Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 45 (4.11.1904)
- Date
- 1904-11-04
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 99bic # weit11 Nr, 45 1634. wohin auch etwaige Spenden und Zuschriften zu richten sind, und am Abend selbst an der Kasse. Das Hilfskomitee zur Unterstützung russisch-jüdischer Emigranten. S. Brod, Ludwig Baum, Sigmund Friedmann, Ferdinand Löwy, Dr. Carl Lifczis, Architekt Oskar Marmorek, M. Markus, Norbert Rappaport, Richard Rappaport Adolf Schramek, J. Strassberg, Dr. Alb. Wagner. Presskomitee. Dr. J. S. Bloch, Redakteur der „Oesterreichischen Wochenschrift''; Julius Uprimny, Redakteur der „Welt"; Dr. Leo Sofer, Jakob Krausz, Redakteure des „Jüdischen Volksblatt". ffas der &ttfreg<ii)g. Gedenket des Sohekels! Voranzeigen. Wien. Die statutenmässige ordentliche Generalversammlung des Jüdischen Männergesangvereines „S c h i r Zion" findet Montag den 7. d. M., 8 Uhr abends, im Uebungslokale, IX., Türkenstrasse 9, mit nachstehender Tagesordnung statt. 1. Bericht des abtretenden Ausschusses. 2. Neuwahlen. 3. Eventualia. Mittwoch den 10. d. beginnen die Uebungsabende. Aufnahme neu eintretender Sänger jeden Mittwoch halb 8 Uhr abends im Uebungslokale. Vz. Wien. Sonntag den 30. Oktober hielt Herr Dr. Paul Weisengrün im Lokale der Verbindung „Ivria" einen Vortrag über das Thema: „Was nun?" Ausgehend von der durch den Tod Dr. Herzls geschaffenen Lücke in der zionistischen Bewegung, erörterte er die gegenwärtige Situation im Zionismus und die Aufgaben des nächsten Kongresses. In Diskussion sprach Dr. Hausmann in einstündiger ausführlicher Rede über die immer aktueller werdende Frage der Judenwanderung. — Dienstag am 8. d. M. findet im Kongressbrreau der Vortrag des Herrn Rev. W. Hechler über seine letzte Palästinareise statt. Zionistische Gäste willkommen. Beginn 71/, Uhr. Wien. („Theodor Herzl\ Verein zionistischer Hochschüler.) Samstag den 5. November um halb 7 Uhr abends findet in unserem Vereinslokale, IL, Unt. Au garten strase 1 a, der erste Vortragsabend statt. Thema: „Ueber den Einfluss Fr. Nietzsches auf die junghebräische Literatur." Referent: Bundesbruder phil. Arzt. Gäste willkommen. Wien. („Poale Zion".) Verein .jüdischer Handelsangestellter. Samstag den u. d. M., 8 Uhr abends, Vortrag im „Cafe Zentral", II. Taborstrasse, gehalten von N. Scbmiedt über „Die Lage des Zionismus". Diskussionsanschluss. Gäste willkommen. Wien. „Poalei Zion". Sanistag, den 5. November 1|28 Uhr abends findet im „Allgemeinen jüdischen Arbeiterverein", IL, Malzgasse 1 (Lustigs Restaurant) eine öffentliche Vereins Versammlung: statt. Tagesordnung: 1. Warum sind wir Zionisten? 2. Organisation. Gäste willkommen. Wien. Der Mädchen- und Frauen verein „ Bikur Chaulim" (Krankenbesuch) gibt bekannt, dass Sonntag den 6. November 1904, halb 4 Uhr nachmittags, ein Vortrag des Herrn Dr. Heinrich Grün über „Berufskrankheiten" im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, L, Seitenstettengasse, stattfindet. Gäste herzlichst willkommen. Pilsen. (Jüdischer Volksverein „ZionV) Jeden Samstag- Abend finden im Hotel „Pilsner Hof* zionistische Zusammenkünfte statt, an welchen stets rege Diskussionen über alle Tagesfragen von zionistischem Interesse behandelt werden- — Am 15. d. M. hielt der Obmann des Distriktskomitees in Böhmen Herr Karl Resek aus Prag ein Referat über die im August d. J. in Wien abgehaltene Jahreskonferenz, das er mit einem Rückblicke auf das Wesen und die Person unseres verstorben Führers Doktor Theodor Herzl einleitete. Der klare Bericht über den guten Fortgang der zionistischen Palästinaarbeit, die Jüdische Kolonialbank und deren Gründungen in Jaffa und Jerusalem, die Anglo - Palestine-Company, kuiz über alle Sitzungsprogramme, fand ungeteilte Aufmerksamkeit und förderte eine lebhafte Debatte. An allen Abenden wird fleissig für den Nationalfonds gesammelt. — Am 8. Dezember wird eine solenne Makkabärfeier veranstaltet. Berichte. Wien. Am 29. d. M. fand die XXI. ordentliche Plenarsitzung der „Lese- und Redehalle jüdischer H o ch sc hü le r" unter dem Vorsitze des Präaesstellvertreters cand. med. H. Schlesinger statt. Vor der Berichterstattung hielt der Vorsitzende einen tiefempfundenen Nachruf für den