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Die Welt · 1905-01-13 · 2 (13.1.1905) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
2 (13.1.1905)
Date
1905-01-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 „bi* # weit Nr. 2 Die Gründung deß hiesigen ]Pr au eiiy er ein es wie auch das Veranstalten des Inauguratiönsaberids ist den Herren jur. Jakob Insiicht und S. Schader zu verdanken. Stanislau. Neugegründet Frauen verein für jüdische Arbeiterinnen und Handelsgehilfinnen „Judith*. Eigenes Lokal. Obm. Malw. Stern. Brody. Die im Vorjahre, dank den Bestrebungen der hiesigen judischen akademischen Jugend, kreierte Toynbeehalle begann ihre Tätigkeit heuer schon Mitte Oktober. Frequenz: durchschnittlich 250 Personen bei einer Vorlesung. Die Vorlesungen allwöchentlich am Samstag im Sitzungssaale des Gemeinderates. Programm der Vorlesungen: Am 18. Oktober fand dei4 Inauguration sab end statt. Das Begrüssungswort und den Rechenschaftsbericht erstattete derzeitiger Leiter der Toynbeehalle jur. J. Lewin, hierauf folgte die Vorlesung über Parlamentarismus in Polen von jur. J. Rottenberg. 5. November 1904. jur. J. Lewin : Die Ehe als Rechtsinstitut. 12. November. Magistratssekretär H. Bath: „Die Komödie der Liebe". Von Ibsen. 19. November, med, H. Igel: Das Blutgefässsystem des menschlichen Körpers. 26. November, jur. M. Bardach: Innere Verhältnisse Oesterreichs im XIX. Jahrhundert. 3. Dezember. Fr. R. Wischnitzer: Die Geschichte der Makkabäer. 17. Dezember, jur. M. Grünberg: Das Geldwesen. 24. Dezember, cand. phil. A. Jampoller: Moderne russische Literatur. 31. Dezember, jur. Lewin: Was ist Staat und die verschiedenen Staatsformen? Bedauernswert ist die Tatsache, dass die hiesigen jüdischen Gymnasiallehrer, Advokaten und Aerzte sich ostentativ jeder aktiven Teilnahme enthalten, so dass oft der Fall der Requirierung fremder Kräfte eintrat, was natürlich unnütze Kosten verursacht und die Existenz des Institutes bedroht. Gleichzeitig erwidern wir auf diesem Wege dem Korrespondenten des „Dzien% dass er nicht die nötige Intelligenz zur Beurteilung unserer Vorlesungen besitzt, wenn er der Institution ,Korruption" vorwirft. — Das hiesige Mitglied der Handels- und Gewerbekammer Herr Jakob Fadenhecht wurde unter Unterstützung der hiesigen Zionieten fast einstimmig zum Kultusrat gewählt. Karlsbad. 28. Dezember ordentliche Generalversammlung des Einzelverein „Zion". Rechenschaftsberichte mit Beifall aufgenommen. Wahl: Obmann M.-U.-C. Stein, Obmannstellvertreter med. R. Neubauer, I. Schriftführer R. Steiner, II. Schriftführer R. Heller, Kassier O. Löwy, Bibliothekar : R. Seligmann, Presskommissär J-.U-.C. Teinowitz. Mailand. „Gruppo Sionistico*. Generalversammlung am 26. Dezember. Herr Labindo Bondi gab Erklärungen über den Standpunkt der Partei betreffs der religiösen Gesinnung, aber der Präsident der Versammlung Rechtsanwalt Ermanno Jarach bat ihn, nicht auf jenes Argument einzugehen, da es nicht auf der Tagesordnung stehe. Der Herr Kassier Rechtsanwalt Federico Donati wies auf den sehr befriedigenden finanziellen Zustand der Ortsgruppe hin (Ueberschuss für das Jahr 1904). An der Debatte beteiligten sich die Herren: Präsident der Gruppe Federico Jarach, Cav. Moise Foligno, Corrado Levi, Labindo Bondi und andere, worauf die Bilanz für gültig erklärt und angenommen wurde. Eine Kommission wurde hernach ernannt um den Eintritt neuer Mitglieder für das Jahr 1905 zu ordnen. Diese besteht aus den Herren: Rechtsanwalt Federico Jarach, Giuseppe Guastalla, Doktor Edgardo Morpurgo, Revisoren: Frl. Gugenheim, Rechtsanwalt Racah. Cav. Vita. Mitteilungen seitens des Präsidenten folgten. Geld wurde gesammelt für den Nationalfonds und Briefmarken verkauft zu wohltätigen Zwecken. Am 15. Jänner wird in Mailand eine offizielle Gedächtnisfeier für unseren dahingeschiedenen Führer Theodor Herzl abgehalten werden, organisiert von der italienischen Zionisten-Föderation. Der Herr Rechtsanwalt Roberto Ascoli wird die Festrede halten. Dr. E. M. Makkabäerfeiern. Dolnja Tuzla (Bosnien). Jüd, Frauenverein glänzende Makkabäerfeier für die jüdische Jugend im Grand Hotel Sehr guter Erfolg. Der Saal war sehr schön dekoriert. Aschkenasim und Sephardim anwesend, von Kindern über 80. Begrüssung durch die Sekretärin Frau H. Thau. Spanische Ansprache von stud. J. Alkalay, der mit einem kroatischen Trauergedicht auf Dr. Herzl schloss. stud. Wiesler deklamierte Boruchowitsch' „Traum" und wurde ebenso wie die folgenden Mitwirkenden lebhaft akklamiert. stud. Esther Klimpl deklamierte Zlocistis „Märchen vom Stein" und stud. Gisa Nagl „Makkabäer". Am Klavier „Heitere Weisen" von stud. Berta Blatt und vierhändiger Vortrag von stud. Grete Katz und Helene Karger. Der Gymnasiastenchor sang die »Hatikwa« und die Hymne .