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Die Welt · 1904-08-19 · 34 (19.8.1904) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
34 (19.8.1904)
Date
1904-08-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 lffci$ « W^lt" Nr. 34 vor allem um Jahrzehnte zu spät! Herr Dr. Jakob hat seinen Aufsatz „Das Wesen des Judentums" betitelt und kommt zum Schlüsse: „Verschwindet, tauchet unter!" Soll das das Wesen des Judentums sein, dass man mit Hilfe und mit dem geistigen Fonds des Judentums gegen das Judentum loszieht? Fast scheint es so. Aber nein! Im „Wesen des Judentums" liegt es weit mehr, dass es sich trotz aller Anfeindungen und Versuche, es aus der Welt zu schaffen, immer wieder, sei es religiös, sei es national, erhoben und verjüngt hat. Oskar Fr an kl. Trauerkundgebungen. Pfibram (Böhmen). Ueber Veranlassung der zionistischen Studentenschaft fand am 24. Juli im Sitzungssaale der Kultusgemeinde eine Trauerfeier für Dr, Herzl statt. Der Rabbiner Dr. Karl Kohn lehnte das Ersuchen, eine Gedenkrede im Tempel zu halten, ab. Der Kultusvorstand mit Herrn M. Kohn (einem tschechischen Juden) an der Spitze, kam in besonders zuvorkommender Weise entgegen. Referent Herr Philipp Lebenliart aus Prag übte mit seiner Rede tiefen Eindruck aus. Anwesend: Vertreter der Kultusgemeinde und aller jüdischen Vereine, Rabbiner Dr. Kohn unentschuldigt abwesend; Saal überfüllt. N.-F. 9 Kr. 5 h. Dobrisch (Böhmen). Ueber Veranlassung der zionistischen Studentenschaft fand am 17. Juli abends im Tempel ein Trauergottesdienst für Dr. Herzl statt. Rabbiner Doktor S. W. Link hielt einen schwungvollen Nachruf, der auf die Versammlung tiefe Wirkung ausübte. N.-F, 16.10 Kr. Papa, Sonntag den 7. August hat der Päpaer Chowewe Zionverein eine Herzl-Gedenkfeier im grossen Vereinssaale der Chewra Kadischa veranstaltet. Nach einigen einleitenden Worten des Präses der Chowewe Zion bestieg Herr Rabbinatskandidat Isidor Pfeifer die Rednertribüne und würdigte in warmen, begeisterten und begeisternden Worten die grossen Verdienste, die sich Herzl ^«j um die Renaissance des Judentums, um die Hebung des jüdischen Selbstbewusstseins erworben. Die Gedenkrede war sowohl durch deren Gehalt als durch ihre Vortragsweise von ergreifender Wirkung. Nachdem der Gesangslehrer Herr Heinrich Blau in künstlerischer Weise das tibft re" zitiert hatte, das die Anwesenden stehend und andächtig anhörten, schloss die erhebende Feier, welcher eine Abordnung des Gemeindevorstandes, der Chewra Kadischa, des Lloyd, des Poel Zedekvereines, des Lehrkörpers und ein distinguiertes Publikum anwohnten. Die Repräsentanz der Chowewe Zion war korporativ erschienen. jChorostkow. Am 12. Juni fand in der Synagoge eine Trauerfeier statt, bei welcher Herr Ch. J. Harnisch und H. Eichenholz sprachen. Die Synagoge war schwarz beflaggt. Pressburg. Verein „Ahawath Zion8. N.-F. 16. Kr. Die Trauerfeier für Dr. Theodor Herzl, die am 24. Juli von den hiesigen Zionisten im Turnsaale der israelitischen Gemeindeschule abgehalten wurde, nahm einen sehr würdigen Verlauf. Das Publikum, welches;den schwarz drapierten, mit dem Bilde Herzls geschmückten Saal erfüllte, lauschte in tiefer Ergriffenheit den Worten des Gedenkredners Herrn cand. theol. J. Hoffman, der in einer schwungvollen Trauerrede ein plastisches Bild vom Leben und Wirken des verblichenen Zionistenführers entrollte. Der Redner zog eine Parallele zwischen der traurigen geistigen und seelischen Verfassung, in welcher Herzl, als er mit dem zionistischen Programm hervortrat, das östliche und das westliche Judentum angetroffen hatte, und dem hoffnungsfreudigen Idealismus, dem neuerwachten einheitlichen Volksbewusstsein, von welchem erfüllt, der allzufrüh Dahingeschiedene dasselbe nun zurücklässt. Zu Beginn und am Schlüsse der Feier brachte der Vereinschor stimmungsvolle Trauerchöre zum Vortrage» Neubydzow. Die jüdischen Studenten von Neubydzow und Königstadtl veranstalteten am 31. Juli eine erhebende Trauerfeier in Neubydzow. Es sprachen die Herren Gustav Frankl und Rudolf Kohn. Herr Rabbiner Schrecker trug Trauerpsalmen mit Chorbegleitung vor. N.