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Die Welt · 1905-02-10 · 6 (10.2.1905) · page 4

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
6 (10.2.1905)
Date
1905-02-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 „bie # # treter nach Palästina, um der Frage der Kultivierung von Baumwolle im diesem Lande näherzutreten. Wie wir aus einer im Verbindung mit eimem kompetenten Fachman'iie hier angestellten Erkundung erfahren konnten, baute man in 'den verschiedenen Teilen des Landes noch' vor mehr als 40 Jahren Baum wolle an. Die im vetristrichenen Jahre hie und da angestellten kleinen Versuche ergaben ein verhältnismässig günstiges Resultat. Leider warein die Versuche verspätet (erst im Mai, während die Aussaat Ende Februar zu erfolgten hätte) und mit nur einer zufällig hierhergebrachten Vairiietät von Baumwolle angestellt. Trotzdem unterliegt es keinem Zweifel, dass in dem grössten Teile des Landes, also in Ober- und Unter- Galiläa, in Samania und zum Teil auch in Judäa Baumwolle ohne künstliche Bewässerung hier angebaut werden kann. Für das wirksamste Mittel der Einführung und Ausbreitung der Baumwollkuiltur im Lande halten wir die Gründung einer BaumwaLlgesellschaft, die sich auf reim kommerzieller Basis aufbaut. Die Gesellschaft wird durch Verteilung von Saat und Gewährung von Vorschüssen die Bauern dazu veranlassein körnen, Baumwolle anzubauen, die .sie aufkauft und exportiert. Die in Aussicht genommene Versuchsstation wird der techniscih-Wirtschaftlichen Seite der Baumwollkultuir näherzutreten haben. Sofmit hat uns das vergangene Jahr eine bedeutende Errungenschaft bezüglich dieser wichtigen Kulturpflanze gebracht. Hoffentlich werden wir in unserem nächsten . Jahresberichte mehr darüber beilichten können. Er d'iius s. Diese Oelf nicht wurde seit drei Jahrer versuchsweise in Hederah angepflanzt. Der Versuch lieferte ein sehr befriedigendes Ergebnis. In den folglenden Jahren' wurde der Anbau bedeutend vergrössert und lieferte ebenfalls ein gutes Erzeugnis und reichen Ertrag. Dieses Beispiel lenkte nunmehr die Aufmerksamkeit der benachbarten Kolonie Zichron- Jakob auf sich und man beabsichtigt, auch dort die Erdnuss anzubauen. Da-die Erdnuss die für ihr Gedeihen erforderlichen Bedingungen in Palästina vorfindet, so ist zu [hoffen, dass diese wichtige Oelfirucht, deren Oel sogar mit dem Olivenöl zu konkurrieren vermag, in unseren Kolonien zur allgemeinen Einführung gelangen wird. Die Betrachtung der Anfänge der eben aufgezählten Kulturen in Palästina veranlasst uns, hier wiederum auf die dringende Notwendigkeit der Einrichtung unseirier ersten landwirtschaftlichen Versuchsstation hinzuweisen. Da wir nunmehr unmittelbar vor dem Erwerb des für die Station nötigen Bodens steten, so dürfen wir sagen, dass wir von dem angestiebten Ziele nicht mehr so sehr weit entfernt sind. IL Städtische Kolonisation. Die städtische Kolonisation ist in .erster Linie Handels- und Industriekolonisation. In dieser Richtung niuss wiederum die Anglo-Palestine Co. als die bedeutendste Errungenschaft bezeichnet werden. Sie hat ihre Zentrale in Jaffa und eine Zweigniederlassung in Jerusalem. Weitere Filialen sind in Aussieht genommen worden unid werden zweifelte der Stärkung des jüdischen Elementes in den betreffenden Städten diilenÜ'ich siein. Innerhalb einer eineinhalbjährigen Tätigkeit hat dile A.