Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1904-04-29 · 18 (29.4.1904) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
18 (29.4.1904)
Date
1904-04-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3315709-3316073-3316092--45680-3340499
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 8 „bie * weit" Nr. 18 machte. Aus Anlas8 des Unterganges des russischen Schiffes „Petropawlowsk* mit dem Admiral Afakarow bei Port Arthur versammelte der Rabbiner von Kischenew, wie die national-russische „Kiewskoje Siowo" meldet, die Witwen und Waisen der im Vorjahre so grausam umgebrachten Juden, begab sich mit ihnen auf den jüdischen Friedhof und veranstaltete auf dem Massengrabe der Opfer des vorjährigen Massakres einen Gottesdienst für das Seelenheil der bei Port Arthur Ertrunkenen und für den Sieg der russischen Waffen ... Gt. Jüdischer Nationalfonds, Das goldene Buch. Zionistenverein in Taschkend zur Eintragung des Herrn Dr. Th. H e r z 1 . Zionistenverein in Taschkend zur Eintragung des Herrn Dr.EchielTschlen o w in Moskau........... Juda Leib Baratz in Tarutino zum Andenken an seine jung verstorbene Tochter Reisel Schmulowitz, gestorben am Fasttage Gedaljah 5664 . . Verein „Tomchei Zion* in Warschau . . Frau Rachel Lo ewy in Belgrad zur Eintragung ihres verewigten Mannes MadatiaM. Loewy.......... „Ohawe Zion* in Biel......... Sektion Crajowa zur Eintragung der verewigten Fr. Friederike H. L o e b 1, geb. Friedländer in Anerkennung des eifrigen Wirkens ihres Mannes Herrn Heinrich Loebl........... Sektion Crajowa zur Eintragung des verewigten Dr. J. Jacobsonn, in Anerkennung seiner ersten Propaganda in Crajowa............... Dorshei Zion Associaiton in Cardiff (durch Mr. Alf. L. L e v y)...... Kronen 252.— Frcs. 240.- 252.- 240.- 260.- 250.— 250.- Pfd. Sterl. 10.- $Hbüi>e. Kundmachung der Nationalfonds-Kommission. Sammelbüchsen sind gegen Einsatz von K 1.40, welcher dann rückvergütet wird, bei Dr. H. Benedikt, I., Tiefer Graben Nr. 25, zu bestellen. Ebendahin sind Bestellungen auf N.-F.-Marken und Sammelbögen zu richten. Briefmarkensammlungen sind an die N.-F.-Kommission in Wien, IX.« Türkenstrasse 9, zu senden. Auskünfte wegen Kinderbüchsen gibt Frau Berta Markus, Florenz, Viale del Poggio Imperiale. * * * Aus der Wiener jadischen Toynbee-Halle. XX., Karajangasse 20. Die unentgeltlichen Kurse beginnen Sonntag den 1. Mai, 8 Uhr vormittags, mit dem amerikanischen Buchhaltungskurs (Leiter: Herr Herrn. Berliner). Die übrigen Kurse sind bis auf weiteres wie folgt verteilt: Jeden Sonntag nach dem Buchhaltungskurs der Stenographiekurs von *Ut0—8/412 Uhr vormittags (Leiter: Herr S. Wertheim). Beginn 8. Mai. Jeden Montag (Beginn 2. Mai): Englisch von 7 bis 81/, Uhr abends. (Leiterin : Fr. Berliner.) Jeden Dienstag (Beginn 3. Mai): Französisch von 7 bis 8 Uhr abends. (Leiterin: Frl. Rosa Spielmann). Deutscher Elementarunterricht (Leiter: Dr. S. Werner.) Jeden Mittwoch (Beginn 4. Mai): Deutsche Literaturgeschichte von 7 bis 8 Uhr abends, (Leiterin: Fräulein M. Friedmann) und Schnittzeichnen (Leiterin: Fräulein J. Kohn.) Jeden Donnerstag (Beginn 5. Mai): Französisch und Deutsch — Elementarunterricht. Näheres ist aus den Plakaten der Toynbee-Halle zu ersehen. Das Sekretariat. Einladung. Im Vereinslokale des Unterstützungs- und Bethausvereines »Wahrheit und Friede", IL, Grosse Schiffgasse Nr. 24, wird am Freitag, den 6. Mai 1904, um 7 ühr abends und Samstag, den 7. Mai 1904 um 8 Uhr früh der Gottesdienst von Herrn Oberkautor Rosenblatt samt Chor aus Pressburg verrichtet werden. — Sonntag, den 8. Mai 1904, um 4 Uhr nachmittags, veranstaltet der Verein im selben Lokale zu Ehren des am 7. April d. J. verstorbenen weltberühmten Oberkantors Baruch Schorr aus Lemberg einen Trauergottesdienst, verrichtet