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Die Welt · 1904-06-10 · 24 (10.6.1904) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
24 (10.6.1904)
Date
1904-06-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 „bi$ # W^lt Nr. 24 X sitzende, Kultusvorsteher und Gg. Schick, betonten deren Zinsen alljährlich 40 Frcs. an je einen Schüler und schliesslich, dass die „Union'4 in Frieden neben dem Ziouise-iie Schülerin der Jaffcter Knaben- und Mädchenschule, mus wirken könne und möge. Die Kremser Gg. waren die sich im Hebräischen auszeichnen, als Prämie verteilt über diese deutliche Aussprache sehr erfreu?. werden. — Z. Waszkoutz. Bei der am l.Juni stattgefundenen Generalversammlung des jüdisch - nationalen „Zion" - Vereines wurden Herr Dr. Kapisc zum Obmann und Herr Dr. Schwitz zu dessen Stellvertreter gewählt. Drohobycz. Akad. Vereinigung „Makkabea". N.-F.? Chargenwahlen: jur. H. Pacht mann, Präses, jur. A. Hopfinger, Vizepräses, jur. N. Sussmann, Schriftführer, jur. S. Lustig, Bibliothekar. Paris. Dr. AI. Marmorek entfaltet seit seiner Rückkehr eine sehr rege zionistische Tätigkeit. Im Laufe einer Woche hielt er drei Vorträge über Zionismus, und zwar im Verein „Mebassereth Zion", im Verein „Association des Etudiants Sionistes" und in der „Union des Dames Sionistes". Iq seiner Rede im „Mebassereth Zioa" sprach er über den gegenwärtigen Zustand des Zionismus und dessen Aussichten. Er drückte die Hoffnung aus, dass der Zio isrnus bereits die Klippe der Streitigkeiten und der inneren Zerwürfnisse glücklich überschritten habe und nun in das Stadium der fruchtbaren-praktischen Arbeit getreten sei. Die beredten Ausführungen Dr. Marmoreka haben ihren erwünschten Erfolg erzielt, und zahlreiche neue Mtglieder haben sich den zi onistischen Vereinen in Paris angeschlossen. Kapland. Am 1. Mai fand in Graaf R^ynet ein Meeting des örtlichen zionistischen Vereines unier dem Vorsitze des Herrn M. Herbstein statt. Die Versammlung beschloss, über Antrag J. Kubin und J. J o r d e 1 m an n, Dr. Herzl ins Goldene Buch einzutragen, ferner über Antrag Herbstein eine Bibliothek für z'onist sehe Literatur zu errichten, schliesslich pine Statutenänderung. Der Leitung wurde das Vertrauen ausgedrückt und dann die Versammlung unter den Klängen nationaler Lieder geschlossen. Personalnachrichten. Gg. Dr. Solis Cohen wurde zum Archivar der Association der amerikanischen Aerzte in Washington gewählt und zugleich zum Professor der klinischen Medizin an dem Jefferson Medical College ernannt. — Gg. Leo Blum, Mitglied der „Emunah"-Bielitz, wurde zum Dr. der Rechte promoviert. — Gg. David Breuer. Mitglied der Vereinigung zionistischer Hochschüler Wien, wurde am 17. Mai zum Doktor der Rechte promoviert. W«lN@bronil<. K. W. Wissotzky. Donnerstag den 26. Mai fand das Leichenbegängnis K. W. Wissotzkis unter grosser Beteiligung aus allen Schichten der Bevölkejung statt. Kranzspenden wurden nach dem letzten Wunsche des Verstorbenen abgelehnt. Im Kondukt fiel besonders auf eine Schar von etwa 400 jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen, die in gleicher Trauerkleidung dem Wa' en folgten. Am Grabe hielt Rabbiner Mase eine fast zweistündige Rede, in der er die Verdienste des Verblichenen würdigte. Nachdem er die verschiedenen einzelnen Institutionen besprochen hatte, die der Verstorbene teils ins Leben gerufen, teils als schon bestehende unterstützt hatte, nannte er die grösste uni wichtigste nationale Spende für rlas Lebensideal Wissotzkis, seine Spende für die jüdische Hochschule in Palästina. Vor Jahren nämlich hinterlegte er eine Summe bei der Alliance Israelite, die er nach und nach durch regelmässige Zuschüsse vermehrte, so dass dieselbe heute gegen 170,000 Frcs. beträgt. Wie auch aus dem Testamente hervorgeht, ist dieser Fonds für die Gründung einer nationalen Hochschule in Jerusalem in der Weise gedacht, dass das Kapital bis zu einer Höhe von 250 Millionen Francs gesammelt werde. An jedem Montag früh wurden mit strengstens beobachteter Pünktlichkeit von seinem Kassier 1000 Frc*. an die Alliance geschickt und nichts war ihm so sehr am Herzen gelegen als dieses schöne Zukunftsideal. Wie die russischen Blätter berichten enthält Wissotzkis Testament unter anderem die Bestimmune:, dass die hinterlassene Firma „Wissotzki" alljährlich 10% ihrer Einkünfte wohltätigen Zwecken abzuführen habe. Die zionistische Organisation hat das Andenken Wissotzkis dadurch geehrt, dass sie noch am Tage seines Ablebens über Anregung Dr. Tschlenows