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Die Welt · 1904-03-18 · 12 (18.3.1904) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
12 (18.3.1904)
Date
1904-03-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 „bis & W^lt Nr. 12 Die russischen Juden nehmen die Gelegenheit wahr und benutzen sie eifrigst. Mögen auf den Leibern der Zwölftausend die Brüder zu Hause zu einem erträgHcheren Dasein aufsteigen! Hoffen wir es! Viel Anlass zu dieser Hoffnung ist allerdings nicht vorhanden. . —y. Charkow. Unter dem Titel: „Die Wahrheit über Charkow4' ist im Verlage von S. Bernfeld eine Broschüre erschienen. Als Herausgeber ist auf dem Titelblatte die „freie zionistische Ortsgruppe Erez Israel in Berlin" verzeichnet. Die Broschüre stellt den Sachverhalt so dar, als ob die Proteste gegen die Charkower von der „Welt" ausgegangen wären. Das Gegenteil ist wahr. Wir haben uns erst, als die Bewegung nicht mehr einzudämmen war, zur Publizierung der Proteste veranlasst gesehen. Die Sache wird ferner so dargestellt, als ob in der „Welt" weiss Gott was für Unrichtigkeiten publiziert worden wären. Wir haben aber das offizielle Protokoll unseren Lesern vorgelegt, und sie werden also selbst entscheiden können, was es mit diesen Behauptungen für Bewandtnis hat. * * * Das Zirkular Tschlenow. Wir berichteten in Nr. 10 der „Welt" über das Zirkular, das Herr Dr. Tschlenow an die Vereine des Moskauer Rayons versendet hat. Unsere Bemerkungen zu diesem Zirkular veranlassen Herrn Dr. Tschlenow zu folgender Erwiderung: Eine notwendige Berichtigung. Geehrter Herr Redakteur! Soeben erhielt ich die Nr. 10 der „Welt46, in welcher die Redaktion ihre Bemerkungen über mein letztes Rayonszirkular macht. Sie zitiert dabei einige Stellen in „wörtlicher Uebersetzung", zitiert sie jedoch so bruchteilig, dass der Leser eine falsche Vorstellung bekommen kann. Indem ich diesen Umstand nur dem zuschreibe, dass die Redaktion sich des Zirkulars nicht bedienen konnte und vom Uebersetzer abhängig war, bin ich überzeugt, dass sie gerne folgenden notwendigen Berichtigungen Platz einräumen wird: 1. Nach der Wiedergabe der „Welt" kann man nur annehmen, dass ich „die grösste Gefahr" in der „Abneigung gegen jede Arbeit in Palästina" sehe. Die Stelle aus meinem Zirkular, die ich hier wörtlich anführe, wird zeigen, was ich in Wirklichkeit gesagt habe: „Wir waren früher überzeugt, dass der unkontrollierte Wille, der Eifer und die Begabungen unseres Führers ausschliesslich auf die Erreichung eines Charters in Zion gerichtet und dem Kongress, seinem Geiste und Beschlüssen treu sind. Der VI. Kongress hat bei uns diese Sicher: heit genommen: Die grösste Gefahr für den Zionismus ist vorbereitet und in die Organisation eingetragen gerade durch die Leitung.41 Es ist klar, dass diese Qualifizierung sich auf das afrikanische Projekt bezieht, welches ich nach wie vor als die grösste Gefahr für den Zionismus halte. 2. Ueber die systematische Abneigung gegen eine Arbeit in Palästina, auch gegen eine solche, die mit den Kongressbeschhissen in Einklang steht, spreche ich auch in meinem Zirkular, indem ich die Notwendigkeit verfechte, dieselbe zu bekämpfen; doch halte ich das selbstverständlich nicht für die ,,grösste Gefahr44. Die „Welt44 meint, dass ich „aus verschiedenen vertraulichen Mitteilungen hinreichend über die Grundlosigeit dieser letzten Behauptung aufgeklärt sein muss44. Ich halte es für meine Pflicht, zu erklären, dass es mir durchaus unverständlich ist, von welchen diesbezüglichen Mitteilungen die Redaktion spricht. Sollten sich diese Zeilen auf die Erklärungen über das Afrika-Projekt beziehen, so muss ich leider bemerken, dass diese mich durchaus nicht befriedigten, sonst hätte ich selbst mit Freude einen grossen Teil meines Zirkulars gestrichen. 