Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 37 (9.9.1904)
- Date
- 1904-09-09
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37 „bi* # W^lt" Seite 13 Internationale Sanitätsbehörden in Kleinasien Der Teheraner Berichterstatter der „Petersburgskija Wjedomosti" weist auf die Notwendigkeit internationaler Sanitätsbehörden in Kleinasient Arabien und Persien hin. Er bezeichnet als die Hauptpunkte für eine Tätigkeit dieser internationalen Sanitätskommissionen: Mekka, Medina, Kerbela (westlich vom mittleren Euphrat), Nedschd (Arabien), Kermanschah (im westlichen Persien), die fiaupthäfen am persischen Meerbusen, die Insel Kischm in der Strasse von Ormuzd und die persische Oase M.inab, wo die Cholera schon seit Jahrzehnten endemisch sei. Natürlich :sei während des russisch-japanischen Krieges an die Verwirklichung solcher Massnahmen nicht zu denken; doch dürfe Russland nicht unterlassen, Persien ärztliche Hilfe gegen diese Seuche zu bringen. Dies sei gleichzeitig eine Pflicht der Selbsterhaltung wie ein Akt politischer Umsicht, da das Prestige der Engländer in Teheran sehr zugenommen habe, weil Persien glaube, es habe die von der amerikanischen geistlichen Mission während der Choleraepidemie dem Volke geleistete ärztliche Hilfe — da man die Amerikaner mit den Engländern zusammenwirft — den Engländern zu verdanken. (Köln. Ztg.) @{a$ de? J$e\fre§ui)ä* Gedenket des Schekels! Marienbad. Aus dieser Stadt lief folgendes Telegramm an das A.-C. ein : Als Vorsitzender allwöchentlich zweimal stattfindender Zionistenabende der Marienbader Kurgäste bin ich beauftragt, das grosse Aktionskomitee zu begrüssen und ihm anlässlich seiner Kundgebung in Nr. 36 der T Welt* Vertrauen und Bereitwilligkeit zur Mitarbeit seitens der aus aller Herren Ländern hier Versammelten auszusprechen Mit Zionsgruss Rabbiner Dr. Philipp Goldberge r. Verbindung „Barissia" zu Prag. Die jüdische akademische Verbindung „Barissia* in Prag teilt allen gesinnungsgenössischen Verbindungen und Korporationen die Tatsache ihrer Gründung mit. — Der diesjährige FeriaJkonvent fand bereits am 14. und 15. August in Karlsbad statt. — Endlich richtet die „Barissia" an alle Bundesbrüder die Aufforderung, ihre Studien nach Möglichkeit in Prag fortzusetzen und so unsere Reihen für den unausbleiblichen Kampf mit dnem grimmigen, an Zahl weit überlegenen Feind zu stärken. Wir erwarten rr.it Zuversicht, da. s jeder wehrhafte Zonist seine Pflicht tut. Dz. Ferialadresse: etud. jur. Jar. Stein, Prag-Altstadt, Josefstädterstrasse 7:2. Hollesohau. Am 7. August Trauerfeier, veranstaltet vom Rabbiner der Kultusgemeinde unter eifriger Betätigung der zionistischen Jugend und des Gesangvereines. Letztere bildeten unter Führung des Kantors Michalowski einen Chor, dessen Gesangsproduktionen den Rahmen schufen für die Traueriede des Rabbiners Dr. Jak. Freimann. Dieselbe enthielt in formvollendetem, gefälligem Gewände einen bedeutungsvollen Kern: den Anschluss an unsere Partei. Dr. Freimann verglich nach dem grosszi gigen Bilde aus Ezechiel mit der Wiederbelebung der Totengebeine Herzls Tat. Er nannte ihn den modernen Moses im Leben und im Sterben. Zum Schlüsse erklang unser Wahlspruch: Od lo owdo. N.-F. 2S-43 K. _ Eine Ortsgruppe ist im Entstehen begriffen. Ottynia. (Verein „Z i o n".) Außgchußswahlam20. d.M.: D. Haber, Präsident; Aschkenase, Vizepräsident; G. Steri nen, Kassier; W. Sirate, Schriftführer; M. Krämer, Verwalter; J. Günzberg, Bibliothekar; Keusch, Kontrollor. Schiedsrichter: Kleinberg, Wolfenhaut,Is. Horowitz, A.Schor und O. Rosenkranz. Nagy-Tapolosäny. Vom Verein .Ahawat Zion", der sich seit seinem vierjährigen Bestehen durch intensiv jüdischnationale Arbeit auszeichnete, dringt die Kunde in unsere Bewegung, dass es ihm gelungen sei, unter Leitung des Präsidiums Josef Felsenburg und Moriz G r a u s z die zweite verbesserte Auflage der Broschüre : „Zionismus und Orthodoxie* vom Oberrabiner M. A. Roth, Papa, fertigzustellen. Diese Tatsache macht alle Gerüchte verstummen, die sich in letzter Zeit mit der Person des