Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 42 (14.10.1904)
- Date
- 1904-10-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 42 „bi$ * Welt" Seite 9 griechisch und Albanisch an der öffentlichen Lehranstalt für orientalische Sprachen (I. Bezirk, Hegelgasse Nr. 19) finden bis Samstag den 15» d. täglich von 5 bis 7 Uhr abends in der Anstalt *tatt. Erledigte Stipendien. Bei der israelitischen Kultusgemeinde in Wien sind folgende Stipendien erledigt, über welche Näheres das österr, L. K. (Wirtschaftskommission), Wien,IX.,Türkenstrasse 9, von 7 Uhr abends an mitteilen wird. 1. Ignaz Blumenfeld'sche Widmung für Künstler im Betrage von K 1900. 2. 14 Dr. Adolf Sacks'sche Stiftungen für Techniker, jede im Betrage von K 600» 3. Dr. Karl Bauei'sche Widmung per K 1000. 4. Widmung von K 100 an einen israelitischen Lehramtskandidaten. Das L.-K. fordert arme jüdische Studenten auf, sich ehestens wegen Vergebung dieser Stipendien mit ihm in Verbindung zu setzen, und ersucht die jüdischakademischen Verbindungen und Vereine, dieser Aufforderung nachzukommen. Jüdische Mädchen! Liebe Schwestern! Die schönen Sommertage mit all ihren Freuden sind vorüber und nun gilt es, sich ernster Tätigkeit zuzuwenden. Auch der literarische Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria" nimmt Sonntag den 16, d. M. mit der Vorlesung des bekannten Schriftstellers Herrn H. York- Steiner ,Eine neue Novelle" seine diesjährige Tätigkeit wieder auf. Der Mädchen verein „Moria* blickt auf eine lange Reihe arbeitsreicher Jahre zurück und erfreut sich der grössten Beliebtheit in den weitesten Kreisen. War es doch die „Mori aa, die als erste die jüdischen Frauen und Mädchen aus ihrem langen, lethargischen Schlafe des Vergessens zur Liebe zum eigenen Volke weckte. Die „Moria" war es, die versucht hat, das Verständnis für die kostbaren Schätze unserer Literatur wachzurufen* Durch ernstes Bestreben und opferfreudige Arbeit gelang es ihr auch, allmählich das Nationalgefühl und das innige Band der Zusammengehörigkeit ihrer Schwestern zu festigen. Indem sie ihnen bei jeder Gelegenheit den Beweis dafür brachte, dass sie nicht nötig haben, in fremder Gesellschaft als Eindringlinge betrachtet zu werden, sondern im eigenen jüdischen Kreise ebenso hohe geistige Ger üsse fiaden können, ohne fich der Gtfahr auszusetzen, verhöhnt und verachtet zu werden. Ein inniges Gefühl der Solidarität umschliesst die zahlreichen Mitglieder und getreuen Gäste, die sieh innig verknüpft fühlen mit unseren Wünschen und Hoffnungen für die Zukunft unseres Volkes, für deren Verwirklichung rastlos zu kämpfen und zu arbeiten wir uns zu unserer idealen, hehren Aufgabe gemacht haben. Jüdische Mädchen! In Euren Händen liegt die Zukunft unseres Volkes! Es ist daher Eure heilige Pflicht, mitzuarbeiten an dem grossen Befreiungswerke für unsere unglücklichen, bedrückten Glaubeosbrüder. Liebe Schwestern! Sucht unseren Verein auf und helft mit an der Wiedergeburt unseres eigenen Volkes. Ihr werdet reichlich lohnende Bestätigung finden und Euch des beseligenden, nie gekannten Glücksgefühles freuen, für unser unglückliches Volk, das nirgends eir.e Scholle Erde sein eigen nennt und erbarmungslos herumgestossen wird, eine freudenreiche, sonnige Zukunft mitbegründet zu haben. Jüdische Mädchen und Frauen, wir laden euch jetzt bei Wiederaufnahme unserer literarischen Nachmittage, die jeden zweiten Sonntag im Kongressbureau, ]X, Türkenstrasse 9, stattfinden, herzlich ein, unseren Vorträgen beizuwohnen. Von unserem erhabenen Ideal geleitet, wird es unser Bestreben sein, unseren neu eingeführten Mitgliedern und Gästen, die in unserer Mitte verlebten Stunden möglichst angenehm zu machen. B