Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 27 (1.7.1904)
- Date
- 1904-07-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27 „bi$ # W*lt" Seite 11 Sally M. Mainz, in Hamburg, t. Vorsitzender. Alfred Cohn, in Hamburg, 2. Vorsitzender, J. F r i e d 1 ä n d e r, in Hamburg, L Schriftführer. Emil Magnus; in Hamburg. Dr. jur. Leopold Kahn, in Wien. Prof. Otto Warburg, in Berlin. D. W o 1 f f s o h n, in Köln am Rhein. Die „Palästina-Handelsgesellschaft" tritt mit der Anglo-Palästine-Company in Jaffa und deren neuerrichteten Filiale in Jerusalem in engere Geschäftsbeziehungen und wird ihre geschäftliche Tätigkeit sofort beginnen. Jüdischer Nationalfonds, Das goldene Buch. Das Aktionskomitee wiederholt sein dringendes Ersuchen, die hebräischen Namen der Spender für das Goldene Buch umgehend an das Sekretariat des Kongressbureaus, IX., Türkenstrasse 9, einzusenden, da sonst die Eintragung in das Goldene Buch und die Ausfertigung der Diplome unmöglich gemacht wird. Als letzter Termin für die Einsendung wird der 15. Juli festgesetzt» Nach diesem Tage werden die Diplome in den Fällen, wo die hebräischen Namen nicht angegeben wurden, nur in deutscher Sprache ausgestellt. * * * Verein „Bnei Zionu in Jalta (durch Dr. M. Guchmann)..............Kronen 254.— Verein „Misrachi" in Bendzin...... . „ 427.67 „Agudath Zion" in Anvers......... „ 304.— Verein „Ahawath Zion" in Tomaszow trägt seinen hochverehrten Senior, Komiteemitglied Hr. Jonas Makow und dessen Frau Esthena geb. Rechensmann ein . „ 240.— Akad. Verbindung „Ivria* in Wien .... „ 247.62 Der zion. Damenverein „Techija" und Frl. R. Jablkowsky in Mariampol tragen den geehrten Führer Dr. Th. Herzl ein „ 252.— Von N. Cooper in London zur Eintragung des Mr. Isaac Fineberg of64Brownlow Hill, Liverpool, member of the Mt. Hermon Beacon, of the Order of Maccabeans . Pf. Sterl. 10.— Der Mätmerzionistenverein in Staraja-Russa (durch Hr. A. J. Schern)........„ „ 10.— Zionistenverein in Potzinok (durch Gebr. Urysohn in Moskau).......... Kronen 252.— Zionistenverein in Batum (durch Gebr. Urysohn in Moskau).......... „ 240.— Zionistenverein der Berpjuden in Derbent (durch Gebr. Urysohn in Moskau) ... „ 241.50 Verein „Zion" in Samarkand trägt Dr. Th. H^rzl und Dr. Ezechiel Tschlenow ein (durch Gebr. Urysohn in Moskau) ... „ 240. ~ Zionistenverein in Kokand trägt den Friedenstag ein (durch Gebr. Urysohn in Moskau) . „ 251— Zionistenverein in Taschkend (durch Gebr. Urysohn in Moskau).......... „ 252— Zionistenverein in Jeletz trägt Hr. Alexander Naumowifcz Rensin zum Andenken an seine dreijährige Tätigkeit als Organisator und Schatzmeister des Vereines vom 5. Nov. 1900 bis 5 Nov. 1903 ein (durch Gebr. Urysohn in Moskau) ... „ 240.— Buch Zion in Negresti durch Hr. J. Silberstein in Galatz............. Lei 252.— Zur Eintragung des Hr. Chaim Lippe, Sohn des Jehuda Arje Lippe, geb. in Stanislau (durch die Redaktion des „ Wschöd" in Lemberg)................. „ 250.88 „Altneuland."*) Von Elias Auerbach, (Berlin). Unsere Gegner haben gar nicht so unrecht, wenn sie behaupten, dass wir uns mausern. Nur ist diese Mauserung nicht eine Entwicklung vom Zionismus hinweg zum allmählichen Uebergang in ihr Lager, sondern eine immer tiefere Erkenntnis der Probleme und Forderungen, ein immer verständnisvolleres Erfassen der wahren Folgerungen, die aus dem grossen, *) Zu beziehen durch die Administration: Dr. S. S o s k i n, Berlin W 50, Regensburgerstr. 20. zuerst nur im begeisternden Schwung begriffenen Ideale fHessen. Eine solche Mauserung ist so gut ein Zeichen gesunder Fruchtbarkeit, wie die des Vogels vor der neuen Zeugungsperiode. Die Stellung des Zionismus zu Palästina hat sich langsam gewandelt, und es ist eine Pflicht ehrlicher Pioniere des, Fortschrittes, das unumwunden zuzugeben und damit die notwendige Entwicklung zu beschleunigen. Diese Wandlung der zionistischen Anschauungen über Palästina ging ganz nach dem Hegelsehen Schema vor sich, das gerade in diesen psychologischen Dingen sich so fruchtbar erweist. Zuerst war „Zionismus" die Arbeit für die Kolonisation Palästinas um jeden Preis; durch die langsame Infiltration würde schon nach und nach der jüdische Staat entstehen, man brauchte also nichts weiter zu tun, als die Einwanderung und Kolonisation