vom Oberkantor, Herrn Rosenblatt samt Chor aus Pressburg. Die Trauerrede (ibdh Requiem) wird Herr Rabbiner Dr. Bach halten. Das Ertiägnis fällt dem Witwen- und Waisenfonde des Vereines zu. Karten sind zu haben: II. Bez.: In der Vereinskanzlei, IL, Grosse Schiffgasse 24, täglich zwischen 7 und 9 Uhr abends. Wlt-Sbronik. Die Gesamtorganisation der deutschen Juden. Sonntag, den 24. d. M. fand im Sitzungszimmer der jüdischen Gemeinde von Berlin eine von fast allen Gemeinden des deutschen Reiches beschickte Konferenz statt, an der diemassgebendsten Persönlichkeiten der deutschen Judenheit teilnahmen, um das Projekt einer Gesamtorganisation der deutschen Juden zu realisieren« Es wurde nach eingehenden Beratungen ein Statut angenommen, nach welchem auf je 1000 Seelen in Deutschland ein Delegierter kommen soll, weiter den bestehenden grossen Organisationen eine angemessene Vertretung gesichert ist und die Kooptation führender Einzelpersönlichkeiten dem aus den Herren Jusüzrat Fuchs, Professor Philippsohn, Justizrat Breslauer, Rechtsanwalt Horwitzund Justizrat Friedmann bestehenden Ausschuss überlassen bleibt. Von zionistischer Seite waren unsere drei Aktionskomiteemitglieder zugezogen worden; erschienen waren die Herren Dr. Bodenheimer und Dr. Klee, die sich lebhaft an der Debatte beteiligten. Von Mitgliedern der zionistischen Organisationen in Deutschland bemerkten wir ferner Dr. A d 1 e r, als Vertreter der Gemeinden Bremen und Lübeck, Amtsgerichtsrat Lewy und Stadtrat Guttmann für Beuthen, Rabbiner Dr. E p p e nstein -Briesen, Dr. Baneth u. a. m. Wir werden noch Veranlassung nehmen, auf die bedeutsame Neugründung ausführlicher zurückzukommen. A. Das Philatithropin in Frankfurt a. M. die Realschule der israelitischen Gemeinde, beging am 14, d. M. die Jahrhundertfeier. Am Vormittag ging in dem dicht gefüllten grossen Saale des Saalbaues die akademische Feier vor sich, wobei der jetzige Leiter der Schule, Dr. Adler, die Festrede hielt. Er entrollte ein Bild der Geistesströmungen, die 1804 „ein Philanthropin für arme, Kinder jüdischer Nation" (!) entstehen Hessen und es in den Dienst der Aufklärung und Menschenliebe stellten; er zeigte den Einfluss jener Strömungen auf die sogenannten Gesinnungsfächer, Religion und Geschichte, und die Wirkung der Anstalt, in die bald auch christliche Schüler aufgenommen wurden. Als Vertreter des Provinzialschulkollegiums war Schulrat Dr. Kaiser aus Kassel erschienen. Er betonte, dass das Phiianthropin ein wichtiges Glied in der Reihe der höheren Schulen Frankfurts bilde. Als Zeichen allerhöchster Anerkennung überreichte er zugleich eine Anzahl Ordensauszeichnungen. Auch Oberbürgermeister Adickes, der die Glückwünsche der städtischen Behörden überbrachte, bezeichnete die Gründung und den Fortbestand des Philanthropins als ein Glück für Frankfurt. Nun folgte eine fast endlose Reihe weiterer Begrüssungen, die mit der Mitteilung schlössen, das6 die Jubiläumsstiftung, zu der über tausend frühere Angehörige der Schule von nah und fern beigetragen haben, die Höhe von 100.000 Mk. erreicht hat. Die jüdische Gemeinde, aus deren Mitteln die Schule erhalten wird, stiftete ein Bild des Kaisers und ein Harmonium. Den Nachmittag nahmen musikalische und Bühnenaufführungen in Anspruch, eingeleitet durch ein Festspiel von Alfred Auerbach. Eine segensreiche Art von Wohltätigkeit. Hamburg. Der israelitische Mieteverein von 1823 hielt seine diesjährige Generalversammlung unter Vorsitz des Herrn Helm. S. Meyer ab. Aus dem erstatteten Geschäftsbericht ist zu entnehmen, dass der Verein auch im verflossenen Jahre einer grösseren Anzahl von bedürftigen Familien eine Unterstützung zur Mietezahlung angedeihen lassen konnte.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.