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Die Welt · 1905-01-20 · 3 (20.1.1905) · page 10

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
3 (20.1.1905)
Date
1905-01-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 lfbi$ * W$lt" Nr. 3 folomea. Verein „Zeire Ziona entwickelt sich sehr gut. Erfolg* auf dem Gebiete des Nationalfouds, Schekels und sonstiger zionistischerlostitutionen.Bemühuigeij für die Propagierung der zionistischen Idee durch Giünduig von gleichen Vereinen in Provinzstädten. Zur Ausbildung der Mitglieder schön« Bücherei jüdischer und moderner Aut jren; abonniert auf viele Zeitungen und Zeitschriften; allwöchentlich Vorträge und Vorlesungen. Wahlen: Präses Doktor Rosenheck, Vizeprä^es S. Iwanier, Sekretär M. Heniscn, Kassier D. H ffnann, Komrollor B. Weli< zker. Ohne Funktionen: J. Brettler, M. Danger, M. Lefkowicz und Bibliothekare L. Scharf und S. Haber, Verwalter Ch. Sandler. Rztszow. Fünf Vorträge des Krakauer' Distrikts?- kpmiteemitgiiedes Prof. M. Margulies in einer Woche unter starkem Beifall und mit starkem Erfolg. Zwei im Vereine „Chowewe Zion", einer nach dem Vortrage des Rabbiner Dr. Bau, einer im „Betri Hamidrasch*4 un t einer im „Poale Zion". Eswärezu wünschen, dass sich so gute Redner öfters in Galizien auf Agitationstouren begeben möchten. N.-F. gesammelt. - Den 25. Dezember Herr A. Apfelbaum im „Chowewe Zion" vor einer zahlreichen Versammlung Vorlesung über die Biographie des Rambam anlässlich seines 700jährigen Jubiläums. Derselbe wird noch zwei Vorträge über die Werke des Rambam halten* N.-F. K 4.20, Königsberg. Am 3. Jänner Generalversammlung der hiesigen Zionistischen Vereinigung. Es wurden gewählt: Dr. med. Hoppe, Dr. jur. Jacobi, Sambur.'ky, Otto Coha und Zahnarzt T^odor. Im J«hre 1904 wurden für den Nationalfonds g sa nmelt Mk 1560, für Geschenk für die Kinder Herzls Mk. 468, für die Nationalbibliothek Mk. 83; im Broschü'enversand wurde viel geleistet. Hamburg. Herr Rechtsanwalt Gron emann, Hannover sprach am 11 d. M. vor stattlicher Versammlung üb*r das Thema: „Die Emigrationsfrage und der Zionismus" Er gab die augenblicklich* Notwendigkeit philanthiophischer Hilfsaktionen zu und wiesauf die Mitarbeit der Zionisten hin, die jedoch nicht, wie unsere Gegner, davon eine Lösung der Juden frage erwarten. Auch eine politische Umwälzung in Russland wird für die Masse der Juden zu keiner Rettung führen, sondern im Gegenteil die schwersten Katastrophen für sie im Gefolge nahen. Redner tadelte scharf die Massnahmen der jüdischen Rückwandererkomitees, die die Flüchtenden in das alte Elend zurückverweisen, und keni zeichnete im Hinblick auf das Protokoll der englischen Parlamentskommission die unheilvollen Konsequenzen, die von nichtjüdiscner Seite (M»jor Gordon) aus einei derartigen Auffassung gezogen werden. Tneodor Herzl hat in seinem klassischen Londoner Gutachten den einzig möglichen zionistischen Standpunkt der Auswandererfrage gegenüber festgelegt. Von anderer Seit« sind greif bäte Vorschläge zur gründlichen Lösung der Auswandererfrage nicht gemacht worden. Der inhaltsreiche und propagandistisch wirksame Vortrag fand reichen Beifall. Zirka 30 Mk. für Nationalfondsw K. New-York. Wie man ans New-York berichtet, hat sich an der dortig-n Columbia-Universität ein zionistischer akademischer Verein gegründet. An der Spitze des Vereines, der vom akademischen S*nat approbiert wurde, stehen die Herren Aliilaw und Samuel Weinstein, beide Studenten der Columbia University. An d*r ersten konstituierenden Versammlung nahmen auch die Herren Doktor H. P. Mendes, Prof. Dr. Israel Friediänder und Dr. Magnus teil, t die enthusiastische Ansprachen hielten und die Ziele und Weife des Zionismus ihrer Hörern erklärten. Die Idee des Zionismus fallt in Amerika somit auf fruchtbaren Boden. Wenn die akademische Jugend sich im freien Lande Amerika für den Zionismus begeistert, so ist damit unserer Idee ein glänzendes Zeugnis ausgestellt. W«ft*@bi|onik. Heinrich Klinger. Das Laichet begängnis des ehemaligen Präsidenten der Wiener Kultusg^meinde. Heinrich K1 i n g e r, der einem langwährenden schmerzhaften Leiden erlegen ist, fand Sonntag, 15. Jänner statt. Eine stattliche Anzahl von Teilnehmern assistierte der Trauerfeierlicbkeit, über 300 Wagen brachten die Trauergäste, die den reichsten und am meisten genannten jüdischen Kreisen Wiens angehörten, zum Friedhof. Die Vertretung der Kultusgemeinde wa? fast vollzählig erschienen. Vom zionistischen Aktionskomitee erwiesen Herr Ing. Joh. Kremenezky und Herr Architekt O. Marmorek dem