Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 36 (2.9.1904)
- Date
- 1904-09-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 „bie # weit11 ■Nr. 86 Der Präsident des österr, L. C. versendet an die jüdischen Vereine iolgenden Aufruf: Löblicher Vorstand! Mit welcher Not unsere jüdischen Studenten zu kämpfen haben, wird jeder von Ihnen wissen. Die Sorge um das Fortkommen lähmt ihre Arbeit, verzögert ihre Studienzeit und stört ihre wissenschaftliche Vervollkommnung. Sie müssen nur zu bald ans Verdienen und an den Eintritt ins praktische Leben denken. Und doch soll gerade der Jude besondere Tüchtigkeit zeigen, denn nur durch geistige Ueberlegenheit schafft er sich eine Stellung. Wenn wir aber den jungen Studenten die Möglichkeit der besseren Ausbildung verschaffen, sorgen wir auch für unsere jüdische Gesamtheit, denn wir erziehen uns die geistigen Leiter. Zu dieser edlen, fruchtbaren Tat bietet sich jetzt Gelegenheit. Unterstützen Sie den ,,Ausschuss der jüdischen Studenten", der armen Kollegen Verdienst und Nahrung verschaffen will. Jeden Posten als Korrepetitor, Hofmeister, Schreiber, Zeichner sollen Sie uns zuwenden. Sorgen Sie auch unter Ihren Bekannten dafür, dass nur durch den genannten Ausschuss eine freie Stelle besetzt wird. Gestatten Sie endlich, dass in Ihrem Vereinshause ein Plakat angebracht werde, das die Besucher an Ihre jungen jüdischen Mitbürger erinnert. Es wird nicht viel Platz einnehmen und die Anbringung werden wir selbst besorgen. Wir zweifeln nicht, dass wir nicht vergebens an Ihre Güte appelliert haben, und erhoffen eine eheste günstige Erledigung. Mit treuem, jüdischem Gruss Direktor Dr. Salomon Krenberger. Wien, XIII/8, Auhofstrasse 222. * * * Mitteilungen des i.-ö. Distriktskomitees. Das i.-ö. D.-K. veranstaltet in diesem Jahre im Saale des Kongressbureaus, IX., Türkenstrasse 9, einen Festgottesdienst nach überliefertem Ritus, und ersuchen wir die P. T. Gesinnungsgenossen um zahlreiche Beteiligung» Eintrittskarten sind von Sonntag den 4. September ab täglich im Sekretariat des D.-K. und Kongressburau zu haben, woselbst auch der Situationsplan zur gefälligen Einsicht aufliegt. Für das innerösterreichische Distrikts- Komitee: Samuel Epstein, A. R. Hart mann, derz. Sekretär. derz. Obmannstellvertreter. * * * Gelegentlich der Naturforscherversammlung in Breslau findet ein Diskussi ons ab end für Zionisten am Dienstag den 20. September abends 83/4 Uhr im oberen Saale des Cafe" Fahrig, Zwingerstrasse, statt, bei welchem Dr. med. Theodor Z1 o c i s t i-Berlin über „Die augenblickliche Situation in der zionistischen Bewegung" sprechen wird. Am" Montag den 19. September sind von 9 Uhr ab Gesinnungsgenossen im Cafe Residenz, Tauentzienplatz. zu treffen. Am Mittwoch den 21. September abends Oe ff entliche Volksversammlung. Näheres durch Zahnarzt Schachtel, Breslau, Ohlauerstrasse 64. * * * Yerein Jüdischer Techniker. Mittweida, August 1904. Sehr geehrter Herr Redakteur! Unterzeichneter Verein ersucht Sie höflichst, folgeLde Anzeige in der nächsten Nummer Ihres werten Blattes zu machen: Der, Verein Jüdischer Technikeru in Mitt weida (Sachsen) erteilt Reflektierenden Auskunft bezüglich der Aufnahme am hiesigen Technikum und der hiesigen Verhältnisse. Für die Antwort wird ersucht, eine 20 Hellermarke beizulegen. Die Adresse des Vereines ist: Lesehalle und Bibliothek des „Vereines Jüdischer Techniker", Mittweida (Sachsen), Lutherstrasse Nr. 10. Hochtungsvoll Im Auftrage des Vorstandes: Moses Gottlieb, Schriftführer. P. S. Andere Zeitungen werden höflichst ersucht, die Anzeige nachzudrucken. K<is dei* ]$eifregai)g. Gedenket des Schekels! Kremsier. Jüd.