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Die Welt · 1905-01-13 · 2 (13.1.1905) · page 9

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
2 (13.1.1905)
Date
1905-01-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. .? „bie # weit11 Seite 9 Freude zu bereiten. Am 3. Dezember d. J. veräifttalteite pe eifteri. Feststbend, wo oratorische,: poetische ufa/t' mas^lis6'he;Xeist'a'Dgen sich in; angenehmer Reihe ab wechselten. Herr Dr. jur. Is. Hen sprach eine überaus gehaltvolle' Festrede. Herr Abäs trug unter Beifall „Lieder des Ghetto" vor. Ein Souper, wo unter anderem Herr Doktor Waldenburg aus Berlin die Grüsse der deutschen Gesinnungsgenossen überbrachte, und ein improvisierter Ball vereinten die vielen Zionisten bis in den Morgen. Das eifrige Komitee hat sich aller Dankbarkeit erworben. Es ist auch hier der Freiheitskämpfe der Makkabäer in würdiger und zionistischer Weise gedacht worden. ft.-Fl'K 100.-V ' i;. rbfltf-KSOVl {? i, MiOUMt-; " Wynberg S. tA. ^Zi^nisfc;Associationtf. Mafekabäerfeier &i Detzem frer. 400 Personen au wesendi; Reinertrag »fuiv den Hatiojöi-ftlfond^Pfd; :Ste*"l. 15 (360 BJn Die;Einladungen waren sämtlich mit je einer N.-F.-Marke versehen, was zur Nachahmung dringen dst empfohlen wird. Um 7 Uhr war der Saal schon überfüllt. Bald daraufmarschierten die Talmud Thoraschüler mit kleinen Zionsfahnen von ihrer Schule ab und wurden am Ende der Strasse vom Vereine mit seiner Fahne eingeholt. Beim Einzug in den Saal akklamierte alles begeistert die Zionsfahne. Die Schulen sangen nationale Lieder, der Präsident Herr Hirsch hielt eine glänzende Festrede. Rev. Klugmann entzündete die Lichter. Um das Amüsement machten sich verdient: Mr. Gluschak, Mr. Mirvish (Gesang), Miss Neustadt begleitet von Miss D. Kinelhoff, der bekannten Zionistin und Sekretärin des Frauenvereines in Kapstadt Ende 12 Uhr nachts mit Nationalliedern. Todesfall. Vergangene Wache ist in Lemberg der konservative Synagogenrabbiner (gen. „Maggid") Herr Alexander Halpern, im hohen Greisenalter verschieden. Seine bedeutende talmudische Gelehrsamkeit, gepaart mit edlen Charaktereigenschaften, sicherten dem Seelsorger, der seinen Sitz in der städtischen Synagoge hatte, die Wertschätzung der ganzen Gemeinde. Das Leichenbegängnis fand unter sehr zahlreicher Beteiligung statt. Unter den Trauergästen befanden sich die Mitglieder des Kultusrates mit dem Präsidenten Abg. Dr. Byk. Trauerreden hielten die Rabbiner Schmelkes und Dr. Caro, ferner Rabbinatsassesor Brande und ein Sohn des Verblichenen. Ehre seinem Andenken! Zeitschriften- Rundschau. Ein jüdisch-arabisches Tagblatt. In Tunis hat eine neue jüdisch-arabische Zeitung „El-Ess abatt („Der Morgen") zu erscheinen begonnen. Ein Zeichen mehr für das kulturelle Erwachen der orientalischen Juden. „Das jüdische Wort", Zeitschrift für Literatur, Wissenschaft, Kritik und gesellschaftliches Leben, erscheint wöchentlich in Krakau. Herausgeber uncj Redakteur Abraham Reisen. Von dieser glänzend redigierten Wochenschrift liegt uns die erste (Doppel-) Nummer vor, die in einer Reihe schöner Beiträge an ihren Vorgänger, den dortselbst erschienenen „Der JudB, lebhaft erinnert. Wir werden in den nächsten Nummern diese Zeitschrift näher besprechen, vorläufig wünschen wir Herrn Reisen herzlichst Glück zu seinem Unternehmen. —z. In der hebräischen Presse ist der Streit um die Ugandafrage noch immer Gegenstand heftigen Kampfes. Eigentlich handelt es sich in diesem Wortstreite nicht mehr um die Meinungsverschiedenheiten zwischen „Ja-* und „Nein-" sagern, wie sie auf dem VI. Kongresse auftauchten. Diese Meinungsverschiedenheiten sind längst geschwunden und scheinen einer anderen prinzipiellen Verschiedenheit Platz gemacht zu haben, derjenigen zwischen „Territorialisten" und „Nationalisten". Diese letztere Bezeichnung wenigstens nehmen die ursprünglichen Ugandagegner ausschliesslich für sich in Anspruch, während die „Territorialisten" es nicht zugeben wollen, dass ihre Bestrebungen als a n t i n a t i o n a 1 gekennzeichnet werden. Aber die Art. in welcher die Debatten in Fragen von so wichtiger prinzipieller Bedeutung geführt werden, ist nichts weniger als erquicklich. Die Debatten werden mitunter in einer derart persönlichen Form geführt, dass es den Anschein hat, als ob nicht die Anhänger zweier Richtungen innerhalb einer und derselben nationalen Bewegung um die Herrschaft kämpfen, sondern dass zwei Gruppen von Personen, um gewisse Redaktionen geschart, wie auf Kommando gegeneinander losschiessen und sich mit den heftigsten Zu- und Kosenamen belegen. Der Kampf, der unbedingt ein prinzipieller sein soll, nimmt