Toten die letzte Ehre. — Heinrich Kl ing er war Zeit seines Löbens ein guter Jude, der in seiner Familie keinerlei Abfallegelüste aufkommen liess. Auch seine Tätigkeit bei der Kuli usg* mein de war bis zuletzt frei von irgend welcher Parteilichkeit. Nnr anlässlich der vorletzten Wahlen gab er sich zum Werkzeug anderer her und beeil flusste die Wähler durch Zusendung seiner Visitkarte, nm nie zur Wahl der er bg^sessenen Kuliusräte anzueifern. Das Manöver gelang, aber Kling er selbst mag später mehr als eii mal seine Mitwirkung bedauert hab^n. Man hat dies in zionistischen Kreisen in Kenntnis des Sachverhaltes dem nun Verstorbenen nicht nachgetragen. — Er ruhe in Frieden! Rede des Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern an der Bahre des gewesenen Präsidenten kais. Rat Heinrich Klinger. ist ein Jahr her — gerade in diesen Tagen tdass du aus dem Kreise des Vorstandes unserer Gemeinde, dessen Mitglieder tief erschüttert hier deine Bahre umstehen, schiedest. In rührenden, ergreifenden Worten beklagtest du es, dass dein Leiden dir ferner nicht gestatte, dem hohen, verantwortungsvollen Amte, zu welchem wir einhellig dich berufen hatten und m welchem wir einhellig dich ach! so gerne erhalten hätten, vorzusteh m. Als Führer der Gemeinde bezeichnetest du in deinem Abschiedsschreiben die Wahrung des Ansehens und der Würde des Vorstandes, die Wahrung des Friedens in unserer Gemeinde als die Leitsterne deines Handelns. Goldene Worte, quellend aus edelster Seele. Goldene Worte, welche unter «leinem Bilde prangen mögen, das die Stätte deines langjährigen Wirkens, unseren Beratungssaal, schmücken wird. Und weiter zurückgreifend ersteht in mir die Erinnerung an jenen Vorabend unseres Neujahrsfestes, an den Tag, an dem du das 70. Lebenpjahr überschrittest und ich, auch ein Siebzigjähriger, das Glück und die Freude hatte, dir, dem verehrten Freunde, dem verehrten, geliebten Oberhaupte unserer Gemeinde, den Dank des Gesamtvorstandes für dein unermüdlich segensvölles Wirken zum Ausdrucke zu bringen und dir im Bilde vorzuführen die grossen schönen Werke, die unter deinem Präsidium ausgestaltet worden waren: Das monumentale Gotteshaus, die Siechenanstalt, das Krankenhaus. Und so wird in mir lebendig die Erinnerung an eine durch fast zwei Dezennien währende gemeinsame Tätigkeit, bei welcher wi** in den anzustrebenden Zielen uns zusammenfanden und mit der gleichen Liebe, mit dem gleichen Enthusiasmus, mit der gleichen Hingebung diesen Zielen zustrebten : Wahrung des Ansehens und der Würde des Vorstandes, Wahrung des Friedens in unserer Gemeinde, welche als die grösste in unserem Vaterlande allen anderen voranleuchten möge. Ma nautner, ma nedaber! Wie finde ich das Wort, wo ist es zu finden, das vollen Ausdruck geben könnte unserem innigen, herzlichen Danke an dich für die gute Saat, die du gesäet, für den Segen, den du geschaffen, für die warme, wohlwollende Anteilnahme, die du allem Guten und Edlen, allen unseren gemeinnützigen Anstalten, den zahllosen Hilfsbedürftigen, die sich an dich wandten, entgegengebracht hast, für die gewissenhafte Führung deines Amtes, für das wohlwollende, freundliche Entgegenkommen, welches wir, die Mitglieder des Vorstandes und die der Beamtenschaft stets bei dir fanden. Wie vermag ich Ausdruck zu geben unserem heissen Schmerze, der tiefen Trauer, die uns alle umfängt, nun da wir von dir für immer scheiden! Ewel kowed seh! Dieses Bibelwort schwebte mir vor, als wir, um dir eine letzte Ehre zu erzeigen, dir dort in jener Strasse das Geleite gaben, Ewel kowed seh! Eine schwere tiefe Trauer, tiefes Herzleid fasst mich an, mich, deinen treuen Freund und Verwandten, und uns alle hier, die wir dich nun au deiner letzten Ruhestätte geleiten. Dein Andenken ist und bleibt gesegnet für alle Zeiten! Aus der Wiener Kultusgemeinde. Auf Grund der §§8 und 9 des Statutes der israelitischen Kultu«gemeinde Wien hat in der Plenarsitzung vom 6. Jänner 1905 die Neukonstituierung des Kultusvorstandes stattgefunden. Das Vertreterkollegium besteht nunmehr aus den nachberannten Herren: Präsident Dr. Alfred Stern, (gewählt in der Plenarsitzung vom 10. April 1904 für eine, dreijährige Funktionsdauer). I. Vizepräsident Dr. Gustav Kohn, II. Vizepräsident kais. Ret Moriz Hirsch; Vertreter: Dr. Alfred Berger, k. k. Baurat Theodor Ritter von Goldschmidt, Dr. Felix Katzau, Wilhelm Kuffner, k. k. Oberfinanzrat Benjamin Rappaport, Dr. Maximilian Steiner, k. k. Baurat Wilhelm Stiassny, Theodor Ritter von Taussi g.

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