Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 33 (12.8.1904)
- Date
- 1904-08-12
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 „bis $ W$lt" Nr. 33 (Für diese Rubrik ist die Redaktion nioht verantwortlich.) Basel, 4. August 1904. Anregung für den Nationalfonds. Am letzten Tisch^-be-Aw hat der Schweizerische Zionistenverband an alle Juden der Schweiz (Zionisten und Nichtzionisten) Aufrufe zugunsten des Nationalfonds erlassen. Jedem Zirkulär war ein Papiersäckchen beigelegt, in welchem die Spende entweder dem bevollmächtigten Einzüger zu übergeben (wo Vereine existieren) oder aber Post direkt an die Nationalfondssammelstelle zu senden war. Nachdem diese Aktion durchgeführt ist, und deren Resultat als gelungen bezeichnet werden kann, empfehlen wir ein gleiches oder ähnliches Vorgehen sämtlichen zionistischen Organisationen. Andere Feiertage (Rosch Haschanah, Chanukka) sind für den gleichen Zweck ebenfalls geeignet. Diese Sammlungen sollen jedes Jahr wiederholt werden. Zum Bezüge von Musterexemplaren oder zu weiterer Auskunft wollen sich die Vereine oder Distriktsbureaux an den Aktuar unseres Verbandes, Herrn Moritz Levy, Theaterstrasse 14, Basel, wenden. Das Landeskomitee des Schweizerischen Zionistenverbandes: Der Präsident: Der Aktuar : Dr. Wormser. M. Levy. Am 10. Juli 1. J. wurde die Stadt Turka von einem schrecklichen Brande heimgesucht. Binnen 3 StiiDden wurden beinahe 200 Häuser ein Raub der Flammen und ist jetzt von einem ganzen Stadtteile, welcher von der ärmsten, fast nur jüdischen Bevölkerung bewohnt war, bloss ein Haufen Schutt und Asche zurückgeblieben. Das Elend der an die Tausende zählenden, vollständig obdachlosen Bevölkerung spottet jeder Beschreibung und muss man Augenzeuge dessen sein, was hier vorgeht, um sich einen Begriff von der Grösse des Unglücks machen zu können. Obwohl unsere Beschreibung nur ein schwaches Bild der Wirklichkeit bieten kann, sind wir doch fest überzeugt, dass unser Aufruf nicht wirkungslos bleiben und dass die darbende Bevölkerung von Turka nicht fruchtlos an die edelsten Gefühle der Menschheit apelliert haben wird. Gütige Spenden wolle man zuhanden des Herrn Heinrich Arzt, Apothekers in Turka bei Chyrow, einsenden. Der Segen der unglücklichen Abbrändler und das Bewusstsein, dem Nächsten geholfen zu haben, wird wohl der schönste Lohn für diejenigen sein, welche unserer Bitte Gehör schenken werden. Für das israel. Rettungskomitee der Stadt Turka Dr. Oswald B e t h a u e r, Moses Schechter. Sekretär. Vorsitzender. * * * P. T. Auf vielfach an mich gerichtete Anfragen teile ich hierdurch mit, dass ein „Jüdisches Liederbuch" mit Noten im Verlage des Herrn Max Hickl (Jüdischer BuchundKunstverlaginBrünn)inden nächsten Tagen erscheinen soll, und sehe ich daher von der Herausgabe des geplanten, speziell jüdisch-nationalen Liederbuches ab. Hochachtungsvoll mit Zionsgruss: Bernhard Grünhut Wien, IL, Stephaniestrasse 10. * * * P. T. Gesinnungsgenossen! Die tieftrauernde jüdische Jugend hat es sich nicht nehmen lassen, das Andenken unseres geliebten Führers in würdiger Weise in ihrer Zeitschrift zu verherrlichen. Die letzte Nummer (August) von „Unsere Hoffnung" ist speziell dem verstorbenen Führer gewidmet. Er wird dort als Kongresspräsident, als Freund der Jugend, als zärtlicher Vater, als Schriftsteller und überhaupt als glühender jüdischer Patriot schildert. Ausserdem ist der Nummer ein Faksimile des Artikels „Reisesegen* beigegeben, um