Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 36 (2.9.1904)
- Date
- 1904-09-02
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3315709-3316073-3316110--46087-3340924- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. S6 flbie * w^it Seite 7 ' 5. Ausgabe der nunmehr bald erscheinenden Telegrammblaukette. 6. Zentraleinläufstelle und Zentralverkaufssfcelle für Briefmarken, welche zugunsten des Nationalfonds verkauft werden. 7. Agitation und Kontrolle bezüglich derjenigen jüdischen Zeitungen, welche für den Nationalfonds Spenden entgegennehmen. In Aussicht genommen sind : 1. Erwirkung bei den Kultusgemeinden, dass diese einen kleinen Teil ihrer Einkünfte oder eine bestimmte Summe jährlich dem Nationalfonds abgeben. % Eine eigenartige Organisation, welche bezwecken soll, dass der Nationalfonds anlässlich freudiger oder trauriger Famüienereignisse eine giössere Spende erhalten soll. Jede einzelne dieser Agenden erfordert viel Arbeit und Genauigkeit. Nehmen wir die Büchsenaktion. Da ist die Bestellung beim Fabrikanten, Prüfung der Fabrikate, sichere Verschliessung der Büchsen mit Schlüss&I und Verschlussmarke, Evidenzhaltung, Schlüsselexpedition, Verrechnung des Einsatzes und Ueberreichung der einlaufenden Beträge an die „Welt*. Da ist die Br i efm arken aktion. Eintragung des Einiaufes, Sortierung nach Ländern, Zusammenstellung von Kollektionen, Bewertung jeder Marke, Verkauf, Verrechnung mit den Kommissionären, Korrespondenz an exotische Gesinnungsgenossen und Geldabfuhr an die „Welt". Man sieht also, Arbeitsmaterial ist genug vorhanden. Dasselbe wird durch die freiwillige Arbeit gesinnungstreuer Zionisten bewältigt, welche täglich % 3 und 4 Stunden arbeiten. Denn bei uns ist das Prinzip: Es wird nicht früher fortgegangen, bis alles aufgearbeitet ist. In den ersten Tagen meldeten sich so viele zur freiwilligen Arbeit, dass wir bald vor Bewerbern nicht zur Tätigkeit gekommen wären. Wir werden einen Turnus einführen, schon deshalb, um eine Anzahl von eingeübten Arbeitern zu erzielen. Es ist das Arbeiten für den Nationalfonds sozusagen zu einer fachlichen geworden, es bewegt sich die Arbeit in streng einzuhaltenden und zur genauen Kontrolle notwendigen Formen, so dass sie auch ihre sozusagen fachlich ausgebildeten Leute erfordert. Die Arbeit ist nach Materien zugewiesen. Einer hat Nationalfondsmarken und Zeitungen, ein zweiter Büchsen, ein dritter Sammelbögeu und Spenden, ein vierter Allgemeines. Ausserdem besorgen acht Mittelschüler die Sortierung und Bewertung der Briefmarken. Zum Verkaufe und zur Requirierung guter Marken haben wir ab 1. September eiuwn hervorragenden älteren Gesinnungsgenossen angeworben, welcher diesem ausdehnungsfähigen Zweige unserer Kommission hoffentlich gute Dienste leisten wird. Wir sind parat zum Arbeiten, nun ist es an unseren Gesinnungsgenossen, uns recht viel Arbeit zu geben. Wir werden es an Mahnungen nicht fehlen lassen. Dr. Ben.