«|$ar Gioras". Hierauf entzündete unter Chorgesang rlerr Kantor Stern die Chanukalichter und sprach' innige Worte über ihre Bedeutung, stud. Grete Katz trug Rosenfelds „Chanukalichter" vor, stud. Helene Karger Donaths „War ein kleines, stilles Haus". Unsere jungen Damen, die Fräuleins Drechsler, Lisska, Salom, Salzer, Schuster, Thau brachten noch ausser dem Programme ,die herrlichen Stücke „Auf, mein Volk" und »Dort, wo.die Zeder", womit sie einen wahren Beifallssturm entfesselten. Dann fanden die Vorträge ihr Ende. Zwei Büchsen füllten sich zusehends und nebstdem kam dem Nationälfonds durch Programmverkauf ein Betrag von 6 Kronen zugute durch Bemühung der Frls. Drechsler und Gottlieb. In der Pause wurden den Kindern Süssigkeiten gereicht aus Vereinsmitteln, Kinderspiele arrangiert. Bei Gross und Klein wird der Nachmitttag in angenehmer Erinnerung bleiben, zumal auch 24 arme Kinder bekleidet wurden. Wieliozka-Klasno. Der Frauen- und Mädchenverein „Miriam* veranstaltete am 10. Dezember im Vereinslokale den zweiten Unterhaltungsabend. Die Präsidentin Frau 5. Templer begrüsste die Anwesenden und hielt einen Vortrag über „Religion und Zionismus". Der so lehrreiche und interessante Vortrag erregte bis zum Schlüsse die Aufmerksamkeit des zahlreich erschienenen intelligenten Publikums. Nicht minder fand ein überaus interessanter Vortrag des Herrn Ad. Hirsch über die „Makkabäer" allgemeinen Beifall. Es folgten Vorlesungen, Deklamationen und Gesang, bei denen sich insbesondere Frau Vizepräsidentin Herschthal, Frl. Kassier F. Lax und Frl. Zins Beifall holten. Bolszowce, den 11. Dezember 1904. Makkabäerfeier Programm: 1. Chor; 2. Begrüssungsrede, Herr Bergstein; Deklamation (Jargon), Herr Bibrirg; 4. Gesang die Herren Kamerling und Lichtmann; 5. Festrede Herr Dr. Malz; 6. Deklamation (deutsch) Frl. B. Laufer; 7. hebräische Deklamation die Herren Lichtmann und Tennenbaüm; 8. Violinsolo Herr Tauber. Zum Schlüsse wurden vom Amateurklub im Vereine aAehwaha-Stanislau zwei Szenen aus dem Theaterstück „Mesenichs Zeitena aufgeführt. Allen Teilnehmern besten Dank, insbesondere den Herren Dr. Malz, Bibring, Kamerling, Lichtmann und Guttentag. Für den Nationalfonds wurde gespendet. Ben-Zion. Stuttgart. Am 8. Dezember Zionistische Vereinigung Makkabäerfeier im „Europäischen Hof*. Festredner Herr Julius Simon aus Mannheim. Er sprach unter grossem Beifall. Auch dessen Rezitationen aus Herzls Werken wurden sehr beifällig aufgenommen. Weitere Rezitationen, jungjüdische Gedichte und Theateraufführungen, sowie Gesang« und Musikvorträge bildeten das weitere Programm. Anwesend zirka 200 Personen. Nationalfonds 38.20 Mk. Friedberg i. H. Am 17. Dezember d. J. veranstaltete der am hiesigen Polytechnischen Institute bestehende Akademische Verein „Zeire Ziontt eine Makkabäerfeier. Viele Gäste aus der hiesigen jüdischen Bürgerschaft. Aufführung des Schauspieles »Das neue Ghetto" von Th. Herzl, von den Mitgliedern des Vereines unter Mitwirkung hiesiger Damen und Kollegen Feigenbaum-Darmstadt. Der ganze Abend übte auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck aus. Festrede : Vorsitzender des Vereines ing. G. Praschker. Um nach allen Seiten den Nationalfonds populär zu machen, wurden sämtliche Einladungskarten wie auch die Briefe der auf dem Abende veranstalteten „ fliegen den Post" mit N.-F.-Marken versehen. Der Ertrag für den Nationalfonds betrug somit zirka 25 Mk. Besonderen Dank verdienen die Herren Ginzburg, Praschker und Dawidoff (Ballkommission). Foksani. Samstag den ersten Chanukatag war in der jüdischen Knabenschule eine Makkabäerfeier für die Schüler. Herr Rabbiner Dr. Nacht hielt die Festrede, wo er besonders auf die Erziehung der jüdischen Jugend im nationalen Sinne aufmerksam machte. Herr Zuil sprach ebenfalls über den Inhalt des Festes, worauf Herr Doktor Nacht zum zweiten Male das Wort ergiff, um in hebräischer Sprache die Bedeutung des Festes zu würdigen. Der Feier, die von Dr. Nacht veranstaltet wurde, wohnten viele Gäste bei. — Sonntag fand in der grossen Synagoge die Makkabäerfeier statt. Herr Dr. Nacht hielt die Festrede. Ein Schüler hielt eine hebräische Ansprache. Zu Anfang und Schluss der Feier ward „Od le owdo" gesungen. Ben Z i o n. Amsterdam. (Makkabäerfeier.) Angeregt durch das Beispiel der Vereine im Auslande, hatte in diesem Jahre die Amsterdamer zionistische Ortsgruppe den schönen Gedanken, am zweiten Abend Chanuka den Gesinnungsgenossen in den Niederlanden einen Abend der festlichen

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