Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 1 (6.1.1905)
- Date
- 1905-01-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 „bit & Weit" Seite 9 The Jewish Calonial Trust Bekanntmachung. Vom 1. Jänner 1905 ab erfolgt der Verkauf von Aktien unserer Company exklusive Goupön Nr. 2. London, den 13. Dezember 1904. The Jewish Golonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Ltd. Brook House, Walbrook, E. G. (Ffir diese Rubrik ist die Redaktioi nicht verantwortlich.) Eine Palästinareise. Wiederholt wurde von uns an die Notwendigkeit gemahnt, das Land, das wir erstreben, gründlich und aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Nun bietet sich eine äusserst günstige Gelegenheit. Eine rein jüdische Gesellschaft, in deren Mitte sich auch der berühmte Historiker Dr. Kayserling befindet, unternimmt im Monate März 1905 eine vierwöchentliche Reise nach Palästina. Die Mehrzahl der Teilnehmer sind aus Ungarn, doch werden auch Juden aller andern Länder teilnehmen. Der Ausgangspu n k t ist Budapest als Ausgangspunkt des internationalen Reiseverkehrs im Osten. Dort haben sich alle, die an der Reise teilnehmen wollen, zu versammeln. Die Gesellschaft fährt voraussichtlich am 7. März 1904 abends 6 Uhr 50 Minuten vom Budapester Ostbahnhof mit dem Schnellzuge nach Fiume. Von dort geht die Fahrt auf einem Separatdampfer. D i e H aup treiserou t e ist folgende: Fiume, Alexandria, Jaffa, Mikweh Israel, Petach Tikwah, Rischon le Zion, Jerusalem, Oelberg, Jericho, Jordan, Totes Meer, wieder zurück nach Jaffa, Port Said, Suez, Ismailia, Kairo, Grab des Mainaonides, Pyramiden und zurück nach Alexandria. Besondere Ausflüge: Jerusalem—Beirut- Damaskus—Baal-Bek—Zedern—Jerusalem. Jerusalem : Hebron—Machpela (Begräbnisstätte der Patriarchen). Jerusalem—Nablus. Die Reise dürfte ungefähr vier Wochen in Anspruch nehmen. Die Rückkehr erfolgt spätestens am 7. April mit Schnellzug in Budapest. Ausführliche Reiseprogramme werden zwei Wochen vor der Abfahrt an die einzelnen Teilnehmer versendet. Reisekosten:! Klasse 1000 K (855 Mk.), IL Klasse 800 K (685 Mk), III. Klasse 550 K (460 Mk). Durch diese Summe erscheinen beglichen: a) sämtliche Eisenbahn- und Schiffsspesen von Budapest—Budapest, b) die ganze Verpflegung während der Eisenbahn- und Schiffahrt, während des Aufenthaltes in den Hotels in Jerusalem und dessen Umgebung sowie in Aegypten, c) die Kosten der Ausflüge zu Wagen von Jerusalem zum Toten Meere, zum Jordan und Jericho zum Oelberg, zu den Kolonien und in Aegypten sowie die Verpflegung während dieser Zeit, d) die Kosten des Ein- und Ausschiffens während der Seefahrt, e) die diversen Wagenfahrten »von den Hotels zu den Bahnhöfen und Stationen und umgekehrt, f) die Kosten für die Führer (Dragoman), g) die Trinkgelder während der ganzen Reise. Die Verpflegung wird eine streng rituelle sein und unter der Kontrolle des an der Reise teilnehmenden Ofener Rabbiners Dr. Adler stehen. Die rituell zubereiteten Konserven werden von der Hamburger Konservenfabrik bezogen. Der Unterschied zwischen dem den einzelnen Klassen Gebotenen liegt: a) in den verschiedenen Eisenbahnklassen; b) in den Kajüten während der Seefahrt; c) in der Einquartierung in den Hotels darin, dass jeder Passagier I. Klasse das Recht auf ein Zimmer hat, während je zwei Passagiere IL Klasse, drei bis vier Passaglere III. Klasse je ein Zimmer zugewiesen bekommen; d) in der Verpflegung. Die Passagiere I. und IL Klasse haben ganz die gleiche Verpflegung. Die Passagiere III. Klasse geniessen zwar auch dieselbe Verpflegung, nur