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Die Welt · 1904-11-11 · 46 (11.11.1904) · page 6

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
46 (11.11.1904)
Date
1904-11-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 „&ie * w^it" Nr. 46 Aus der Plenarsitzung des Wiener Kultusvorstandes vom 5. November 1904. (Offiziell.) Der Präsident Dr. Alfred Stern eröffnet die Sitzung und hält folgende Ansprache an die Versammlung: Es ist ein Akt hochherziger Munifizenz, der mich veranlasst hat, Sie heute ad hoc zu einer Plenarsitzung einzuladen; ich entspreche hierdurch nicht einer blossen Form, sondern einem tiefgefühlten Herzensbedürfnisse. Herr Baron Nathaniel Rothschild hat sich bewogen gefunden, zur vollen Ausgestaltung des von seinem Vater gegründeten und von ihm und seinen Brüdern erweiterten Spitales, beziehungsweise zur Fundierung von 50 ß-tten einen Betrag von zwei Millionen Kronen zu spenden, mit der Massgabe, dass diese Plätze zur Aufnahme zahlungsunfähiger Personen dienen sollen. Durch die Errichtung des chirurgisch-gynäkologischen Pavillons ist der Fassungsraum des Spitales auf 150 Betten erweitert worden, welcher Fassungsraum aber mangels der für den Betrieb erforderlichen Geldmittel nicht voll ausgenützt werden konnte. So geschah es, dass die edlen Intentionen, welche die Stifter bei der Errichtung jenes Pavillons leiteten, nicht . vollem Masse zur Ausführung kamen, dass ungeachtet alljährlich einen sehr bedeutenden Zuschuss aus Kultus- ^•meindemitteln dem Spitale leisteten, dennoch nicht wenige arme Personen, deren Aufnahme in da^ Spital ein Gebot der Notwendigkeit gewesen wäre, zurückgewiesen werden mussten. Von dieser Sachlage hat unser ausgezeichneter hochverdienter Spitalsdirektor, Herr Hofrat Oser, Herrn Baron Nathaniel Rothschild Kenntnis verschafft und hat sich infolgedessen Herr Baron Rothschild zu jener hochherzigen Spende veranlasst gefunden. Ich wollte Ihnen diese für uns so hocherfreuliche Nachricht auch nicht einen Tag vorenthalten und bringe sie Ihnen zur Kenntnis, bevor die Angelegenheit zu einem formellen Abschlüsse gelangt, bevor das Vertreterkollegium sich, wie es statutengemäss erforderlich ist, mit dieser Angelegenheit befasst und Ihnen einen konkreten Antrag zur Beschlussfassung vorgelegt hat. Getreu den Traditionen seines Hauses, mit jener Grosszügigkeit, die alle seine Werke kennzeichnet, hat Herr Baron Nathaniel Rothschil d durch seine neueste Tat dem Kranze menschenfreundlicher Werke seines Hauses ein neues unverwelkliches Blatt hinzugefügt. Ich bin überzeugt, in Ihrem Sinne zu handeln, wenn ich hier an dieser Stelle dem hochherzigen Spender den innigsten und tiefgefühltesten Dank der ganzen Gemeinde ausspreche, und Sie sind gewiss damit einverstanden, dass das Präsidium der Kuitusgemeinde diesem Danke entsprechenden Ausdruck gibt. (Allgemeine lebhafte Zustimmung.) Nach lern wir jetzt unserem Dankgefühle gegenüber dem hochherzigen Speder Ausdruck gegeben haben, geziemt es sich auch jener Persönlichkeiten dankend und anerkennend zu gedenken, welche ihm bei der Durchführung dieses edlen Werkes zur Seite gestanden sind. Es ist zunächst der hochverdiente Direktor unseres Spitales Hofrat Prof. Dr. Oser, dessen von hingebungsvollem Interesse für das Spital geleitete Bemühungen in dem Spender den Gedanken an jene hochherzige Spende erweckten und diesen zur Tat reifen liessen, und wir können uns nur dem uneingeschränkten Lobe anschliessen, welchem der Zentraldirektor des Herrn Barons in