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Die Welt · 1904-11-04 · 45 (4.11.1904) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
45 (4.11.1904)
Date
1904-11-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 45 •MbiC & W^lt11 Seite 11 dieser Bibliothek für unser« kulturellen und nationalen Zwecke verstehen, uns zuhilfe zu kommen und damit dem Komitee die Möglichkeit zu geben, wenigsten s einen Teil dieser Bücher anzuschaffen. Geldsendungen zu diesem Zwecke wolle man entweder an Herrn Dr. Josef C h as anowi c z, Bialystok, Russland, oder an die Redaktion der „Welt* adressieren. 4 Mit Zionsgruss: Im Nameh des Komitee zur Unterstützung der Bibliothek-zu Jerusalem: David Suchowölsky. Marken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenosssen haben für den N.-F. Briefmarken eingesendet: Wien: Olga, Oskar, Josef Steiner, W. Gehorsam, Ungenannt, „Unitäs", Frl. Bl. Westreich, Verlag „Zion", Frl. Ern. Taglicht, Jüd. Volksverein durch Verlag „Zion", Gymn. W. Ullmann, „Unsere Hoffnung", Monatsschrift für die reiferen jüdischen Mittelschüler, Frl. R. Händler durch „Unsere Hoffnung*, Herrn. Low, Zion. Mittelschüler Wiens durch Ben Abraham, Gesellschaft „Karmelu, B. Pick, M. Ehrlich. Breslau: Hugo Schachtel, S. Münzer, Fräulein L. Steinitz, S. Gottschalk, Th. Heilborn, L. Meidner, Frl. E. und G. Steinitz, L. Pinkus, Dr. A. Sandler, H. Glück, L. und B. Grünthal, J. Benjamin, Geschw. Schindler, Frl. V. Radbill, Frl. Fröhlich. Holleschau: P. Fall, F. Lauapel, E. Berger, A. Weinreb, E. Kien. Sucza wa: Ing. Frankel. Teplitz-Schönau: Kurt Löwy, Zionistische Mittelschüler. Mähr. - Ostrau: Herrn. Low, Fritz, Gustav Kohn, Osw. Müller. Brünn: E. Gräsker. Belgrad: Leon Alkalay, M. D. Alkalay. Zabfeh: Frl. E. Beer. Allen Spendern besten Dank! Die Philatelieabteilung der N. - F. -Kommission. Geehrte Gesinnungsgenossen! Die N.-F.-Kommission erbittet sich sortierte Kollektionen von Marken als auch Sammlungen, ferner wären uns erwünscht Marken mit Ueberdrück aus Palästina, Alexandrien, Port Said, Marokko, Türkei, Serbien, russische Levante, französische, deutsche und österreichische Levantebriefmarken. Auch erbitten wir uns Sammlungen von Vereinen. Gesinnungsgenossen, sammelt Marken für den N.-F.! Liebe Brüder un d Schw est ern! Als ich vor zwei Jahren die Bitte an euch richtete^ für unsere schwer bedrängten und zur Auswanderung gezwungenen Stammesgenossen in Russland, Rumänien und Galizien Geld und Kleidungsstücke zu spenden, flössen eure Gaben so reichlich, dass über zehntausend armen jüdischenAuswanderern in der Durchgangsstation Basel Speise, Obdach und Kleidung gewährt werden konnte*). In allen Teilen unseres Vaterlandes regten sich tausende von Herzen und Händen, um den armen Juden auf ihrem modernen Wüsterzuge beizustehen. Empfanget dafür meinen und meiner Freunde herzlichen Dank. Tief ergriffen von dem grenzenlosen Massenelend, das sich nun schon seit Jahren ununterbrochen an ihren Blicken vorüberwälzt, haben die schweizerischen Eisenbahn-, Zoll- und andere Behörden den durchziehenden Auswanderern die menschenfreundlichste Fürsorge zuteil werden lassen. Hierfür gebührt ganz besonderer Dank den Herren Hui, Matter, Reinhardt und Siegfried in Basel, der ihnen hier herzlichst ausgesprochen sei. Wenn sich schon Nichtjuden so liebreich der heimatlosen jüdischen Auswanderer annehmen, um wieviel mehr ist es erst eine Ehrenschuld aller Juden, an unserem Liebeswerke tätig mitzuarbeiten! Wer gleich mir das namenlose Elend jüdischer Auswanderer, der ärmsten von allen, unterwegs, in den Hafen- *) Der sehr interessante Bericht des Hilfskomitees für jüdische Auswanderer in Basel wird jedermann auf Wunsch zugesandt. städten und auf dem Meere, so häufig in unmittelbarster Nähe kennen gelernt hat — „der Menschheit ganzer Jammer fasst mich an* — der weiss