ehrw. Oberrabbiners beschäftigten. Der grosse „Ben Thora*, für dessen „Ehrlichkeit" die „ Allg. Jüd. Zeitung" in Budapest garantiert, hat mit seiner Behauptung, dass sich Herr M. A. Roth vom Zionismus zurückzieht, für diesmal gelogen und sein Gespräch mit dem ehrw. Rabbiner ist vom Anfang bis zum Ende eine Erfindung. Der ehrenwerte Herr hat gut getan, sich ins mysteriöse Dunkel der Anonymität zu hüllen, sonst würden wir ihm mit dieser Tat ins Gesicht fackeln. Die „Berufsgegner" mögen nur lustig darauf loslügen, der ehrliche zionistische Arbeiter wird sich in seinem Tun nicht beirren lassen. Höchstens wird er das Gefühl der Verachtung vor solchen Dunkelmännern mit dem des Ekels vor dieser Kampfweise teilen. Zioni. Tecuciu. Herr Rabbiner Dr. Niemerower begab eich auf Veranlassung des Vizepräsidenten der Sektion „Sam. Pineles" nach Tecuciu, um auch dort einen Vortrag über das Leben und Wirken unseres Führers Dr.Theodor Herzl sowie über die zionistische Bewegung im allgemeinen zu halten. Herr Dr. N»emerower hat durch seine schöne R^de alle Zuhörer tief bewegt. Jüdischer Nationalfonds. Das goldene Buch. „Einzelverein Zion" in Karlsbad zur Eintragung Dr. Herzls.......... Kronen 240._ Verein „Agudath Z ontf in Mohilew zur Eintragung Dr. Herzls.......• . . „ 239.— Föderation des Sionistes de France zur Eintragung Dr. Herzls..........frcs. 320.55 Sammlung Jaspyer Juden zur Eintragung Dr. Herzls............. . „ 250.— Verein „Ziontf in Wiznitz......... Kronen 245.42 Moritz Bujtfs in Constanta.........Lei 250.— Deutscher Zionistenverein trägt den Rabb. Dr. Goi^in ein............Krönen 240.— Die jüd. Gemeinde Beley trägt Dr. Herzl ein w 240.— „Tamchei Zion Association" in Dui banville u. Durban Road trägt den verew. Dr. Herziein Pf. Sterl. 10.— Sammlung Dr. Harry Friedenwald in Baltimore zur Eintragung des verew. Führers Dr. Th. Herzl............. „ 10.4.6 Richtigstellung: In Nr. 31 soll es richtig heissen Joseph ben Jizchok Lockschin........... „ 10.0.0 Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. A. M. Luncz ^antt" p-ig rnb. Literarischer Palästina- Almanach für das Jahr 5665 ()904|5). Druck und Verlag des Herausgebers. Jerusalem 1904 (hebräisch). Der emsige Herausgeber des „Jerusalem" und der ,Palästina-Bib)k/tlKktt hat auch heuer seinen beliebt gewordenen Kalender erscheinen lassen, trotzdem er da3 ganze Jahr m m -hr^ren Städten Europas fern von seiner Heimat und zum Zwecke einer Operation zuletzt monatelang in einem Wiener Spital* zubringen nousste, Dieser 10. Jahrgang d*5s Kalenders enthält ebenso wie die früheren interessante Beiträge zur Kenntnis Palästinas. In einem Aufsatze, der aus dem vorigen Jahre fortgesetzt und noch nicht abgeschlossen ist, finden wir eine Sammlung „alter verschollener Sagen* über das Heilige Land aus der Reiseliteratur von den ältesten Zeiten bis auf das letzte Jahrhundert. S^hr interessant ist die aus dem Französischen übertragene „Geschichte der Juden in der Türkei" (Fr an cos „Essai sur Thistoire des Ln.elitps en Turquie") von Josef Mejuchas. Sie greift auf die älteste Zeit zurück und gibt in geordneter Weise eine Schilderung von der Ent^t^hung und Bildung einer Gemeinde in der asiatischen Türkei, Aegyptenv den Balkanländern und endlich von den n^uen, nach den Austreibungen von Spanien, Portugal und Deutschland entstandenen Gemeinden im Osmanischen Reiche. Es folgt dann ein Aufsatz: „Die Araber und deren Aberglaube an böse Geister" (aus dem Deutschen) von S. Bentowim und ein bibliographisches Verzeichnis der in Palästina erschieneneu Bücher. Eine Biographie des Amoräers R. Sera veranschaulicht uns die Verhältnisse in den babylonischen und palästinischen Lehrhäusern, aus welchen die grosse Sehnsucht nach dem Heiligen Lande erklärt wird, die in vielen Lehrern lebendig war und sie zum Auswandern nach Palästina veranlasste. Einer von diesen war R. Sera, dessen Ausspruch: »Die Luft von Erez Israel macht klug" Berühmtheit erlangte. Er befindet sich im Gegensatze zu seinem grossen babylonischen Lehrer R. Jehuda, dem er sein Auuwand«rn