verstorbenen Führer der Zionisten Dcktor Th. Herzl, den das Plenum tiefbewegt anhörte. Hierauf hielt derselbe dem Kollegen cand. phil. Jakob Seidenwurm, der im August verschied, einen warmen Nachruf. Das Ergebnis der Ausschusswahl war: Präses,med. H. Schlesinger, 1. Vizp^präses jur. L. Ziffer, 2. Vizepäses jur. K. Teitelbaum, 1. Schrififührer phil. B. Gansei, 2. Schriftführer phil. E. Kleinmann, 1. Kassier med. K. Goldenthal, 2. Kassier jur. M. Salzberg, Zeitungsverweser phil. E. Wechsberg, Bibliothekar techn. A. Lampel, Hausverweser jur. F. Stadler. Prag. (Verein jüdischer Hochschüler „Bar Koehba".) Ausschusswahlen für das Wintersemester 1904/5 (XXIV): Obmann ing. H. Kleiner, Obmannstelivertreter ing. E. Popper, 1. Schriftführer ing. stud. F. Hirsch, 2. Schriftführer ing. stud. E. Hahn, Kassier ing. cand. E. Oplatka, Bibliothekar phil. stud. R. Böhm, Zeitungsverweser ing. stud. O. Fantl. Lemberg. Am 22. Oktober a. c. fand die dritte ordentliche Generalversammlung der „Achwahtf, jüdisch-nationaler Handelsangestellten- und Arbeiterverein in Lemberg, statt. Die Versammlung wurde mit einem Referate über die Parteiorganisation von Kollegen Kenner eröffnet. Nach den Berichten des Kassiers und Sekretärs schritt man zur Wahl, welche folgendes Resultat ergab: Präsident Herr Sah Herz, Vizepräsident Herr M. Fragner, Sekretär für polnische Sprache Herr Jos. Blauer, Sekretär für deutsche Sprache Herr J. Kenner, Kassier Herr Goldstern, Bibliothekar Herr Karl Eisenstein. In den Ausschuss wurden gewählt die Herren: Wilh. Stern, M. Klapper, W. Czortkower, M. Kirschner, M. Hilferding und Bernfeld; als Aufsichtsräte die Herren Weinsaft, D. H. Tieger und Halber. Karlsruhe. (BMakk a b ä a".) Ausschusswahlen für das laufende Wintersemester: 1. Vorsitzender ehem. Bogomolny, 2. Vorsitzender electr. Kopelowitz, 3. Vorsitzender ing. Bratmann. Posen. Aus dem ersten Jahresbericht der zionistischen Ortsgruppe heben wir folgendes hervor: Es fanden regelmässig Monatssitzungen und wiederholt Diskussionsabende statt. Referiert wurde von Dr. Jeremias über „Organisation des Zionismus", M. Krause über das „Ostafrikaprojekt", Dr. Kollenscher über „Zionismus und Staatsbürgertum*, Emil B e n d i x über „ Geschichte des Zionismus", Referendar Rosenberg über „Grosskolonisation von Palästina", Dr. Kollenscher über den deutschen Delegiertentag. Der Etat erreichte die Höhe von ca. 1000 Mk. Für den N.-F. wurden 180 Mk. gesammelt, wovon 40 Mk. auf die Sammelbüchsen entfallen. Die Sammlung wird zunächst bis zur Stiftung eines Olivenhaines fortgeführt. Die „Jüdische Lesehalle" bezieht soeben ein eigenes Lokal mit komfortabler Einrichtung, deren Kosten von hochherzigen Gönnern ausserhalb unseres Kreises gespendet wurden. Die Lesehalle wird jetzt allabendlich von 8V2 —10 Uhr und Samstag vormittags von 11 -1 Uhr geöffnet sein. Es liegen 17 Zeitungen bezw. Zeitschriften auf und 2U0 Bücher stehen für den Ausleihedienst zur Verfügung. Oeigentliche Versammlungen hatten wir im abgelaufenen Jahre vier, die sämtlich sehr gut besucht waren, ausserdem eine Makkabäer- und Herzl-Feier. Die Zahl der Mitglieder wuchs von 40 auf 70. Die diesjährige Wintersaison wurde am 24. Oktober mit einem Vortrage des Heirn Dr. Sonderlin g-Berlin eröffnet. 3o0 Männer und Frauen hatten sich eingefunden und folgten mit gespanntem Interesse den Ausführungen des Redners, der unter Beifall über „Zionismus und kulturelle Probleme* ausgezeichnet sprach. Königsberg. Die wackere Ortsgruppe dieser Stadt veranstaltete am 18. Oktober einen Rezitationsabend, über welchen die „Königsb. Hartungsche Zeitung" u. a. schrieb: Theodor Herz 1-A b e n d. Der hiesige zionistische Verein hatte gestern zu einer Totenfeier für Theodor Herzl eingeladen, die zu einem Teil als ein literarischer, zum andern als ein Propagandaabend gedacht war. — Was der im besten Mannesalter vor einigen Monaten aus seiner Bahn gerissene B'ührer eines kühnen nationalen Gedankens für sein Volk und seine Zeit als Agitator bedeutet hat, ist bald nach seinem Tode oft genug gepriesen worden. Uns beschäftigte und interessierte zunächst das Bild des Schriftstellers, dessen eigentliche Geistesheimat das schöne Wien war, der aber den Blütenstaub seines leichtbeschwingten /