Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 34 (19.8.1904)
- Date
- 1904-08-19
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 „bie * W*it" Nr. 34 Wir bitten die P. T. Einsender, die eingedruckten Marken der Ganzsachen nicht auszuschneiden, da sie dadurch ganz wertlos werden. Weiters bitten wir die Gesinnungsgenossen, uns österreichische und ungarische Nachporto - sowie württembergische Marken einzusenden. Wir haben für selbe einen Käufer. Für die Philatelie-Abteilung der Nation alfondskommission: A. Taglicht. I^us de? J$e^egui>ä- Gedenket des SchekeSs! Voranzeigen. Karlsbad. Die Sitzuugen des Einzelvereines „Zion" finden wöchentlich Mittwoch' um 8 Uhr im Gartensaale des Hotel Trauiwein statt und sind Gäste herzlichst eingeladen. Kremsier. Zugunsten d^s Nationalgeschenkes für die Kinder Dr. Theodor Herzls veranstaltet der jüdisch-akademische Ferialverein „Ossid" am Sonntag den 21. August 1904 im Saale des Vereines „Konkordia" eine Verstellung des „Neuen Ghetto". Berichte. Czernowitz. Vereinigung jüdisch-rumänischer Hochschüler „Jordania"-Wien. Samstag den 6. d. M. hielt ßb. mech. M. Singer einen Vortrag über „Dr. Herzl und das Judentum" in der Synagoge des Herrn Meisselmann in Bosch. Rymanöw.Dieam 26. Juni vorgenommenen Wahlen hatten folgendes Ergebnis: S. Seelen fr eun d, Obmann; M. Wolf, Obmannstellvertreter; L Z e h n w i r t, J.J M. M a r g u 1 i e s, Sekretäre; M. Weinberger, Kassier; D.Rosenblüth, A. Wölfl., M. Stein, A. Wolf IL, J. Wolf, A. Wolf III., B. F a s s, Ausschussmitglieder; A. Chili, H. W o 1 f, J. H a 1 p e r n, Revisoren; S. Seelenfreund, J. Wolf, J. L e r n e r, Schiedsrichter. Mezötelegd. Dank der Bemühung der Herren Professor W. Schön und E. Märton, welche hier und in der Umgebung fleissig Propaganda machten, fand am 7. August hier eine gut besuchte Versammlung im Cafe* Bihari statt. Herr A. Bokos, Redakteur des „Zsidö Neplap", sprach über Zionismus. Ein Kontraredner faud keinerlei Anhang. In Elegd bei Nagyvärad fand ebenfalls eine Versammlung statt und es wurde die Gründung eines Vereines „Misrachi" beschlossen. Unter den Klängen nationaler Lieder und mit grosser Begeisterung schieden die Teilnehmer. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. „Altneuland", Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschliessung Palästinas, Nr. 8 (August) ist soeben erschienen« Das Heft enthält unter anderem einen Bericht von Dr. H. Blankenborn über die kürzlich erfolgte Einrichtung meteorologischer Stationen auf jüdischen Kolonien in Palästina, die er im Auftrage der Kommission zur Erforschung Palästinas vorgenommen hatte. Bei der Einrichtung der meteorologischen Stationen gelang es der Kommission mit dem Deutschen Verein zur Erforschung Palästinas Hand in Hand zu gehen und das Zusammenwirken auf diesem Gebiete zu sichern. Die Beobachtung der jüdischen Stationen mit der Zentrale in Zichron Jakob, ebenso die Beobachtungen der deutschen Stationen mit der Zentrale in Jerusalem werden sowohl in „Altneuland", wie in der Zeitschrift des Deutschen Palästina - Vereins regelmässig veröffentlicht werden. Es ist wohl überflüssig darauf zu verweisen, welche Bedeutung diese Einrichtung von meteorologischen Stationen in den jüdischen Kolonien, sowohl für die allgemeine Erschliessung wie auch insbesondere für die Landwirtschaft haben wird. Prof. Dr. O. Warburg setzt seine Auseinandersetzungen über die Aussichten der jüdischen Kolonisation in Nord-Syrien auf Grundlage der Baumwollkultur im Gebiete der Bagdadbahn fort. Der höchst interessante und für die Kolonisation im Orient bedeutsame Aufsatz wird in der nächsten Nummer abgeschlossen. Prof. Dr. D. Schönfei d—Jena berichtet auf Grund eigener Untersuchungen über die Halbinsel Sinai, deren Erforschung bekanntlich Gegenstand der zionistischen El- Arisch-Expedition war. Auch dieser Aufsatz, dessen Behauptungen manchmal zu kühn zu