Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 26 (24.6.1904)
- Date
- 1904-06-24
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 „bis & W^lt" Seite 9 Halle ebensolchen Anteil wie die Vortragenden, Die Schar der jungen Mädchen, die den Damen zur Seite steht, möge hiemit den wärmsten Dank für ihre Mühewaltung entgegennehmen. Noch zweier Ausschüsse sei gedacht. Der eine ist der Ausschuss für die Veranstaltung von Kinderjausen, der unter der Leitung der Frau Primarius Kornfeld steht, der zweite der Ausschuss für die Lehrkurse, der von Frau Berliner und Dr. S. Werner geleitet wird. Die Kinderjausen haben dem betreffenden Ausschuss viel Mühe verursacht, denn zu den Kosten für die Kinderjausen konnte der Vorstand der Toynbee- Halle nur einen Teil beitragen. Dass die Kinderjausen trotzdem regelmässig alle 14 Tage stattfinden konnten, dass durchschnittlich 200 Kinder daran teilnehmen durften, das ist eine Leistimg, der gewiss jeder Anerkennung zollen wird. Die Kurse, die aus Mangel an Mitteln zur Erweiterung der Toynbee-Halle nur im Sommer abgehalten werden konnten, waren folgende: Englisch (zweimal in der Woche) Leiterin Frau Berliner. Deutscher Elementarunterricht (zweimal wöchentlich) Leiter Dr. Werner. Deutscher Liteiaturkurs, von Göthe beginnend, Leiterin Fräulein M. Friedmann. Deutscher Literaturkurs, von Lessing beginnend, verbunden mit der Lektüre der wichtigsten Dramen, Leiter Dr. Weiner. Beide Kurse zweimal wöchentlich. Sten^graphiekurs Leiter llr. S. Wertheim. Bei diesem Kurse war der Andrang so gross, dass eine Teilung eintreten musste, so dass wöchentlich vier Stenographiestunden abgehalten wurden. Allen Mitwirkenden sei der besondere Dank des Vorstandes ausgesprochen. Wir hoffen zuversichtlich, dass die Unterstützung unserer Förderer eine Erweiterung der Toynbee-Halle und damit die Möglichkeit schaffen werde, die Lehrkurse das ganze Jahr hindurch führen zu können. Das ist Einiges von dem, was die Toynbee-Halle im abgelaufenen Jahre zu leisten suchte. Dass so manches Geplante nicht durchgesetzt werden konnte, daran trägt nicht die Leitung sondern der Umstand Schuld, dass die materielle Existenz der Toynbee-Halle leider noch immer nicht gesichert ist. Aus dem Berichte des Schatzmeisters ist zu ersehen, dass alle Anstrengungen gemacht wurden, um dieser. Kalamität abzuhelfen. Jedenfalls glauben wir sagen zu dürfen, dass der redliche Wille da war, alles zu tun, was zur Hebung dieses uns allen so teueren Institutes beitragen konnte. Unsere Arbeit ist gross und der Apparat, über den wir verfügen, ganz abgesehen von den finanziellen Schwierigkeiten, noch niclit gross genug, um allen berechtigten Wünschen nachkommen zu können. AVir werden alles aufbieten, um das Interesse weiterer Kreise und besonders ansehnlicher Korporationen für die Toynbee-Halle zu erwecken, damit unsere Arbeit gefördert und auf eine breitere Basis gestellt wrerden könne. Mag auch heute noch unser Traum, ein eigenes Vereinshaus für die ärmsten unserer Brüder und Schwestern zu erbauen, in dem sie nicht nur Belehrung sondern auch Erholung finden und alle die edlen Freuden kennen lernen, die ihnen sonst versagt sind, mag dies auch ein vermessener Traum scheinen, wir werden unsere Aufgabe nicht früher als gelöst betrachten, bis wir ihn in Wirklichkeit verwandelt sehen. Unsere Schuld zum wenigsten wird es nicht sein, wenn dieser schöne Traum, den wir für a n d e r e träumen, nicht in Erfüllung gehen sollte. Die Fortsetzung des Auszuges — der Bericht des Wirtschafts-Ausschusses — folgt in der nächsten Nummer. Die Red. (Für diese Rubrik ist die Redaktion nioht verantwortlich.) Die Wiener Zionisten, weiche Sammelbüchsen für den N.