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Die Welt · 1904-08-19 · 34 (19.8.1904) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
34 (19.8.1904)
Date
1904-08-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 34 „bie $ w$it" Seite 3 Dieser bescheidene Tribut unserer Dankbarkeit für den unsterblichen Führer hat jedoch eine sehr hohe Bedeutung; er beweist, dass auch für uns das Grab von Dr. Theodor Herzl der Wallfahrtsort von Israel ist. Heute wiederhole ich im Namen aller italienischen Zionisten den Schwur, mit welchem Sie ihn am Tage seiner Bestattung gegrüsst haben: Wir schwören in Deinem heiligen Namen mit all unseren Kräften Dein Werk bis zur Zeit fortzusetzen, wo die von der heutigen Sklaverei befreiten Juden Deine heilige Leiche nach Palästina tragen werden, wie einst Israel Josefs Leiche von Egypten nach dem heiligen Lande trug. Dieser Kranz sei die ewige Erinnerung unseres Eides. * * * Die Jahreskonferenz *) Mittwoch d. 17. August um 10 Uhr vormittags wurde die sehr zahlreich besuchte Jahreskonferenz von Dr. Lippe (Jassy) als Alterspräsidenten eröffnet. Er begrüsste in einer kurzen Ansprache die Konferenzteilnehmer und schlug der Konferenz die Mitglieder des A.-CL Dr. Kahn, Dr. K o k e s c h und Architekt Marmorek sowie Dr. Tschlenow und Dr, Bodenheim er als Präsidium vor. (Ing. Kremenezky war durch Krankheit verhindert, den Sitzungen beizuwohnen.) Der Antrag wurde per Akklamation angenommen. Dr. Bodenheimer übernahm hierauf den Vorsitz und hielt unserem verstorbenen Führer einen tiefgefühlten Nachruf, der von den Mitgliedern der Konferenz stehend angehört wurde. Der Nachruf klang in die Aufforderung aus, unserer heiligen Sache im Sinne des grossen Toten weiter zu dienen zu Ehren Dr. H e r z 1 s und unseres Volkes. Dr. Bodenheimer schloss mit einem dreifachen „Hedad" auf unsere Bewegung und unser Volk. Namens des A.-G. schlug hierauf Dr. Kokesch vor, eine Anzahl namentlich angeführter Gesinnungsgenossen, hauptsächlich Vertreter verschiedener Kommissionen, den Beratungen beizuziehen, was von der Konferenz angenommen wurde. Nach einer von Assessor Dr. Friedemann eingeleiteten kurzen Debatte über die Kompetenz der Jahreskonferenz im Vergleiche zum Kongresse erstattete Architekt 0. Marmorek den Bericht des A.-G. Die Diskussion über den Bericht wurde auf später vertagt, da die Revisoren ihren Bericht noch nicht fertiggestellt hatten, so dass die Vorlage des Finanzberichtes — Referent Dr. 0. K o k e s c h — erst für eine spätere Sitzung verschoben werden musste. Den Bericht über die Tätigkeit der Kolonialbank erstattete deren Präsident D. Wolffsohn, der an der Hand von Daten die Geschäfte der Bank darlegte, die bisher den Inhabern der Bankaktien in diesem Jahre eine grössere Dividende versprechen. Der Bericht fand seine Bestätigung und Ergänzung in dem Referate Dr. K o k e s c h, der im Namen des Aufsichtsrates der Konferenz eine Darstellung der Lage der Bank gab. Hierauf erhielt Professor Warburg (Berlin) das Wort zur Berichterstattung über die Tätigkeit der Palästinakommission und die Arbeit in Palästina. Der Bericht wurde von der Konferenz mit besonderer Aufmerksamkeit angehört. Was Professor War bürg über die Arbeit der Kommission, über die Zeitschrift „Altneuland", über die geologische, meteorologische und medizinische Sektion, über die Ölbaum- *) Um das Erscheinen des Blattes nicht allzusehr zu verspäten, bringen wir den ausführlicheren Bericht über die Jahreskonferenz erst iu unserer nächsten Nummer. spende, die Sammlung zur Anpflanzung eines Herzlwaldes und über die geplanten Kursk für Palästinakunde den Mitgliedern der Konferenz mitteilte, fand allgemeine Zustimmung. Dr. Franz ©ppenheimer (Berlin) und Dr. S o s k i n (Berlin) gaben im Anschlüsse an den Bericht Auskunft über verschiedene Details der Arbeit der Palästinakommission. Der Bericht Professor Warburgs, als des Präsidenten der Ugandakommission, gab eine Uebersicht über die bisher in dieser Angelegenheit geleistete Arbeit, Die Expedition sei bisher nicht abgegangen. Nach dem letztgenannten Referate wurde die erste Sitzung der Jahreskonferenz geschlossen. Die Nachmittagssitzung des ersten Beratungstages der Jahreskonferenz brachte das Referat Di\ Farbsteins (Zürich) über den Nationalfonds. Die Nationalfondskommission hatte bereits zwei Tage früher ihre Arbeit aufgenommen und einen detaillierten Entwurf ausgearbeitet. Die Debatte über das Referat, an der sich sehr viele Mitglieder der Konferenz beteiligten, endete mit der einstimmigen Annahme der Vorschläge der Nationalfondskommission. In Vertretung des durch Krankheit verhinderten Herrn Kremenezky erstattete hierauf der Sekretär des Kongressbureaus A. H. Reich den Bericht über den Stand des Nationalfonds. An diesen Bericht schloss sich eine längere Diskussion, die eine Reihe von Vorschlägen brachte, welche die Geschäftsführung des Nationalfonds mehr zu zentralisieren beabsichtigen, um die Sammlungen zu erleichtern. Erst spät abends wurde die interessante Debatte beendigt. * * * Der nächste Kongress. Der nächste Kongress wird entweder am Ende dieses oder im Frühling des nächsten Jahres stattfinden. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Durch die Neuorganisation, die der deutsche Zionismus im Juni 1904 auf dem Hamburger Delegiertentag empfangen hat, ist die gesamte zionistische Agitation in einem Berliner Zentralbureau vereinigt, andrerseits sind aber in den neugegründeten Gruppenverbänden Stützpunkte geschaffen worden, von denen aus der Zionismus allmählich alle deutschen Gemeinden ergreifen kann. Das Zentralbureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland ist in Berlin, Friedrichstrasse 58 II, Ecke der Leipzigerstrasse, also im Mittelpunkte des Verkehrs, vor einigen Wochen eröffnet worden. Es hat Telephonanschluss (Amt I 2604) und ist wochentäglich von 2—8 Uhr geöffnet. Mit dem Bureau ist eine Lesehalle verbunden, die den ganzen Tag über (auch am Sonnabend) geöffnet ist und nicht nur zionistische Zeitungen enthält. Lesehalle und Zentralbureau sind mit dem Restaurant Baumann, das sich in demselben Hause befindet, verbunden. Das Restaurant Baumann steht unter Aufsicht des Rabbinats der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Rabbiner Dr. Josef Eschelbacher. So wird das Restaurant Baumann mit der Lesehalle der Zionistischen Vereinigung für Deutschland der Mittelpunkt des zionistischen Lebens in Berlin. Durchreisende Zionisten und Freunde jüdischen Lebens werden dort stets Anregung und Aufschluss über jüdische Verhältnisse erhalten,

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