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Die Welt · 1904-05-13 · 20 (13.5.1904) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
20 (13.5.1904)
Date
1904-05-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 20 „biC & W^lt" Seite 11 Agitationsyersammlungen abgehalten werden. Hat der Zionismus die Jugend gewonnen, so wird er sicher sein Ziel erreichen. Max Leder er. Bei der Grosherzogin von Baden. Einen neuen Beweis ihrer altbekannten Toleranz gaben Ihre königlichen Hoheiten der Grosherzog und die Grossherzogin von Baden gelegentlich ihres jüngsten Aufenthaltes am Genfer-See. Anlässlich ihres Besuches in Lausanne (Ouchy) brachten in einem Schreiben die am Israelitischen Mädchenpensionat Meyer angestellte, aus Baden stammende Lehrerin Frl. Milly Rothschild nebst einigen ebenfalls aus Baden anwesenden Schülerinnen ihren Landeseltern ihre Huldigung auf fremdem Boden dar. Am Vormittag des nächsten Tages erschien ein Diener im Auftrage Ihrer königl. Hoheit der Frau Grossherzogin, um Fräulein Rothschild nebst ihren Schülerinnen auf nachmittags halb drei Uhr zur Audienz einzuladen, um ihnen persönlich ihren Dank aussprechen zu können. Der Einladung wurde natürlich freudigst Folge geleistet. Der Empfang war ein äusserst liebenswürdiger und huldvoller. Die Audienz, während welcher sich Ihre königl. Hoheit für alle die Geladenen betreffenden Angelegenheiten sehr interessierte, und sich liebevoll mit allen Erschienenen unterhielt dauerte zirka eine halbe Stunde. Im Verlaufe des Empfanges drückte Ihre königl. Hoheit den Geladenen auch den Dank des Grossherzogs für die Huldigung aus. Aussendung von jüdischen Volkspflegerinnen nach Galizien. Das von der Grossloge des U. O. B. B. eingesetzte Komitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels, das bekanntlich als Zweigkomjtee des grossen Deutschen. National-Komitees aufgenommen ist, hat dieser Tage die erste, aus drei Damen bestehende Deputation von Volkspflegerinnen nach 3alizien entsendet. In einer vor längerer Zeit in Hamburg stattgefundeneii Versammlung der grossen jüdischen Vereinigungen, auf der ausser dem oben erwähnten Komitee die Alliance israelite universelle, der Deutsch-israelitische Gemeindebund, der Hilfsverein der deutschen Juden, der Rabbinerverband, der Lehrerverband, mehrere jüdische Frauenvereine etc. vertreten waren, wurde dem Vorschlage, Volkspflegerinnen, die die Hebung der wirtschaftlichen Lage der jüdischen Bevölkerung anstreben sollen, nach Galizien zu schicken zugestimmt. Die Ausführung wurde dem Komitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels überlassen. Die erste Gruppe besteht aus den Damen Frau Said Kohn, Schwester Hulda Nordwald und Fräulein Martha Baer. Frau Kohn wird in erster Linie die Organisation der Frauenvereine in Galizien in die Wege leiten, Fräulein Baer sich mit der Einrichtung von .Krippen, Kindergärten, Toynbee-Hallen und dergL befassen und. Schwester Hulda Nordwald geht als Oberin an das Lemberger jüdischen Krankenhaus. Die Kosten werden von dem genannten Komitee so lange getragen, bis eine Uebernahrne der Damen durch die galizischen Organisationen erfolgen kann, was bezüglich der Oberin Fräulein Nordwald schon in aller Kürze geschehen, wird. Es dürfte nicht lange währen, bis der ersten Gruppe eine weitere folgen wird. Nationalfondsbüchseii für Deutschland. Das D.-K. Hannover hat sehr geschmackvolle Sammelbüchsen, welche eine Büste , des sei. Prof. Schapira darstellt, anfertigen, lassen. Sic ist künstlerisch in ff. weiss Marmor, Steingut mit Goldschriit ausgeführt und unterliegt dem Musterschutz. Preis per Dtz. 6 Mark, ab Hamburg. Gefl. Bestellung unter Beifügung des Betrages oder gegen Nachnahme an das D.-K-, Hannover (Meyer, Münzstr. 