immer mehr an persönlichem Charakter zu und führt zu Ungeheuerlichkeiten, die oft dem Lese* dfe tektjire1 keitf&' l'|dteMe^ hebtäisöheri Zangen nichf Wenig äaW macHefi> °?j; - - i. t. r., Wir seheit hier ab von den Konsequenzen eines solchen Kampfes, die dazu führten, dem hebraischea Publikum es zu verargen, dass es zwei Schriftstellern, wie Sokolow und Ben J e h u d a, zu den Jubiläen ihren 25jährigen Schriftstellerarbeit die verdienten Ehren bezeugen wollte. Das war Sache des Geschmackes, des reinen Taktes, und zu solchen Absonderlichkeiten hat es die, Presse anderer Sprachen, die auf eine ältere Entwicklung zurückblicken können, wohl nie gebracht. Wir sehen von dieser-Taktfrage Einzelner ab und bedauern nur im allge> JmeinenudenTiJnpn, j}ei»i4n der hebjäisch^n^resse sich, ejnzubürgern, droht* rt£e# Ton des reinen fi^önlic|ie^rHasses, der eine sachliche Diskussion von vorneherein ganz unmöglich macht. Zu den seltenen Stimmen in dieser hochwichtigen strittigen Frage, die aus rein sachlichen Motiven erhoben werden, scheint uns ein Arikei Dr. S. Lewin s im „Hazofe" vom 3. d. M. zu gehören. In ruhiger, sachlicher Weise setzt er sich mit den sogenannten „Territorialisten" auseinander und er weist ihnen nach, dass ihre Gegnerschaft gegen Palästina sich in nichts unterscheide von der Gegnerschaft, die gegen die zionistische Bewegung am Anfange ihrer Entstehung sich geltend gemacht hat. Damals wies man auf die Unerreichbarkeit Palästinas hin; aber dank den Kongressen ist unsere Forderung auf unsere historische Heimat eine offenkundige geworden und wir wussten unseren Gegnern, die uns nach jedem Kongresse hämisch um die Erfolge befragten, nach der Aeusserung unseres verewigten Führers zu antworten, dass, wenn die Türkei auf unsere Wünsche nicht eingehen sollte, wir unsere historischen Rechte dennoch nicht aufgeben, vielmehr mit der Uhr in der Hand dastehen und den Zeitpunkt abwarten würden, da unser Recht anerkannt werden müsste. Wenn es nun den Bemühungen unseres Führers nicht gelungen ist, mit amerikanischer Raschheit das vorgesteckte Ziel zu erreichen, wenn er im Laufe weniger Jahre mit so lächerlich geringen Mitteln, die ihm das interessierte Volk zur Verfügung stellte, nicht am Ziele angelangt ist, sollten wir darob an unserer Sache ganz verzweifeln und vollends die Flinte ins Korn werfen? Gerade in der letzten Zeit hörte man Gerüchte über gewisse Aussichten für unsere Sache im Osten. Sollten wir, wenn wirklich Aussichten vorhanden sind, dieselben von uns weisen? Nach der Meinung der „Territorialisten" hätten wir bereits alles versucht und nichts sei uns gelungen. Hat aber auch das jüdische Volk alles g&tan, um diesen Versuchen das Gelingen zu sichern? Auf diese Frage verspricht Doktor Lewin noch zurückzukommen. In derselben Nummer des „Hazofe" wird im Feuilleton unter anderem ein offenes Schreiben eines „hebräischen Konversationsvereines6 in Sluzk an Rüben Brainin reproduziert, in welchem an diesen die Aufgabe gerichtet wird, warum man bis heute von der am VI. Kongresse gegründeten Vereinigung der „hebräisch Sprechenden", deren Arbeiten Herr Brainin nach Zeitungsberichten bereitwillig auf sich nahm, nichts höre. Hoffentlich wird Herr B rain in diese Anfrage nicht unberücksicht lassen und der angekündigten Organisation sich mit der nötigen Energie zuwenden. Wir möchten, anknüpfend an diese Mahnung, hier eine andere offene Anfrage richten, nämlich an unseren sonst so rührigen Markus Kohn, der vor dem VI. Kongresse und während desselben sich so warm für die Gründung eines Schriftstellerverbandes einsetzte, von dem jedoch bis heute leider nichts zu hören ist. Haben wirklich alle die Zustände aufgehört, die einen solchen Verband noch vor kaum mehr als Jahresfrist notwendig machten, oder sind die hebräischen Schriftsteller wirklich ungeeignet oder gar abgeneigt, eine Organisation zu schaffen, die ihre ureigensten Interessen wahren soll? Zur Ehre unserer hebräisch schreibenden Kollegen wollen wir annehmen, dass diese letzte Frage entschieden zu verneinen ist, trotz der oben angedeuteten, doch nur als scheinbar hingestellten persönlichen Differenzen und trotz der bitteren Klagen M. Klein manns in einem Feuilleton des „Hasman" vom 5. d. M.; aber um so entschiedener muss die erste Frage verneint werden. Uns sind manche Zustände bekannt, die dringend daran mahnen, endlich einmal eine geschlossene Solidarität der hebräischen Schriftsteller herbeizuführen, damit ihre Standeswürde voll und ganz gewahrt werde. Es soll uns freuen, wenn diese Zeilen den gewünschten Erfolg haben werden. Hebraeus.

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