den p. t. Lesern die Möglichkeit zu bieten, Herzls Handschrift kennen zu lernen. Die Nummer ist in einer viel stärkeren Auflage erschienen, wodurch die Administration in der Lage ist, auch an Nichtabonnenten bestellte Exemplare ä 40 Heller (auch in Briefmarken) von dieser wirklich ausgezeichneten Herzl-Nummer abzugeben. Hoffentlich wird es keiner unserer Gesinnungsgenossen unterlassen, sich diese Nummer zum Andenken zu zu eigen machen. Bei Bestellungen werden auf Wunsch, um das Porto zu ersparen, Erlagscheine übersandt. Hochachtungsvoll mit Zionsgruss: Die Administration: „UnsereHoffnung" Wien, III/2, Untere Viaduktgasse 25. * * * Eingesendet. Das Augustheft der illustrierten Monatsschrift für modernes Judentum „Ost und West" (Verlag von „Ost und West", G. m. b. H., Berlin NW. 23, Altonaerstrasse 36), ist ganz dem Andenken des verewigten Führers der Zionisten Dr. Theodor Herzl gewidmet. Das mehr als das Doppelte des gewöhnlichen Umfanges fassende Heft bietet eine reiche Fülle äusserst interessanten literarischen und Illustrationsmaterials. Eine Reihe hervorragender Männer aus allen Ländern, die dem Verewigten im Leben nahe gestanden haben, vereinigten sich, um dem edlen und seltenen Manne ein Denkmal von bleibendem Werte zu setzen. Die Abhandlungen bieten nicht nur höchst wertvolle Beiträge zum besseren Verständnis des Menschen Herzl und der Bestrebungen des Führers Herzl, sondern gewähren auch tiefe Einblicke in die innere Geschichte der zionistischen Bewegung, sowohl nach der intern-organisatorischen, als auch nach der externen diplomatischen Seite hin. Den Reigen eröffnet der berühmte Orientalist und persönliche Freund des Sultans Prof. Dr. H. V ambery, Budapest, der in fesselnder Weise über die von ihm eingeleiteten Beziehungen des Zionistenführers zur Hohen Pforte berichtet, wie auch über die Beurteilung, die die Bestrebungen Herzls am Goldenen Horn fanden. Der hervorragende Wiener Publizist, Redakteur der „Neuen Freien Presse", Dr. W. Goldbaum, ein langjähriger Freund und Kollege Herzls, zeichnet in feinen Umrissen ein ergreifendes Bild des Menschen und Schriftstellers. Während Israel Z a n g w i 11 (London) in seiner prickelnden Weise „die giosse Tragödie* charakterisiert, die sich in Herzls Lebensgang spiegelt, gibt Max Nordau (Paris) in erschütternden Worten dem Schmerze über den Heimgang seines Freudes und Mitkämpfers Ausdruck. Was der bekannte hebräische Publizist N. S o k o 1 o w (Warschau) über die nur wenigen Eingeweihten zugänglichen Tagebücher, die Herzl hinterlassen hat, mitzuteilen weiss, ist geeignet, lebhaftes Interesse zu erregen, ebenso wie die Erinnerungen eines der hervorragendsten Führer der deutschen Juden, mit dem Herzl durch die Vermittlung des Rabbiners Dr. Güdemann bekannt wurde, und der wohl der erste war, dem der „Judenstaat" im Manuskripte vorgelesen wurde. Dr. M. Gast er (London) spricht eingehend und mit grosser Sachkenntnis über die Zukunft des Zionismus, während Dr. Gustav G. Cohen in Hamburg ausser interessanten persönlichen Reminiszenzen drei sehr lesenswerte Briefe Herzls, die als Facsimile wiedergegeben sind, mitteilt. Heinrich York-Steiner (Wien) entwirft ein anziehendes Bild des Zionistenführers im Kreise seiner Familie und Freunds und schildert ferner die letzten Tage des Verblichenen. Einen tief empfundenen Nachruf widmet die Baronin Bertha v. Suttner ihrem verewigten Freunde. Dr. J. Elj aß choff (Warschau) gibt einige in die Tiefe