Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 35 (26.8.1904)
- Date
- 1904-08-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3315709-3316073-3316109--46065-3340901- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 6 „bi* & weit" Nr. 35 The Jewlsh Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Limited, London. Bilanz per 31. Dezember 1903. Passiva: Autorisiertes Kapital: 100 Gründer-Aktien k S i=£ 100. 1,999.900 Stamm-Aktien ä „ 1 » 1.999.900. g 2,OOO.ÜUO. Gezeichnetes Kapital: 100 Gründer-Aktien ä „ 1 , 100. 246.937 Stamm-Aktien ä „ 1 „ 246.937. g 247.037.-.— Eeserve-Fonds...............„ 4.140.15. 9 Tratten-Konto.............. „ 1.617. 8. 1 Kreditoren.................„ ,37.189. — . 8 Dividenden-Konto, noch nicht behobene Dividende.............. „ 4,339. 9.10 Gewinn- und Verlust-Konto........„ 2,563. 8. 8 #296.887. 3.— Aktiva: Kassa: Bar und bei Lloyds-Bank.....„ 4.591. 7. 8 Wechsel- und Devisen-Konto.......„ 155,426.19. 7 Debitoren?.................„ 71.937. 5. 8 Mobiliar..................„ 560.—.— Stempel und Inhaber-Zertifikate .....„ 888.19. 6 Effekten-Konto............... „ 63.397.18. 9 Filialen-Gründungs-Konto.........„ 84.11.10 L 296.887. B,~ Gewinn- und Verlust-Konto per 31. Dezember 1903. Ausgaben: An Handlungsunkosten-Konto: Miete, Heizung und Beleuchtung, Schreibmaterialien, Porti und Telegramme, Versicherungen etc............. c£ 2.183. 7. 4 „ Saläre.................. , 3.899.19. 8 „ Annoncen................ „ 197.19. 5 „ Steuern, ßevisions- und Rechtsanwaltsgebühren ............... „ 367.12. 8 „ Ausserordentliche Kosten und Reisespesen „ 721. 9. 1 „ Abschreibung auf Konsols....... „ 1.333.13. 7 „ Gehalte, Provisionen und sonstige Spesen auswärts an Agenten......... „ 750. 9,10 , Gewinn-Saldo............. . „ 2.563. 8 8 $ 12.018.—. 3 Einnahmen: Per Diskonti, Zinsen, Provisionen, Kursgewinne etc.........., . . . . 12.018.—. 3 # 12.018.—. 3 Ferner verliest er den Bericht der englischen vereideten Bücherrevisoren, welcher in deutscher Uebersetzung lautet An die Aktionäre des Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Ltd. Brook House, Walbrook. London, E. C. Wir haben die Rechnungen des Jewish Colonial Trust für das Jahr, endend mit den 31. Dezember 1903, geprüft und berichten gemäss Sektion 23 der Companys Acts 1900, dass die Bilanz,auf welche wir das übliche Zertifikat gesetzt haben, nach unserer Ansicht ordnungsmässig gezogen ist, so dass sie ein wahres und korrektes Bild von dem Stande der Geschäfte des Trust nach Ausweis der Bücher gibt. Wir haben von den Londoner Governors die Bestätigung erhalten, dass alle bekannten Verbindlichkeiten für das Jahr in die Bilanz aufgenommen sind, und dass keine Verluste aus schlechten Aussenständen für das Jahr zu verzeichnen sind; aber wir möchten wiederum darauf hinweisen, dass wir uns bezüglich der Bonität der diskontierten Wechsel auf die Vorstände (Officials) des Trust verlassen müssen; — da es sich hierbei hauptsächlich um entfern* von England wohnende Personen handelt, so ist es für uns unmöglich, uns selbst ein Urteil über die Bonität zu bilden. Die Diskontierungen sind indessen entweder auf Kreditbewilligungen basiert, die durch den Board genehmigt sind, oder sie sind von den autorisierten Agenten teilweise garantiert. Die beiden Beträge von Pfd. Sterl. 5518.8.11, welche bisher in der Bilanz auf beiden Seiten als Garantorenposten erschienen, sind jetzt aus Geldern für verfallene Shares abgeschrieben; wie wir uns informiert haben, ist hierzu eine Modifizierung des Vertrages über die vorläufigen Kosten erforderlich, welche jedoch bisher nicht zur Ausführung gebracht ist. Wir halten es für unsere Pflicht, den Aktionären mitzuteilen, dass 24.951 Inhaberaktien des Trust sich im Besitze der Angto Palestine Co. befinden, wohingegen der Trust 39000 Aktien zu 1 Pfd. Sterl. von dieser Company im Besitze hat. In beiden Fällen sind die Aktien bar bezahlt worden. (Gezeichnet) Jackson, Pixley & Co. Chartered Accountants-Auditors. Und nun, meine geehrte Herren, schliesse ich in der Hoffnung, dass Sie nach wie vor in dem Interese unseres Institutes mitarbeiten und mithelfen werden, wie ich im Namen des Direktoriums und für mich selbst mit allen Kräften zu streben verspreche." Der Präsident eröffnet hierauf die Diskussion über den vorgenannten Bericht. Herr York-Steiner bittet, folgende Erklärung zu Protokoll zu nehmen : Jede ernste Kritik muss den Zweck verfolgen, die gerügten Uebelstände zu ändern oder die kritisierten Personen zu entfernen. Ich enthalte mich daher heute jeder Besprechung dieses Berichtes aus folgenden Gründen : Alle anderen Generalversammlungen von Aktiengesellschaften beschliessen souverän über ihre Angelegenheiten. Alle Vollmachten fallen an sie zurück und sie ist Herrin der Direktion und des Aufsichtsrates. Bei uns behält der Aufsichtsrat seine Macht, und die Aktionäre können ihre Gravamina nur seiner Entscheidung anheimstellen. Da nun durch den Hingang unseres Führers der Aufsichtsrat nicht vollständig ist und die Herren wichtige Aenderungen nicht vornehmen würden, so verschiebe ich die Kritik, soweit sie die Bank als nationales Institut betrifft, auf den Kongress, an den alle Rechte und Vollmachten zurückfallen, und meine sachlichen bankmässigen Bedenken auf jene Generalversammlung, die nach der Neukonstituierung des Aufsichtsrates stattfinden wird. Diese Erklärung bitte ich dem Protokoll einzuverleiben." Herr Karl Res ek bemerkt, er habe den Aufsichtsrat durch das A.-C. darauf aufmeiksam gemacht, daFS es für die Bank vorteilhaft wäre, wenn sie die Wechselgeschäfte in Russland reduzieren würde; jedoch ist dieser Rat nichi; in Betracht gezogen worden. Er wäre entschieden gegen die Idee, die Vorsichtzu opfern, um in Russland grösseren Profit zu machen. Er rate, bei Ablauf der jetzt kursierenden Wechsel das Geschäft einzustellen. Es sollte auch darauf gehalten werden, Kursdeckungen zu erlangen. Dr. L. Kahn erklärt, dass man das Geschäft in Russland sehr eingeschränkt hätte und nur mit den besten Firmen arbeite. Man könnte das Geschäft nicht gänzlich einstellen, weil man dann Gefahr liefe, nach dem Kriege überhaupt keine Geschäfte machen zu können. Die Valutadeckung wäre sehr schwer und kostspielig und kaum durchführbar. Dr. Friedemann: Er habe bei Fachleuten angefragt und dieselben wären der Meinung, dass für eine Volksbank die Summe der russischen W^echselkredite, obgleich sämtliche Wechsel zwei Giri tragen, viel zu hoch