Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 34 (19.8.1904)
- Date
- 1904-08-19
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 34 flbie & weit" Seite 13 sollen aber unsere unglücklichen Stammesbrüder in BessarabienV Cherson, Poltawa und Wittebsk e s s e h, wenn Weizen und Roggen, Hafer, und Gerste missraten sind! Wer die Hungersnot in Südrussland im Jahre 1900|10Q1 mit durchegmacht hat, weiss was eine einzige Missernte für die von der Hand in den Mund, lebenden russischen Juden selbst in sonst normalen^ 0eifeeÄ^bedeutet. Die Not dürfte diesmal gegen die vor fünf Jahren sich umso akuter gestaltend Sjals;<' etöerussischen* Juden durch die Machenschaften >:?* -ggwis&er Elemente' inzwischen noch weiter verarmt sind und ihren hungernden Brüdern in Südrussland umsö$e«nigßr .^iu Hilfe eilen; können, als sie infolge der KrisisrSetzt«, selber anr Hungertuche nagen; Das westeuropäische- und' amerikanische Judentum soll sich rechtzeitig aufo di.e ^schier unausblei bliche Katastrophe vor b ereiten. iS.chan jetzt nimmt die Aiaswanderung nach Amerika noch nie idagewesene Dimensionen an. Zahlreiche Gemeinden sind -durch, die Emigration derart entvölkert, dass sie die städtischen Kammunalaüsgaben nicht mehr aufbringen könn mi aand-bei der Regierung um ihre Rückverwan delung in DörfercpetiMonieren. Die? „ Alliance Israelite* hat bereits zur Linderuagt;der blossen Kriegsnot 100.000 Frcs. assigniert und sich: an das englische Judentum überdies um weitere Hitfe gewendet. Was soll erst geschehen, wenn zu der Kriegsnot sich noch eine Hungersnot gesellen wird. Es müsst<* reini Wunder geschehen, wenn unsere schlimmsten Befürchtungen nfetit eintreffen sollten. Mögen die Führer des Judentums beizeiten daran denken, bevor Tausende von jüdischen Menschenleben an Hunger zugrun de gehen! Caveant Qonsules! '.,; \: Bin Opfer des ^Judenhasses. Ein Vorfall, welcher wieder einmal öeigtv-wie* »^ehig uilsere 'Vielgerühmte europäische Kultur ">übe£ deri Jüdenhass, das einzige Gemeinsamkeitsgefühl aller nichtjüdischen Gesellschaftsklassen, vermag, spielte sicji vor, einigen Tagen, in,-einem slovakischen Dorfe at: Orte in der Nähe von Sillein, ,war infolge'."der anhaltenden Dürre ein grosser Teil des DqrJtesr#rjj^ Ein junger Eisenbahnbeamter aus Sillein, Her^ des gewesenen Kultusministers^ Typn Ungarp)^ nach Brodno gekommen, um das. abgebrannte Dorf zu besichtigen. Kaum war der , ju^ als er von den Bauern, ergriffen und mit dem Rufe: „Das ist der Jud', der unser Dorf •angezündet hat", in das Dorf geschleppt wurde. Der junge 5Mann,: der die slovaki sehe Sprache nicht beherrschte, konnte - den wütenden Bauern nicht erklärlich machen, dass; er/ kein, Jude sei und mit dem Brande in keinerlei -Zusammenhang stehe. Die Bauern banden den jungen Mannean ein ßeil und schleiften ihn, während die Kirchenglpclcen ,gelautet wurden, durch das Dorf, wobei Männerx WeiKer iind Kinder mit Sensen, Dreschflegeln und Stöcken agf ihn losschlugen, bis er unter den schrecklichsten Martern, feinen-, &eiöi, aufgab, nachdem er bis zur Unkenntlichkeit verstam^elt war. Mit Befriedigung meldeten hierauf/jJie,Baüer% Sillein herbeigeeilten Gerichtsorgan, dass sieVden ^.jüdischen Brandstifter" bereits gestraft hätten. Und :jd|eser. Vorfall, der uns empören würde, wenn er in der^ ärgsten $eit des finsteren Mittelalters geschehen wäre, ereignet^ sicfiiim,SO. Jahrhundert in Ungarn. Von den * Polen nt; K" . In Monasterzyska (Galizien) veranstalteten« die AUnolen am 7. d. M. ein Sökolfest, an dem auch ihre Polen m. K mit dem1 Präsidenten der isr. KultusgemeindeDr*Leon Ch;ameides (!) teilnahmen; viele natürlich en :der polnischen NatioEaltracht. Als sich 2wei Judenpoien*: die Herren W. L. und L. Ko., besonders hervortun wollten .Ußd unaufgefordert für das zu erbauende „dorn polski" zu sammeln begannen, wurden sie vom polnischen yolksschullehrer ^a. aufgefordert, die Sammlung einzustefren,Cda sie dochdas Geld in ihre Taschen steckten. Herr Kb'/.'fbrderte-- von Sem säuberen Herrn Ka. Genugtuung, WÖrajif -ih^ der tapfere Jugendbildner erwiderte, die Juden h^tjeii i^ Non det L^w;ei reiche., edle: Juden, die Gebrüder Emanuel und \;£s$$k-Hü^ im Jahre 1869 der Bukar ester ^{jni^ersitä.t >1 QO.ppO Francs zu Stipendien zwecken vermacht.