Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1904-11-11 · 46 (11.11.1904) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
46 (11.11.1904)
Date
1904-11-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3315709-3316073-3316120--46299-3341146
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

tu. 'U fl6i*-** leite 9 Das Komitee, in de^seii Mitte sich Sachverständige - befinden^ wird bestrebt - sein, jeden - einzelnen Fall , nacb: jeder Richtung hin, im Sinne der Anforderungen der Denkmalpflege zu prüfen. :; . r ^.Grabsteine bedeutender Mahn er, deren Nachkommen . viHclvt mehr festzustellen sind,- sowie vGrabsteine, •weiche:eimaB?^kcrltiir-- und kuuKthistdrißchen :W«t;bf-. r ..sitzen, ,zu renx)vieren un^ ...vor weiterem Verfall'' zu: bewahren. .^:-< -::t - : •-• ~;. r- . '. "'. & Auf:. .Wunsch Abschriften in hebräischer 'Spräche / und in deutscher Ueberseizung anfertigen -zu .iaaseo.:- \. Inschriften von Grabsteinen, die noch nicht, ver-. öff\}nUi.cht sind, abschreiben und sämtliche »Steine mit : neuen Nummern vergehen zu lassen. Zur Ausführung unsere* Vorhabens bedarfes.grossärer Geldmittel, zu deren Beschaffung wir nicht allein aile diejenigen aufrufen, deren Ahnen auf dem -Friedhofe ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, sondern wir wenden uns auch an alle Kreise, welche der Erhaltung unserer jüdischen Kunstuad Kulturdenkmäler lateresse entgegenbringen. Wir hoffen zuversichtlich, dass Sie unser Unternehmen mit Freude begrüssen und durch einen einmaligen größeren Beitrag unterstützen werden. Hochachtungsvoll Das Kpmitee zur Erhaltung und Wiederherstellung der Grabdenkmäler auf dem alten israelitischen Friedhof am BcWn^platz. Rabbiner Dr. Horovitz, Ehrenvorsitzender. Raphael M. Kirchheim,Vorsitzender, Kommei zienrat J. L. B*-er, Martin Deutz* Louis F.ei^t, J. E luard Goldnehmid. Manfred S. Goldschmidt/ Kassier, Architekt Dr. Jul. Hülsen, Direktor Herrmann Maier. Moritz N. Oppenheim, Wilhelm S, Posen, Schriftführer. Ferdinand E. Schwarzschild, Siegmund Schwarzschild, Jakob H. Weiiler. Folgende Herren schliessen sich diesem Aufrufe an : Louis Adler, Alfred Calw, Max Dann, Josef Dreher, Heinrich Emden. Eduard Feist. Martin Flerzheim, Gustav Flörsheim, juFtizrat Dr. B. Geiger, Alfred S. Geiger, Max M. Kulp, Isaak M. Mainz, Maxim. Oppenheimer. Jak. L. Posen, Michael Rapp, Ludwig H. Reiss, Jhkob Sehwarzschitd, Msx Schwarzschild, Michael Schwaizschild, Ludwig Schanis, Wilhelm Seharnes, Robert Steger, Sallv A. Trier, M. A. Wolff, D. A. Worms. * , * '. ' * Museum für jüdische Altertümer in Wien Das der Gesellschaft für Sammlung und Konser viei ung von Kunst- und historischen De» kmälern des Judentums unterstehende Musoum für jüdische Altertümer, IL Bezirk, Praterstraeso Nr. 28 (gegenüber der Aspernca^se), ist wöchentlich zweimal, und zwar Samstag von 11 bis l Uhr mittags und Sonniger von 'A bis 5 Uhr nachmittags, bei stets freiem Entree g* öffnet. Für fachmännische Führung ist vorgesorgt. * * * Anstalt zur Heranbildung israelitischer Krankenpfleger in Pressburg. Die Direktion der Ansialt rtin.im zu» Bewerbu? g im eine Krankenwärt^rinrenstelle bis °20. Novt mber d. J. Gesuche entgegen. Die Gfsuche sind an den Unterzeichneten zu adressieren. Dr. Jacob Fischer Primararzt des k. u, Staats krau kemhauses. * * * Warschau, den;i. November 1904. Geehrte Redaktion! Alien unseren Freunden teilen wir mit, dass die Redaktion der Monatsschrift „Die jüdische Zukunft* ssr.p^ ptP'Hv)» welche sich in London aufhielt, nach Warschau, Nowolipie 36/77, übersiedelt ist. Für „Die jüdische Zukunft" : Dr. Ch. Wortmann. * * * Löbliche Redaktion! In Ihrem freundlichen Bericht über meinen Vortrag im zionistischen Frauenverein-Wien haben sich einige sinnentstellende Fehler eingeschlichen, von denen ich einige hiermit richtigstelle: 1. Der noch lebende Freund Theodor Herzls aus seiner Studienzeit heisst Gans v. Ludasy, 2. Boxflr war nicht Sekretär des Baron Rothschild, sondern des Baron Hirsch, dessen Kolonien in Argentinien er leiten sollte: er "starb dort an 'gelbem Fieber, 3. Aus deu Dialogen mit den her vorragenden" 'Juden in Paris entstand der „Judenstaat". " * 