wohl, was für diese armen Parias liebevolle Hilfe bedeutet. Jetzt, meine lieben Brüdern und Schwestern, sind Kleidung und Gelder zur Neige gegangen, die Auswanderung geht aber noch nicht zu Ende, weil das jüdische Element in Russland, diesem Riesengefängnis der Juden, endlos ist. Ungeachtet der bevorstehenden Winterstürme, die das Meer aufwühlen und mit ihrem Eiseshauch die Glieder durchschauern, ziehen wiederum verzweifelte Familienväter, arme jüdische Mütter mit ihren Kleinen auf dem Arm und an der Hand, auf ihren Wanderstab gebückte Greise durch die Länder, um jenseits des Ozeans eine Heimat zu finden. Sie alle, die Männer, die Frauen, die kleinen schuldlosen Kinder, die schwachen Greise, bedürfen unserer Hilfe, die ihr, denen ein gütiges Geschick Heimat, Haus und Schutz beschert, diesen Unglücklichen nicht versagen werdet. Besonders ihr jüdischen Frauen, denen das herrlichste Menschen erbe, Mitleid und Liebeswerke, von jeher zugewiesen war, ihr werdet gewiss euch in den Dienst unserer heiligsten Aufgabe stellen und für die ärmsten unserer jüdischen Stammesgenossen tätig sein, und sei es auch nur der armen, unschuldigen jüdischen Kinder halber, die in so zartem Alter schon den Gefahren des Meeres entgegengehen müssen. Um unser heiliges Liebeswerk so praktisch als möglich zu gestalten, schlage ich vor, dass man in derjenigen Gemeinden, deren Entfernung von Basel weiter liegt als Bremen undHamburg, woselbst ja gleichfalls ständigerKleiderbedarf ist, für Basel Geldspenden aufbringe. Wenn man solchermassen in Norddeutschland hauptsächlich Geld, in Süd- und Westdeutschland hingegen mehr Kleidungsstücke für Basel spendet, so dürfte ein für all eHilfsstationen befriedigendes Resultat erzielt werden. Unsere jüdischen Redaktionen werden gewiss gerne die Geldspenden — auch die kleinste Gabe, etwa in Briefmarken — annehmen und darüber quittieren. Direkte Sendungen bitte ich an Herrn J. Bollag-Feuchtwanger in Basel zu richten. Und nun, liebe Brüder und Schwestern, gehet bald ans Werk, das euch und den Armen zum Segen gereiche« Dr. Arthur Kahn, Berlin. * * * Aufruf. Infolge der durch die Kriegswirrer eingetretenen wirtschaftlichen Not sind zahllose russische .jlaul.en.sbrii.lcr neuerlich genötigt, zum Wanderstab zu greifen. Der Hills verein in Krakau hat viele russische Auswanderer nach Wien befördert und es der Wiener jüdischen Wohltätigkeit überlassen, für deren Unterbringung eventl. Weiterbeförderung Sorge .zu tragen. Es gelang dem gefertigten Hilfskomitee, viele Glaubensbrüder in Werkstätten und 'Fabriken unterzubringen, wo sie nunmehr als brave Arbeiter ihr Brot gefunden haben. Jedoch trotz aller aufgewendeten Mühe gelang es nicht, alle unterzubringen. Um nun diese Übriggebliebenen vor der Gefahr, wegen Subsistenzlosigkeit an die russische Grenze gebracht zu werden, zu schützen, hat das gefertigte Hilfskomitee sich entschlossen, eine WoMtätigkeitsvorstellung zu veranstalten, deren Erträgnis bestimmt ist, die Kosten der Beförderung der Emigranten zu decken. Unterhandlungen, welche mit der diesbezüglichen Schiffsgesellschaft gepflogen worden sind, sollen die Transportkosten auf das geringste Mass herabsetzen. Das gefertigte Komitee appelliert nun an die bekannte jüdische Wohltätigkeit, dieser Veranstaltung ihre möglichste Unterstützung angedeihen zu lassen. Es findet am Donnerstag den 10. November, abends V28 Uhr, in „Edelhofers Volksspielhalle'4 ein jüdischer Jargonabend statt, an welchem unter anderem das historisch-jüdische Melodrama aus der Geschichte der spanischen Juden zur Aufführung gelangt. Das gefertigte Komitee bittet nochmals um möglichst rege Beteiligung. Karten sind zu haben in der Kanzlei des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Carl L i f c z i s, L, Gonzagagasse 14, Telephon

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