er t a He r r m an n ilz\ Präsidentin. Aufruf« Die grosse Anzahl von elenden und hungernden Auswanderern, die in der letzten Zeit die russische Heimat verlässt und in unserer Stadt, als Grenzstadt, sich sammelt, legt uns die heilige Pflicht auf, diese unsere unglücklichen heimatlosen Brüder zeitweise zu beherbergen und deren Not teilweise zu lindern. Gegen 200 arme brotlose Emigranten halten sich derzeit in unserer Stadt auf, die der notwendigsten Unterstützung bedürfen, damit sie nicht in Hunger und Elend zugrunde gehen. Unsere Mittel reichen leider nicht hin, um eine genügende Hilfsaktion zu unterhalten. Wir wenden uns daher an die Mildtätigkeit unserer Brüder mit dem Ersuchen, die in Gründung begriffene .Volksküche* nach Kräften zu unterstützen. Sie soll dazu dienen, der grossen Zahl von armen Emigranten, die sich in unserer Stadt aufhalten und aus Mangel an Mitteln an der Weiterreise verhindert sind, Verköstigung zu bieten und sie der Not und dem Hunger zu entreissen. Geldspenden nimmt das fünfgliedrige Komitee entgegen, an deren Spitze der unterzeichnete Ortsrabbiner steht, an den die Spenden anzuweisen sind. Der Kultusvorstand Der Rabbinner von Husiatyn (Galizien). Pinkas Horowitz, Zur Orientierung der böhmischen Gesinnungsgenossen und Vereine! Das böhmischeD.-K. hat eine NationalfoncUkommission für Böhmen ins Leben gerufen. Dieselbe besteht aus den Herren Philipp Lebenhart (Nationalfondsmarken), Löwy (Sammelbüchsen), Propper (Sammelbögen), Rosenzweig (Briefmarken und sonstige Verschleissartikel), Dr. Kohn (Freiwillige Spenden). Die böhmischen Vereine und Gesinnungsgenossen werden gebeten, sämtliche N.-F.-Artikel bei Dr. med. M. Kohn, Prag, Tischlergasse 19, zu reklamieren und sich an diesen in allen N.-F*- Angelegenheiten zu wenden. * * * Berichtigung. Herr Dr. S. H. Marguli es, Oberrabbiner von Florenz, ersucht uns, zu konstatieren, dass die Angaben Herrn A. Coralniks in seinem letzten Artikel „Vom Wege", wo er der von Dr. Margulies redigierten Zeitschrift „Rivista Israelitica" Erwähnung tat und sich dahin äusserte, dass „sie entweder eingegangen sei oder sich kaum erhalte", nicht ganz richtig seien. Im Gegenteil gedeihe die Zeitschrift und werde noch lange bestehen, Es freut uns, diese Berichtigung bringen zu können. f\us de* J$evfre§tit)$. Gedenket des Schekels! Voranzeigen. Wien. (I. Wiener jüdischer Turnverein.) Herrenturnen: Montag und Donnerstag l/i8—9 Uhr abends. Damenturnen: Mittwoch und Samstag 7- */29 Uhr abends. Kinderturnen und Fechten ab Oktober. Anmeldungen in den Turnzeiten im Turnlokale I., Mölkerbastei 5. Separate Kurse durch staatlich geprüfte Lehrer. Wien. (Literarischer Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria",) Sonntag den 16. d. findet um Vj2 Uhr nachmittags im Kongresssaale. IX.,Türkenstrasse 9, eine Vorlesung des bekannten Schrifstellers, Herrn York-Steiner „Eine neue Novelle" statt. Gäste herzlich willkommen. Wien. Der Verein zionistischer Frauen und Mädchen in Fünfhaus eröffnet Donnerstag den 20. d. M. seine diesjährigen Jours. Gesinnungsgenossinnen sind hiermit herzlich eingeladen. Mariahilferstrasse 189 von 4—7 Uhr. Referentin Frau Dr. S. Kahn. Wien. Samstag den 15. Oktober 1. J. findet im Festsaale des Hotel Guth, Stephaniestra?se 14, die Feier der jüdischen Abiturienten Oesterreichs statt. Beginn präzise halb 8 Uhr abends. Tendenzrede: Dr. Leopold Kahn. -Ansprache: Dr. S. Krenberger. Musikalische Vorträge: Don Fuchs. Violinvortrag: Josef Wolf. Näheres Programm. Preis einer Karte an der Kassa K 1.20. Für Studenten und Vereine K —.60. Zionisten erscheinet zahlreich! Der gesamte Reingewinn fliesst der Mouatsschrift für die^reifere Jugend „ Unsere Hoffnung" zu.