4» Mit alt diesen Details suchte ich festzustellen, wie Herzl nach und nach zum „JudenStaat4* gekommen ist. 5* Ich sagte nicht, dass Englands Anerbieten, uns ein Stück Land in Afrika zu geben, der grösste Erfolg war — sondern d e r Aus s e n w e lt als grösster Erfolg e r s c hie h. (>. A »statt „Hätte man es für möglich gehalten, dass ein jüdischer Feuilleton ist mit dem Papst über den Zionismus ^prrchen werde", soll es heissen „im Interesse des Zionis- \vrhandeln werde". Für Iure Gefälligkeit im vorhinein bestens dankend, zeichnet mit Zionsgruss Ihr ergebener . H. York-Steiner. Jüdische Toynbee-Halle, Wien, XX, Karajangasse 20. Montag am 7. November wurde die Generalversammlung der Wiener Jüdischen Toynbehalle abgehalten. Der Präsident Herr Rektor Dr. Adolf S ch w a r z eröffnete die . Versammlung und hielt Dr. Theodor Herzl einen ergreifenden Nacnruf, den üLe Anwesenden stehend anhörten. In dem Nachrufe, einer der schönsten und innigsten Trauerkundgebungen, die für unseren unvergesslichen Führer überhaupt stattfanden, feierte der Redner Herzl nicht als den Förderer der Toynbee-Halle, nicht als Führer der Zionisten, sondern als den edlen, überzeugungstreuen Juden, der alles, was er war und hatte, seinen Brüdern opferte. Herzl sei viel mehr als der Fuhrer einer mächtigen, hoffnungsvollen Bewegung gewesen. In ihm habe man eine pro videntielle Erscheinung, eine geschichtliche Persönlichkeil zu sehen, hinter der selbst ein Menasse ben Israel zurückstehen müsse. Obwohl Herzl kein Rabbiner, kein Gesetzeskundiger gewesen sei, hätten hunderttausende stren ggläubiger Juden in ihm den Mittelpunkt ihrer Zukunftshoffaungen gesehen, in ihm den Mann verehrt, der es verstanden habe, alle Parteien der Judenheit im Dienste des Judentums zu einigen. Darum werde seine glänzende Erscheinung fortleben und wenn wir seiner gedenken werden, so werden wir mit dem Worte des Spruchdichters sagen können Das Andenken eines solchen Mannes gereicht zum Sehern Nach der überaus würdigen Trauerkundgebung wurden die Agenda der Generalversammlung erledigt. Der Richenschafts- und Kassabericht gelargten zur Verlegung und Diskussion. Hierauf berichtete Rektor Dr. Schwarz, dass die Toynbeehalle. deren finanzielle Fundierung bisher trotz der seltenen Opferwilligkeit ihres Kassiers Herrn Johann Kremenezky nicht gelungen war, dank dem Eingreifen des israelitischen Humanitätsvereines „b'nai Brith" nunmehr in ihrem Bestände gesichert sei. Der Verein „B'nai Brith" habe die Toynbeehalle unter seine Patronanz genommen, der bisherige Vorstand erachte es daher als seine Pflicht, eine Rekonstruktion der bisherigen Leitung durch Mitglieder des genannter Vereir.es der Generalversammlung zu empfenlen. Die Neuwahlen ergaben, nachdem Herr Rektor Dr. Schwarz eine Wiederwahl abgelehnt hatte, folgendes Resultat : Ohmann Dr. J. Sämuely, Obmannstellvertreter Dr. Leopold Kahn, I. Schrifcführer Max Frank, II. Schriftführer Dr. Heinrich Stransky, I. Kassier Karl Freund, IL Kassier Johann Kremenezky, Vorstandsmitglieder ohne bestimmte Funktion: Dr. J. J e ru s a 1 e m, Doktor J. Neumann, J. Freudenberg, Dr. S. Herz, kais. Rat K. H j r s c h, R. K o l i s c h, Prof. J. P o 11 a k, H. Popper, I, Schwarz, I. Simon, Revisoren Landesschulrat Dr. G. Kohn, Hof- und Gerichtsadvokat Dr. J. Bernstein, Dr. Felix Schiff. Im Namen des neugewählten Vorstandes dankte Herr Dr. Samuely für die Wahl und versprach, dass die Toynbeehalle; im alten Geiste und in den Traditionen des Gründers Prof. Dr. Kellners wie des früheren Vorstandes weitergeführt werden solle. Auf Antrag des Herrn Dr. F. Schiff wurde hierauf Rektor Dr. Schwarz durch Ernennung zum Ehrenmitglieder in besonderer Weise geehrt. Die Versammlung nahm den Antrag mit langem, stürmischem Beifall an Hierauf wurde die Generalversammlung geschlossen. Vortragsordnung: Sonntag. 13. November : Dr. Heinrich G r ü n : Die Gefahren der Kurpfuscherei. Montag, 14.: November: Dr. L. Kahn: Menasse ben Israel. Dienstßg 15. November: Vorlesung. Mittwoch, 10. November: Prof. Dr. J. Pollak, Ueber den Bau und die Verrichtung der Sinneswerkzeuge

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.