Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 33 (12.8.1904)
- Date
- 1904-08-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3315709-3316073-3316107--46028-3340862- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 33 „bis & weit" Seite 11 11. Wahlen. 12. Initiativanträge. In Pressburg hat sich unter Leitung des Herrn Samuel ßettelheim ein Vorbereitungskomitee gebildet. Die Delegierten und Gäste werden gebeten, ihre Ankunft vorher anzumelden, damit sie am Bahnhofe erwartet werden. Adresse des Komitees: Samuel Bettelheim» Pozsony (Ungarn). Organisations-Bureau des „Misrachi", Zürich. „Ahawath Zion", Bureau der ungarisch-zionistischen Föderation. Löbliches Aktions-Komitee! Die Leitung unserer Vereinigung hat nachstehende Verfügungen zur Kundgebung der Trauer um unseren heimgegangenen Führer getroffen und beschlossen, Sie hievon in Kenntnis zu setzen. Während des Leichenbegängnisses waren im jüdischen Viertel sämtliche Geschäfte geschlossen. Es wurde eine Trauerfeier abgehalten. Im Trauermonate wurde täglich von 10 Leuten die Mischna samt dem Seelen gebet gesagt. Während des ganzen Jahres wird im Tempel ein Seelenlicht brennen und das Kadischgebet vorrichtet. Es wird in Pressburg eine wohltätige Stiftung gegründet, welche den Namen des Verewigten tragen wird. Mit dem Ausdrucke besonderer Hochachtung und Zionsgruss Pfeiffer Isidor. Bettel heim Samuel. Wien, Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter „Leopoldstadt" (II. Untere Augartenstrasse la). Sonntag den 14. d.M. Exkursion in die Telefon-Zentrale IX., Berggasse. —- Montag den 15. d. M. Besichtigung des Parlaments. Zusammenkunft der Teilnehmer 9 Uhr vormittags beim Vereinslokale. Gaste willkommen. Prossnitz. Ferial-Verein jüd. Hochschüler „Giskalah". Chargenwahlen: Präses: jur. D. Berthauer; Vizepr.: ing. E. Stern; Schriftf.: med. M. Platschek. Mähr.-Qstrau. Jüdisch-Akademische Ferialvei bin düng „Hessiana", Chargen wählen : ing. F. Goldschneider, Präses; mech. J. Bronner, Vizepräses; ing. L. Lerchenfeld, Schriftführer. Franzensbad. Die zionistische Agitation, die der Verein „Ahawat Zion" in Eger heuer in Franzeusbad einleitete, weist schon heute schöne Erfolge auf. AUsamstäglich versammeln sich die jüdischen Kurgäste in Spiegers Restauration. Am 30. Juli hielt der Obmann, Herr Pergamenter, einen tiefdurchdachten Vortrag über jüdische Kunst. Seine trefflichen Ausführungen ernteten grossen Beifall. Am 6. d. M. fand eine rege Diskussion über zionistische Fragen statt. Ausser den Vereinsmitgliedern H. Pergamenter und JU. Hugo Zuckermann beteiligten sich die Kurgäste Frau Kaufmann (Petersburg), Frau F r i e d 1 ä nder (Rohaiyn), Frau Eisen (Krakau), Herr Grünberg (Proskurow), Herr Gold mann (Wien), Herr N i t j e n (Lemberg). N.-F. in Büchsen gesammelt. Karlsbad. Halbjährige Generalversammlung des Einzelvereines jZion'4. Rechenschaftsbericht, erstattet vom Präs. J. U. C. Hugo Low, ergibt zufriedenstellendes Resultat. 25 Sitzungen (Jänner bis Juli). Kleinere Vorträge: 1. H^rr Ing. Friedland--Odessa. 2. Cand. jur. Hugo Low. 3. Dr. Schreier—Berlin. Grosse Veranstaltungen: 1. Dr. H. G. Heymann. 2. Trauerfeier für Dr. Herzl (Ref. Herr Postkontrollor Auerbach, Herr Dr. J. W. Marmorek). 3. Herr Dr. J. W. Marmorek—Wien. 40 K Schekel, 40 K Parteisteuer, 30 K Nationalgeschenk für die Kinder Dr. Herzls; 240 K zur Eintragung Dr. Herzls ins „Goldene Buch". Nationalfond-Sammlungen und 30.000 Postwertzeichen. Bibliothek bedeutend vergrössert. Neuwahlen: Obmann: Herr Stein (Haus „Fürst Taxis"); Obmann-Stellvertreter : Rieb. Heller; Kassier: Herr S. Gütig; Bibliotheker: Rieh. Seligmann; Zeitungsverweser: Otto Löwy; 1. Schriftführer: med. Rud. Neubauer (Haus „ Tannhäuser"); 2. Schriftführer: Techn. Ernst Gütig; Ersatz: Cand. jur. Neubauer, Postoffizial R. Klein, B. Kohn; Kassarevisoren: Rieh. Heller, B. Kohn; Schiedsgericht: Dr. Samisch, M. Löblt R. Klein; Presskommissär: J. U. C. H, Low; Nationalfonds-Kommissär: O. Löwy. Pilsno. Neugegründet durch die Bemühungen der Herren Berl Fuhrmann und S. Adler wurde der zion. Leseverein „Jeschurun". Freiburg. (versp.) N.