ist die Menge der einzelnen Gänge geringer; e) in der Wagenfahrt. Die Herren der I. und II. Klasse sitzen zu dreien, die III. Klasse zu vier oder fünf im Wagen. Die Anmeldung kann bis zum 1. Februar 1905 erfolgen. Die Anmeldung geschieht brieflich bei der Direktion des Zentralfahrkartenbureaus der kgl. ungarischen Staatsbahnen Budapest, IV. Vigadö-ter 1, welches die technischen Angelegenheiten erledigt. Gleichzeitig mit der Anmeldung müssen im vorhinein 200 K beim Zentralkartenbureau erlegt werden. Der Rest ist bei Inempfangnahme der Fahrkarten zu bezahlen. Es wird geraten, sich früher anzumelden, da die früher Angemeldeten bessere Kabinen erhalten. Vorbereitungen zur Reise: Die Teilnehmer werden ersucht, sich einen Reisebrief (Pass),lautend für die ganze Welt, zu verschaffen, da sie ohne denselben nirgends landen dürfen. Derselbe ist bis zum 28. Februar 1905 an die Direktion des obgenannten Bureaus einzusenden, damit er dem kais. türkischen Konsulat in Budapest behufs Vidierung vorgelegt werden kann. Hierfür ist der Betrag von 5 Kronen bei Erhalt der Fahrkarte zu erlegen. Ein Pass kann auch auf mehrere Familienmitglieder ausgedehnt werden. Da die Vidierung der Pässe viel Zeit erfordert, wird gebeten, dieselben sich möglichst bald zu beschaffen. Einige Ratschläge: Die Zeit für die Reise ist zwar warm, doch muss man auch für einen warmen Ueberzieher sorgen. Auch nehme man sich nicht viel Gepäck mit. da die Mitnahme desselben sehr beschwerlich ist. Sonstige nähere Aufschlüsse gibt „Dasden technischen Teil der israelitischen Palästinareise im Jahre 1905 vorbereitende Zentralfahrkartenbureau der kgl. ungarischen Staatsbahnen in Budapest, IV., Vigadö-ter 1. Marken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenossen haben für den N.-F. Briefmarken eingesendet: Wien: Frl. J. Bass, Verein zionistischer Hochschüler „Theodor Herzl", Zionistische Mittelschüler Wiens (^) durch Ben Abraham, Steiner u. Kolliner, stud. Heim, J. Neumann, B. Grünhut, Grobtuch. Kischenew: Frl. M. Glücksmann. D a r m s ta d t: Akademischer Verein „Makkabäa". P i e n n aki: L. Franzos. B r ail a : A. Schächter. Z y d ac z ö w : Frl. Jeanette u. Nathan Aszkenazy. Jaworzn o: S. Landerer. P r j e d o r : G. Seidemann. Moskau: L. Berliwrant. Allen Spendern besten Dank und Zionsgruss. Die Philatelieabteilung der N. - F. -Kommission. Gesinnungsgenossen, sammelt eifrig gebrauchte Bri e f marken für den N. - F.! * * * Jüdische Toynbee-Halle. Wien, XX., Karajangasse 20. Vortragsordnung: Sonntag, 8. Jänner. Dr. J. Samuely: Japan, Land und Leute III. Montag, 9. Jänner. Dr. J. Jerusalem: Oesterreichische Verfassungsgeschichte V. Dienstag, 10. Jänner. Dr. H. Kadisch: Fortschritt und Armut IL Mittwoch, 11. Jänner. Professor Dr. J. Po Hak: Bau und Verrichtung der Sinneswerkzeuge V. Donnerstag, 12. Jänner. Dr. Siegmund Werner: Schiller V. Freitag, 13. Jänner. Bibelerklärung. Samstag, 14. Jänner. Konzert. Sonntag, 15. Jänner. Adolf Gelber: Dreihundert Jahre Hamlet. * * * München, 29. Dezember 1904. Kommilitonen! In letzter Zeit sind hier mehrfach Ausländer aus Russland eingetroffen, denen von studentischen Komitees in Wien angeraten wurde, nach München zu gehen und sich dort an die jüdischen studentischen Vereine zu wenden. Wir bitten die Kommilitonen dringendst, davon in Zukunft abzusehen, da in München weder Arbeitsgelegenheit noch irgendwelche Geldmittel zur Verfügung stehen und die studentischen Vereine auch ntcht in der Lage sind, die Durchwanderer weiter zu befördern. Der Verband jüdischer Studenten. I. A.: Lichtblau.