-F. wünschen, werden gebeten, sich dieselben zwischen 4 bis 5 Uhr im Kongressbureau, IX., Türkenstrasse 9, abzuholen. Die N.-F.-Konimission für Oesterreich. L ö b 1. Redaktion! Sehr vielen wertvollen und beaehtungs werten Propositionen zur Vergrösser ung des jüdischen Nationalfonds wurde in ihrem geschätzten Blatte platzgegeben, einen Vorschlag aber für ein planmässiges Vorgehen, damit dem ganzen jüdischen Volke die Gelegenheit gegeben werde, sich an den für uns so wichtigen Fonde zu beteiligen, bespricht der Artikel „Die N a t i o n al f o n d s -Marke als Agitationsmittei" in der Juni-Nummer des Organes d*\s österreichischen Landes-Komitees ,ZicnB. Der gedachte Artikel sucht auch nachzuweisen, das« die N.-F.-Maike nicht nur eine Geldquelle für unsrin Nationalfonds, sonderii auch das beste Agitationsmittel für die Verbreitung unseres Ideales und und. Heranziehung der breiten Schichten unseres Volkes in unser Lager ist. Der Vorschlag lautet dahin, dass der jeweilige Vertrauensmann einer jeden Stadt Gesinnungsgenossen' ausfindig zu machen sich bestrebe, die seine Arbeit zu unterstützen sieb anbieten, und zwar muss in jedem Stadtteile eine Hauptverschleisstelb-) bei einem rührigen Zionisten kreiert werden. Der Hauptverschleisser eines jeden Stadtteiles muss aber riarauf bedacht sein, in jeder Gasse des ihm zugewiesenen Rayons einen Gesinnungsgenossen auszusuchen, der sich mit dem VerschleiFse in seiner Gasse beschäftige. Das Kontingent der wirklichen Sammler aber muss unsere' Jugend stellen. Am.geeigensten dazu wären da Schulkinder im Alter von 10 - Ii Jahren, die aber dabei auch nicht überbürdet werden dürfen. Jedem Kinde dürfen bloss einige Häuser für den wöchentlichen Besuch zugewiesen werden. Mit den Kindern muss früher selbstverständlich gewissermassen Schule gehalten werden, damit dieselben, wenn man an sie Fragen stellt, Bescheid geben körnen. Ein Katechismus für die Kir der wäre auch rieht übel. Eine sachliche Antwort aus Kindesmund hört sich sehr lieblich an und die Wirkung muss eine unfehlbare sein. So schaffen wir uns ein Netz kostenloser Inkassanten und ein Heer begeisterter Agitatoren in allen Ländern des Erdenrunds. Auf diese Weise können Millionen unserer Glaubensgenossen zur Leistung dieser so unansehnlichen Spende von •2 Heller die Woche herangezogen werden, das macht eine Krone per Person und Jahr und der N. F. vergrössert sich mit eben so vielen Millionen jährlich. FTochncliiungsvoll mit Zionsgruss Osias F a d enhe c h t. Kolomea, den 17. Juni l!H)i. * , * •i' Löbliche Redaktion! Die „Welta berichtete über den jüngsten Schweizerischen Delegiertentag, der am 5. Juni in Baden in der Schweiz stattfand. Aus dem Berichte, der von Herrn M. Levy verfasst ist, erfahren wir, dass Herr Dr. P a sman ik, „der sehr gut unterrichietzu sein sein int", eine sensationelle Mitteilungzumachen wusstedarüber, dass .,eine Untersuchungskominission für Palästina, welche ihren ständigen Wohnsitz dortselbst nehmen wird, in wenigen Tagen die Reise dorthin antritt*, dass „dieser wissenschaftlichen Kommission binnen Kurzem eine Handelskornmission folgen wird, deren Hauptaufgabe es sein wird, die Privatinitiative aller Art von Unternehmungen in Palästina anzuregen und zu unterstützen", das-s „schon im nächsten Jahre die erste Ansiediung auf Grundlage des vom Prof. Dr. Franz O p p e n h e i m e r vorgeschlagenen Kooperativsystems ihren Anfang nehmen soll/ Ueber diese Mitteilungen, die in andere Nicht- Parteiblätter übergegangen sind, sehr erfreut, wandte ich mich an die Palästinakommission, die in Berlin ihren Sitz hat, mit der Bitte, um nähere Angaben über diese hochinteressanten Unternehmungen, erhielt aber zu meinem Bedauern die Antwort, dass der zionistischen Palästinakom-