-Hug. ^ribüi)«. Aufruf zur Gründung einer Herzl-Halle in Jerusalem. Wohl sagten unsere Alten: „Den Gerechten setzt man keine Denkmäler, ihre Taten sind Denkmäler für sie,* und nach diesem Ausspruche hat sich unser Führer Dr. Herzl ein Denkmal von so riesenhaften Dimensionen gesetzt, dass kein Monument dem gleichkommen kann. Aber als Wahrzeichen unserer Dankbarkeit, unserer unauslöschlichen Liebe zu ihm sollen wir unserem grossen Toten ein Denkmal setzen. Aber kein Denkmal in Stein gehauen, sondern ein nationales Institut, das nationales Leben verbreiten und stärken soll. Ich mache allen, die den Namen des Dr.Herzl hochhalten, den Vorschlag, im Anschlüsse an die jüdische Nationalbibliothek in Jerusalem eine Herzl-Halle zu errichten. Die Herzl-Halle soll ein Archiv und ein Museum für alles, was mit der jüdischen Vergangenheit und Geschichte Zusammenhang hat, sein. Speziell aber soll alles liebevoll gesammelt und aufbewahrt werden, was irgendwelchen Zusammenhang mit seiner teuern Persönlichkeit gehabt hat. Würdig ausgestattet, muss die Herzl-Halle wenigstens 100.000 Franks kosten und auch mit diesem Betrage wäre bloss der Bau fertig, um dann langsam immer schöner ausgestattet zu werden. Ich hoffe diesmal besser gehört zu werden und mehr zu wirken als mit meinen Aufrufen für die jüdische National- Bibliothek, welohe sich nicht in guter Lage befindet. Alle die, denen das Andenken Dr. Herzls teuer ist, mögen mir in meiner Arbeit helfen. Dr. Josef Chazanowicz. * * * An die Büchseninhaber! Da viele der vom Oesterreichischen Landeskomitee herausgegebenen Sammelbüchsen des Jüdischen Nationalfonds bereits bald drei Monate in Verwendung sind, ersuchen wir die Inhaber derselben, uns von dem wahrscheinlichen Erfolge der Sammlung zu unterrichten, damit wir die Schlüssel den Gesinnungsgenossen behufs Entleerung übersenden zu können in die Lage kommen. Wir ersuchen unsere Gesinnungsgenossen, in Anbetracht der durch die Sammelbüchsen bisher erzielten Erfolge, darauf zu achten, dass jeder Zionist eine Sammelbüchse übernehme und dass vor allem in jedem Lokale (Kaffeehause, Restaurant Selcherei etc.), in welchem Zionisten verkehren, eine Sammelbüchse angebracht werde. Auch sollen die Wirte veranlasst werden, stets Nationalfondsmarken für ihre Gäste in Vorrat zu halten. Die Büchsen sind gegen Einsatz von K 1.40 per Büchse bei uns erhältlich. Die N. F.-Kommission für Oesterreich IX., Türkenstrasse 9. * * * An die P. T. Vereine und Gesinnungsgenossen! Wir erlauben uns, unsere Gesinnungsgenossen auf den heutigen Nationalfondsausweis aufmerksam zu machen, da wir in die angenehme Lage versetzt wurden, als Erlös und Reingewinnanteil beim Absatz von Künstlerpostkarten des eigenen und des „Libanontt-Verlages K 100*— d em N ationalfonds abzuführen. Da auch der grösste Teil des Reingewinnes an allen anderen Artikeln dem österreichischen Landeskomitee für zionistische Propogandazwecl^e zufällt, liegt es im Interesse der zionistischen Bewegung, dass alle Vereine und Gesinnungsgenossen ihren Bedarf in Büchern, Ansichtskarten, Zigarettenhülsen etc. bei uns decken. Jenen Vereinen und Vertrauensmännern, welche sich verpflichten, den Reingewinn beim Verkauf von Ansichtskarten demNationalfonds abzuführen, gewähren wir ganz besonders billige Vorzugspreise. Von „Libanon"-Karten, die wir an Gesinnungsgenossen mit K 7 — per 100 Stück verkaufen, führen wir K 4 — per 100 Stück dem Nationalfonds ab. Wir hoffen, dass alle Vereine und Gesinnungsgenossen das Interesse des Nationalfonds und der zionistischen Agitation durch lebhafte Propaganda für unser Unternehmen wahren werden. Mit Zionsgruss Verlag „Z i o n" Wien, II/3, Untere Augartenstrasse 9. * * *