Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 34 (19.8.1904)
- Date
- 1904-08-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 34 „w* * weit" Seite 11 Synagoge eine imposante Trauerfeier abgehalten, bei welcher Se. Ehrwürden Rabbiner Dr. W e s s e 1 y eine wirkungsvolle Trauerrede von echtem zionistischen Geiste hielt. Beide Trauerfeiern waren sehr zahlreich besucht. KurortLuhatschowitz(Mähren). Donnerstag den 10. Augus fand hier im Hotel F r a n k 1 eine H e r z 1-F e i e r statt, welche von allen hier weilenden jüdischen Kurgästen besucht war. Eingeleitet wurde dieselbe mit einer Begrüssung durch Herrn J. Weissmann (Ung.-Hradisch). Hierauf hielt Herr B ar d a ch (Brünn) einen Vortrag: „Herzl und sein Lebenswerk". Fräulein Paula Strauss (Poslowitz) trug meisterhaft eine Szene aus dem .Neuen Ghetto" vor. Sodann hielt jur. Otto Müller (Kremsier) dem Verstorbenen einen tiefempfundenen Nachruf. Nachdem von Herrn Alb. Smetana (Ung.-Brod) „Mauschel" von Herzl, vorgetragen wurde, schloss Herr Weissmann die Feier, welche uns viele neue Anhänger brachte. N.-F. K 44. Skala. Am 14. d. M. veranstaltete der Verein „Haschachar" eine Trauerfeier für Dr. Theodor Herzl im grossen Saale des Vereines, welcher bis zum Erdrückent voll war, mit folgendem Programm: Rezitation von Gebeten seitens des Oberkantors Ch. L e r n e r samt Chorbegleitung. Vortrag des Herrn jur. Abraham Schützer: „Ueber die Bedeutung Herzls." Als das «nwi K^ö bü« vorgetragen wurde, blieb kein Auge tränenleer. Die Trauer in der Stadt ist überwältigend. Ottynia. Anlässlich des Hinscheidens unseres Führers Dr. Theodor Herzl wurde Sonntag am 10. d. M. in der Synagoge auf Veranlassung des hierorfcigen Zionvereines eine Trauerandacht abgehalten. Derselben wohnten hunderte von Juden bei. Der Redner war Herr Weber aus Kolomea. Alle verliessen die Synagoge mit Tränen in den Augen. Nach abgehalten ar Trauerandacht versammelten sich sämtliche Zionisten in dem Verein, wo sie feierlich gelobten, das heilige, von Dr. Herzl s. A. ins Leben gerufene Werk andauernd und mit doppelter Energie zu fördern. Küssow. Gestern haben die hiesigen Zionisten und der Kultus vorstand in der Hauptsynagoge eine Trauerandacht abgehalten. Dazu wurde Herr Isak Weber aus Kolomea als Redner berufen. Ueber 1500 Leidtragende waren versammelt in der Herrenabteilung und bei 500 Frauen in der Frauenabteilung. Die Trauer war unbeschreiblich. Während des Hespeds, der 3 Stunden dauerte, waren die Geschäftsläden gesperrt. Die Schüler aus allen jüdischen Schulen (Cheders) hatten frei. Alle Handwerker feierten und die Fabriken mit über 200 Arbeitern pausierten. Die schwarzen Trauerfahnen mit den weissen Mögen Davids, die über 200 angezündeten Kerzen und 15 brennenden und befLorten Lampen verdüsterten und verstärkten noch den unvergesslichen Eindruck. Tarnobrzeg. Am 11. d. M. veranstalteten die hiesigen zionistischen Juden in den städtischen Synagoge eine Trauerandacht für unseren verblichenen Führer Dr. Theodor Herzl. Die Andacht eröffnete der Kantor mit dem Trauergesange „El mole rachamim". Herr H. Engelberg sprach. Um 6 Uhr abends wurde im Hause des Herrn H. Engelberg die Trauerkundgebung wiederholt. Es referierten: der Talmudist Herr S. Burstin im Jargon, dessen Sohn M. Burstin hebräisch, Herr H. Engelberg deutsch und Herr S. Feniger polnisch. Das Publikum sammelte unter sich Spenden zur Gründung eines Herzl-Haines in Palästina. Wieliezka. Nach dem Bekanntwerden der furchtbaren Nachricht vom Hinscheiden Dr. Herzls fand eine ausserordentliche Sitzung des Ausschusses des „Jüdischen Volksvereines" statt, in welcher nebst der Absendung eines Kondolenzschreibens beschlossen wurde, eine Trauerandacht zu veranstalten und eine Person anzustellen, die während des ganzen Trauerjahres das