-F. M. 6-40. Der Verein jüd. Studenten an der Universität Freiburg begann am 7. Mai sein zweites Semester mit der Antrittskneipe, die von zahlreichen Gästen besucht war, Unter anderen waren Mitglieder des V. J. St. Strassburg, und Vertreter hiesiger, jüdischer Vereine anwesend. Bundesbruder Stahl hielt die Tendenzrede, die mit grossem Beifall aufgenommen wurde. Wir haben sieben neue Füchse und im ganzen 19 Aktive. Der V. J. St. Freiburg will wie die im „Bunde Jüdischer Corporationen (B. J. C.)tf vereinigten Vereine jüdischer Studenten seine Mitglieder neben der Unterweisung in studentischen Dingen zu reger Anteilnahme am jüdischen Leben erziehen, indem er sie in die wissenschaftlichen, politischen und sozialenFragen innerhalb des Judentums in Vergangenheit und Gegenwart einzuführen sucht. Es wurden bis jetzt folgende Vorträge gehalten : Bundesbruder Stahl: „Bar Kochba". Bundesbruder Kassel: „Geschichte und Lage der Juden in England*. Für die körperliche Ausbildung wird durch Turnen und Fechten gesorgt. Briefe sind zu richten an stud. rer. nat. Kurt Hammerstein, Guntramstrasse 20. Amsterdam. Folgende Mitteilung des Niederländischen Zionisten-Bundes wurde dieser Tage in beinahe sämtlichen holländischen Tageszeitungen veröffentlicht: Durch die Versammlung einiger holländischer Oberrabbiner, die am 13. und 14. Juni in Amsterdam stattfand, wurde nach ihrer eigenen Veröffentlichung über den Zionismus das Folgende konstatiert: „Ueber den Zionismus schien die Versammlung einstimmig die sehr schwerwiegenden und durchschlaggebenden Einwendungen zu teilen, die von orthodox-jüdiscrier Seite gegen diese Bewegung entstehen." In einem Gespräche, das hierüber eines der Mitglieder des Bureaus des Nied. Zion.-B. mit dem Zionisten Herrn Doktor J. H. Dünner, Oberrabbiner von N.-Holland, am 17. Juni a. c. hatte, drückte dieser Herr, der wie bekannt an den Versammlungen der Oberrabbiner rächt teilnimmt, seine tiefe Betrübnis über das publizierte Resume der gehaltenen Verhandlung aus. Der Oberrabbiner begriff nicht, wie die versammelten Herren sich nicht weniger beschränkt zeigten, um einzusehen, was der Zionismus bereits für das Judentum getan hat und zweifelsohne noch tun wird. Wie eine grosse Anzahl Juder», hauptsächlich der jüngeren Generation, nicht nur im Auslande sondern auch in Holland, nur durch den Zionismus dem Judentume erhalten blieben und bleiben werden, die ohne denselben als Assimilanten gegenüber dem Judentume stehen würden, und wie zweifelsohne der Austritt aus dem Judentume und der Einfluss der Reform stark gehemmt wird, seit die zionistische Bewegung an Kraft zunimmt. Keineswegs konnte der Oberrabbiner glauben, dass die Versammlung dachte, dass der Zionismus von ihnen au* orthodoxem Gesichtspunkte verurteilt werden muss, weil die Führer der Bewegung nicht auf orthodoxem Standpunkte stehen. Dies darf jedoch keinen Einflus^? auf die Beurteilung des Zionismus selbst ausüben. Dr. Dünner glaubt, dass gewiss die Anwesenden bei der Versammlung s e i n e Orthodoxie nicht geringer achten, wie ihren eigenen religiösen Standpunkt, und doch war ihnen allen sein Urteil über orthodoxes Judentum und Zionismus, das er des öfteren bereits publizierte, bekannt. Abgesehen noch von dem Inhalte geschah es darum mit einem Gefühl von Wehmut, dass er von dem Resume Kenntnis nahm, bei Erwägung der Tatsache, dass mit einer einzigen Ausnahme all e Anwesenden, direkt oder indirekt, seine Schüler sind und er von ihnen nicht hätte erwarten können, dass sie im Streit mit der jüdischen Bestimmung in der Hauptstadt seines Distriktes ein Urteil geben und veröffentlichen würden über das wohl oder nicht Erlaubte aus jüdisch-orthodoxem Gesichtspunkte einer Sache, worüber ihr Lehrer in seinem Distrikt bereits anders geurteilt hatte. Wenn etwas von orthodox-jüdischer Seite erwogen wird, muss man sich allererst an die Vorschriften des Kodex, halten. — Unser Gesinnungsgenosse, der Oberrabbiner Dr. Dünner erlaubte uns, dieses Gespräch zu publizieren. Amsterdam, 20. Juni 1904. — 7. Thamuz 5664. Das Bureau des N. Z.-B.: S. Seeligmann G. c. Polak Dr. jur. J. H e n.