dessen Namen in einem mir vorliegenden Briefe an Herrn Hofrat O s e r in überaus warmen Worten Ausdruck gegeben hat. Unseren aufrichtigsten Dank verdient auch unser Kollege Emil Horner für seine mühevolle Mitwirkung, für seine hingebungsvolle Tätigkeit in dieser Angelegenheit. (Lebhafter Beifall.) Der Vorsitzende erteilt sohin Herrn Hofrat Oser das Wort, welcher in kurzen Zügen über die Entwicklung der Angelegenheit berichtet und für die ihm ausgesprochene Anerkennung dankt. Herr Horner dankt für die ihn ehrenden Worte des Vorsitzenden. * * * An die zionistischen Bezirks-Wahl-Komitees Das zionistische Zentralwahlkomitee ersucht dringendst, alle Vorarbeiten bis Montag, 14. November, abzuschiiessen. Die Einteilung der Mitarbeiter für die einzelnen Wahlleiter wird demnächst bekanntgegeben. Weitere Verständigungen erfolgen durch Zirkulare. Das zionistische Zentral wahlkomitee. * * * Israelitische Kultusgemeinde in Wien. KUNDMACHUNG betreffend die Wahlen in den Kultusvorstand und der Vertrauensmäuner. Die statutengemäFS vorgeschriebene Neuwahl von acht Vorstandsmitgliedern für die Dauer von 6 Jahren*) und die erforderliche Ersatzwahl von zwei Vorstandsmitgliedern für die Dauer von 4 beziehungsweise 2 Jahren**) sowie die» Neuwahl der Vertrauensmänner (§ 30 des Statuts und §§ 2 und 3 des Kultussteuerregulaiivs) für die Dauer von 2 Jahren finden Sonntag den 27. November 1904 statt und werden die eventuellen engeren Wahlen Sonntag den 4. Dezember 1904 vorgenommen. Die Herren Wähler werden eingeladen, sich an dem oben bezeichneten Tage mit ihrer Legitimation surkunde an dem auf derselben angegebenen Wahlorte***) persönlich einzufinden. Die Abgabe der Stimmzettel beginnt an jedem Wahltage um 9 Uhr morgens und wird um 2 Uhr nachmittags beendet. Die näheren Bestimmungen enthalten die §§ 5, 6, 7 und 30 des Statuts, sowie die §§ 3, 4; 5, 9, 10, 15 und 17 der Wahlordnung und die §§ 2 und 3 des Kultussteuerregulativs. Wien, im November 1904. Der Präsident Dr. Theodor Lieben, Sekretär. Dr. Alfred Stern. *) Neuwahlen für die Mandatsdauer von sechs Jahren sind vorzunehmen : a) für nachbenannte Vorstandsmitglieder, welche mit Ende Dezember d. J. infolge Mandatsablaufes aus dem Vorstande scheiden, jedoch wieder wählbar sind, die Herren : Theodor Ritter von Goldschmidt, Moriz Hir sch, Emil Horner, Sigmund Kauders, Dr. Markus Spitzer. Wilhelm S t i a s s n y; b) für Herrn Isidor Gewitsch, welcher vor Ablauf seines Mandates aus dem Kultus vorstände ausgeschieden ist, und für den verstorbenen Herrn Arthur Edlen v. Mises. **) Ersatzwahlen sind vorzunehmen: für den verstorbenen Herrn Heinrich Teltscher mit vierjähriger Mandatsdauer und für den vor Ablauf des Mandates aus dem Vorstande ausgeschiedenen Herrn Heinrich Klinker mit zweijähriger Mandatsdauer. ***) Die Wanlen werden an nachstehenden Orten vorgenommen : F ü r d i e W ä h 1 e r d e r B e z ir ke Innere Stadt: Sektion A—Kt L—Z, L, Seitenstetfengasse 4. Leopoldstadt und Brigittenau: Sektion A —H, J-Q IL, Tempelgasse 3; Sektion R—Z, IL, Lpopoldspasse 29. Lands trasse und Simmering: III, Untere Viaduktgasse 13. Wieden, Margarethen und Favoriten: V., Margarethenplatz 7. Mariahilf und Neubau: VI., Schmalzhofgasse 3. Josefstadt und Aisergrund: Sektion A—K, IX., Mülloergasse 21; L—Z, IX., Seegasse 9. Meidling, Hietzing, Rudolfsheim und Fünfhaus: XV. , Tcrnprgasse 22. Ottakring und Hernalst XVI. , Hubergasse 8. Währing und Döbling: XVIIL, Schopenhauerstrasse 33.

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