^ -Ein , tecfler .Gedanke, der tüchtigen, mittellosen Jüngern /der^ Wi^s^nscliaft : die«MÖ!gliohkeit geben soll, ihre Studien .anr außländischen; deutschen; Universitäten zu vervollkommnen/.! ßie Bukarester tfniversität hat sich erst jetzt bei Spät, aber würdig. In der r^^jährig^n Ankündigung der freien Stipendien heisst es^j\ßassvdiej Bewerber Rumänen oder Eingebürgerte sein müssen*; Plötzlich, nach: 35* Jahren! Warum? Was weiss icgl . Es scheint^ da&s während der langen Zeit, seitdem das Geld sich gänzlich vom jüdischen ^ontagium gereinigt hat, und vielleicht jetzt gar rassenrein geworden ist. Wir behalten es jetzt ganz für uns. Non olet! Ah! könnte man dasselbe auch von dieser Verfügung in Bukarest sagen! N. Personalnachricht. Gg. Dr. phii. M. Frankfurter, Sohn des Stiftsrabbiners David Frankfurter in Holleschau, ist nach abgehaltener Probepredigt einstimmig zum Prediger und Religionsprofessor in Banjaluka gewählt worden. ^Fibäi)e. (Für diese Rubrik ist die Redaktion nioht verantwortlich.) Aufruf! zur Errichtung eines Denkmals für Dr. Herzi in der Jüdischen Nationalbibliothek zu Jerusalem. Gelegentlich der Trauerfeier, welche am Beerdigungstage des grossen Führers des jüdischen Volkes in der Jüdischen Nationalbibliothek zu Jerusalem abgehalten wurde, ist der Gedanke angeregt worden, durch den Anbau einer Volksr alle unter dem Namen «^ann D^lK,, (Herzl-Halle) dem grossen Toten in der Stadt seiner Sehnsucht und in der nationalen Anstalt, welcher er stets seine besondere Sympathie zugewendet, ein Denkmal zu errichten. Innerhalb der Trauervorsammlung wurden für diesen Zweck Beiträge gezeichnet und täglich laufen Spenden von opferwilligen Verehrern Herzls in Palästina ein. Es bedarf jedoch einer grösseren, allgemeineren Beteiligung, um das Werk so zu gestalten, dass es würdig werde des grossen Namens, den es verewigen soll. Soll doch die Herzl-Halle als Toynbee-Halle dienen und gleichzeitig in einigen Nebenräumen die Palästina- und zionistische Literatur, sowie ein Palästina -Museum bergen. Wir wenden uns deshalb an alle diejenigen, denen der Name Theodor Herzl heilig und teuer und der Ausbau der Jüdischen Nationalbibliothek am Herzen gelegen ist, sich an der Errichtung des nationalen Denkmals an geweihter Stätte nach Kräften zu beteiligen, Ephraim Cohn (Vorsitzender) Michel Pines M. Adelmann ' David Jellin Jeseph Meyohas Jesaias Press. E. Honig Lob Levy NB. Beiträge für die Errichtung eines <<^-in üblK» (Herzl-Halle) nehmen entgegen : Ephraim Cohn, Direktor der Lämmel-Schule, Jerusalem; Dr. Joseph Chazanovitz, Bialystokf Dr. Tschlenow, Moskau, und die Administration der -Welt". Czernowitz. Die seit dem Wintorsemester 11)00 in Czernowitz bestehende technisch-akademische Ferialverbindung „Hebronia" wurde in eine stabile akademische Verbindung „Hehronia" umgewandelt. Dies den verehrlichen jüdischnationalen Verbindungen und Vereinen zur gefälligen Kenntnisnahme. Marken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenossen haben für den Nationalfonds Marken gespendet: Wien; J. Meisl, H.Kren, Zionistisches Kongressbureau, Ernestine Taglicht, stud. Herzig, Helene Schulmann, „Unsere Hoffnung", Z. M. V. „Neureh Makkabäa", Z. M. V. „Giskalah". Karlsruhe: stud. Isaac Saslawsky. Frankfurt a. M.: Heinrich Kolliner. Brünn: Leo Beer. Berlin: Die N.-F.-Verwalfung für Deutschland (durch M. Wallsteiner). Tarnow: L. Schinagel. Prjedor (Bosnien) : G. Seidemann. Rustschuck: S. Rintel. L e mb er g: H. Weber. Prerau: B, Pollaks Sohn. Teschen: N. N. Bäk au: Sally K. Jakob Balter. — Allen Spendern besten Dank. wm