-akad. Ferialverein „Ossid". Sonntag den 21. August feierte der jüd. akad. Ferialverein „Ossid" das Andenken unseres verstorbenen Führers in würdiger Weise durch Aufführung des „Neuen Ghetto'". Die mustergültige Darstellung, deren Erfolg nicht zum mindesten den ausgezeichneten Leistungen Unseres Gastes Herrn phil. Rud. Z e i s e 1 (Brünn) wie der Damen Eger, Deutsch, der Herren B e r m a n n, med. Körner, ing. Kreisler und ing. Schwoner zu danken ist, fand wohlverdienten, reichlichen Beifall seitens der zahlreich versammelten jüdischen Bürgerschaft. Sammlung für denN.-F. Boskowitz. Verbindung jüdischer Hochschüler „Laetitia". Am 2. August 1904 Plenarversammlung. Funktionäre: ing. S. U 11 m a n n, Präsident; phil. J. M u n^k, Vizepräsident; med. K. Bäsch, Schriftführer. Wessely a. M. N.-F. 13 K 40 h. Die Ferialverbindung „Achiwah" in Ung.-Hradisch veranstaltete am 28. d. M. in unserer Gemeinde eine Agitationsversammlung. Treffliche Ausführungen Sr, Ehrwürden Dr. Friedmann aus Ung.- Ostra und des Landeskomiteemitgliedes A.Freud begeisterten die zahlreich erschienene Gemeinde, Es wurde beschlossen, eine Ortsgruppe zu bilden. Viele Schekelzahler. Bielitz. N.-F. 14 K 40 h. Die jüd.-akad. Ferialverbindung „Emunah* veranstaltete Sonntag den 21. d. M. eine Wanderversammlung in Ernsdorf bei Bielitz. Es referierten ing. Sal. Allerhand über „Entstehung und Ziele des Zionismus" und Dr. Bernhard Geiger über „Das Verhältnis des Zionismus zur Orthodoxie". Der Besuch war ein zahlreicher. Es wurden Broschüren verteilt. Misslitz. Anlässlich des Ablebens Dr. Theodor Herzls leitete unser Gemeinderabbiner Dr. Nach um Schorstein seine am 9, Juli im Gotteshause gehaltene Predigt mit einen warm empfundenen Nachruf für den grossen Toten ein, der auf die zahlreich Anwesenden, meist Nichtzicnisten, einem tiefen Eindruck machte. Des weiteren erörterte der Redner an der Hand der Erzählung des Wochenabschnittes (Num. XXXII) das Wesen des Zionismus und forderte zum Schlüsse der überaus kernigen, geistreichen Ausführungen die hiesigen Juden auf, die heilige Idee, für welche Herzl gelebt und gestorben, tatkräftig zu unterstützen und ihr zum Siege zu verhelfen. Lancut. Am 20. d. veranstaltete der Verein „Zionu eine Trauerfeier, für die sich der Präses Herr H. Tannenbaum bemühte. Der Sitzungssaal der Kultusgemeinde war überfüllt. Herr M. Leistyna aus Zotynia hielt die tiefergreifende Trauerrede und setzte den versammelten Chassidim den Zionismus auseinander. Ferner sprachen Herr S. Tannenbaum über das Leben und Wirken Herzls, Herr AI. Nadel-Rzeszow über Kolonisation und Herr Rozmarin, welcher zu energischer zionistischer Weiterarbeit aufforderte. Die Bewegung macht hier gute Fortschritte. Galatz. Am vergangenen Samstag predigte Herr Rabbiner Dr. Niemerower einem zahlreichen, andächtig zuhörenden Publikum im „Handwerkertempel". Nachher sprach er im grossen „ Choraltempela und wählte als Thema .Optimismus und Pessimismus im Judentum*. Herr Doktor Niemerower sprach von der grossen jüdischnationalen Bewegung in den letzten sieben Jahren, von der in ihrer Art einzigen Begeisterung der Jugend für die erhabene Volksidee und von den grossen Erfolgen, welche die jüdischnationale Bewegung in so verhältnismässig kurzer Zeit erzielte. Herr Dr. Niemerower sprach auch am Samstag abend in der Synagoge „Chesed schel emes" vor einem zahlreichen Auditorium über Zionismus und vom Leben und Wirken