zu unterstützen. Dann kam Herzl mit seinem grossen politischen Gedanken und gab der Bewegung eine neue Grundlage. Und, wenn auch nicht er selbst, haben doch die zahlreichen Nachbeter, die so oft herzlianischer sind ah er, als starres Dogma verkündet, dass man vor der Erlangung des Charters in Palästina nichts tun könne und dürfe. Diese Meinung, die den Zionismus zu untätigem Abwarten der kommenden Dinge verurteilte, weicht jetzt mehr und mehr vor einer höheren Zusammenfassung der Gegensätze, die den politischen Gesichtspunkt nicht ausser Acht lässt und die Arbeit in Palästina unter einem klareren und weiteren Programme wieder aufnehmen will. Ein Markstein in diesem unmerklichen, aber grundlegenden Wechsel der Anschauungen ist die Zeitschrift „Altneuland". Aber wir würden ihr unrecht tun, wenn wir sie nur als ein Symptom betrachten wollten, sie ist vielmehr eine Trägerin und selbständige Schöpferin neuer Gedanken über die Aufgaben der zionistischen Arbeit in Palästina. Jetzt liegt eine halbjährige Tätigkeit ihrer Herausgeber vor, und ein kritischer Vergleich dessen, was sie versprochen und was sie gehalten, was sie gewollt und was sie geschafft haben, liegt im Interesse unserer Bewegung. Denn wir dürfen nicht vergessen, es ist die vom Zionistenkongress eingesetzte Palästinakommission, die „Altneuland" herausgibt, und der Zionismus selbst trägt in letzter Linie die Verantwortung für ihre Arbeiten nach aussen hin. Was vor allem so ausserordentlich angenehm und beruhigend wirkt: Es liegt System in den Arbeiten der PalästinakommLSsion, zum erstenmale, kann man wohl sagen, seitdem der Zionismus eine solche Kommission wählt. Dafür ist die Zeitschrift ein guter Spiegel. Gewiss war schon das Programm, das ihr vorangeschickt wurde, ein reich gegliedertes und gut durchgearbeitetes. Aber wir haben es ja schon öfter erfahren, dass ein Programm allein noch keine Arbeit ist. Hier galt es, für weitere zionistische Kreise zunächst eine Kenntnis der wichtigsten Verhältnisse Palästinas zu vermitteln, das Verständnis für brennende Fragen zu erwecken und Richtung und Methodik neuer Arbeiten zu kennzeichnen. Was man in einem halben Jahre von einem so* ausserordentlich umfangreichen Programm erfüllen kann, das hat „Altneuland" redlich geleistet. Es ist erstaunlich, in wie geschickter Weise bisher eine anregende Vielseitigkeit gewahrt worden ist, die keine Ermüdung, sondern nur den Wunsch aufkommen lässt, in allen den zahlreichen berührten Gebieten intensiver eingeführt zu werden. Allerdings waren, die Artikel, die zusammenfassend die einzelnen Fragen beleuchteten, durchweg gediegen; sie zeigen uns auf der einen Seite, dass anscheinend — und mit Recht — die Redaktion einen strengen Massstab an ihre Einsendungen anlegt, andererseits aber bringen sie uns die erfreuliche Tatsache zum Bewußtsein, dass es doch eine ganze Reihe von tüchtigen Arbeitern in unseren Reihen gibt, die gewillt und imstande sind, an diesem Werke positiven Schaffens, das Wissen und Fleiss, daneben aber auch selbständiges Denken und weitschauende Kritik erfordert, mitzuarbeiten. Nur einen ganz kurzen Ueberblick möchte ich geben, um die zahlreichen Gebiete, die bis jetzt schon berührt worden sind, vorzuführen. Wirtschaftliche Aufsätze, auf die wir ihrer allgemeinen Bedeutung wegen noch ausführlicher zu sprechen kommen müssen, sind aus der geschulten und befugten Feder von Prof. War bürg und Dr. Soskin gekommen. In einer Reihe von innerlich zusammenhängenden Abhandlungen erhalten wir ein immer vollständigeres Bild der gegenwärtigen Kolonisation und der Kolonisationsmöglichkeiten in Palästina. Zur Kül turfrage behandelt Dr. L o e w e, aus eigener Erfahrung ein guter Kenner der Verhältnisse und besonders des Menschenmaterials, ein Kapitel aus dem Schulwesen. Den wichtigsten Fragen palästinensischer Hygiene, der Bekämpfung der Malaria und des Trachoms sind fachmännische Arbeiten wem Dr. J u n g m a n n und Dr. S a n d 1 e r gewidmet. Aus dem "Gebiete der Ethnographie bringt die fleissige (noch nicht abgeschlossene) Arbeit von Dr. B i r a m eine interessante Zusammenstellung der Materialien über die Drusen. Einen wertvollen Beitrag zu der für uns so wichtigen V e r - w a 1[ t u n gs k u n d e Palästinas liefert die Darstellung türki- \