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Die Welt · 1904-04-15 · 16 (15.4.1904) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
16 (15.4.1904)
Date
1904-04-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 das engere A.-C. noch andere Schritte unternommen habe. Es bleibe also nichts anderes übrig, als diese Frage dem engeren A.-C. zu überlassen. Und zwar gibt es zwei Wege, entweder dass ein öffentlicher Aufruf erlassen wird, oder dass der Versuch gemacht wird, eine Studiengesellschaft zu bilden. Diese Erklärung des Präsidenten wird zur Kenntnis genommen. Mr. C o w e n interpelliert den Vorsitzenden, ob die englische Regierung seit dem Kongress dem A.-C. nicht eine neuerliche Erklärung hat zukommen lassen. Dr. flerzl: Darüber kann ich jetzt keine Antwort geben, denn wir müssen uns erst darüber beraten. Als nächster Punkt wird hierauf das Referat des Herrn Dr. Farbstein: „Die Legalisierung des Nationalfonds" vorgenommen. Dr. David Farbstein: Es handelt sich vor allen Dingen um die Beantwortung mehrerer Grundfragen, von denen die weitere Arbeit der Nationalfondskommission abhängig ist. Die Frage nach dem Zweck des Nationalfonds hat bereits der letzte Kongress entschieden und hierin der Kommission eine Richtschnur gegeben. Aber ebenso wichtig sei eine Direktive in anderen Fragen. Diese Fragen sind: 1. die Frage nach dem Sitz. Die 2. Frage lautet, wer soll das oberste Organ des Nationalfonds sein? Ursprünglich wollte man den Kongress dazu machen, indem man einen Verein -gründen wollte, dem nur Kongressdelegierte angehören dürfen. Später haben wir uns entschlossen, die Gründer-Share-Inhaber zu diesem obersten Organ zu machen, damit das oberste Organ der Jüdischen Kolonialbank mit dem obersten Organ der Kommission identisch sei. Eine Entscheidung muss also auch hierin getroffen werden. Die 3. Frage ist, in wessen Händen soll die Verwaltung sein? Soll eine selbständige Verwaltungsbehörde, sagen wir ein Direktorium, geschaffen werden, oder soll die Verwaltung m den Händen des kleinen A.-C. liegen, oder soll das Direktorium der Jüdischen Kolonialbank der Verwalter sein? Wir denken uns eventuell auch ein gemischtes System. A.-C. einerseits. Direktorium andererseits. Das letztere soll aus Fachleuten bestehen, die die Ländereien verwalten. Das A.-C. ist aber die Aufsichtsbehörde, mit dem alleinigen Rechte, Boden zu kaufen. Diese Fragen, meine Herren, müssen Sie beantworten, wollen Sie haben, dass die Nationalfonds-Kommission weiter arbeitet. Dr. Friedemann beantwortet eine Interpellation nach der Möglichkeit der Legalisierung des Nationalfonds in Deutschland dahin, dass man nach dem neuen bürgerlichen Gesetzbuch wohl rechtsfähige Vereine gründen könne, die juristischen Personen gleich stehen. Die Bewilligung hiefür sei aber von sogenannten Normativ-Bestimmungen abhängig. Der Präsident des Direktoriums der Jüdischen Kolonialbank, Herr D. W o lf f s o h n , erstattet hierauf seinen Bericht über den Trust. (Der Schluss des Berichtes folgt in nächster Nummer.) The Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Limited, London. Bilanz per 31. Dezember 1903. Passiva: Autorisiertes Kapital: 100 Gründer-Aktien ä £ 1 100. 1,999.900 Stamm-Aktien ä U 1 g 1,999.900. SB 2,000.000. Gezeichnetes Kapital: 100 Gründer-Aktien k£ 1 £ 100. 246.937 Stamm-Aktien ä SS 1 c£ 246.937. £ 247,037.—.- Reserve-Fonds...............„ 4,140.15. 9 Tratten-Konto .... *...........„ 1,617. 8. 1 Kreditoren.................„ 37,189.-. 