren Durchführung ist es wünschenswert, dass auf diesen für die Presse bestimmten Sendungen gleich auf dem Kuvert der Vermerk „Presse" angebracht werde. fribäiK» (Ftr diese Rubrik Ist dit Rtdaktioi nicht verantwortlich.) Marken für den Nationalfonds, Folgende Gesinnungsgenossen haben für den N.-F Briefmarken gespendet: Wien: R, Bunzl, „Moria", Di\ S, Krenberger, Joch. Thau, „Unsere Hoffnung", Monatsschrift für die reifere jüdische Mittelschuljugend, Frl, O, Herren Oskar und J. Steiner, Frl. J. Steinschneider, Aren. 0. Marnaorek, durch S. Ullmann, techn. Karpel („Kadimah"), Wolf-Teitelbaum, Verein „Theodor Herzl", Zionistische Mittelschüler Wiens o) durch Ben Abraham, med. Jung. Marienbad: R. Kraus. Anamoose: Dr. J. Frankl. Rzeszow: L. Weintraub, M. Ellenbogen. London: B. Schiresohn, L. Cohn. Krakau: Frl. S. Horn, A. Lindenbaum. Pressburg: A. Hirschler. Oswiecim: E. Andermann. Konstantino p e 1: J. Spiegel. T e s c h e n : S.Schmitz. Basel: J. Weil. Beuthen: „Ungenannt".Klosterneuburg: M. Weinberger. Z a g r e b : H. Lederer. Lemberg: M. Horowitz, Marceil Arnold, Frl. S. Arnold, „Moria". Serajewo: S. M. Alkalay. Kossow: M. Schwadron. Stanislau: Frl. R. Diamant. O d o 1 e n y : L. Pax. Poslo witz: Frl. P. St^auss. Monasterzyska: Ester Badian. Allen Spendern besten Dank und Zionsgruss! Die Philatelieabteilung der N. - F.-Kofflmission. An unsere Gesinnungsgenossen in Serbien! Da die serbischen Krönungsmarken im Werte sehr gestiegen sind, bitten wir dieselben eifrigst zu sammeln und uns baldigst zuzuschicken. Werte Gesinnungsgenossen! Da bei uns grosse Bestellungen gemacht wurden, bitten wir dringend um Zusendung von Briefmarken aller Länder. Auch die gewöhnlichsten finden Verwendung. Die Philatelieabteilung der N.-F.-Kommissio«,