-P.C. dem jüdischen Handel und Gewerbe zweifelsohne sehr genützt. Eine weitere Förderung unserer Interessen duirch diese Institution ist vorauszusehen. Hier ist auch der Palästina-Handelsgesellschaft in Hamburg zu gedenken, die erst seit drei Monaten ihre Tätigkeit begonnen hat. Innerhalb dieser Zeit suchte sie sich gute Verbindungen im Lande zu verschaffen und wind voraussichtlich sowohl den Kolonien wie auch der städtischen Bevölkerung nützlich sein. Die -letzten Ereignisse in Russland brachten es mit sich, dass eine bedeutende Zuströmung von Juden innerhalb des vergangenen Jahres stattfand. Bei der Besprechung der Rolle von Sedschera erwähnten wir schon, dass ein grösserer Zufluss von jüdischen Arbeitern dorthin stattgefunden (hat. Auch die bei Welt" Nr, 6 Jaffa gelegenen Kolonien, in erster Linie Pethach-Thikwah, nahmen einen grossen Teil der neuangekommenen Arbeiter auf. Aber auch verschiedeaie Handwerker und Gleiwerb et reibende übersieddten im verstrichenen Jahre hieriheri Ein bedeutender Teil dieser Einwanderer wie auch der früher erwähnten Arbeiter verliess wiederum nach einiger Zeit das Land. Dass aber aus dieser Zuwanderung immerhin doch cht bedeutender Zuwachs des jüdischen Elementes in den Städten resultiert, unterliegt keinem Zweifel. ZaMenrnässig lässt sich dies leider nicht beweisen. Wir sind am Schluss unseres Rückblickes. Wenn er kurz üst, so liegt es daran, dass unsere Rolle im Lande noch immer zu gering ist. Viele Möglichkeitien der Verstärkung unseres Elementes sind vorhanden und können ausgebeutet werden. Wenn dies geschehen wird, werden wir mehr zu sagein haben. S. S o s k i n. Unsere Organisation. Von M. Ussischkiti. (Schluss.) Ich übergehe nun zum aUerschwersten Hindernis der von mir vorgeschlagenen Reform — des Zentrums nämlich, dass die drei Mitglieder des A.-C., welche in Basel wohnen werden, honoriert werden müssen. Dieses ist schwierig aus folgenden Gründen: 1. Dazu braucht man eine grössere Geldsumme, was bei unserem armen Budget sich sehr fühlbar machen wird; 2. werden diese Mitglieder des A.-C. infolge ihrer Honorierung zweifellos einen Teil ihrer Autorität im jüdischen Volke einbüssen; 3. das sehr grosse Opfer wird von diesen Männern verlangt, nicht nur für die Bewegung, sondern auch von der Bewegung zu leben. Männern mit stark entwickeltem ethischen Sinn und mit unabhängigem Charakter wird dieses unglaublich schwer fallen, solche wird es sehr verletzen; 4. Männer, welche eine gesellschaftliche Stellung einnehmen und eine beständige Brotbeschäftigung haben, müssen das alles auf drei Jahre aufgeben und wenn sie dann nicht wiedergewählt werden, so müssen sie von neuem mit ihren persönlichen Geschäften beiginnen, was dann nicht immer gelingt, und sie können materiell vollständig ruiniert werden. Das alles ist richtig und dennoch muss es geschehen, denn wir haben keinen anderen Aus w e g. Die Ausgaben für ihre Honorierung werden durch die Reduzierung der Ausgaben für verschiedene Konferenzen und durch die Verkleinerung der Konferenzen selber, wegen der Reduzierung der Mitgliederzahl des A.-C. bestritten werden. Die Unterhaltung des Bureaus in Basel wird bei ständiger Arbeit von drei Mitgliedern des A.-C. bedeutend weniger kosten, als in irgend einer Hauptstadt Europas. Die Autorität dieser Mitglieder des A.-C. wird allmählich mit der politischen Entwicklung des jüdischen Volkes wieder hergestellt werden. Das Volk wird hegreifen, dass diese Mjänner das grösste Opfer für die Sache gebracht haben. Was aber die Forderung dieses moralischen und materiellen Opfers von drei Mitgliedern des A.-C. anbetrifft, so müssen wir doch endlich so weit kommen, dass die Bewegung das Recht haben soll, Opfer zu fordern, und die Leute müssen sieh finden. Wenn sich aber herausstellt, dass wir an einem solchen Menschenmangel leiden, dass wir nur Männer haben für Reisen auf Kongresse und Versammlungen, für hübsche Reden, für Spendierung von 1 Krone für einen Schekel und sonst nichts, während aber wenn ein immenses, das ganze persönliche Leben ergreifendes Opfer verlangt wird, wir dafür keine Männer haben, so braucht man für eine solche Organisation nicht zu sorgen — sie wird schon von selbst zugrunde gehen. Ich schlage deshalb vor, dass für das erste

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