3. Indem die Zeitung meine Aeusserung über den Schuss Lubans anführt und ihn mit der Handlung eines Mitgliedes des A.-C. in Warschau vergleicht, zitiert sie aus dem Zirkular-nur zwei Worte und lässt die Zeilen weg, wo diese „sensationelle Kuriosität44 ihre Schätzung findet. Wörtlich war folgendes gesagt: „Dann kam dieser Pariser Schuss — eine unbedingt pathologische Erscheinung, die des tiefsten Bedauerns wert ist, die aber gleichzeitig auf die Verdichtung der Atmosphäre hinweist.44 Ich glaube, dass, nachdem Luban in einer Irrenanstalt untergebracht ist, meine aus der Ferne gestellte Diagnose eine richtige war. Ich glaube auch, dass zu der Handlungsweise Lubans und der eines Mitgliedes des A.-C, zu dem, wie dort gesagt ist, alle sich mit Achtung verhielten, nicht dasselbe Kriteriuni angewendet werden kann. Zum Schlüsse noch eine Bemerkung: Die Redaktion „versagt sich, in eine Polemik mit dem Zirkular einzutreten44. Nicht polemisierend, hat sie es doch für richtig gefunden, ohne irgend welchen Beweis anzuführen, sich zu äussern, dass ich meinen! Zirkulare „eine ganze Reihe unrichtiger Behauptungen aufgestellt habe44. Ich gebe gern zu, dass ich mich in meinen Meinungen oder Ansichten irren kann: errare humanum est. Wenn man aber jemandem zumutet, dass er falsche Behauptungen aufstellt, so muss man eine solche „Behauptung44 doch faktisch begründen. Für die Aufnahme dieser Zeilen im Voraus dankend, verbleibe mit Zionsgruss Dr. E. W. Tschleno w. Juschkow per., Haus Rossia. Moskau, den 27. IL/U. März 1904. Dazu wollen wir nur bemerken: Der sub 1 zitierte Satz befindet sich auch in der „Welt44. Hier liegt das Missverständnis ausschliesslich auf der Seite Dr. Tschlenows. Ad. 2. Die verschiedenen vertraulichen Mitteilungen wurden dem engereu Kollegen des Herrn Dr. Tschlenow, Herrn Prof. Belkowsky gemacht, bevor er nach Charkow ging. Es ist kaum anzunehmen, dass Herr Belkowsky davon keine Mitteilung gemacht habe. Wenn diese Mitteilungen Herrn Dr. T. nicht befriedigten, so ändert das an dem Faktum nichts. Ad. 3. Herr Dr. T. hat die von uns originell befundene Wertung des Attentates Luban und der .Veröffentlichung des Charkower Protokolls vorgenommen. Wenn er glaubt, dass ein Vor- oder Nachsatz daran etwas ändert, so ist das seine Meinung. An der „Originalität44 dieses Masstabes dürfen wir uns also weiter ergötzen. Die unrichtigen Behauptungen, die sich im Zirkulare Tschlenow befinden, würden zu ihrer Darstellung die Herausgabe eines Gegenzirkulars in der „Welt44 nötig machen; denn es würde sich um den Nachweis falscher Anschauungen handeln, welche die Prämissen für die Folgerungen des Zirkulars darstellen. Darüber können wir, noch dazu jetzt vor der nahen Konferenz des grossen A.-C, mit Herrn Dr. Tschlenow nicht diskutieren. Wir hoffen, dass sich auch dazu Gelegenheit finden wird, wenn auch nicht in der „Welt44. * * * Kundgebungen Zür Charkower Konferenz. Proteste: Transvaal Zionist Assoziation. Johannesburg. Zentral-Komitee und zion. Verein. (Schriftf. Grossbootn). Randfontein. Zion. Verein. Bloemfontein. Zion. Verein. Potchefstroom. Z*on. Verein. Durban. Zion. Verein. Wynberq. Zion. Verein. Niddieburg. Zion. Verein. Beaufort West. „Agudas Zion" (auf Markenbogen gez. Schriftf. J. Jacobsohn. 4 Pfd. Sterl. zur Eintragung Doktor Herzls). Coethen i. A. Akad. zion. Verein „Tchio", Vorsitzender P, Kaufmann und Vorstand.

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