einen „ Wissotzki-Fonds" gründete. Dieser beträgt 1000 Frcs. aus Von der Nationalbibliothek. Die Nationalbibliothek„Midraseh Abarbanel" in Jerusalem hat in den letzten Tagen eine ansehnliche Bereiche!ung an seltenen Werken erfahren. Es gelang deren Gründer Herrn Dr. Chasanowitz, bei der a. fangs Mai in Amsterdam stattgefundenen Versteigerung der wertvollen Büchersammlung aus dem Nachlasse des Gelehrten H. A. Wagenaar, des Verfassers der „Toldoth Jabez" einige gesuchte Bücher zu erwerben. Leider sind es nur 32 Weike, die aus dieser reichen und seltenen Büchersammlung für unsere Bibliothek erstanden werden konnten, da die knappen, ihr zu Gebot stehenden Geldmittel nicht weiter ausreichten. Unter den gekauften Büchern befinden sich schön illustrierte Hagadas und andere seltene Druckwerke aus der rabbinschen Literatur, zumeist aus dem XVII. Jahrhundert. Es ist bedauerlich, dass der Sinn und das Interesse unserer Brüder für eine Institution wie diese Nationalbibhothek noch nicht geweckt sind, und dass man bei der Versteigerung eines solchen Bücherschatzes wie Wagenaars unsere Bibliothek nur so wenig Bücher erstehen konnte, die Eigentum des jüdischen Volkes werden sollen. Auch das wenige brachte Dr. Chasanowitz mit nicht geringen persönlichen Opfern zustande. Jerusalem. Erinnerung an längst vergangene Tage. Etwa 50 Leute, teils aus Cairo, teils aus Alexandrien wallfahrteten nach Jerusalem, um das Wochenfest in der heiligen Stadt zu feiern. Eine solch ansehnliche Anzahl fremder S)H ^bvj — so werden hier die Wallfahrer gerannt — hat D^ChT schon lang* nicht gesehen. [— In Jaffa hat ein ii**unr Rabbiner, aus Russlaml stammend, seinen feierlichen Einzug gehalten. Ueber die eigentlichen Aufgaben eines Rabbiners sind die meisten hiesigen Gemeinden nur schwach informiert. — Die hiesige sephardische Gemeinde unterhält seit 17a Jahren ein Waisenhaus, dessen Einnahmen im letzten Jahre Pr. 30.334 betrugen. Ihnen gegenüber stehen an Ausgaben Pr. 44.557. Die Zahl der Zöglinge soll 45 s^in. Nichts als Kranken- und Waisenhäuser! Hazioni. Gesellschaft „Karmel" in Warschau. Protokoll der achten ordentlichen Generalversammlung zu Warschau. Anwesend sind 20 Mitglieder. Vorsitzender Pierr Feldstein. Der Verwalter der Gesellschaft Herr W. L. Gluskin erstattet seinen Bericht über den Lauf der Geschäfte und die Entwicklung der Gesellschaft im letzten Berichtsjahre, Hierauf folgt die Verlesung der Bilanzen desselben Jahres und des Protokolls der Revisions-Kommission vom 29. März 1904. Die Bilanz wird einstimmig angenommen mit der einzigen Abänderung, dass die 1000 Rbl., welche zur Amortisation der Aktien der orientalischen Gesellschaft „Karnitfl" bestimmt wurden, dem Reservefonds zu überweisen seien. Die Verteilung des Reingewinnes, welcher 8854 Rbl. 23. Kop. beträgt, wird in folgender Art bestimmt: 1. 2600 Rbl. für den Reservefonds, 2. Für Herrn W. L. Gluskin, Verwalter der Gesellschaft, gemäss § 8 der Statuten 1493*76 Rbl. statt 1593-76 Rbl. des VoVjahres- 3. Eine Dividende in der Höhe von 4735 Rbl. wird an die Aktionär* verteilt. (105 Aktien ii 45 Rbl.) 4. Der Rest von 35 Rbl. 47 Kop. wird auf weitere Rechnungvorgetragen. In die Revisions Kommission werden gewählt die Herren Ch. A. Ginsburg, M. D. K o h e n und B. M. S t a w s k i. Die Generalversammlung drückt der Leitung ihre Unzufriedenheit aus wegen Missachtung der Beschlüsse der letzten Generalversammlung bezüglich der Entlassung des Verwalters der Odessaer Filiale und fordert von der Leitung die Gehaltszahlung an den genannten Herrn sofort einzustellen. Die Generalversammlung gibt Herrn Gluskin die Erlaubnis, dem Wohltätigkeitsfonds die Summe von 10.000 Rbl. als Darlehen für die Kolonie Rechoboth zwecks Errichtung eines Weinkellers vorzustrecken. Als Bedingungen wurden gestellt: 1. Genügende Garantieleistung für die Rückzahlung. 2. Verpflichtung von Seiten der Leitung, das Gebäude mit aller Vervollkommnung zu errichten. Die Ausführung dieses Beschlusses wurde Herrn Gluskin unter der Kontrolle der Revisions-Kommission übertragen. Abschlussrechnung: Odessaer Abteilung, Aktiva: 134,099.81, Passiva : 35,035,89, Saldo auf Warschauer Kontor 99,063,92. — Warschauer Kontor: Aktiva 189,392,61, Saldo der Od^ssaer Abteilung 99,063.92; Summa 288,456,53, Passiva 279,602 30, Reincewinn 8,854,23. ^avon Re^ervefond 2,600, Herrn Gluskin 20°/o 1,493.76, Dividende 4 725; ergibt 8818,76. Rest von 35,47 auf die Rechnung von 1904 übertragen.

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