8 Dividenden - Konto, noch nicht behobene Dividende..............„ 4,339. 9.10 Gewinn- und Verlust-Konto ....... . „ 2.563. 8. 3 SS 296,887. 3.— Aktiva: K«ssa: Bar und bei Lloyds-Bank.....# 4,591. 7. 8 Wechsel- und Devisen-Konto .......„ 155,426.19. 7 Debitoren..................„ 71,937. 5. & Mobiliar..................„ 560.—— Stempel auf Inhaber-Zertifikate.......„ 888.19. 6 Effekten-Konto...............„ 63,397.18. 9 Filialen-Gründungs-Konto........ 84.11.10 £ 296.887. 3__ Nr. 16 Gewinn- und Verlust-Konto per 31. Dezember 1903. Ausgaben: An Handlungs-Unkosten-Konto: Miete, Heizung und Beleuchtung, Schreib- . materialien, Porti und Telegramme, Versicherungen etc.............SS 2,183. 7. 4 , Saläre..................n 3,899.19. 8 » Annoncen.................„ 197.19. 5 „ Steuern, Revisions- und Rochtsanwaltsgebühren................„ 367.12. 8 „ ausserordentliche Kosten und Reisespesen „ 721. 9. 1 „ Abschreibung auf Konsols........, 1,333.13. 7 „ Gehälter, Provisionen und sonstige Spesen auswärts an Agenten . •....... „ 750. 9.10 „ Gewinn-Saldo.............. . . 2,563. 8. 8 SS 12,018.—. 3 Einnahmen: Per Diskonti, Zinsen, Provisionen, Kurs- Gewinne etc.............. SS 12.018. -. 3 SS 12.018.—. 3 Das grosse Aktions-Komitee in der Palästina- Ausstellung. Einer Einladung des „Karmel" folgend, statteten die hier anwesenden Mitglieder des Aktions-Komitees der Ausstellung am Montag, den 11. d. M., nachmittags 3 Uhr einen Besuch ab. Durch ein Transparent das in 220 blauen und weissen. Glühlampen den Mögen Dowid mit dem Worte „Zion" darstellt, war der Ausstellungssaal auf das glänzendste illuminiert. Direktor Hartmann von der Karmel-Gesellschaft begrüsste die auswärtigen Gäste und übernahm dann die Führung durch die verschiedenen Abteilucgen der Ausstellung. Nach der Besichtigung wurden die ebenfalls ausgestellten Palästina Karmelweine piobiert. Die Herren vom Aktions-Komitee zollten dem Arrangemtnt der Ausstellung reichen Beifall und sprachen die Hoffnung aus, dass diese Propaganda der Tat auch dem Zionismus neue Anhänger zuführen w<_rde. Während der Anwesenheit der geladenen Gäste und der Vertreter der Presse war die Ausstellung für die Oeffentlichkeit geschlossen« Berliner Brief. Berlin, den 10. April 1904. Die Notwendigkeit der Erforschung der gegenwärtigen Lage der Juden, ihre Daseinsbedingungen in den verschiedenen Ländern ist für uns vor allem deshalb wichtig, um an den Eesultaten der Forschung unser Programm zu prüfen und wenn es nötig wäre, dasselbe den Ergebnissen gemäss zu rektifizieren. Wäre nicht die passende Methode hiefür, überall wo wir Juden antreffen, sie zu beobachten, ihr Tun und Treiben womöglich sine ira et studio darzustellen und zu erklären zu suchen? Würde sich nicht auf diese Weise das eigentümliche Gepräge der Juden einzelner Länder und auch der gemeinsame jüdische Typus ergeben? Was haben die Juden von ihrer Umgebung'? Was geben sie ihr? Was haben sie mit den anderen Juden gemein? Dies werden die Hauptfragen sein, die wir der Untersuchung vorausschicken. Die genaue Schilderung soll die Antwort enthalten. Wir wählen beispielsweise als Untersuchungsobjekt die Judenschaft Berlins. Ein grosses Stück wichtiger jüdischer Geschichte hat sich hier abgespielt und noch jetzt finden sich merkliche Spuren jener Epoche, die einen überaus nachhaltigen Einfluss auf das ganze Judentum ausgeübt hat. Könnten wir nicht an den absteigenden Epigonen gewisse Züge der ersten grossen Vorkämpfer entdecken „bie # weit

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