Kadischgebet für das Seelenheil Dr. Herzls s. A. verrichten soll. Ferner wurde über Antrag des Vorsitzenden Herrn Sigm. Rosenzweig beschlossen, es sei zu Ehrung des unvergesslichen Dr. Th. Herzl durch die „Welt* die Idee anzuregen, dass ein Komitee gebildet werde, welchem die Aufgabe zufallen solle, alles aufzubieten, dass der gesamte literarische Nachlass Dr. Theodor Herzls in einer einheitlichen, reich ausgestatteten Ausgabe zur Edition gelange und zu diesem Behufe eine Sammlung zu veranstalten sei. Aus Vereinsmitteln wurde zu diesem Zwecke der Betrag von 25 Kr. bewilligt. Zum Schlüsse können wir nicht umhin, an dieser Stelle unserer Entrüstung über das Vorgehen des Herrn Pinkas Zimmels, Präsidenten der hiesigen Kultusgemeinde, der verweigert hatte, die Kultussynagoge zur Abhaltung der Trauerandacht zu überlassen, lebhaften Ausdruck zu verleihen. Podwoloczyska. Wie ein vernichtender Blitzstrahl wirkte hier die unendlich traurige Nachricht. Das zeigte die Trauerfeier für unseren Herzl. Eine vielhundertköpfige Menge versammelte sich vor dem Vereinslokale und begab sich, von Rabbiner Dr. Mehr er aus Lemberg geführt, zum Trauergottesdieuste. Die Handlungen wurden geschlossen, der Geschäftsverkehr stockte. Ueberall Andachtsstimmung. Das alte enge Beth-Hamidrasch konnte kaum die Tausende Anwesenden fassen. Herr Beuzion Kieselmann stimmte den 49, Psalm an: „Lamnazeiach liwnei Korach". Darauf entrollte Herr Rabbiner Dr. Mehr er das Lebensbild Dr. Herzls, des gewaltigen Uebermenschen der Liebe zu seinem Volke. Er fand so warmgefühlte Worte, dass kein Auge tränenleer blieb. Nach der Trauerrede wurde das „El mole Rachamim" gesungen und das Kadischgebet gesprochen. Der Eindruck der Andacht, an der sich auch der Bürgermeister und die gesamte Elite der wahren Judenheit beteiligten, war ein gewaltiger und nachhaltiger. Mannheim. Am Montag den 11. d. M. veranstaltete die Ortsgruppe die Gedächtnisfeier für unseren grossen Führer im Sitzungssaale der August Lonnag-Loge. Der feierlichen Stimmung, die die kleine Gemeinde in Bann hielt, wurden — auch äusserlich — die würdigen, rechten Formen des Saales gerecht. Unser Vorsitzender Herr Götzl sprach zum Eingang einfache, schöne Worte. Harmoniumklänge leiteten dann die Gedächtnisrede ein. Dr. Moses sprach sie voll Geist und Herz. Es war eine tiefempfundene Rede, die alle ergriff. Nichts in ihr von Pathos; aber hohe, stolze Worte auf diesen Grössten. Selbst Fernerstehende empfanden da die Grausamkeit des Schicksals, das ihn uns nahm. Ernste Akkorde des Harmoniums beschlossen die einfache Feier. Konstantza. Die hiesige Kultusgemeinde veranstaltete am 10. Juli eine erhebende Trauerfeier in der grossen Synagoge. Die Geschäfte waren gesperrt,„die Synagoge mit Trauerfahnen und innen schwarz drapiert. Die Schulkinder erschienen mit Trauerflor am Arme. Unter tiefer Bewegung des zahlreich erschienenen Publikums würdigte Gesinnungsgenosse Kultusvorsteher Bujes das nationale Unglück durch Herzls Tod. Nach Ablauf der Schloischim fand ein erhebendes Requiem statt, bei welchem Gesinnungsgenosse Bujes wieder eine stimmungsvolle Rede hielt. Libau. Gestern als am Vorabende des 30. Todestages unseres unvergesslichen Führers Dr. Herzl versammelten sich die hiesigen tätigen wie auch stillen Verehrer des Verblichenen in der grossen Synagoge zu einem feierlichen Totenfeste. Trotz der drückenden Hitze und obwohl ein Gottesdienst bereits am Beerdigungstage stattgefunden hat, war das Gotteshaus voll von Betenden und Zuhörern. Unser Kantor Herr Rabinowitz zelebrierte das Minchagebet, wie auch die Chorälen Gesänge zwischen den Trauerreden, mit Gefühl und Innigkeit. Nach dem Minchagebete betrat Herr Dr* Belkowaky die Kanzel zu einer kurzen, aber kräftigen, vom Herzen zum Herzen gehenden Rede. Er