4), erbeten. Gedenktafel für Professor Lazarus. An dem Geburtshause des verewigten Professors Lazarus in Fliehne hat der Magistrat eine Gedenktafel anbringen lassen, welche dieser Tage feierlich enthüllt wurde. Die Inschrift der Tafel lautet: „In diesem Hause wurde am 15. September 1824 der Begründer der Völkerpsychologie, Professor Dr. phil. Moritz Lazarus, geboren. Gestorben am 13. April 1903 zu Meran." Jüdische Kunst auf der Weltausstellung in St. Louis. Der berühmte jüdische Bildhauer B. Schatz, einer der besten Schüler Antokolskys, wird, auf der Weltausstellung verschiedene Arbeiten jüdischen Sujets ausstellen, nämlich: zwei Figuren Matisjahu. des Hasmonäers, welche Eigentum des Fürsten von Bulgarien sind, Jochebed, im Besitze des Nationalmuseums in Sofia und fünf "Reliefs, Schadehen, Habdalah, Berochas Horaf, Tefilas Schachens und Dr. Theodor Herzl. Sein hervorragendstes Kunstwerk auf der Ausstellung wird „Der Kampf der Balkanvölker für ihre nationale Freiheit'" sein. Konzession für die Dampfschiffahrt auf dem Tiberiassee. Der Wali von Beirut übermitelte an das Ministerium für öffentliche Arbeiten das Gesuch eines Bürgers von Tiberias, Namens Georga Assaüi, wegen Gewährung(auf die Dauer von 50 Jahren) des ausschliesslichen Rechtes, Dampfschiffe auf dem Tiberiassee verkehren zu lassen. Jerusalem. Das Rothschilld'sche Spital wurde, nachdem es 8 Monate lang nach Entfernung von Dr. Gr. d'Arbella geschlossen blieb, wieder eröffnet. Die Leitung wurde den Herren Benschimol und Dr. Michaelowitsch anvertraut, von denen der erste als Direktor und der zweite als Arzt fungieren wird. * * * Todesfall. Unser Gg. Herr E. Torczyner wurde schwer getroffen durch den Verlust seiner Frau Eni estine Torczyner, die Sonntag, den 8. d. M. nach schwerem Leiden im Alter von 42 Jahren verschied. Die Verblichene stand ihrem Gatten in der Ausübung jüdischer Wohltätigkeit und der Betätigung wahrhaft jüdischen Familiensinnes tatkräftig zur Seite. Ehre ihrem Andenken! $fas dt* li^Wäul>ä- Gedenket des Schekels! Der Delegiertentag der deutschen Zionisten. Am 23. und 24. Mai 1904 findet in Hamburg der diesjährige Delegiertentag der zionistischen Vereinigung für Deutschland statt. Die reichhaltige Tagesordnung enthält u. a. Berichte des Präsidenten Dr. Bo denheime r-Köln über das verflossene Geschäftsjahr und des Mitgliedes des grossen A.-C. Dr. Klee über die allgemeine Lage des Zionismus. An diese Berichte wird sich ausser Referaten über die Parteipresse („Jüdische Rundschau"), Schekel, Nationalfonds, Kolonialbank und Oelbauins/pende, insbesondere die Debatte über die Abänderung der Organisation anschliessen. Der Debatte wird ein neuer Entwurf, den das Distriktsbureau Mannheim ausgearbeitet hat. zugrunde liegen. Der Delegiertentag wird im grossen Saale des Konventgartens Fuhlentwiete 29—33 tagen. Für Montag den 23. Mai abends ist ein Kommers, für Dienstag Abend eine Volksversammlung und für Mittwoch eine Besichtigung der „Eliadah" geplant. Auskunft erteilt Herr Samuel Cohen, Hamburg, Dornbusch 12. Voranzeigen. Wien. (Der lit. Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria") hat Sonntag den 1. Mai mit dem ausgezeichneten Vortrage des Frl. Thekla Blech, über das Thema „Der jüdische Heine" seine diesjährigen literarischen Nachmittage geschlossen und wird während der Sommermonate jeden zweiten Sonntag Ausflüge veranstalten. — Der erste Ausflug findfit Sonntag den 15. 1. M. statt. Abfahrt um 1 Uhr 20 Min. von der Stadtbahnhalt^stelle Schottenring-Augartenbrücke nach Weidlingau, von dort weitere Fusspartien, Gäste herzlich willkommen. Berichte. Wien. (Theologischer Verein der Hörer an der isr a el.-t heol, Lehranstalt). N.-F.? Wahlen: H. Alperin, Präsident; J. Stössler, Vizepräsident; J. Alcalay, Kassier; A. Frankfurter, I. Schriftführer; L. Freund, II. Schriftführer. Wien. („V erein jüdischer Handelsangestellter".) Am 26. v. M. gutbesuchte Versammlung. Cafe Central. (N.-F.?) G.-G. Bart über nationale und soziale Erziehung. Diskussion der Herren Obernik, Rubinstein, Seelenfried. Zloczow. N.-F. K 3.60. Ausschusswahl: Präsident Doktor Grosskopf, Vizepräsident Dr. Berner, Sekretär Funkenstein, Bibliothekar Schnee, 8 Ausschussmänner und 4 Ersatzmänner. Essen. Ortsgruppe. Generalversammlung 2. Mai. N.-F Mark 7. Verlauf Vorsitzender Herr Dr.. F r i e d e m a n n zufriedenstellend. Es wurden zahlreiche Agitationsversammlungen abgehalten, in deren Verlauf die Ortsgruppe neue Freunde gewonnen, was ihr Ansehen wesentlich steigerte. Die Zahl der Mitglieder beträgt 86, eingenommen wurden M 191-25, verausgabt M 159-22. Zur Zeit ist man mit der Gründung eines Jüdischen Turnvereines beschäftigt. Die Neuwahlen eigaben folgendes Resultat: Erster Vorsitzender

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