-F. 16 Kr. Nachod. Bei der hier abgehaltenen Gedächtnisfeier in der Synagoge erschienen nebst einem zahlreichen Publikum alle Mitglieder des Vorstandes und des Gemeindeausschusses. Das „El mole rachamim" rezitierte Herr Kantor Ph. Lebovitsch, die ausgezeichnete, ergreifende Trauerrede hielt Herr Rabbiner Dr. Brody. Rohatyn. In eigener Sitzung des Vereines „B'nei Zion" unter Vorsitz des Herrn Kultusvorstehers A. Widmann wurde nebst anderen Kundgebungen der Trauer beschlossen, unseren verewigten Führer ins Goldene Buch eintragen zu lassen, und eine Gedächtnisfeier in der Synagoge zu veranstalten. Diese fand statt und gestaltete sich imposant, trotzdem der Rabbiner sein Versprechen, die Rede zu halten, nicht einhielt. Die Geschäfte waren geschlossen, der Besuch enorm. Die ergreifende Rede hielt Herr Dr. Kanner. Trauerpsalmen wurden vorgetragen. Turka, Während der 30 Tage war die Synagoge schwarz beflaggt, während der Trauerandacht schwarz ausgeschlagen. Alle Schulkinder und ein grosses Publikum waren versammelt. Es sprachen die Herren A. Süsswein, L. Taubes und J. From. Triest. Am 12. Juli veranstaltete der hiesige zionistische Verein eine Trauerfeier für unseren verblichenen Führer Dr. Theodor Herzl. Der grosse Saal war gedrängt voll, die Wände schwarz behängt und in der Mitte prangte ein Bild des Dahingegangenen in schwarzer Umrahmung. Der Präsident Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dante A. Lattes hielt eine schwungvolle Rede, pries die grossen Verdienste des Verblichenen, die Liebe für sein unglückliches Volk, für das er sich geopfert hatte und an welches er noch dachte, als ihn der Tod mit seinen Fiitigen schon berührte. Die Augen der Anwesenden füllten sich mit Tränen, als er mit ergreifenden Worten die Vorgänge schilderte, welche sich während der letzten Stunden und nach dem Tode des grossen Führers abspielten. Mit der Aufforderung an die Zuhörer, sich unserer grossen Bewegung anzuschliessen, und mit Ausdauer den uns vom Dahingegangenen vorgezeichneten Weg zu verfolgen, schloss er seine meisterhafte Rede. Hierauf erhob sich der Vizepräsident Herr Ratssekretär Dr. Telemach G. Gentilli, der bewegt des berühmten Mannes gedachte, den er noch aus seiner Studienzeit kannte, und widmete ihm ebenfalls einen warmen Nachruf. Damit schloss die würdevolle Feier. S. A. Bojan. Am 6. d. M. fand hier eine Trauerkundgebung für Dr. Th. Herzl statt. Trauerredner war Herr L. Taubes. Die ganze Gemeinde Bojan trauerte nach dem unvergesslichen Führer. Podhajce. Am 10. v. M. veranstaltete der hiesige Verein „Zion" unter sehr grosser Teilnahme des jüdischen Publikums zu Ehren des Andenkens unseres unvergesslichen Führers Dr. Theodor Herzl in der Synagoge eine Andachtsfeier. Trauerreden wurden gehalten von Rabbiner L i 1 i e n f e 1 d, Gg. B. K i 11 n e r und M. S c h o r r. Während der Andacht wurden vom Männerchor des hiesigen Vereines „Zion" unter dem Dirigenten Gg. St. Trauergesänge vorgetragen. Serajewo. Der Verein „Bnei Zion" veranstaltete am 2. d. M. im sephardischen Tempel eine ergreifende Kundgebung für unseren unvergesslichen Führer, bei welcher Herr med. Dr. J. Israel die Trauerrede hielt. — Am 3. EM wurde von der aschkenasischen Kultusgemeinde in der

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