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Die Welt · 1904-07-08 · 28 (8.7.1904) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
28 (8.7.1904)
Date
1904-07-08
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 28 „bie * w^it" Seite 15 Und die Uhr stand nicht still Es kam der Augenblick, wo der Kantor sein Klagelied anstimmte; es kam der Moment, da man den Sarg hob. Und dann geschah etwas, was keiner von uns hätte erleben wollen — man trug Theodor Herzl, den toten Führer seines Volkes, die Treppe hinunter, vor sein Haus, wo ihn tausende verwaiste Herzen erwarteten. H. Y o r k - S t e i n e r. Das Leichenbegängnis. An der Leiche unseres Führers hielten seit Montag abends die zionistischen Verbindungen Wiens die Ehrenwacht, In seinem Arbeitszimmer war er aufgebahrt. Dort, wo er viel gedacht und geschaffen, ruhte er nun in einem schmucklosen, schwarzen Sarge. Zu Häupten des Sarges brannte das Seelenlicht und vertiefte den düsteren Eindruck, den die mit schwarzem Flor verhängten Luster machten. Lautlos standen die Studenten zu beiden Seiten des Sarges. Bei Tage wurden sie von vier zu vier Stunden abgelöst, bei Nacht gab es keine Ablösung. Und sie verlangten keine. Es war ihnen ein Herzensbedürfnis, wenigstens auf diese Weise dem toten Führer Liebe zu erweisen. Eine Stunde vor dem Leichenbegängnis übernahmen die Mitglieder des Aktionskomitees und die nächsten Freunde die Ehrenwacht. Der Sarg war Donneistag morgens mit der florumhüllten zionistischen Flagge bedeckt worden, derselben, die sonst von dem Kongresshause in Basel geflattert hatte in jenen glücklichen Tagen, da Herzl sie noch mit starker Hand hielt. Und auf dieses Bahrtuch weinten nun die ernsten Männer heisse Tränen, während an dem Sarge Hunderte von Delegierten und Deputationen defilierten. Um 10 Uhr begann die Trauerfeier. In das Trauerzimmer selbst hatten nur die Mitglieder des Aktionskomitees, die nächsten Freunde, die Abordnung der Wiener Kultusgemeinde und der Presse Zutritt erhalten. Vor dem Hause aber und in den umgebenden Strassen wogte eine vieltausendköpfige Menge, während sich Hunderte von Wagen in der Nähe aufstellten. Da hörte man einen tiefergreifenden Gesang. Die Oberkantoren Gut mann uud Schor brachten mit dem verstärkten Chore die Trauergesänge zum Vortrag. Tieferschüttert lauschte die Mengo. Das verhaltene Weinen brach erst aus, als der Sarg zu dem Leichenwagen getragen wurde. Hinter dem einfachen Leichenwagen fuhren die ganz gebrochene Mutter, die Frau H e r z 1 s und die Familie, mit Ausnahme seines Sohnes Hans, dem Herzl erst vor ganz kurzer Zeit von seinem Krankenlager zur Bar Mizwah einen ergreifenden Brief geschickt hatte. Der ganze übrige, schier endlose Zug, den etwa 6000 Menschen bildeten, folgte zu Fuss inmitten dichter, von den zionistischen Studenten und Arbeitern gebildeter Spaliere. Unmittelbar hinter dem Leichenwagen gingen Direktor W o 1 f s o h n und Direktor Reichenfeld mit Hans, dann folgten die Mitglieder des engeren A.