Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 22 (27.5.1904)
- Date
- 1904-05-27
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 22 „bi* # W^lt" Seite 9 Ein Brief des Barons Hirsch. Anlässlich des Berichtes über die argent. zionist. Landeskonferenz wird es unsere Leser vielleicht besonders interessieren, den Wortlaut des Briefes zu erfahren, in dem Baron M. Hirsch die russischen Juden über seine Kolonisationspläne in Argentinien unterrichtet hat. Wir lassen diesen Brief nach dem uns vorliegenden Originale folgen: An meine Glaubensgenossen inRussland! Ihr wisset, dass ich mich damit beschäftige, euer Los zu verbessern. Das legt mir die Pflicht auf, euch offen zu sprechen und euch zu sagen, was zu erfahren für euch notwendig ist. Ich kenne die Gründe, welche viele unter euch zur Auswanderung veranlassen, und ich will gerne alles tun, was in meinen Kräften steht, um euch in euerer Bedrängnis beizustehen. Allein ihr müsset mir dies ermöglichen. Euere Auswanderung darf nicht einer überstürzten, regellosen Flucht gleichen, bei der man, um einer Gefahr zu entgehen, sich ins Verderben stürzt. Ihr wisset, dass demnächst in Russland regelmässige Komitees unter Genehmigung und unter Aufsicht der kaiserlich-russischen Regierung eingesetzt werden. Diese Komitees haben die Aufgabe, die Emigration in geschäftsmässiger Weise zu organisieren. Alle Auswanderungslustigen haben sich an die Lokalkomitees zu wenden, welche ausschliesslich berechtigt sein werden, euch die nötigen Aufschlüsse zu liefern. Nur diejenigen Personen, welche von den Komitees zur Auswanderung bestimmt werden, können die Vorteile meiner Hilfsaktion und jener, welche sich mir anschliessen, geniessen. Jeder aber, der das Land ohne Mitwirkung des Komitees verlassen sollte, wird dies auf seine eigene Gefahr tun und hat auf keine Unterstützung von unserer Seite zu rechnen. Selbstverständlich kann zum Beginn die Zahl der Auswandernden keine grosse sein, denn es handelt sich nicht bloss darum, für die ersten, welche fortgehen, Zufluchtsstätten zu finden, es handelt sich auch darum, für diejenigen, welche nachkommen, die notwendigen Vorbereitungen für die Besiedlung zu treffen. Später kann die Emigration eine grössere Ausdehnung gewinnen. Bedenket, dass ich nichts für euch leisten kann ohne die wohlwollende und gnädige Unterstützung der kaiserlich-russischen Regierung. Zum Sehlusse rufe ich euch zu: Ihr seid die Erben euerer Väter, die seit Jahrhunderten so viel geduldet haben. Traget diese Erbschaft noch eine Weile mit der gleichen Ergebung. Habet also weiter Geduld und lasset denjenigen, die euch helfen wollen, die Möglichkeit, dies zu tun. Ich richte an euch diese Worte der Mahnung und Ermunterung im eigenen Namen und im Namen von tausenden euerer Glaubensbrüder. Nehmet sie auf in euer Herz und in eueren Verstand! Der gütige Gott möge euch helfen und mir, sowie den vielen, welche mit so grosser Aufopferung mitwirken, seinen Beistand verleihen, dass euch geholfen werde» Paris, September 1891. Baron M. v. Hirsch, ^viharyt. (Für diese Rubrik ist die Redaktion nioht verantwortlich.) Die Wiener Zionisten, welche Sammelbüchsen für den N.-F. wünschen, werden gebeten, sich dieselben zwischen 4 bis 5 Uhr im Kongressbureau, IX., Türkenstrasse 9, abzuholen. Die N.-F.-Kommission für Oesterreich. * * *. Markensammlungen für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenossen haben für den Nationalfonds Briefmarken eingesendet. Wien: Weldler, Manfred, Rosner, Fischl, Weinberg, Dr. Rittermann, Frl. Eitelberg, Frau Dr. Kahn, Kokesch, Kurein, Samuely, Schuller, Zarkan, Gustav Kohri, Paula Kraus, „Moriah". Böhmen: „ Ahawat Zion", Eger. Galizien: „Achdus", Knossef, Lemberg, „Bar- Kochbau, Tarnopol, Finkelstein, Stanislau, Klier, Gwozdziec, Nussbaum, Neu-Sandec, Wellner, Podwoloczyska, Wächter, Jassowska, Halpern, Monasterzyska, Fadenhecht, Kolomea. Niederösterreich: Freund, Kempen, Deutsch, Krems a. D. Mähren: Kohn, Ostrau, Berthauer, Prossnitz, Zionistische Jugend, Gaya. Bukowina:' Langsner, Suczawa, Fried, „Zion", Wiznitz, Ausländer, ßojan, Schächt Pharmazeut, Zastawna. Rumänien: Hermann. Turnu-Magarele. Ungarn: Verbindung „Ivria", Besterce. Bosnien: Seidemann, Prijedor. Deutschland; Löwy, Gleiwitz, Koliner, Hanau, Zion. Vereinigung, Berlin, Zionist aus Preussen. England: Goldberg, Cork. Russland: Abramowitz,Lodz, Gawlonski, Kurland. Amerika: Zion. Association, Baltimore. Banet, Rossland. Argentinien: Hirsch Hilzermann, Buenos Aires« Transvaal: Jerdes. Johannisburg. E g y p t en : Singer, Kairo. Allen Spendern besten Dank. Die N.-F. Kommission. * * * Zur Förderung der Oelbaumspendeu. Das österreichische L.-K. hat zur Förderung der Oe'lbaumspenden für Palästina beschlossen, dass für jede durch Herrn Jakob S u sc h n y, Wien, 9. Bez., Müliergasse 6, bei der „Universale" abgeschlossene Volksversicherung per 1000 Kronen in kleinen Wochenprämien für den Versicherten eim Oelbaum gekauft wird, der den Namen des Versicherten erhält. Dies gilt als dauernde Stiftung. * * * Mitteilung des D -K. Lemberg. An die Vereine und Vertrauensmänner unseres Distriktes, welche unser letztes (vorwöchentliches) Zirkular nicht erhalten haben sollten, ergeht auf diesem Wege die dringende Aufforderung, die Schekeleinhebung ungesäumt durchzuführen, zumal laut Besohluss des L.-K. die Ablieferung der Sc h ekel pro 1904< an die Zentrale spätestens 15. Juni I. J. zu erfolgen hat. Dementsprechend ersuchen wir die Uebersendung der Gelder an uns etwas früher zu veranlassen, und zwar b is längstens 10, Juni a. c. Unsere Adresse für Geldsendungen : Ja«ob Philipp, Lemberg, Sykstuska 31. Das Distrikts-Komitee Lemberg. * * * Mitteilungen des innerösterreichischen Distriktskomitees. Am 5. Juni 1. J. veranstaltet das innerösterreichische Distriktskomitee eine Agitationsversammlung in Baden. Referent: Herr Architekt Oskar Marmore k. Näheres über den Ausflug und Abfahrt der Wiener Gg. wird in der nächsten Nummer veröffentlicht. * , * * Der Einzeiverein „Zion" in Karlsbad sieht es als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, den in der Kirrsaison anwesenden Juden einen Mittelpunkt geistiger und geselliger Zusammenkunft zu schaffen. Im Hinblicke darauf ladet er die jüdischen Kurgäste herzlichst ein, an seinen Zusammenkünften, die jeden