Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 46 (11.11.1904)
- Date
- 1904-11-11
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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leite 8 rt6fe # ^e«tw und ^unsinnig*„Nur iil der Solidarität liegt die Möglichkeit der Befreiung des jüdischen Proletariats/ Ein schönes Beispiel dieses Solidaritätsgefühls liefert der letzte Streik der jüdischen Handelsangestellten in Stanislau: Die „Poalei Zion* haben den Streik aufgenommen und ihn siegreich durchgeführt — und die Sozialdemokraten haben sie weder moralisch in ihrer Presse noch materiell unterstützt. Das ist die internationale Sozialdemokratie! Die Verbrüderungsidee und der Zukunftsstaat der Sozialisten sind eher Utopie als die Selbständigkeit des jüdischen Volkes und man kann Jude und Zioniet sein, ohne dabei den Kampf gegen die Ausbeutung, in welcher Form immer sie auftritt, aufgeben zu müssen. Man kann alle wirtschaftlichen Massregeln unternehmen, um schon jetzt die ökonomische Lage der Judenheit zu bessern, ohne dabei den Glauben an die Zukunft des jüdischen Volkes und die Arbeit zur Erreichung der nationalen Selbständigkeit aufgeben und den Klassenkampf bis zur hellen Glut aafachen zu müssen, zumal zu einer Zeit,daringsherumFeinde lauern, die aus unserer Schwächung Nutzen ziehen möchten. Und zu diesen Feinden gehören einstweilen auch die internationalen Sozialdemokraten, auch die jüdischen. Denn denen soll das jüdisch-nationale Mäntelchen nur als Köder dienen, um desto intensiver den Zionismus bekämpfen zu können. Weier bei den internationalen noch bei den abgesonderten jüdischen Sozialdemokraten wird das jüdische Volk sein Heil finden, nur in sich selbst. „Im ein ani Ii mi Ii ** Krakau. Z. $i*ibäoe. (Fftr diese Rubrik ist die Redaktion nicht verantwortlich.) Marken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenosssen haben für den N.-F. Briefmarken eingesendet: Wien: „Moriah", Josef Barkan, Frl. Elise Planer, Gymn. E. Weizmann, Wurmann, H. W. Holics, Zionistische Mittelschüler Wiens durch Ben Abraham, Dr E. M. Zweig, Alex. Kokisch, jur. H. Ringel, J. Seligmann, stud. Holzer. etud. Grünhut, Betti, Gisela, Theodor Weiss durch stud. J. Chili. Prag: Anton Glaser, Rud Löwit, R. Guttmann, Frl. Elsa Pollak, Arnold Bondy, R. Löwy. ' Pressburg: „Ahavath Zion\ Kl. Egon, Hans Müiier. Teplitz: FrL Kurrein, Braila: Schächter und Kohn. Berlin: H. Struck, Maler. Horodenka: Em. Jungermann. Neusandez: Ephr. Langer. Stanislau: Regine Diamant Kossöw: A. und T. Iltis. S u c z a w a : Schaje Lange. J a s 1 o w a : Gh. Waldmann. Cork: A. Hurwitsch. B e y r u t h : Th. Türkei & Co. Allen Spendern besten Dank und Zionsgruss! Die Philatelieabteilung der N. - F. -Kommission. Geehrte Gesinnungsgenossen! Die N.-F.-Kommission erbittet sich sortierte Kollektionen von Marken als auch Sammlungen, ferner wären uns erwünscht Marken mit Ueberdruck aus Palästina, Alexandrien, Port Said, Marokko, Türkei, Serbien, russische Levante, französisch?, deutsche und österreichische Levantebriefmarken. Auch erbitten wir uns Sammlungen von Vereinen. Gesinnungsgenossen, sammelt Marken für d en N.-F.! * * * Das Zentralbureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin, Friedrichstrasse 58 II, bittet Gesinnungsgenossen, welche in der nächsten Zeit nach Palästina reisen, ihm ihre Adresse mitzuteilen, falls sie bereit sind, die Begleitung einer juegen Dame aus den Kolonien, die gezwungen ist, von Deutschland nach Hause zu reisen, zu übernehmen. Mit Zionsgruss Zionistische Vereinigung für Deutschland Zentralbureau. Simonson m. p. Frankenstein m. p. * * * Jüdische Abend*. Die Kenntnis des eigenen Volkstums, der eigenen Sprache, Literatur und Kunst ist die erste Vorbedingung jeder