-C: Dr. L. Kah ö" Dr. 0. Kok esch, Ing. Joh. Kremenezky, Architekt 0. Marmorek, hierauf in bunter Reihe J. L. G r e e n b e r g, J. G o w e n, J. Moser, Dr. Alexander M a r m o r e k, Dr. Klee, Dr. Feiice R a v e n n a, J. H. K a n n, Dr. A1 k a 1 a y, Dr. G. Bruck, Goldberg, Rabb. Dr. Jelski, J. J as s i n o w ski, Dr. S ap ir, Chiefrabbi Dr. M. Gaster, Tobias M arkus, Prof. 0. Warb urg, G. Cohen, N. S o k o 1 o w, Rektor Dr. A. Sch war z, Lektor Fried mann, Prof. Dr. Leon Kellner, Dr. M. T. Schnirer, H. Rosenbaum, Direktor K a t z e n e 1so hn, Dr. S ch au e r, Dr. S. Kr enb er g e r, K. Rezek, A. Stand, Maler H. Struck, Dr. J. W. Marmorek, Dr. S.Werner, Dr. Hantke, Dr. £. Rosenberger, A. H. Reich, Dr. J. S c hal it, Dr. Syrkin, Fabrikant Horowitz, Dr. G. Halpern, H. Schachtel, M. Krause, Refer. Dr. D o b r z y n s k i, Fr. S o n dheimer, J. Gans, Jochelmann, Dr. Kalmus, Wolf, Marx und noch zahlreiche andere hervorragende Gesinnungsgenossen. Ferner sendet die Korrespondenz Wilhelm folgende Liste der Trauergäste aus: Es kamen die Kollegen von der Presse und Vertreter der schriftstellerischen Verbände, und zwar sah man den Herausgeber der „Neuen Freien Presse" mit sämtlichen Redakteuren. In Vertretung des Schriftsteller- und Journalistenvereines „Concordia", den Präsidenten Edgar v. Spiegel, die beiden Vizepräsidenten Herrn Wilhelm Goldbäum und Balduin G r o 11 e r, die Vorstandsmitglieder Dr. Siegmund Ehrlich, Dr. Gustav Steinbach, Obmann des Pensionsfonds der „Concordia" und Obmannstellvertreter Direktor Regen. Weiters bemerkte man den Vizepräsidenten der niederösterreichischen Advokatenkammer Dr. Wilhelm Zucker, die Herausgeber Hofrat Marceil Ritter von Frydmann („Fremdenblattu) und Julius Löwy („Illustriertes Wiener Extrablatt"), die Herren Wilhelm Frey und Julius Konried in Vertretung des „Neuen Wiener Tagblattes", die Schriftsteller Hermann Bahr, MaxKalbeck, Dr. Arthur Schnitzler, AdolfGelb er, Liebstöckl, Siegfried Trebitsch, Josef Treb i t s c h, J. Inlender, Felix Saiten, Leopold L i ps c h i t z, Otto Fein, Otto Fuchs-Talab, Baron d'Albon, Julius Hirsch, kaiserlichen Rat Stephan S k r e i n, Max F o g e s, Max Gold scheider, Friedrich Herzfeld, M. Epstein, kaiserlichen Rat L i c htenstadt, Dr. J. S. Bloch, Dr. Greimel als Vertreter des Verbandes der auswärtigen Presse, und die Schriftstellerinnen Frau Zerkowitz und Frau Grete Meisel-Hess, ferner den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern mit den Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn und kaiserlichem Rat Hirsch, die Kultus Vorstandsmitglieder Professor Dr. Ehrmann, Eltbogen, Baurat Fleischer, Baurat Ritter v. Goldschmidt, Baurat S t i a s s n y, * Dr. Markus Spitzer und T a u s s i g, Sekretär kai seriicher Rat Dr. Lieben, die Vertreter des jüdischen Volksvereins : Richard Rappaport, Dr. Karl L i fs c hit z, Ing. Löwen bein, Präsident Siegmund Mayer und Sekretär Siegfried F 1 e i s c h e r (österr. isi\ Union), eine Abordnung der Toynbee-Halle, eine Damendeputation aus Newyork, Präsident Dr. Singe r (Suppen- und Theeanstalt), S. Brod (Verein zur Hebung der Gewerbe), Oberkantor J. Bauer, Vizepräsident des österreichisch-ungarischen Kantorenvereines, und Hofrat Professor Dr. Pollitzer, Oberst v. Eis, den grossbritannischen Botschaftskaplan Rev. William H e c h 1 e r, die Gemeinderabbiner Dr. F e u c h tw a n g und Dr. Grunwald, Rabbiner Dr. Maye rs o h n, Primarius Dr. Gustav Singer, Notar Doktor H o 1 d i n g e r, Bankdirektor Ingenieur Ottokar S t e r n, die Advokaten Dr. Adolf Iricz aus Budapest (der erste Lehrer H e r z 1 s), Dr. Moriz Ascher und Dr. Viktor Rosenfeld, Generalrat Karl Morawitz (Anglobank), Sekretär S ch u 1 h o f vom Theater in der Josefstadt, kaiserlichen Rat J. Weil, kaiserlichen Rat Vogel. Hierauf entwickelte sich der Zug unserer Gesinnungsgenossen mit den Deputationen an der Spitze. So aus Basel, Warschau, Paris, London, Berlin, Peters-

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