sein scheinen, wird sicherlich mit grossem Interesse gelesen werden, da Prof. Schönfeld das Land daraufhin prüfte, ob es das jüdische Volk während seiner 40 jährigen Wanderung ernährt haben könnte. Er gelangte zum Schlüsse, dass dies wohl möglich war. Es muss natürlich noch das Ende seiner Ausführungen in der nächsten Nummer abgewartet werden, bis der Leser ein klares Bild über das in Frage stehende Gebiet erhält. Des weiteren enthält die Nummer den Konsularbericht von Damaskus von 1902, Angaben über den Regenfall an der Küste Palästinas im vergangenen Winter 1903 — 1904 von Dr. M. Blankenborn (1. meteorologischer Bericht), welche dartun, dass das laufende Jahr ein durchaus wasserarmes ist, eine Besprechung von Arnold Rüeggs Werk «Auf heiligen Spuren _ abseits vom Wege* von Dr. S. Soskin, schliesslich Vermischtes und den Marktbericht. Redaktions - Adresse: Berlin W. 50, Regensburgerstrasse 20. (Preis der Zeitschrift jährlich Mk. 6.—, Ausland Mk. 6.50.) Lemberg. Eine sehr ehrende Auszeichnung ist letzthin einem unserer treuesten und bewährtesten Parteigenossen zuteil geworden. Der akademische Senat der hiesigen philosophischen Fakultät hat dem Gymnasial-Religionslehrer Mayer Ball ab an für die von demselben gelieferte Arbeit „Geschichte der Juden Lembergs zu Ende des 16. und am Beginne des 17. Jahrhunderts" den ersten Preis aus der von Warschauer Bankier Hippolit Wawelberg errichteten Stiftung verliehen. Die Geschichte der Juden Polens, eine so reiche Fundgrube jüdischer kultureller Denkwürdigkeiten, bildet ein ziemlich vernachlässigtes Gebiet jüdischer wissenschaftlicher Tätigkeit. Es muss deshalb jede in dieses Gebiet einschlagende Arbeit, insofern ihr Gründlichkeit und Originalität innewohnen, lebhaft begrüsst werden. — Ohne der fachmännischen Beurtheilung des für den Druck bestimmten Werkes vorgreifen zu wollen, sei bloss festgestellt, dass Bailab an, der fast den ganzen Tag über durch seinen Lehrberuf in Anspruch genommen ist, mit bewundernswertem Fleisse alle hiesigen Archive und Bibliotheken durchstöberte, um ein möglichst reichhaltiges und authentisches Material für seine Arbeit zusammenzutragen. Proben seines Schaffens lieferte er uns übrigens seit mehreren Jahren. Gehört er ja zu den fleissigsten Prälegenten in der jüdischen Toynbeehalle und in verschiedenen jüdischen und nichtjüdischen Studentenvereinen, wo er überall für seine Lieblingsthemen aus der jüdischen Geschichte Polens, speziell aber aus der Vergangenheit unserer Gemeinde, dankbare Zuhörer findet. Mayer Ballaban, der seinen ursprünglichen Beruf als Baron Hirsch/scher Stiftungslehrer mit dem eines städtischen Religionslehrers vertauschte, wirkt seit einem Jahre sehr verdienstvoll am hiesigen IV. Staatsgymnasiuni, das gegenwärtig die meisten jüdischen Schüler aufweist. Ben Z i o n. Feuilleton. Dr. Theodor Herzls Erstlingsarbeit. Nach der Matura, die Theodor Herzl in Budapest glänzend bestanden hat, Hess er sich im Jahre 1878 an der juridischen Fakultät in Wien inskribieren. Zur selben Zeit begann Schreiber dieser Zeilen (nach siebenjähriger Tätigkeit als Stabsarzt im Orient) seine ärztliche Praxis in Wien. Entfernte verwandschaftliche Beziehungen führten uns zusammen, aus welchen sich, trotz des Altersunterschiedes (Herzl war 18, ich 37 Jahre alt) sehr bald ein gut freundschaftliches Verhältnis entwickelte. Theodor Herzl verfügte als Jurist des ersten Jahrganges über ebensoviel freie Zeit, wie ich im ersten Jahre meiner Wiener Praxis. Zur Zeit meiner Hausordination, in welcher wir am ungestörtesten plaudern konnten, war er tagtäglich mein Gast. Mein jugendlicher Freund „Dori" war schon dazumal ein sehr angenehmer, geistvollerCauseur. Er liebte es, die Unterhaltung mit vielen Zitaten aus seiner staunenswerten Belesenheit zu würzen. Besonders imponierte mir seine gründliche Kenntnis der deutschen Literatur, was um so höher anzuschlagen war,