Volksbewegung für uns Juden. Für uns, die wir erst nach Erkenntnis ringen, für uns, deren Kultur erst im Werden ist. die wir an der Schwelle der Renaissance unseres Volkstums stehen, für uns ist die Erforschung unseres Schrifttums, der Kulturdenkmäler der Gegenwart, eine Erkenntnis der Volkssprache gleichbedeutend. Bisher hat man bei uns nur Geschichte getrieben; wir haben uns nur mit der Vergangenheit beschäftigt, die Gegenwart ist wichtiger. Um das Volk in allen Tiefen kennen zu lernen, um uns selbst zu ei kennen, unsere eigene Individualität, müssen wir die Volkssprache, die Volksliteratur kennen. In die ,J ar go n'li t eratur, das ureigenste Geistesprodukt unseres Volkes, das Kulturzeichen des Ghetto! eben s, pulsierend wie die Gegenwart, wie das Leben,wollen und müssen wir eindringen. Das ist das Band, das wirkliche, unzerreissbare, das beide Hälften des jüdischen Volkes verbinden kann und verbinden wird. Diese Aufgabe haben wir ins Auge gefasst, indem wir jüdische Abende veranstalten. Nicht einer ausgesprochen politischen Tendenz wollen wir dienen. Unser Ziel ist, cie Geisteswelt des östlichen Judentums dem westlichen Juden näher zu rücken, verständlich, zugänclich zu machen. Und wir hufif-n, dass unsere Arbeit bei allen Juden, die für jüdisches Wesen und Leben Interesse haben, Anklang finden wird. Die erste Veranstaltung unter dem Titel: „ J ü d i s c h er Abend, Vorträge aus der Literatur der ostjüdischen V olkssprache (J arg od)', findet Sonntag den 20. d.M., 8 Uhr abends, im Festsaale des „Hotel Central" statt Das Programm umfasst sowohl Vorträge als auch musikalische und deklamatorische Darbietungen. Der Regiebeitrag beträgt 50 Heller. Adressen zu Einladungen sind zu senden an Herrn phil. J. Schmul, Wien, VIII., Langegasse 51. Karten sind zu haben im Verlag „Zion", in der Redaktion der „Welt", sowie bei den jüdisch-akademischen Verbindungen und Vereinen. Das Komitee: Dr. A. Brod, Mathias Acher, M. Hammer. Frankfurt a. M., 190* Der alte, seit dem 13. Jahrhundert benutzte und im Jahre 1828 geschlossene Friedhof der israel. Gemeinde (am Börneplatz) mit seinen nahezu 6000 zum Teil gut erhaltenen Grabsteinen gehört zu den historisch und künstlerisch wichtigsten Denkmälern unserer Vaterstadt und zu den bedeutsamsten der jüdischen Gemeinden der Welt. Der mitunterzeichnete Herr Rabbinpr Dr. H o r o v i t z, unser Ehrenvorsitzender, liess vor 20 Jahren die Grabsteine mit einer Numerierung versehen uud durch berufene Männer Abschriften der in hebräischer Sprache abgeiassten Innschriften anfertigen. Diese Abschriften sind in dem von Herrn Rabbiner Dr. Horovitz herausgegebenen Buche „Inschriften des alten Friedhofes* vpröffentlicht und bilden anerkanntermassen wertvolle Dokumente unserer Fraikfurter Geschichte. Nachdem durch die von Seiten der Stadt definitiv hergestellten Strassenanlagen das Fortbestehen des alten Friedhofes gpsichert ist, hat der Vorstand der israel. Gemeinde die den Friedhof umgebende Mauer sowie die Wege ausbessern und den zu dichten, den Zutritt an mai chen Stellen erschwerenden Pflanzenwuchs teilweise lichten lassen. Die Unterzeichneten sind zusammengetreten, um diese Stätte mit ihren zahlreichen und bedeutsamen Erinnerurgen für die Zukunft zu erhalten. Schon sind von Nachkommen der auf dem Friedhofe Ruhenden Grabsteine renoviert worden, so dass der altehrwürdige Friedhof uoeerpr Gemeinde bereits den zahlreichen Besuchern von der Pietät des lebenden Geschlechts Zeugnis ablegt. Um indessen dieses Werk fortzuführen, sind weitere Massnahmen erforderlich, deren Ausführung die Unterzeichneten erstreben. Es i?t in Aussicht genommen : 1. Derjenigen, welche di*=> Grabstatten ihre** Ahnen erneuern lassen wollen, bei der Ausführung behilflich zu sein.